Hallo Daniel, eigentlich wollte ich das Thema wegen fehlender Resonanz nicht mehr aufgreifen. Offenbar gibt es keinen Bedarf für Tests, sonst wären dazu ja Kommentare eingegangen. Ich vermute, den Kunden reichen die Angaben der Händler und die Erfahrungen der Kollegen. Ich weiß es aber nicht.
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Dazu müsste man einen optischen Testaufbau in einem Labor aufbauen, sodass alle Systeme daran adaptiert werden können.
Das sehe ich nicht so. Jedes beliebige Teleskop kann als Testaufbau wirken und der Himmel und seine Lichtquellen sind das Labor.
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UND: Es müssten sich die Besitzer der Geräte bereiterklären selbiges dem zu senden der die Messung durchführt oder persönlich zu kommen.
Das ist m.E. unnötig weil das jeweils eigene Teleskop/CCD genutzt werden kann. Die opto-mechanischen Eigenschaften kann man so jedenfalls bestimmen.
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1. Ein kleines eher zeitliches Problem wäre die selbe CCD am jeweiligen Spektrographen immer wieder neu fokussieren zu müssen. Scheint machbar, aber durchaus etwas Aufwand wenn man viele Systeme messen möchte. Und einen Messaufbau im Labor zu realisieren lohnt sich nur, wenn viele Systeme gemessen werden können.
Es reicht völlig aus, wenn der jeweilige Beobachter seine eigene CCD nutzt. Das Verhalten aller CCDs im Test kann dann über Kalibrieraufnahmen (Bias) zwanglos gegeneinander skaliert werden. So kann man neben den opto-mechanischen Eigenschaften sogar die jeweiligen Effizienzen bestimmen.
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2. Wie Tobias Fegers Messungen an Beugungsgittern ja bestätigt haben, ist die Effizienz von replizierten Gitter relativ niedrig (zu den Herstellerangaben). Ich nehme stark an, dass diese Effizienz auch signifikant streut von Replikation zu Replikation. Daher sollten die Vergleichsmessungen mit dem identischen Gitter gemacht werden. Diese sind/müssen aber auf einem Wechselträger verklebt werden...
Diese Streuung mag durchaus existieren. Doch wenn Vergleichsmessungen mit ein und demselben Gitter durchgeführt werden, schließt man den Test dieses Elementes bei dem jeweiligen Gerät aus. Das hilft dem Käufer nicht weil er sich i.d.R. ja kein Gitter aussuchen kann und mit diesen Streuungen leben muss. Das individuelle Gitter sollte daher eben nicht ausgetauscht werden. Die Sorge um vernünftige Komponenten ist Sache des Verkäufers, wie ich meine. Wir sollten nur das testen, was angeboten wird. Ich vermute allerdings, dass die Gitterqualitäten eher nicht um Faktoren streuen sondern sich relativ eng um einen Mittelwert bewegen. Das hat Tobias zumindest bei zwei Gittern bestätigt. Das Problem vermindert sich außerdem mit der Anzahl der beteiligten identischen Spektrographen.
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Und was sollte eigentlich gemessen werden?
Das kann ein beliebiger Stern mit einem Absorptionslinienspektrum sein. Die opto-mechanischen Eigenschaften wie z.B. die Stabilität der Radialgeschwindigkeiten (Durchbiegung, Kurz- und Langzeitverhalten, Drift) oder der Farblängsfehler des Kameraobjektivs lassen sich an jedem Spektrum bestimmen. Für Effizienzmessungen sollten verschiedene Beobachter natürlich ein und denselben Stern messen. Dann entfällt die Skalierung. Um Variationen auszuschließen, meinetwegen einen Standardstern. Man könnte alle zu bestimmenden Parameter in einer Testmatrix aufführen und eine entsprechende Testprozedur definieren. Und vorher noch klären, ob die verschiedenen Parameter überhaupt bestimmbar sind. Im Grunde ist das nichts anderes als ein physikalisches Praktikum.
Es werden mittlerweile viel verschiedene Spektrographen angeboten und gebaut. Mich würde schon interessieren, wie die im Vergleich abschneiden. Aber wie gesagt, angesichts der Resonanz hier im Forum scheine nur ich das so zu sehen.
Gruß, Thomas