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EQW von P Cyg
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Autor:  Christian Netzel [ 19. Oktober 2014, 15:45:51 PM ]
Betreff des Beitrags:  EQW von P Cyg

Hallo Lothar,
vor kurzem war im Forum noch eine Diskussion über den EQW von P Cygni zu finden, in der Du mit Verweis auf Otmar Stahl einen Wert von 68 A angegeben hast. Leider kann ich die entsprechenden Beiträge nicht mehr finden. Meine Messung ergab eine EQW von -59,7 A. Vielleicht sollten wir mal in Heppenheim darüber sprechen.
Viele Grüße
Christian

Autor:  Lothar Schanne [ 24. Oktober 2014, 15:16:43 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: EQW von P Cyg

Hallo Christian,

weil das vermutlich auch für andere interessant ist schreibe ich es hier im Forum nochmal:
Bei P Cyg und auch anderen Emissionsliniensternen, auch bei manchen Be-Sternen mit starker Ha-Emission, ist der emittierte Lichtfluss im Maximum der Ha-Linie um ein Vielfaches größer wie die Lichtemission aus dem Kontinuum des Sterns heraus. Eine EW von -68 Angström heisst ja nichts anderes, als dass die Emission im integrierten Wellenlängenfenster 68mal stärker ist wie die (angenommene) Kontinuumsstrahlung im gleichen Wellenlängenfenster. Das bedeutet aber auch, dass (geringe) absolute Fehler in der Festlegung des Kontinuums (Spline oder was auch immer) sich entsprechend in große absolute Fehler in der EW hoch schaukeln. Also kleine Fehler in der Normierung auf das Kontinuum werden 68fach vergrößert in der EW ! Deshalb sind solch hohe EW von Emissionslinien ziemlich leicht mit großen Fehlern behaftet. Dazu kommen noch Probleme mit der Streuung der Ha-Photonen am Plasma (insbesondere Elektronen) der Sternhülle, die zu breiten "Schultern" der Emissionslinien führen. Das kompliziert die (etwas willkürliche) Festlegung des Kontinuums zusätzlich. Sobald man ein Kontinuum festlegt und zur Normierung benutzt ist das entstehende normierte Spektrum schon eine künstlerische Interpretation des Autors und keine exakte Messung mehr :roll: .
Ich kann mich erinnern dass Ernst und ich vor Jahren anfangs ziemliche Probleme hatten bis wir etwa gleiche EW's an P Cyg ausmessen konnten. Bei mir war es damals auch sehr wichtig (mit der spaltlosen Mäusevilla), den Himmelshintergrund richtig abzuziehen. Wichtig ist, dass man beim EW-Vergleich unterschiedlicher Beobachter exakt den gleichen Integrationsbereich nimmt (Wellenlängengrenzen links und rechts der Linien).

Autor:  Christian Netzel [ 24. Oktober 2014, 23:13:40 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: EQW von P Cyg

Zitat:
Dazu kommen noch Probleme mit der Streuung der Ha-Photonen am Plasma (insbesondere Elektronen) der Sternhülle, die zu breiten "Schultern" der Emissionslinien führen.
Hallo Lothar,
bist Du sicher, daß es sich um Streuung handelt? Da sich die Wellenlänge bei der Thomson-Streuung nicht ändert, bleibt nur die Compton-Streuung übrig. Die wird aber erst unterhalb der Comptonwellenlänge von Elektronen relevant, d. h. lambda < 8,862*10^-13 m = 8,862*10^-3 A.
Viele Grüße
Christian

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