Forum der Vereinigung der Sternfreunde
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P Cygni
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Autor:  Michael Suchodolski [ 29. September 2015, 23:05:56 PM ]
Betreff des Beitrags:  P Cygni

Hallo Kollegen!

gestern gelang mir mit selbstgebauten Littrow Spektrografen ein erstes vorzeigbares Ergebnis .

Das Ziel war P Cygni. Es sind 2x100s am 10" SC.

Womit ich mich ein wenig schwer tue, ist die Bestimmung von R sowie SNR.

Beste Grüße
Michael

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Autor:  Berthold Stober [ 30. September 2015, 08:39:28 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: P Cygni

Hallo,

Ist der Spektrograph direkt gekoppelt? Dann wäre das S/N für 2x 100 sec eher nicht so toll, soweit man das aus einem 1dimensionalem Spektrum überhaupt beurteilen kann. Wäre der fasergekoppelt, sind 2x 100 sec vielleicht etwas kurz belichtet......für das R nimmst Du die Differenz der Wellenlängen von h Alpha und der heliumlinie und teilst diese durch die Differenz der Pixel zwischen den beiden Linien. Dann hast Du Angström / Pixel . Und wenn Du weißt wie groß die Pixel sind, dann hast Du Angström pro mm!

Aber ohne vorliegen des 2 dimensionalem Spektrums ist es unmöglich, was Gültiges zu dem Spektrum zu sagen.

Beste Grüße
Berthold

Autor:  Lothar Schanne [ 30. September 2015, 11:45:29 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: P Cygni

Hallo Michael,

herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Sternspektrum. Die für PCyg-Sterne typischen PCyg-Profile sind ja schon deutlich zu sehen.
Aber du solltest länger belichten bzw. mehr Aufnahmen machen, damit das S/N (oder SNR) besser wird.
Du wertest mit VSpec aus? Darin gibt es ein Werkzeug zur Bestimmung von S/N.
Das R läßt sich aus deinem Spektrum nicht bestimmen, nur die Dispersion (in Angström/Pixel), was dir Berthold schon erklärt hat. Das R kannst du messen, wenn du einen Stern spektroskopierst mit schmalen Absorptionslinien, die schmäler sind wie deine absolute Auflösung (1/R), oder wenn du die terrestrischen Linien erkennen kannst (Wasserlinien). Dann bestimmt man mit VSpec die FWHM (full width at half maximum, also die Linienbreite der terr. Linien ). Das gelingt aber erst bei besserem S/N.
Wie hoch soll denn dein R sein, laut Theorie (simspec)?

Autor:  Lothar Schanne [ 30. September 2015, 11:47:44 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: P Cygni

hallo Michael,

wahrscheinlich wäre die Teilnahme am Anfängerkurs ab 6.11. in Heppenheim für dich jetzt genau richtig. Da werden alle diese Auswerteprobleme und meßtechnischen Tricks behandelt.
Siehe http://spektroskopieforum.vdsastro.de/v ... f=1&t=4312

Autor:  Michael Suchodolski [ 30. September 2015, 13:58:04 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: P Cygni

Hallo!

Vielen Dank für Eure Antworten!

Es ist ein direkt gekoppelter Spektrograf. Seine Entstehung habe ich im Selbstbau Forum beschrieben.

Die Dispersion kann ich tatsächlich selber ausrechnen oder sie wird von VSpec ausgewiesen. Meine Frage bezog sich auf R. Mir war nicht bewuß, dass diese Berechnung aufwendiger ist und ein gutes S/N erfordert. Ich habe ehrlich gesagt keine gute Definition von R und kein Berechnungsbeispiel gefunden.

Laut SimSpec sollte meine Auflösung bei 1" seeing ca. 5500 betragen. Mein Gitter hat 1200 Linien und ich fotografiere ohne Spalt.

Lothar Danke für die Einladung. Schon beim ersten mal habe ich aus dem Kurs sehr viel mitgenommen. Ich werde versuchen zu kommen.

Beste Grüße
Michael

Autor:  Berthold Stober [ 30. September 2015, 18:53:51 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: P Cygni

Hallo Michael, hallo Lothar,

Entschuldigung, ich habe Auflösung und Dispersion verwechselt bzw. durcheinander gebracht. Das R wird von V spec nicht ausgeworfen, vermutlich weil man das nur - wie Lothar schon ausführte nur an ganz scharfen Linien durch Messen der FWHM bestimmen kann. Nach meiner Erfahrung geht das nur mit Spaltspektrographen an athmospärischen Wasserlinien oder mittels Eichlampen........ein Seeing von 1" ist bei uns praktisch nie zu erleben. Sowas gibt es auf dem Teide, da manchmal noch weniger! Das ist dann dort sehr beeindruckend.....
Bei einem 10" SC ohne Telekompressor ist das Beugungsscheibchen noch eher auflösungsberenzend als das Seeing. Zu Zeiten als ich spaltlos arbeitete hatte ich als Teleskop ein 1:4/770mm SC. Da spielte dann das Seeing tatsächlich die entscheidende Rolle!

beste Grüsse
Berthold

Autor:  Lothar Schanne [ 04. Oktober 2015, 14:13:46 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: P Cygni

Zitat:
Laut SimSpec sollte meine Auflösung bei 1" seeing ca. 5500 betragen. Mein Gitter hat 1200 Linien und ich fotografiere ohne Spalt.
Hallo Michael,

5500 entspricht etwa der Auflösung, die ich früher mit meiner Mäsuevilla erreichte. Da kann man bei gutem SNR die Wasserlinien im Umfeld der Halpha-Linie sehen und dann daran durch FWHM-Messung das R bestimmen. Aber wie gesagt, erst bei deutlich besserem SNR. Du musst insgesamt wesentlich länger belichten. Schätze mindestens Faktor 10.
Wichtig ist gerade bei spaltlosem Arbeiten eine möglichst scharfe Fokussierung (minimale Spektrumstreifenbreite), damit du dir nicht zuviel Pixelrauschen einfängst. Also das vorhandene Licht auf möglichst wenige Pixelzeilen konzentrieren.

Autor:  Hold Siegfried [ 02. November 2015, 22:01:36 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: P Cygni

Hallo,

habe mich auch ein wenig mit diesem komplizierten Profil beschäftigt.
Den EW-Wert bleibe ich vorläufig noch schuldig, ist ja recht kompliziert
und wird vermutlich bis übers Wochenende dauern. :lol:

Herzliche Grüße
Siegfried

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Autor:  Hold Siegfried [ 02. November 2015, 22:47:52 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: P Cygni

Hallo,

da wäre noch eine erweiterte Ansicht mit der He Linie.

Gruß
Siegfried

Dateianhänge:
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Autor:  Lothar Schanne [ 15. November 2015, 12:05:13 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: P Cygni

Zitat:
Wichtig ist gerade bei spaltlosem Arbeiten eine möglichst scharfe Fokussierung (minimale Spektrumstreifenbreite), damit du dir nicht zuviel Pixelrauschen einfängst. Also das vorhandene Licht auf möglichst wenige Pixelzeilen konzentrieren.
Und was noch wichtig ist: Himmelshintergrundabzug !!!!
Beim spaltlosen Spektrographen wird der gesamte Himmel (also dein Bildfeld) in jeder Wellenlänge abgebildet. Deshalb ist der Himmelshintergrund beim spaltlosen Arbeiten um Zehnerpotenzen stärker wie beim Spalt, der ja auch das Bildfeld des Spektrographen auf einen kleinen Spalt reduziert.

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