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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 04. February 2008, 12:42:05 PM 
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Hallo,

hier das Ergebnis der RV-Bestimmung von drei Aufnahmen vom 2.2.08.
An den Werten fallen mir folgende Dinge auf:
1. ist der errechnete Mittelwert aus allen Linien sehr hoch. Die Systemgeschwindigkeit soll ja bei ca. 20km/s liegen. Wenn man maximal noch 10km/s Amplitude dazu addiert, kommt man höchstens auf ca. 30km/s
2. Die Werte der zwei HeI Linien stimmen gut überein, sind aber signifikant etwas kleiner als die von den anderen Linien.

Gruß
Roland


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 04. February 2008, 21:40:21 PM 
...hallo Roland,
aus dem paper von S. Stefl et al. "V/R Variations of Binary Stars" geht für die 1503d-Periode von SiII und HeI eine RV von -40 bis 80 km/sec hervor.
Ich habe mich nun auch erstmals daran gemacht die HeI6678-RV zu messen: Summenspektrum > 20 Rohspektren zu je 120 sec vom 2.2.08

Im Anhang findest du drei Plots mit Gaussfits für drei unterschiedliche Profilbereiche, die jeweils zu verschiedenen Wellenlängen des Linienminimums führten.
Mir ist gegenwärtig nicht bekannt, wie das Fitkriterium für diese Linie definiert ist/werden muss. Die Wellenlängen der drei Minima variieren dem entsprechend von 6679,349 über 6679,489 bis 6679,567. Dies führt zu RV´s von 53,9/60,2/63,7 km/s (λ0 = 6678,149 Å) .

Die Differenzen zwischen unseren Messungen werfen sofort die Fragen nach der (meiner) Kalibration auf. Diese erfolgte bei mir mit Hilfe der drei Neonlinien 6532,88/6598,95/6678,28. Deren Residuen lagen bei 2,2 - 2,4 x10-3 Å (im Anhang ist das Summenspektrum zur Gegenbeurteilung der Kalibration).

Wegen zweier Fragen werde ich mich mit Stan Stefl in Verbindung setzen (müssen):
1) Bitte um die Ephemeriden für die 1503d-Periode um unsere RV in Phase zu setzen
2) Bitte um Auskunft über Profilfit zur Bestimmung des Baryzentrums der Linie

Beste Grüße,
Ernst


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PostPosted: 04. February 2008, 22:36:46 PM 
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Hallo Ernst,

schön, dass du dich jetzt auch dieser Thematik angenommen hast. Das macht die Sache spannender :lol:
Quote:
Mir ist gegenwärtig nicht bekannt, wie das Fitkriterium für diese Linie definiert ist/werden muss. Die Wellenlängen der drei Minima variieren dem entsprechend von 6679,349 über 6679,489 bis 6679,567. Dies führt zu RV´s von 53,9/60,2/63,7 km/s (λ0 = 6678,149 Å) .

Da ich den gesamten Bereich zwischen 5800 und 6800 A auswerten kann, habe ich den Linienfit mit SpaceRaVE mit einheitlichen Parametern so ausgeführt, dass alle Linien gut erkannt werden. Dabei wurden nahezu die gesamten Profile erfasst. Dass hier noch Optimierungsbedarf besteht, hast du ganz richtig schon festgestellt.
Für die möglichst genaue Beobachtung der zeitlichen Variationen wird es dann vor allem wichtig sein, einmal festgelegte Parameter für die einzelnen Linien genau einzuhalten.
Quote:
Die Differenzen zwischen unseren Messungen werfen sofort die Fragen nach der (meiner) Kalibration auf. Diese erfolgte bei mir mit Hilfe der drei Neonlinien 6532,88/6598,95/6678,28. Deren Residuen lagen bei 2,2 - 2,4 x10-3 Å
Ich würde vorschlagen, dass wir mal ein paar Spektren incl. der zugehörigen Neonspektren gegenseitig austauschen, um zu prüfen, ob wir zu den gleichen Resultaten kommen. Dies könnte ein erster Schritt sein.
Zum Thema Kalibrierung noch eine Erfahrung meinerseits:
Bei längeren Integrationszeiten wird es kaum möglich sein, eine ausreichende Stabilität des Spektrographen zu gewährleisten. Da mein Spektrograph mit einem LWL angekoppelt ist, lasse ich ihn während der gesamten Beobachtungszeit völlig unberührt auf der Wiese stehen. Obwohl er ganz aus Aluminium ziemlich kompakt (ca. 10kg) ausgeführt ist, können bei mir auch nach längerer Temperierzeit noch Driften von einigen km/s innerhalb einer halben Stunde auftreten! Deshalb habe ich es mir zur Praxis gemacht, die Integration nach einigen Minuten (2 bis max 10 Minuten) für zwischengeschaltete Kalibrierspektren zu unterbrechen und diese dann völlig separat auszuwerten.
Vorteile: die Genauigkeit ist größer, die Wiederholungsmessungen lassen statistische Aussagen zur Unsicherheit der Messungen zu und man erkennt eventuelle Außreiser in den Daten. Das schlechtere S/N der Einzelmessungen wird statistisch durch Mittelung der Ergebnisse wieder aufgehoben.
Nachteil: höherer Aufwand.
Ich würde dir jedenfalls empfehlen, wenigstens einmal so einen Test zu machen, damit du die Stabilität deiner Ausrüstung einschätzen kannst.

Viele Grüße
Roland


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PostPosted: 04. February 2008, 23:01:00 PM 
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Hallo Ernst,

ich habe mal dein Spektrum mit SpecRaVE ausgewertet. Von so einem S/N bei He6678 kann ich nur träumen!
Deine Kalibrierung ist völlig in Ordnung. Ich komme zum gleichen Ergebnis, wie bei meiner Messung: 39.9 km/s !!!
Ich will nicht behaupten, dass SpecRaVe genauer auswertet. Das müssen wir erst testen. Zumindest liegen unserer Messungen sehr genau beieinander, auch wenn noch nicht geklärt ist, welcher Wert nun genauer ist.

Desweiteren habe ich unsere Spektren übereinander gelegt (da siehst du das schlechte S/N meiner Einzelmessung bei He6678 !). Die Kalibrierung ist bei der He-Linie o.k. Die Halpha-linie ist dagegen leicht verschoben, wenn man mal davon ausgeht, dass sie bei mir aufgrund der geringen Auflösung etwas breiter ist.


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PostPosted: 04. February 2008, 23:04:13 PM 
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Hallo Ernst,

ich diskutiere mit Helmut Jahns, wie wir bei SpevRaVE den Fitbereich erweitern und diesem auch genau definiert als Information bereitstellen.

Gruß
Roland


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 Post subject: Re: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 05. February 2008, 10:16:17 AM 
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Quote:
Die Differenzen zwischen unseren Messungen werfen sofort die Fragen nach der (meiner) Kalibration auf. Diese erfolgte bei mir mit Hilfe der drei Neonlinien 6532,88/6598,95/6678,28. Deren Residuen lagen bei 2,2 - 2,4 x10-3 Å
Hallo Ernst,
in diesem Zusammenhang habe ich Fragen an dich:
* Wie viele Neonlinien hast du zur Kalibrierung benutzt?
* Und welche Ordnung hat deine Kalibrierfunktion, zwei?

Die Residuen alleine betrachten nur den Teilaspekt, wie genau die Linienschwerpunkte sich mit einer Funktion ersten, zweiten, .. Grades fitten lassen. Aber da kann immer noch eine additive Konstante zwischen dem Spektrum und den Neonaufnahmen sein, also eine Horizontalverschiebung des Neonspektrums in Bezug auf das Sternspektrum!!! Ich habe da vereinzelt schon Überraschungen erlebt: Bis zu 0,5 Angström Verschiebung. Wahrscheinlich verursacht durch eine mechanische Instabilität. Ansonsten liegt der typische Fehler bei meinen Linienzuordnungen zur Wellenlänge bisher bei 0,04 Angström.

Du solltest mal vorsichtshalber ausprobieren, ob die Lage der Neonlinien auf der CCD von dem Quadranten abhängt, wo du die Neonlampe vor dem Teleskop hin hälst. Schräger Lichteinfall durch den Spalt könnte die Lage der Spaltabbildungen auf der CCD möglicherweise etwas verändern!

Herzliche Grüße
Lothar


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PostPosted: 05. February 2008, 10:27:26 AM 
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Hallo Ernst,

1. wenn du mir auch noch dein Neonspektrum schickst, würde ich die Kalibrierung vergleichend mit Mathcad und SpecRaVE vornehmen.

2. Habe ich mal die RV in Abhängigkeit vom Linienfit näher untersucht. D.h. ich habe die Höhe auf der Intensitätsachse, bei der ich den Gaußfit angesetzt habe variiert (siehe beiliegende Abb.)
Also das von dir benutzte Programm (VSpec?) liefert doch Ergebnisse, die weit daneben liegen.

Gruß
Roland


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PostPosted: 05. February 2008, 11:20:34 AM 
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Hallo Ernst,

ich habe mir gerade noch einmal unsere Diskussion hier durchgelesen.
Mit den RV-Berechnungen ist doch alles stimmig! Ich hatte die Werte bereits auf die Sonne korrigiert (-22.5km/s) und du mit Sicherheit nicht.
Sorry!

Gruß
Roland


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 05. February 2008, 12:19:20 PM 
Hallo Roland!

Eine Bemerkung zu meiner gestrigen RV-Messung mit Vspec: der Wert beinhaltet keine heliozentrische Korrektur!
Mit SpecRave habe ich es heute versucht (Anhang). Die Tabellenwerte (ausser der Laborwellenlänge und dem Datum) verwirren ein wenig, könntest du mir diese erläutern!

Beste Grüße,
Ernst


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PostPosted: 05. February 2008, 12:52:02 PM 
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Hallo Ernst,
das mit der Korrektur haben wir ja fast zur selben Zeit gemerkt :lol:
Quote:
Die Tabellenwerte (ausser der Laborwellenlänge und dem Datum) verwirren ein wenig, könntest du mir diese erläutern!
Du hast nicht die richtige Datei mit den Liniendefinitionen geladen. (siehe Statuszeile, da ist deine Spektrendatei eingetragen). Gehe noch einmal in das Menü File/open line file... und lade z.B. die Datei "Linien5800-6680.txt", da ist auch die He6678 verzeichnet.

Lieber Gruß
Roland

Übrigens mit der Funktion opt. Level kannst du den Gaußfit in jeden gewünschten Profilbereich legen -> nach dem ersten fit, opt. level aktivieren, in das Eingabefeld die gewünschte Intensität zwischen 0 und 100 (1 entspr. 100%) eintragen, dann erneut anfitten (Button mit grünen Dreieck), dann in der Linie mit der rechten Mousetaste Kontextmenü öffnen und "optimize line" drücken. Wenn du dann mit der maus die linie noch einmal neu aktivierst (grüne Farbe) wird die neu errechnete Linienwellenlänge angezeigt und mit diesem Werte wird dann auch die RV neu berechnet, wenn du die Auswertetaste betätigst.


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 05. February 2008, 13:04:01 PM 
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ob ich eine Chance hätte vielleicht auch solche Messungen zu machen? Ich weiß
aber überhaupt nicht wie ich da vorgehen muß und was da genau letztlich
gemessen wird....die Bewegung des Sternes relativ zur Erde.....vielleicht
kann so ein Anfänger wie ich es in dieser Hinsicht bin ein wenig Anleitung
bekommen.....Ich denke mal, dass ich nicht der einzige bin, der davon fast
nichts weiß in unserer Gruppe, vielleicht ist das aber auch zu schwer für
mich.....

Berthold


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PostPosted: 05. February 2008, 13:14:25 PM 
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Lieber Berthold,
Quote:
ob ich eine Chance hätte vielleicht auch solche Messungen zu machen?
Da habe ich überhaupt keinen Zweifel.
Quote:
Ich weiß
aber überhaupt nicht wie ich da vorgehen muß und was da genau letztlich
gemessen wird....die Bewegung des Sternes relativ zur Erde.....vielleicht
kann so ein Anfänger wie ich es in dieser Hinsicht bin ein wenig Anleitung
bekommen.....Ich denke mal, dass ich nicht der einzige bin, der davon fast
nichts weiß in unserer Gruppe, vielleicht ist das aber auch zu schwer für
mich.....
es wird die Relativgeschwindigkeit des Objekts in Bezug auf den Beobachter aus der gemessenen Dopplerverschiebung der Linien errechnet. Da man aber nicht den Einfluss der Erdbewegung um die Sonne in den errechneten Werten haben will, da diese zeitlich veränderlich ist, korrigiert man anschließend den RV-Wert auf die Sonne.

Ich denke, dass wir in Heidelberg die Gelegenheit finden werden, deine Fragen ausführlich zu beantworten. Außerdem wird es zwei Vorträge zum Thema Radialgeschwindigkeiten geben.

Viele Grüße
Roland


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PostPosted: 05. February 2008, 13:44:56 PM 
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Hallo Ernst,

die HeI-Linie bei 5875.63 A sieht in meinem Spektrum schon weniger verrauscht aus, da in diesem Bereich meine Apparatur eine höhere Quanteneffizienz besitzt. Außerdem sind die Na-Linien dicht benachbart, die man dann zum Vergleich mit auswerten kann.


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PostPosted: 05. February 2008, 15:17:29 PM 
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Hallo Lothar und Ernst,

ich glaube, dass hier Lothar einen sehr wichtigen Aspekt der Kalibrierung angesprochen hat:
Quote:
Ich habe da vereinzelt schon Überraschungen erlebt: Bis zu 0,5 Angström Verschiebung. Wahrscheinlich verursacht durch eine mechanische Instabilität
und
Quote:
Schräger Lichteinfall durch den Spalt könnte die Lage der Spaltabbildungen auf der CCD möglicherweise etwas verändern!
Man sollte immer daran denken, welche winzigen Verschiebungen wir messen wollen. Eine RV von 1km/s entspricht auf meinem CCD-Chip einer Verschiebung von ca. 0.6 µm (so eine Länge kann man im Lichtmikroskop schon gar nicht mehr auflösen!)
Ich habe in dieser Beziehung bei meiner Apparatur ideale Bedingungen, da ich das Neonlicht auf dem selben Wege durch die Faser in den Spektrographen schicke wie das Licht vom Stern.
Ich kann mir gut vorstellen (ohne die größe des Einflusses abschätzen zu können), dass es wichtig ist, das Neonlicht ebenso wie das Sternlicht ohne Neigung gegen die optische Achse einzukoppeln oder wenigstens immer unter einem konstanten Winkel (evtl. systematische Fehler könnte man ja korrigieren).

Gruß
Roland


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PostPosted: 05. February 2008, 15:37:03 PM 
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Quote:
ich glaube, dass hier Lothar einen sehr wichtigen Aspekt der Kalibrierung angesprochen hat:
Ich habe da vereinzelt schon Überraschungen erlebt: Bis zu 0,5 Angström Verschiebung. Wahrscheinlich verursacht durch eine mechanische Instabilität

Hallo Roland, Ernst,

diese großen "Verschiebungen" waren wohl unkontrollierte mechanische Änderungen im Spektrographen, wahrscheinlich entstanden beim Einschwenken der Neonlampe über den Spalt. Sie kommen selten vor, aber sie sind eben nicht mit Sicherheit zu vermeiden (ich rede nur von meiner Apparatur). Sie werden natürlich nachträglich bei der Datenreduktion leicht bemerkt, nur ist es dann schade um die Messzeit. Aber was ist mit kleineren Verschiebungen, die nicht auffallen? Das ist auch der Hintergrund dafür, warum ich das Licht der Kalibrierlampe über einen festen Weg auf den Spalt bringen will (vgl. mein thread wegen LWL-Kalibrierlichteinkoppelung).
Quote:
Schräger Lichteinfall durch den Spalt könnte die Lage der Spaltabbildungen auf der CCD möglicherweise etwas verändern!
Das habe ich bereits beobachtet, obwohl es theoretisch-optisch eigentlich nicht ohne weiteres einleuchtet. Anfangs stand bei meinem Lhires die Neonlampe nicht senkrecht über der Spalt, sondern etwas seitlich versetzt. Mit dramatischen Folgen für die Kalibrierung. Erst seit ich das korrigiert habe, sind die Neonkalibrierungen (bis auf die angesprochenen Ausnahmen) ausreichend stabil (-+ 0,04 Angström).

Lothar


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 05. February 2008, 16:14:40 PM 
Quote:
Hallo Ernst,
in diesem Zusammenhang habe ich Fragen an dich:
* Wie viele Neonlinien hast du zur Kalibrierung benutzt?
* Und welche Ordnung hat deine Kalibrierfunktion, zwei?
...hallo Lothar,
die Anzahl und welche der Neonlinien hatte ich genannt. Das bei vierfacher Pixelvergrößerung gescannte Spektrum ist in der zweiten Ordnung kalibriert.
Quote:
Die Residuen alleine betrachten nur den Teilaspekt, wie genau die Linienschwerpunkte sich mit einer Funktion ersten, zweiten, .. Grades fitten lassen. Aber da kann immer noch eine additive Konstante zwischen dem Spektrum und den Neonaufnahmen sein, also eine Horizontalverschiebung des Neonspektrums in Bezug auf das Sternspektrum!!!
...scharfsinnig überlegt, doch auch das war mir bewusst. Eine eventuelle Divergenz von Kalibrier- zu Sternspektrum läßt sich elegant mit Vspec 1) überprüfen und 2) mit der dortigen shift-Funktion sehr genau beheben (mit den H2O-Linien als Anhaltspunkte).
Quote:
Du solltest mal vorsichtshalber ausprobieren, ob die Lage der Neonlinien auf der CCD von dem Quadranten abhängt, wo du die Neonlampe vor dem Teleskop hin hälst. Schräger Lichteinfall durch den Spalt könnte die Lage der Spaltabbildungen auf der CCD möglicherweise etwas verändern!
...seit heute nicht mehr relevant; zur Kalibration schiebe ich vor Beobachtungsbeginn und nach Ende in die teleskopseitige, zylinderförmige Spektrographenöffnung eine zentrisch angeordnete Glimmlampe mit Neonspektrum (das Drehteil dafür ist heute eingetroffen). Die exakte Reproduzierbarkeit des senkrechten Lichteintritts in den Spalt ist ab sofort gegeben.

Beste Grüße,
Ernst


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 05. February 2008, 16:14:47 PM 
Quote:
Ich würde vorschlagen, dass wir mal ein paar Spektren incl. der zugehörigen Neonspektren gegenseitig austauschen, um zu prüfen, ob wir zu den gleichen Resultaten kommen. Dies könnte ein erster Schritt sein.
...hallo Roland,
dies ist eines der sinngebenden Ziele projektbezogener Zusammenarbeiten, ich bin ganz deiner Meinung.
Quote:
Zum Thema Kalibrierung noch eine Erfahrung meinerseits:
Deshalb habe ich es mir zur Praxis gemacht, die Integration nach einigen Minuten (2 bis max 10 Minuten) für zwischengeschaltete Kalibrierspektren zu unterbrechen und diese dann völlig separat auszuwerten. Ich würde dir jedenfalls empfehlen, wenigstens einmal so einen Test zu machen, damit du die Stabilität deiner Ausrüstung einschätzen kannst.
...diese vorteilhafte Arbeitsweise ist bei meiner instr. Konfiguratíon ab heute so nicht ohne weiteres machbar.
Lediglich vor Beobachtungsbeginn sowie nach Ende fertige ich nunmehr die Kalibrationsspektren in der Weise an, wie ich es bereits Lothar geschrieben habe (schau doch da kurz hinein). Gleichwohl meine ich, dass künftig die Spektrographenstabilität und somit die Kalibrationsgenauigkeit in zunehmendem Maße immer besser abgeschätzt werden kann. Es werden vermutlich die thermischen Ausdehnungskoeffizienten der einzelnen Bauteile sein, die sich hier bemerkbar machen.

Beste Grüße,
Ernst


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PostPosted: 05. February 2008, 16:29:32 PM 
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Hallo Ernst,
Quote:
Lediglich vor Beobachtungsbeginn sowie nach Ende fertige ich nunmehr die Kalibrationsspektren in der Weise an, wie ich es bereits Lothar geschrieben habe
Diese Maßnahme sollte schon den größten Teil des Fehlers durch ein eventuelles zeitliches Wegdriften des Spektrums beheben. Ich bin gespannt, was deine nächsten Messungen bringen. Bist du mit SpecRaVE zurecht gekommen ?

Herzliche Grüße
Roland


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 05. February 2008, 17:04:03 PM 
Quote:
Übrigens mit der Funktion opt. Level kannst du den Gaußfit in jeden gewünschten Profilbereich legen
...hallo Roland,
Dietrich Baade hat mit folgender Empfehlung bezogen auf das Fitintervall geantwortet:
Quote:
Hallo Herr Pollmann,
ich wuerde Positionsmessungen i.a. so durchfuehren, dass andere mit
maximaler Wahrscheinlichkeit dasselbe messen wuerden. Ihr 3. Fit kommt
dem am naechsten. Aus Gruenden der besseren statistischen Absicherung
wuerde ich das Anpassungsintervall etwa halbwegs zwischen Ihrer 2ten und
3ten Variante ansetzen.
Somit scheint klar zu sein, dass wir uns hinsichtlich Vergleichbarkeit auf ein Intervall festlegen "müssen".

Ernst


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 05. February 2008, 17:55:27 PM 
Quote:
Du hast nicht die richtige Datei mit den Liniendefinitionen geladen. (siehe Statuszeile, da ist deine Spektrendatei eingetragen). Gehe noch einmal in das Menü File/open line file... und lade z.B. die Datei "Linien5800-6680.txt", da ist auch die He6678 verzeichnet.
...genau, das war´s: nun hat´s funktioniert.
Die RV beträgt mit dem im Programm angefitteten Intervall 40,48 km/s und mit Vspec im Intervall von Fit3 41,2 km/s (helioz. korrigiert).

Ernst


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PostPosted: 05. February 2008, 18:15:36 PM 
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Hallo Ernst,

das Ergebnis macht Hoffnung, dass wir zu softwareunabhängigen Ergebnissen kommen, wie es ja auch sein sollte.

Zur Fsetlegung eines Linienintervalls würde ich vorschlagen, dass wir einen Prozentsatz zwischen Kontinuum und tiefster Linieneinsenkung vereinbaren. Meiner Ansicht nach wäre eine solche Definition genauer als eine Festlegung der Linienbreite, da diese bei meiner geringen Auflösung sicher etwas verbreitert erscheint.

Gruß
Roland


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PostPosted: 07. February 2008, 23:25:04 PM 
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Hallo ihr beiden,

habe gestern Abend an zet Tau die He6678 Linie vermessen und heute Abend mit VSpec ausgewertet (Kalibrierung mit 3 Neonlinien).

Komme auf +43,1 km/s (baryzentrisch).

Passt doch erfreulich gut mit euren Werten zusammen.

S/N = 280 (Kontinuum).
EW Ha = -17,2 Angström (der traue ich nicht, warte MIDAS-Ergebnis ab).
Werde es nochmal mit MIDAS auswerten (Neon und H2O).

Lieber Gruß
Lothar


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 08. February 2008, 10:33:06 AM 
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Quote:
EW Ha = -17,2 Angström (der traue ich nicht, warte MIDAS-Ergebnis ab).
doch ich habe den Wert vorgestern ziemlich genau auch gefunden

Berthold


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PostPosted: 08. February 2008, 10:45:45 AM 
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Hi Berthold,

schönes Spektrum.

Dann stimmt die EW wohl doch mit rund -17.

Die Schönwetterphase scheint bis 17.2. stabil zu bleiben.

Liebe Grüsse
Lothar


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 08. February 2008, 11:40:33 AM 
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habe gestern Abend an zet Tau die He6678 Linie vermessen und heute Abend mit VSpec ausgewertet (Kalibrierung mit 3 Neonlinien).
Komme auf +43,1 km/s (baryzentrisch).
...hallo Lothar,
vielen Dank für die Info. Den Stern werde ich heute abend "vermessen".

Ernst


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 08. February 2008, 11:43:27 AM 
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Quote:
Die Schönwetterphase scheint bis 17.2. stabil zu bleiben.
So lange!!?? .....:-)


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PostPosted: 08. February 2008, 11:48:16 AM 
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Quote:
habe gestern Abend an zet Tau die He6678 Linie vermessen und heute Abend mit VSpec ausgewertet (Kalibrierung mit 3 Neonlinien). Komme auf +43,1 km/s (baryzentrisch).
Das Spektrum ist in unserer Datenbank als .fit abrufbar.
Lothar


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PostPosted: 08. February 2008, 12:52:18 PM 
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Schöne Ergebnisse bisher - da sind wir ja schon zu viert. Da sollten wir was vernünftiges machen können. :lol:

Gruß
Roland


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 08. February 2008, 15:44:23 PM 
Quote:
Hallo ihr beiden,
habe gestern Abend an zet Tau die He6678 Linie vermessen und heute Abend mit VSpec ausgewertet (Kalibrierung mit 3 Neonlinien).
Komme auf +43,1 km/s (baryzentrisch).
Passt doch erfreulich gut mit euren Werten zusammen.
S/N = 280 (Kontinuum).
EW Ha = -17,2 Angström (der traue ich nicht, warte MIDAS-Ergebnis ab).
Werde es nochmal mit MIDAS auswerten (Neon und H2O).
Hallo Lothar,
du erinnerst dich sicher an die Korrespondenz mit Dietrich Baade. Er schrieb in Anlehnung die drei HeI6678-VSPEC-Gaussfits, die ich ihm überstellt hatte, folgendes:
Quote:
Hallo Herr Pollmann,
ich wuerde Positionsmessungen i.a. so durchfuehren, dass andere mit
maximaler Wahrscheinlichkeit dasselbe messen wuerden. Ihr 3. Fit kommt
dem am naechsten. Aus Gruenden der besseren statistischen Absicherung
wuerde ich das Anpassungsintervall etwa halbwegs zwischen Ihrer 2ten und
3ten Variante ansetzen.
Daraufhin formulierte Roland folgenden Vorschlag (dem ich mich anschließe):
Quote:
Zur Festlegung eines Linienintervalls würde ich vorschlagen, dass wir einen Prozentsatz zwischen Kontinuum und tiefster Linieneinsenkung vereinbaren. Meiner Ansicht nach wäre eine solche Definition genauer als eine Festlegung der Linienbreite, da diese bei meiner geringen Auflösung sicher etwas verbreitert erscheint.
Deshalb meine Frage (zwecks Abstimmung): wie hast du nun die Festlegung des Linienintervalls definiert?

Ernst


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PostPosted: 20. February 2008, 10:31:46 AM 
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Hallo Ernst, hallo Lothar,

ich würde gerne meine ersten Spektren auswerten und würde einen Fit bei 50% des Linienminimums zum Kontinuume vorschlagen. Dieser Wert liegt im Bereich, der von Herrn Baade vorgeschlagen wurde.
Seit ihr einverstanden?

Gruß
Roland


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 Post subject: Re: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 20. February 2008, 11:32:31 AM 
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Quote:
Deshalb meine Frage (zwecks Abstimmung): wie hast du nun die Festlegung des Linienintervalls definiert?
Hallo Ernst und Roland,

ich habe auch intuitiv die untere Hälfte des Linie zum gaussfitting verwendet (in MIDAS).

Was kommt denn jetzt bei dir heraus, Ernst?

Lieber Gruss
Lothar


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 20. February 2008, 12:09:39 PM 
Quote:
ich würde gerne meine ersten Spektren auswerten und würde einen Fit bei 50% des Linienminimums zum Kontinuume vorschlagen. Dieser Wert liegt im Bereich, der von Herrn Baade vorgeschlagen wurde.
Seit ihr einverstanden?
Hallo Roland,
ich bin einverstanden.
Vermutlich werden wir einen weiteren Mitstreiter für das zeta Tau-RV-Monitoring an der HeI6678-Linie gewinnen können: Benjamin Mauclaire von der franz. ARAS-Gruppe.
Ihm liegen bis nach 2006 zurückreichende Spektren vor, die mit 0,11 A/Pix aufgenommen worden sind. Ich bin derzeit mit ihm im Gespräch wegen der Genauigkeit der Wellenlängenkalibration.

Ernst


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PostPosted: 20. February 2008, 12:28:35 PM 
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Hallo Ernst,
Quote:
Vermutlich werden wir einen weiteren Mitstreiter für das zeta Tau-RV-Monitoring an der HeI6678-Linie gewinnen können: Benjamin Mauclaire von der franz. ARAS-Gruppe.
Sehr erfreulich!

Ich habe mal die Spektren, die bisher in die Datenbank gestellt wurden, inspiziert. Dabei ist mir das Spektrum von Lothar vom JD=2454454.402778 aufgefallen: Da ist die HeI-Linie nur sehr schwach ausgeprägt. Kann es sein, dass diese Linie zeitweise auch so schwach wird, dass sie gar nicht oder nur sehr schwierig zu vermessen sein wird?

Gruß
Roland


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 20. February 2008, 13:35:04 PM 
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Hallo Roland,
Quote:
Ich habe mal die Spektren, die bisher in die Datenbank gestellt wurden,
inspiziert. Dabei ist mir das Spektrum von Lothar vom JD=2454454.402778
aufgefallen: Da ist die HeI-Linie nur sehr schwach ausgeprägt.
Von welcher HeI-Linie sprichst Du? Die HeI6678 jedenfalls scheint bei
dem Spektrum von Lothar außerhalb des Spektralbereichs zu ligen.

Herzliche Grüße,
Otmar


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PostPosted: 20. February 2008, 14:07:53 PM 
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Hallo Otmar,

du hast vollkommen recht. Das hatte ich mangels Linien einfach übersehen. :cry:

Gruß
Roland


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 20. February 2008, 17:11:05 PM 
Quote:
Was kommt denn jetzt bei dir heraus, Ernst?
...hallo Lothar, hallo Roland,
im Anhang eine Übersicht meiner Messungen während der Schönwetterkatastrophe.
Alle Spektren sind mit SpecRaVe ausgewertet worden. "Kontrollmessungen" mit Vspec im vereinbarten Fitbereich führten zu Abweichungen im Bereich ± 0,7 km/s (heliozentrische Korrekturwerte mit Vspec berechnet).

Darüber hinaus scheint das Linienprofil selbst Veränderungen zu unterliegen wie das Spektrum v. 9.2. zeigt. Wenn ich nicht irre, hast du, Lothar, diese Profiländerung ebenfalls beobachtet?

Ich würde mir wünschen, dass sich Stan Stefl wegen der Ephemeriden bald meldet, um die RV´s in Phase setzen zu können.

Ernst


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 Post subject: Achtung Bug in SpecRaVE
PostPosted: 20. February 2008, 17:39:53 PM 
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Hallo Ernst,

ich will mich im Moment noch nicht zu deinen Ergebnissen äußern, sondern erst meine Spektren auswerten.
Der Grund meiner schnellen Reaktion ist, dass ich gestern Abend einen Bug in SpecRaVE gefunden habe:
Wenn man den Beobachtungszeitpunkt als JD einträgt, wird diese Eingabe nicht ordnungsgemäß in die Berechnung übernommen!
Hoffentlich hast du immer das bürgerl. Datum + Uhrzeit eingegeben, diese Funktion ist einwandfrei.
Dies habe ich erst jetzt bemerkt, da ich bisher immer mit bürgerl. Datumformat gearbeitet habe.

Sorry ! :(
Roland


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 Post subject: Re: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 20. February 2008, 17:55:42 PM 
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Quote:
Darüber hinaus scheint das Linienprofil selbst Veränderungen zu unterliegen wie das Spektrum v. 9.2. zeigt. Wenn ich nicht irre, hast du, Lothar, diese Profiländerung ebenfalls beobachtet?
Hallo Ernst,
ich kann erst morgen Abend mit den Auswertungen der "Schönwetterstress"periode beginnen. Darunter auch drei Aufnahmen von zet Tau. Vorher will ich heute Abend eine Serie von Flatfieldaufnahmen aufzeichnen.
Lothar

PS.
apropos clear sky stress: vom 6. bis 19. Februar = 14 Abende, davon an 12 Aufnahmen gemacht (mit Ausnahme des 7. und 16.2.), das war mir bisher noch nicht möglich >>>> reiche Ausbeute.


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 20. February 2008, 18:48:03 PM 
Quote:
Hoffentlich hast du immer das bürgerl. Datum + Uhrzeit eingegeben, diese Funktion ist einwandfrei.
....habe ich!!
Ernst


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PostPosted: 20. February 2008, 18:54:27 PM 
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Da bin ich ja noch einmal um ein Freibier in Heidelberg herum gekommen :lol:

Gruß
Roland


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PostPosted: 21. February 2008, 00:14:44 AM 
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habe gestern Abend an zet Tau die He6678 Linie vermessen und heute Abend mit VSpec ausgewertet (Kalibrierung mit 3 Neonlinien).

Komme auf +43,1 km/s (baryzentrisch).
Die Wiederholung der Auswertung, diesmal mit MIDAS und Kalibrierung mit 3 Neonlinien (Polynom 2.ten Grades), ergab +37,7 km/s.

Wegen der Asymmetrie der Linie wird die Wellenlänge des Minimums in meinem Spektrum erst konstant, wenn man das untere Drittel des Einsenkung zum Gaussfitting verwendet.

Viele Grüße
Lothar


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PostPosted: 21. February 2008, 16:17:48 PM 
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Hallo Zet Tau - Beobachter,

ich habe jetzt mal meine Beobachtung vom 16.02.2008 ausgewertet:

Gaußfit bei 50, 60 und 70% der Linientiefe:
50% (36.22 +/-1.18) km/s
60% (38.01 +/-1.11) km/s
70% (38.08 +/-1.09) km/s
Der Messfehler ist die Standardabweichung des Mittelwertes aus 7 Einzelmessungen.
Lothar's Beobachtung, dass die Werte bei der halben Linientiefe noch stärker vom Profil abhängen, kann ich damit bestätigen.

Ich würde gern bei 65% auswerten. Unterhalb von 70% habe ich zu wenige Messpunkte.
Was meinst du, Lothar? Könntest du dich dem anschließen?

Unsere Messwerte liegen erfreulich nahe beieinander, falls dies kein Zufall ist.

Gruß
Roland


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PostPosted: 21. February 2008, 18:57:23 PM 
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Quote:
Lothar's Beobachtung, dass die Werte bei der halben Linientiefe noch stärker vom Profil abhängen, kann ich damit bestätigen.
Ich würde gern bei 65% auswerten. Unterhalb von 70% habe ich zu wenige Messpunkte.Was meinst du, Lothar? Könntest du dich dem anschließen?
Unsere Messwerte liegen erfreulich nahe beieinander, falls dies kein Zufall ist.
Hallo Roland,

ja, unsere RV's sind verblüffend deckungsgleich. Aber ob das immer so ist, werden wir sehen. Ich würde mal schätzen, dass wir bei genauem Arbeiten mit etwa 5 km/s Abweichungen rechnen müssen.

Ja, nehmen wir das untere Drittel. Müssen wir, wenn wir vom oberen (wohl variablen) Teil des Linienprofils unabhängig sein wollen.

Ich fange nachher an auszuwerten. Bin gespannt.

Lieber Gruss
Lothar


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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 21. February 2008, 22:11:55 PM 
For your information only:
Regarding to our RV monitoring of the HeI6678 line our friend and colleague Stan Stefl wrote the following:
Quote:
Dear Ernst,
I would be curious to follow your monitoring, We are just working on
a detailed study of zeta Tau.
regards, Stan
Ernst


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PostPosted: 21. February 2008, 22:43:00 PM 
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Hallo,

hier die Ergebnisse meiner ersten vier Beobachtungen. Daraus kann man natürlich noch nichts ableiten, aber vielleicht ist für Lothar ein Vergleich mit seinen eigenen Ergebnissen interessant.

Gruß
Roland


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Zeta Tau.pdf [4.25 KiB]
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 Post subject: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 22. February 2008, 17:49:54 PM 
Quote:
Wegen der Asymmetrie der Linie wird die Wellenlänge des Minimums in meinem Spektrum erst konstant, wenn man das untere Drittel des Einsenkung zum Gaussfitting verwendet.
Quote:
Lothar's Beobachtung, dass die Werte bei der halben Linientiefe noch stärker vom Profil abhängen, kann ich damit bestätigen.
Wegen des Verdachts, z.T. einen falschen Polynomgrad gewählt zu haben, habe ich meine Messungen (v.2.2-17.2) noch einmal wiederholt.
Nach der Neuauswertung (siehe Anhang) habe ich den Eindruck, dass das Profil der Linie deutlich erkennbaren, "kurzzeitigen" Schwankungen unterliegt: innerhalb weniger Tage variiert sowohl die blau- wie die rotseitige Profilflanke.
Man möchte meinen, dass das Profil regelrecht periodisch von Blau > Rot und umgekehrt "gestaucht" wird.
Im Fall Blau > Rot liegt die RV bei etwa 85-95 km/s und umgekehrt bei etwa 15-30 km/s.
Rolands bzw. Lothars Beobachtungen bestätigen diesen diesen Befund mit anderen Worten.
Quote:
I checked that I used in my procedures: T0 = 48497., P = 1503
Demnach befinden wir uns mit unseren Beobachtungen derzeit etwa bei Phase 0.005
Ein Blick in seinen HeI6678-RV-Plot im paper "V/R Variations of Binary Be Stars" zeigt (siehe Anhang), dass RV-Werte zwischen 20 und 40 km/s zu erwarten sind. Inwieweit die kurzzeitigen RV-Variationen (so sie denn real sind) in diesen ersten ESO-Messungen erkannt oder beachtet worden sind, entzieht sich meiner Kenntnis.
Allein schon deshalb beführworte ich einen engen Dialog mit dem Forscherteam Stefl/Rivinius/Baade.

Ernst Pollmann


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Übersicht.pdf [77.89 KiB]
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RV_Stefl_Rivinius_Baade.pdf [34.96 KiB]
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 Post subject: Re: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 22. February 2008, 18:40:45 PM 
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Ein Blick in seinen HeI6678-RV-Plot im paper "V/R Variations of Binary Be Stars" zeigt (siehe Anhang), dass RV-Werte zwischen 20 und 40 km/s zu erwarten sind. Inwieweit die kurzzeitigen RV-Variationen (so sie denn real sind) in diesen ersten ESO-Messungen erkannt oder beachtet worden sind, entzieht sich meiner Kenntnis.
Hallo Ernst, Roland,

von den folgenden Tagen habe ich Messungen vorliegen:
6., 9. und 13. Februar.
Das Ergebnis der ersten habe ich ja schon hier vorgestellt. Die beiden anderen werde ich wohl am Wochenende auswerten können.

Bin gespannt.

Lieber Gruß
Lothar


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 Post subject: Re: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 22. February 2008, 19:01:12 PM 
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Im Fall Blau > Rot liegt die RV bei etwa 85-95 km/s und umgekehrt bei etwa 15-30 km/s.
Hallo Ernst,

in diesem Wellenlängenbereich H alpha bis HeI6678 habe ich 3 Neonlinien auf dem chip: Die erste ist die 6533, die letzte bei 6678 (also auf der interessanten HeI-Linie, ein Glücksfall, dann ist auch eine lineare Kalibrierung bei der HeI6678 sehr genau!). Mit diesen dreien kalibriere ich ein Polynom zweiten Grades (dann sind natürlich die Residuen null). Nun kann ich die Kalibrierung überprüfen, wenn ich die Wasserlinien ausmesse (Gaussfit). Bei mir liegen die Abweichungen von der Laborwellenlänge der terrestrischen Wasserlinien typischerweise < 0,05 Angström. Damit habe ich eine vorzügliche und verlässliche interne Überwachung meiner Genauigkeit der RV-Messungen.

Wie sind denn deine Abweichungen zur Laborwellenlänge im Falle der Wasserlinien in diesen von dir vorgestellten Spektren von zet Tau?

Lieber Gruß
Lothar


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PostPosted: 24. February 2008, 14:55:00 PM 
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hier die Ergebnisse meiner ersten vier Beobachtungen. Daraus kann man natürlich noch nichts ableiten, aber vielleicht ist für Lothar ein Vergleich mit seinen eigenen Ergebnissen interessant.
Hallo Roland und Ernst,

natürlich ist der Vergleich interessant und wichtig, solange unsere Messungen noch keine Routine sind (und Erfahrungen gesammelt werden müssen, um die Verlässlichkeit zu testen).
Meine Ergebnisse für die HeI6678:

06.02.2008 2454503.40 +37.4km/s
09.02.2008 2454506.40 +44.1
13.02.2008 2454510.40 +45.8

(baryzentr. Korrektur aus MIDAS verwendet)
Eine Tendenz möchte ich daraus nicht ablesen (erwarteter Fehlerbereich +-5 km/s).

Lieber Gruß
Lothar


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 Post subject: Re: RV-Messung Zeta Tau
PostPosted: 24. February 2008, 15:08:18 PM 
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zur Kalibration schiebe ich vor Beobachtungsbeginn und nach Ende in die teleskopseitige, zylinderförmige Spektrographenöffnung eine zentrisch angeordnete Glimmlampe mit Neonspektrum (das Drehteil dafür ist heute eingetroffen). Die exakte Reproduzierbarkeit des senkrechten Lichteintritts in den Spalt ist ab sofort gegeben.
Hallo Ernst,
ich vermute: Um die Neonlampe in den Spektrograph stecken zu können baust du ihn vom Teleskop ab. Er steht auf dem Tisch und du misst die Neonlinien. Dann baust du den Spektrograph an das Teleskop, machst deine Objektmessungen und zum Ende der session wiederholst du die Neonmessung im abgebauten Zustand.
Das ist zwar reproduzierbar, aber ob die Lage deines Spektrenfadens am Teleskop wirklich an der gleichen Stelle liegt? Der Spektrograph ist dann anders zur Erdschwerkraft orientiert und die wirkenden Drehmomente könnten ihn etwas verbiegen mit der Folge, dass die Neonlinien einen offset in der x-Achse gegenüber den Objektspektrenfäden haben >>> Fehler in der Kalibrierung mit den Neonlinien (horizontale Verschiebung der Skala). Das lässt sich aber mit den Wasserlinien ausgleichen.
Vielleicht ist damit die Diskrepanz zwischen deinen Dopplerverschiebungen der HeI6678 an zet Tau und denen von Roland und mir zu erklären?

Herzlicher Gruß
Lothar


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