Forum der Vereinigung der Sternfreunde

Forum of the German Amateur Astronomy Association
Aktuelle Zeit: 18. Oktober 2018, 22:35:59 PM

Alle Zeiten sind UTC+02:00




Ein neues Thema erstellen  Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 20. August 2018, 12:31:08 PM 
Offline
Neueinsteiger

Registriert: 24. April 2017, 18:33:56 PM
Beiträge: 3
EDIT 2018-09-09: !Streulicht! im Titel vorgeschaltet

Hallo Zusammen,

für meinen alten Pentax 75EDHF habe ich dieses Jahr einige Änderungen anbringen können.
Dazu gehören ein Tubusadapter, über den nun auch eine 2" Anschlussmöglichkeit besteht, u.a. damit ich "verlustfrei" eine Sony Alpha 7S im Vollformatmodus mittels eines Baader T-Rings auf Sony E und 50 mm Verlängerungshülse nutzen kann.
Nun, das funktioniert auch grundsätzlich. Es bleibt auch ausreichend Luft zum Fokussieren.
Problem:
Bei fokaler Nutzung (f6.7/500 mm) macht sich eine unschöne Mittenaufhellung bemerkbar (siehe Beispielfotos).
Somit ist die ganze Anordnung unbrauchbar.
Einen seitlichen Lichteinfall möchte ich ausschließen. Es ist ja alles topverbunden.

Was kann da nun die Ursache sein bzw. wie läßt sich diese "problemlos" beheben...?

Kann das der "offene" Chip der Sony sein, wobei es zu Reflektionen mit dem hinten im Refraktor fest eingebauten ~Bildfeldebner kommt?
Macht eigentlich kein Sinn, dann müßten ja alle Objektive eine ähnliche Erscheinung hervorrufen...?
Fehlt da nun irgendwo irgendeine Blende? Streut die Pentax-Optik, da diese auf so eine Kombination vor 30 Jahren nicht gerechnet wurde? Aber Vollformat gab's damals mit den Spiegelreflexkameras ja standardmäßig... Hmmm...
Bei meinen adaptierten Canon EOS Modellen (APS-C) gibt es das Problem nicht. Diese sind aber auch anders angeschlossen und das Bildformat ist kleiner.
Und es gibt auch kein Problem mit der Sony an einem Pentacon 4/300 mm.
Falls jemand eine Idee zum Fehler und / oder Lösungsmöglichkeiten aufzeigen kann, wäre das Prima.

Auch wenn der Pentax alt ist hat, so hat er doch noch lange nicht ausgedient!

Demobild:
1. Vorschaubild im linken Rahmen (und vergrößert dargestellt) regulär belichtet
2. Vorschaubild 1 Blende unterbelichtet
3. Vorschaubild 1 Blende überbelichtet


Dateianhänge:
Schnappschuss_Uebersicht_verkleinert.jpeg
Schnappschuss_Uebersicht_verkleinert.jpeg [ 52.35 KiB | 138 mal betrachtet ]

_________________
Gruß,
Olaf


Zuletzt geändert von Olaf Squarra am 07. Oktober 2018, 17:26:22 PM, insgesamt 2-mal geändert.
Nach oben
   
BeitragVerfasst: 04. September 2018, 21:59:52 PM 
Offline
Neueinsteiger
Benutzeravatar

Registriert: 23. März 2017, 22:27:14 PM
Beiträge: 9
Wohnort: Solingen
Hallo Olaf
Könnte Vignettierung sein....aber so ausgeprägt eher unwahrscheinlich. Ich würde das Bild in einem Forum für Bildbearbeitung posten, da hier sicherlich einige ähnliche Beobachtungen gemacht haben und hier besser weiterhelfen können.
Gruß, Andreas

_________________
Alles ist möglich, es ist nur eine Frage des Aufwandes

http://selbstbau.fg-vds.de/

www.astrogeraete.de


Nach oben
   
BeitragVerfasst: 05. September 2018, 06:15:06 AM 
Offline
Meister
Benutzeravatar

Registriert: 20. Januar 2013, 20:03:54 PM
Beiträge: 337
Wohnort: Leipzig
Teleskope leuchten das Bildfeld nicht gleichmäßig aus, da sist völlig normal und um so stärker, je offener sie sind: DIe Randbereche "sehen" von der Apertur nur eine schmalere elliptische Fläche.

Das regelt man normalerweise, in dem man da Ergebnis durch eine Flatfieldaufnahme dividiert.

_________________
Uwe Pilz, Fachgruppen Kometen und Astrophysik/Algorithmen.
Oft benutzte Instrumente: Swarovski SLC 7x50B, Fujinon 16x70 FMT-SX-2, TMB Apo 105/650, Ninja Dobson 320/1440


Nach oben
   
BeitragVerfasst: 09. September 2018, 14:40:37 PM 
Offline
Neueinsteiger

Registriert: 24. April 2017, 18:33:56 PM
Beiträge: 3
Hallo Andreas und Uwe,

danke für Eure Gedankengänge.
Zitat:
Hallo Olaf
Könnte Vignettierung sein....aber so ausgeprägt eher unwahrscheinlich. Ich würde das Bild in einem Forum für Bildbearbeitung posten, da hier sicherlich einige ähnliche Beobachtungen gemacht haben und hier besser weiterhelfen können.
Gruß, Andreas
Zitat:
Teleskope leuchten das Bildfeld nicht gleichmäßig aus, da sist völlig normal und um so stärker, je offener sie sind: DIe Randbereche "sehen" von der Apertur nur eine schmalere elliptische Fläche.

Das regelt man normalerweise, in dem man da Ergebnis durch eine Flatfieldaufnahme dividiert.

- Die Demobilder sehen zwar aus wie vignettiert, das muß aber andere Ursachen haben. Ich habe nicht einfach eine Randabschattung, sondern die Mitte ist schlicht deutlich erhellt. Bei Tageslichtaufnahmen sind Details in diesem Bereich recht kontrastarm.

- Der Pentax sollte von der Qualität her schon für eine ordentliche, auf jeden Fall bessere, Ausleuchtung sorgen. Zusätzlich Flatfieldbearbeitung sehe ich hier als hinderlich an, da es, wie oben beschrieben, auch "normale" Aufnahmen betrifft.


Mittlerweile bin ich einen Schritt weiter!

Dank guter Beratung durch Herrn Vesting konnte ich nach dem Telefonat feststellen, daß schwarz nicht unbedingt schwarz ist :-(
Ja, wir kennen sicher alle die Diskussionen um Streulicht und ggf. über Abhilfemöglichkeiten.
An Streulicht im Grunde habe ich ja auch gedacht, aber wo sollte es eintreten, wenn alles dicht ist?
Doch in der Tat, nach dem Telefonat schaute ich mir die Verbindungsteile innen näher an.

- (neuer) Adapter, um den Pentax endlich mit 2" Zubehör nutzen zu können
- neue Verlängerungshülse (5 cm), um den Fokusspielraum anpassen zu können
- neuer, weiter T-Ring inkl. Einsteckhülse um bei der Sony Alpha 7S keine Randabschattung / Bildfeldbeschnitt zu erfahren

Alle Innenröhren sind schwarz, wahrscheinlich standardmäßig eloxiert. Die Verlängerungshülse hat teils Rillen zur weiteren Streulichtminimierung, die anderen Teile sind innen einfach "schwarz blank".

Gegen das Licht gehalten, konnten über alle Innenteile hinweg deutliche Strahlen ausgemacht werden werden!
Im Vergleich zum originalem Tubusinneren mit mattem Schwarz und den anderen, alten Anschlußteilen, die teils bei den APS-C Kameras im Einsatz sind, ergab sich ein deutlicher Unterschied!

Wie empfohlen, besorgte ich mir vor Ort schwarzen Tafellack und färbte die Innenteile 2 x. Nach 24 h wiederholte ich dies noch einmal.
Der Blick durch den "Tunnel" ist nun deutlich different, sprich matter / gestreuter, als zuvor! Wenn vielleicht auch noch nicht ganz optimal.
Die glatten Innenröhren müßten am besten auch Querrillen aufweisen oder ich müßte die Teile innen mit Velours oder Filz bekleben.
Weiterhin wird auch noch besonderer "Antireflexlack" auf dem Astromarkt relativ hochpreisig angeboten...

Zumindest sieht es so aus, daß ich mit der Nachbearbeitung am Tage einfach mal wieder "draufhalten" kann, ohne kontrastarme Resultate erfahren zu müssen.
Ein Test am Abend-/Nachthimmel steht noch aus!

Zur Demo ein Bildanhang, welcher links (wie oben) den alten Zustand zeigt und rechts den neuen, nach schwarzer Tafellackbearbeitung.

1. Vorschaubild im linken Rahmen (und vergrößert dargestellt) regulär belichtet
2. Vorschaubild 1 Blende unterbelichtet
3. Vorschaubild 1 Blende überbelichtet

(jeweils gegen ~blaugrauen Himmel belichtet)


Dateianhänge:
Vergleich_alt_links__neu_rechts.jpeg
Vergleich_alt_links__neu_rechts.jpeg [ 105.94 KiB | 138 mal betrachtet ]

_________________
Gruß,
Olaf


Zuletzt geändert von Olaf Squarra am 07. Oktober 2018, 17:28:18 PM, insgesamt 1-mal geändert.
Nach oben
   
BeitragVerfasst: 15. September 2018, 19:35:33 PM 
Offline
Neueinsteiger
Benutzeravatar

Registriert: 23. März 2017, 22:27:14 PM
Beiträge: 9
Wohnort: Solingen
Hallo Olaf, ja die Antireflexfarbe ist nochmal deutlich matter, diese gibt es aber zukünftig nicht mehr. Lediglich Restbestände werden noch abverkauft.
Selbst die geriffelten schwarz eloxierten Drehteile "spiegeln" noch recht stark so wie Du es festgestellt hast. Im Infraroten wird es dann noch schlimmer. Eine Blechblende kurz vor diesen Bauteilen, welche mattschwarz ist hilft hier auch weiter.

Gruß, Andreas

_________________
Alles ist möglich, es ist nur eine Frage des Aufwandes

http://selbstbau.fg-vds.de/

www.astrogeraete.de


Nach oben
   
BeitragVerfasst: 15. September 2018, 21:14:30 PM 
Offline
Meister
Benutzeravatar

Registriert: 31. Juli 2006, 16:43:32 PM
Beiträge: 3177
Wohnort: Köln
Hallo Olaf, ich vermute hier eine Kombination von Vignettierung durch Fassungsteile in der Linsenoptik und Vignettierung durch die Winkelabhängigkeit des Lichteinfalls (wobei ersteres dominieren dürfte). In unserem Lehrbuch „Spectroscopic Instrumentation“ haben Klaus Vollmann und ich das etwas betrachtet.

Vignettierung durch Fassungsteile der Linsenoptik ist in der Regel auf die Länge von Mehrfachlinsen-Systemen zurückzuführen und kann durch eine entsprechende Gestaltung der Objektivgrößen weitgehend beeinflusst werden. Wie Uwe schon angemerkt hat, kannst Du das durch angemessenes Flatfielding kompensieren. Natürliche Vignettierung tritt jedoch in jedem optischen System auf. Es handelt sich um einen kontinuierlichen Helligkeitsabfall von der Bildmitte bis zur Bildkante, der durch die photometrischen Eigenschaften des Lichts, d.h. den Strahlungsaustausch zwischen zueinander geneigten Oberflächen, verursacht wird. Wenn man ein Objekt mit dem Objektwinkel omega mit einem beliebigen optischen System ausbildet, ist die Intensität in der Bildebene im Allgemeinen

I(omega)=I(0) x cos^4(omega)

mit I(0) die Intensität auf der optischen Achse in der Bildmitte. Gerade bei Weitwinkelobjektiven spielt die natürliche Vignettierung eine große Rolle (beachte die 4te Potenz). Die Vignettierung, die über diesen Wert hinausgeht (i.d.R. bis 10%) wird von der Optikfassung erzeugt.

Gruß, Thomas

PS: Streulicht würde ich eher nicht vermuten.


Nach oben
   
BeitragVerfasst: 26. September 2018, 18:40:10 PM 
Offline
Neueinsteiger

Registriert: 24. April 2017, 18:33:56 PM
Beiträge: 3
Hallo Zusammen,

es mag gut sein, daß die "Restüberbeleuchtung" in Mittenbereich von meinem zweiten Bildbeispiel nach der Lackbehandlung im Wesentlichen noch Vignettierung ist, welche gegen den hellen Himmel besonders auffällt.
Wie bei gerdneumann.net empfohlen, habe ich zur "Wirkverbesserung", als Versuch an einem unwichtigen Teil, etwas beigemengt.
Der einfachen Verfügbarkeit halber habe ich schlichtes Mehl in kleiner Löffelmenge der gleichen Menge Farbe zugefügt. Etwas gerührt, aufgetragen, abgewartet...
Tatsächlich ist durch die nun etwas rauhere Fläche noch etwas mehr Schwarz entstanden :-)

Ein überbelichtetes Bildbeispiel ohne irgendwelche "Leuchteffekte" siehe unten. Also Streulicht, aufgrund der unzureichend geschwärzten Zubehörteile, ist ein entscheidender Faktor gewesen.


Dateianhänge:
Dateikommentar: Der Mond wurde extra überbelichtet und in die Ecke gesetzt. Ich sehe keine augenscheinliche Mittenaufhellung mehr. Vor der Lackierungsmaßnahme hätte ich das nicht so aufnehmen können, ohne unschöne Aufhellungen im Bild zu erfahren.
DSC04787klein.jpg
DSC04787klein.jpg [ 123.16 KiB | 255 mal betrachtet ]

_________________
Gruß,
Olaf
Nach oben
   
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen  Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC+02:00


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Limited
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de