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PostPosted: 15. December 2016, 20:17:42 PM 
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Liebe Kometenbeobachter,

45P habe ich von meiner Vorhersage in der SuW ausgenommen, weil die Situation für die kurze Abendsichtbarkeit zu ungünstig ist. Es ist aber nicht sooo ungünstig, dass man es nicht versuchen könnte. Ich habe mir gerade einmal die Situation für Leipzig ausgerechnet:

Datum Zeit Höhe
---------------------
17.12. 15:45 5°
27.12. 17:50 6°
01.01. 17:55 7°
10.01. 18:05 4°

Die Zeit ist diejenige, wo die Sonne 15° unter dem Horizont ist. Die Helligkeit des Kometen liegt bei 8-7 mag (leicht steigend). Wie man sieht, wird die Sutuation bis Neujahr besser und danach rasch schlechter. Ein Richfielder oder ein Großfernglas ist wahrscehinlich am besten geeignet, eine Rückseitenlage würde helfen.

Image

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Uwe Pilz, Fachgruppen Kometen und Astrophysik/Algorithmen.
Oft benutzte Instrumente: Swarovski SLC 7x50B, Fujinon 16x70 FMT-SX-2, TMB Apo 105/650, Ninja Dobson 320/1440


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PostPosted: 16. December 2016, 21:29:25 PM 
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fotografisch ist 45P auch ganz nett, anbei von heute abend in der Dämmerung je 1min RGB und ca. 8 Grad überm Horizont:
http://www.dieholzhaeusler.com/astro/pi ... in_RGB.jpg

Astrometrica sagt mit einem 20px Radius und dem Grün Frame und V Band Referenzsternen: 9m5 T

natürlich nur zur Orientierung, das ist keine exakte Messung, und in die T.Lehmann Methode muss ich mich erst noch einarbeiten .....

lg roland


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PostPosted: 16. December 2016, 22:33:35 PM 
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Ich habe es heute mit einem 8-cm-Refraktor versucht, in der dunkler werdenden Dämmerung. Nichts zu machen von meinem Standort. Zuerst war es noch zu hell, und dann stand der Komet zu tief.

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PostPosted: 22. December 2016, 08:14:20 AM 
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Gestern (21.12.) war ich erneut draußen, diesmal mit mehr Glück. Wieder habe ich meinen 8-cm-Refraktor benutzt. Ich beobachtete bei einem Sonnenstand von -14...-15 Grad, der Komet stand 6-7 Grad hoch: Das ist außerhalb der Gebirge nicht viel.
Zuerst sah ich ihn mit Hilfe eines Swan-Band-Filters. 45P reagiert außerordentlich stark. Die Sichtung ohne Filter war nicht einfach. Ich bestimmte m1=7m3, d=5'. Mein SQM-Gerät hatte ich nicht dabei, fst im Zielgebiet schlechter als 4 mag.

7,3 mag: Das klingt hell. Dennoch ist die Beobachtung schwierig, zumindest von meinem Standort. Weiter südlich und unter Gebirgshimmel mag alles einfacher sein.

Es gibt jetzt genügend visuelle Beobachtungen von diesem Perihle; ich habe die Lichtkurve oben aktualisiert. Die alte beruhte noch auf allen Beobachtunegn aller Perihels.

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PostPosted: 23. December 2016, 15:40:04 PM 
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Gestern konnte ich 45P auch im 10 cm-Refraktor beobachten. Trotz 9.9° Höhe und nur 12.4° Sonnentiefe ganz gut zu sehen. Ich habe ihn allerdings eher auf 8. Größe geschätzt. Eventuell war auch ein Schweifansatz zu sehen. Leider steht er für mich zum Astrometrieren zu tief, da muss man noch bis nach dem Perihel warten.

Gruß

Werner


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PostPosted: 25. December 2016, 10:46:42 AM 
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Liebe Beobachter,

Daniel Fischer machte mich darauf aufmerksam, dass am 31. Dezember und am 1. Januar eine schöne Konstellation zwischen dem Kometen und der schmalen Mondsichel zu sehen ist. Bekommt man das auf ein Bild? Das Problem ist der große Unterschied in der Flächenhelligkeit. Schafft man das mit "Hausmitteln", d.h. mit einer DSLR und Teleobjektiv? Komet und Mond passen in das Bildfeld eines 200-mm-Objektivs (Vollformat).

Ich habe mal ein bißchen gerechnet. Zuerst abschätzen, wieviel Licht der Komet braucht, um einigermaßen deutlich erkennbar zu sein. Als Ausgangspunkt der Überlegungen dient dieses Bild von Michael, aus dem Jahr 1996, noch auf Farbfilm. Hier hatte ich einen ASA-Wert, und das Bildergebnis entspricht dem, was man heutzutage als "Erinnerungsbild" gelten lassen kann.

Der Komet hatte damals 7,5-8 mag und war ca. 10' groß. Dies entspricht den Erwartungen zum Jahreswechsel, vielleicht eine halbe Größenklasse mehr.

Michael belichtete
f/1,5 - 160 ASA - 6min

Ich rechne alles auf 400 ASA um, un nehme an, dass das Teleobjektiv f/2,8 hat. Das Äquivalent hierzu ist

f/2,8 - 400 ASA - 8,4 Minuten = 500 s

Das aschfahle Mondlicht benötigt mit demselben Setup 2 Sekunden. Der Unterschied ist gewaltig.

Aaaaber: 45P ist sehr gasreich und reagiert exquist auf Swan-Band-Filter. Ich gehe vereinfachend davon aus, dass sich die sinnvolle Belichtungszeit des Kometen mit Filter nicht von der ohne unterscheidet. Um wieviel wird aber der Mond gedämpft?

Hierzu habe ich eine Empfindlichkeitskurve einer Kamera genommen, diese integriert. Dies habe ich verglichen mit dem Integral unter der Filterkurve:
Image
Im integrierten Licht läßt der Filter ca 12% durch, der Erdschein braucht 17 Sekunden.

Wir müssen nun 17 Sekunden mit 500 Sekunden unter einen Hut bekommen. Das harmonische Mittel ist 90 Sekunden. Damit ist der Erdschein 5-fach überbelichtet. Ich hoffe, dass man diesen dann noch von der wahrscheinlich stark überstrahlten Sichel unterscheiden kann. Der Komet ist ca. 5-fach unterbelichtet. Ein wenig hilft uns dabei, dass der Komet wohl eine halbe Größenklasse mehr hat als das Vergleichsbild, eher 7-7,5 mag. Dies ist ein Faktor in der Belichtungszeit von 1,6 zu unseren Gunsten (wir brauchen eigentlich nur 300 Sekunden, also 5 Minuten).

Sogar mit stillstehender Kamera kann man es versuchen: Die modernen Apparate haben 12800 ASA. Das ist ein Faktor von 32 zu meinen Angaben. Wenn man eine Unschärfe von einer Bogenminute für ein Erinnerungsbild mal gelten läßt, darf man ca. 4 Sekunden belichten. Das entpricht dann 2 Minuten bei 400 ASA: Das kann man durchaus versuchen. Damit ist dieses Motiv ein Ziel für jeden!

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PostPosted: 29. December 2016, 22:41:42 PM 
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wie hier in einem schlechten Video (wegen der Horizontnähe) von heute abend zu sehen, ändert sich der Komet 45P recht rasch, deutlich an dem "wandernden Knoten" zu sehen. Die Gesamtlänge des Videos ist nur 16 Minuten die einzelnen Frames sind 1 Minute belichtet:
http://www.dieholzhaeusler.com/astro/mo ... mall-3.gif

lg roland


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PostPosted: 31. December 2016, 19:10:23 PM 
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Ich habe eben versucht, den Kometen und den Mond gleichzeitig zu sehen. Dazu sollte mein 7x50-Fernglas dienen, welches is objektivseitig behelfsmäßig mit Nebelfiltern ausgerüstet hatte. Da ich keine zwei Kometenfilter habe, bekam das linke Auge einen UHC, der auch die Swan-Band-Linien mit abdeckt.

Bei einer Sonnenhöhe von -13° stand der Komet noch 7° hoch. In dieser Zeit sah ich den Kometen mit Mühe. Insbesondere war es im indirekten Sehen schwierig, ihn vom nahestehenden 20 Cap (6m2) zu unterscheiden. Aber es gelang.

Ihn gleichzeitig mt dem Mond zu sehen: Keine Chance. Wenn ich den Kometen aus dem komfortabel einsehbaren Bereich des Gesichtsfeldes an den Rand schon, verschwand er. Nun gut, ich habe es versucht.

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PostPosted: 31. December 2016, 20:49:29 PM 
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Lieber Uwe,

vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung der Begegnung von 45P mit dem Mond. Ich habe es heute (31.12.) versucht, mit der 6D und 85-mm-Objektiv (abgeblendet auf 4,0), huckepack auf der Montierung. Erste Erfahrung: die Kamera sitzt um 90 Grad zur RA gedreht, der Mond steht bei der Positionierung auf den Kometen am Rand. Dann bei ISO 400 ab 17:53 MEZ reichlich Aufnahmen gemacht (während hier bereits manche Böller flogen) und dabei vergessen, dass sich ja auch der Mond relativ zu den Sternen bewegt. Daher nur die 11 letzten Bilder ab 18:03 MEZ zu einem Erinnerungsfoto vereinigt:

Image

Parallel lief der 80/480 mit CCD, mal schauen, was aus diesen Bildern wird. Visuell war leider nichts mehr zum Durchschauen da, aber schön zu lesen, dass du es versucht hast.

Grüße
Sven

PS: Roland, tolle Animation!


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PostPosted: 03. January 2017, 07:27:01 AM 
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Auf das mMn schönste Bild der Konjunktion wies Daniel in seinem Skyweek-Blog hin, mit einem 300-mm-Teleobjektiv von Japan aus aufgenommen. Dort steht der Komet deutlich günstiger:
Image

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PostPosted: 15. February 2017, 06:05:07 AM 
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Mit dem benachbarten Mond am 15.2. war im FG erwartungsgemäß nichts zu sehen. Musste mal wieder das elektronische Auge ran (6D, 85 mm, ISO 1000, 20 Bilder à 3 Sekunden). Bildausschnitt entspricht ungefähr 200 mm Brennweite.

Image


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PostPosted: 20. February 2017, 07:37:12 AM 
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Indirektes Sehen am Bildschirm nötig!

Sehr schönes Bild, weil es wiedergibt, was am Himmel zu erwarten ist.

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