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PostPosted: 27. December 2016, 08:40:52 AM 
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Liebe Beobachter,

ich habe gerade die Daten verarbeitet, die mit Thomas Lehmann zugesandt hat: Dies sind quasi-visuelle Magnituden aus elektronischen Beobachtungen. Er bestimmte für den Enckeschen Kometen eine Helligkeit von etwa 12 mag:
Code:
Komet      YYYY MM DD.DDdeM[mm.m:rfAAA.ATF/xxxx >dd.ddnDC
  2        2016 12 21.07  C 12.0 AQ 10.6R 5A260  12  
  2        2016 12 21.76  C 12.1 TK 07.5A 4C175  12   
Die einzige visuelle Beobachtung der letzten Zeit stammt von Piotr Guzik, dieser sah im 12-Zöller einen viel dunkleren Schweifstern, serh diffus und viel kleiner (2' statt 12'):
Code:
Komet      YYYY MM DD.DDdeM[mm.m:rfAAA.ATF/xxxx >dd.ddnDC 
  2        2016 12 22.74  S 13.5:AQ 32.6L 5  63 & 2    1
Ein Bild von Michael, aufgenommen am 23.12., klebe ich drunter. Es sieht nicht so aus, als ob der Komet 12 Bogenminuten Durchmesser hat, eher 2-3.
12 mag passt nicht gut mit den Werten der vorigen Perihels zusammen und deutet auf einen Ausbruch hin. Dagegen spricht, dass Ausbrüche mit einer kleinen, hellen Koma beginnen.

Der Komet steht gut beobachtbar am Abendhimmel in den Fischen. Gegen 17h50 steht die Sonne ausreichend tief, der Komet ist dann in 40° Höhe ein leichtes Ziel (Werte für Leipzig). Es wäre gut, wenn wir Vergleichsbeobachtungen hätten.

Komet Encke wird im Februar zum Fernglaskometen, egal ob sich der Ausbruch jetzt bestätgt oder nicht.

Image

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Uwe Pilz, Fachgruppen Kometen und Astrophysik/Algorithmen.
Oft benutzte Instrumente: Swarovski SLC 7x50B, Fujinon 16x70 FMT-SX-2, TMB Apo 105/650, Ninja Dobson 320/1440


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PostPosted: 27. December 2016, 10:46:10 AM 
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Ich habe den Kometen ebenso wie Michael am 22.12. fotografiert. Das Erscheinungsbild bei mir ist ähnlich. Hellerer Kern mit größerer asymmetrischer Koma. Der Kern ist aber nur 17.9 mag hell und wie ein Ausbruch sieht das auch nicht aus? Ich würde den Kern auch nicht für 13 mag halten, ich habe ja schon des öfteren Kometen an einem Abend visuell und mit der CCD-Kamera beobachtet. Da sind wohl weitere Beobachtungen notwendig.

Gruß

Werner


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PostPosted: 28. December 2016, 15:28:43 PM 
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Liebe Beobachter,

alte Kometen emittieren kaum noch Staub. Das gilt für den Enckeschen Kometen im Besonderen: Es bleiben eher Krümel als Staub üblich, nach meinen Berechnungen im Bereich zwischen 0,1 und 1 Millimetern. Der dadurch enstehende Staub"schweif" ist nur zu sehen, wenn die Erde in der Nähe der Bahenebene des Kometen steht. DIes geschieht für Encke am 23. Februar.
Vor zehn Jahren, als die Beobachtungsverhältnise für 2P ähnlich waren, konnten Michael und Gerald den Gegeschweif aufnehmen, am 17. Februar und am 11. März. Visuell wird da nichts zu machen sein, aber es ist eine Anregung für Fotografen.

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PostPosted: 02. January 2017, 07:48:04 AM 
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Liebe Beobachter,

ich habe den Kometen gestern beobachtet. Die Bedingungen waren nicht ideal: Eine schmale Mondsichel am Himmel und Kondensstreifen (die feuchte Luft war bereits über Leipzig und Umgebung). Ich bestimmte im Zielgebiet 20,3 mag/arsec², das ist eine halbe Größenklasse schlechter als unter wirklich guten Bedingungen. Dennoch bestimmte ich m1=12m7 und d=3,5'. Der Komet ist ziemlich diffus und auf gar keinen Fall auf den ersten Blick auffallend. Ein SB-Filter hilft etwas, ebenso hilft es, die Vergrößerung zu erhöhen. Ich landete bei 120x:

Image

Meine Beobachtung stellt keinen starken Widerspruch zu Thomas' Bestimmung dar. Ich habe die Beobachtungsergebniss der letzten Tage zusammengetragen:
Code:
Beob.  m1      d
(Meyer 12,2)
 Hale  13,8    1,2
 Guzik 13,5    2'
 Cerny 11,7    4,0
 Pilz  12,7    3,5
Es scheint die Tendenz erkennbar, dass die Koma ausgedehnt ist und das Beobachter, welche äußere Teile der Koma sahen, auch eine größere Helligkeit bestimmen. (Maik hatte ungünstige Bedingungen und war sich unsicher und hat die Ergebnisse nicht eingereicht.)

~

Schon jetzt gelang Jean-Francois Soulier eine Aufnahme des Staubschweifs!

http://6888comete.free.fr/fr/image2PEnc ... France.htm

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PostPosted: 02. January 2017, 14:09:43 PM 
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Dieser Staubschweif - genauer gesagt "Dust Trail" - von 2P wird bereits seit Herbst fotografisch beobachtet.
Hier ein Blid von Michael Jäger vom 29. September: http://kometen.fg-vds.de/pix/2P/2P_29092016.htm

Die Partikelgröße im Dust Trail wird von den meisten Autoren übrigens mit >1mm (bis zu 1cm) angegeben. Manche Studien gehen von bis zu 10cm großen "Körnern" aus.
Hier ein Link zu einem interessanten Fachartikel von Sarugaku u.a., 2015: http://iopscience.iop.org/article/10.10 ... pj511457s6

Gruß
Burkhard


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PostPosted: 02. January 2017, 15:42:18 PM 
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> Die Partikelgröße im Dust Trail wird von den meisten Autoren übrigens mit >1mm (bis zu 1cm) angegeben.

Ich habe die Partikelgröße mit meinem Programm für Staubschweife abgeschätzt. Wenn ich kleinere Partikel einbeziehe, wird die Form des Schweifes anders als in den Fotos wiedergegeben. Die großen Teilchen jedoch verhälten sich gravitativ ziemlich ähnlich und sind mit meinen Methoden nicht zu unterscheiden.

Ich verbessere mich also: Die Teilchengrößen liegen jenseits von 0,1 mm (größer).

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PostPosted: 05. January 2017, 19:09:20 PM 
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Ich habe am 31.12. bei 2P mal einen anderen Versuch unternommen, zuerst CCD-Aufnahme und direkt danach eine visuelle Beobachtung im 44 cm-Newton. Man braucht schon genügend Fantasie, um da visuell einen Kometen zu sehen. Ich weis noch nicht , ob ich die Schätzung mit 13.8 mag und 2' einsenden soll.

Gruß

Werner


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PostPosted: 18. March 2017, 11:30:45 AM 
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Vom 9. bis 14. März ist 2P durch das Gesichtsfeld von SOHO/C3 gezogen. Ich hab davon mal eine Animation gemacht. 2P kommt von links, läuft unter der Sonne durch und verschwindet rechts. Das helle Objekt ist Merkur (an dem 2P knapp vorbeiläuft). Im letzten Drittel stürzt dann noch ein anderes Kometchen in die Sonne.

Als Anhang funktioniert das hier leider nicht, also dort herunterladen (30 MB): 2P-SOHO

Grüße
Sven


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