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visuell: C/2016R2, C/2016N6, (C/2015O1)
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Autor:  Uwe Pilz [ 19. April 2018, 07:22:51 AM ]
Betreff des Beitrags:  visuell: C/2016R2, C/2016N6, (C/2015O1)

Liebe Kometenfreunde,

es geht im Frühling dann ganz schnell: Noch im März steht man 20°° unter stockfinstrem Himmel und paar Wochen später muss man schon mitten in der Nacht beobachten. Die Sommerzeit hat freilich einen Anteil. Getsenr war die letzte Chance, noch zu sozialverträglichen Zeiten am Abendhimmel nach den Kometen Ausschau zu halten, ab ca 22° war eine Beobachtung mögich. Ab hete stört der Mond deutlich, und wenn der sich wieder vom Abendhimmel verzogen hat, ist Mai und es wird ewig nicht dunkel.

Ich hatte meinen 12-Zoll-Dob in einen recht dunklen Standort in der Dübener Heide gebracht. Alle Kometen des Abends hießen PANSTARRS :)

Ich begann mit C/2016 R6, der in der Nähe das Auriga-Dreiecks oder grob gesagt nahe Kapella stand. Ich wählte einen Kompromiß zwischen Höhe über dem Horizont und dunklem Himmel und begann bei -15° Sonennhöhe. Der Komet war gar nicht so einfach zu erkennen unter diesen Bedingungen. Ich bestimmte
m1=11m6, d=1'7, bei 144x. Den Kondendsationsgrad konnte ich nicht bestimmen, das SQML-Gerät zeiget 20,4 in dieser Himmelsregion. Ein Filter wirkte kaum.

C/2016 N6 war dagegen eine Augenweide. Hoch in der Giraffe stehend, ist dieser gut kondensierte Komet ein leichtes Ziel, er war das schönste Objekt des Abends. Die gar nicht so berauschende Helligkeit von m1=11m5 gibt einen falschen Eindruck: Der Komet ist mit DC=5-6 gut kondensiert und ohne Probleme erkennbar. Der Duchmesser beträgt nur 1', so dass er verhältnismäßig flächenhell ist. Ein Filter wirkte auch hier nicht, der Himmel in der Giraffe war mit SQML=21.1 recht dunkel.

Zum Schluß versuchte ich mich noch an C/2015 O1. Obwohl der Himmel im Drachen wirklich dunkel war (SQML=21,2, viel besser wird es an diesem Standort nicht), sah ich nichts und es blieb bei einer Mischung aus blickweisem "Schätzen und Vermuten". Wenn ich drt ein paar Photonen gefangen habe, dann um 13m9 herum. Sicher sagen kann ich, dass er schwächer 13 mag ist: Das ist die Grenze für eine zuverlässige Sichtung aus dieser Kombination aus Instrument und Transparenz.

Autor:  Roland Fichtl [ 22. April 2018, 22:33:05 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: visuell: C/2016R2, C/2016N6, (C/2015O1)

hallo Uwe,

schon nett, fotografisch sehen die beiden C/2015 O1 und C/2016 N6 fast gleich aus, anbei beide am 18.4. in gleicher Auflösung,

lg Roland

Dateianhänge:
2015O1_2016N6.jpg
2015O1_2016N6.jpg [ 100.39 KiB | 438 mal betrachtet ]

Autor:  Uwe Pilz [ 23. April 2018, 06:13:41 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: visuell: C/2016R2, C/2016N6, (C/2015O1)

Lieber Roland,

der Helligkeitsunterschied ist auch bei elektronischen Messungen ausgewiesen. Steffen Fritsche meldete gestern 12m8 gegen 13m4.

Man erkennt daraus, dass es schwierig ist, aus dem fotografischen auf das visuelle Erscheinungsbild zu setzen. Ihr Fotografen könnt die Belcihtungszeit erhöhen oder an der Nachbeoacbhtung drehen. Uns Visuellen bleibt nur, mit der Vergrößerung zu spielen und vielleicht noch den Kometenfilter zu benutzen.

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