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C/2017 K2 (PANSTARRS)
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Seite 1 von 1

Autor:  Thomas Lehmann [ 07. Mai 2019, 22:54:17 PM ]
Betreff des Beitrags:  C/2017 K2 (PANSTARRS)

Bereits kurz nach der Entdeckung von C/2017 K2 (PANSTARRS) vor zwei Jahren war klar, daß es sich um einen ungewöhnlichen Kometen handeln würde. Noch nie wurde ein Komet so zeitig im Anflug systematisch fotometrisch beobachtet und so fand sich schnell ein kleines Team zusammen, diese Herausforderung anzunehmen: Andreas Beck, Roland Fichtl, Steffen Fritsche, Thomas Lehmann.
Hier ist nun ein Bericht unserer ersten Ergebnisse.


Der Komet C/2017 K2 (PANSTARRS) wurde im Mai 2017 bei einer Sonnenentfernung von 16 Astronomischen Einheiten (AE) entdeckt. Später konnte er sogar auf Aufnahmen des CFHT aus dem Jahr 2013 (bei 24 AE) gefunden werden. Er ist damit der am weitesten von der Sonne beobachtete Komet im Anflug auf das innere Sonnensystem.

Um so erstaunlicher ist die Tatsache, daß selbst auf den Aufnahmen von 2013 bereits kometare Aktivität in Form einer Koma nachgewiesen wurde. Wegen der niedrigen Temperatur in dieser Entfernung muß ein großer Vorrat an sehr leicht flüchigen Gasen vorhanden sein, die eine Koma bilden können. Man vermutete deshalb, daß der Komet in sehr ursprünglichem Zustand seine erste Annäherung zum Sonnensystem absolviert.

Spätere Messungen der Bahndaten und darauf basierende Modellrechnungen legen jedoch nahe, daß der Komet nicht dynamisch neu ist, sondern bereits mehrmals ins innere Sonnensystem gelangte (siehe z.B. https://arxiv.org/abs/1802.10380).


Der Komet wird erst in 3 1/2 Jahren seine größte Helligkeit erreichen und wenigstens noch zwei Jahre eher unattraktiv erscheinen. Trotzdem wollten wir die Aktivität bereits jetzt, in großer Sonnenentfernung fotografisch erfassen, da nicht bekannt ist, wie die Helligkeitsentwicklung dort verläuft.
Verwendet wurden Teleskope zwischen 40cm und 10cm Öffnung, fast ausschließlich in Verbindung mit DSLR-Kameras von Standorten sehr unterschiedlicher Himmelsqualität (Roland beobachtet in ländlichen Umgebung, ich aus dem Stadtzentrum von Weimar heraus). Bei einer Helligkeit des Kometen von ca. 18. Größe würde es an die Grenzen des Machbaren gehen, insbesondere da die meisten Aufnahmen mit den kleineren Teleskopen entstanden.

Die Aufnahmen wurden fast ausschließlich mit der Software AIRTOOLS ausgewertet. Dabei wird eine - im Vergleich zu visuellen Schätzungen - große Apertur verwendet, um möglichst das gesamte Licht der Koma zu erfassen. Gemessen wurde der grüne Farbkanal. Bei CCD Aufnahmen wurde ebenso mit breitbandigem Grünfilter aufgenommen. Dafür gibt es zwei wichtige Gründe:
- Die Gaskoma ist besonders hell im grünen Spektralbereich.
- Die Festlegung auf einen begrenzten Spektralbereich verringert systematische Unterschiede durch verschiedene spektrale Empfindlichkeit der Aufnahmesysteme (insbesondere bei CCDs).

Die Helligkeit wurde mit einer Vielzahl an Katalogsternen (ca. 200 je Beobachtung) unter Verwendung eines Farbkorrekturterms kalibriert. Es zeigte sich, daß alle
Aufnahmesysteme ihren spektralen Schwerpunkt sehr nahe bei V haben (etwa 0.1*(B-V) in Richtung Blau verschoben). Die Daten der so gewonnenen, visuell-ähnlichen Gesamthelligkeit sind in Abbildung 1 dargestellt.

Bild

Die Bestimmung der Parameter der Lichtkurve erfolgt gemäß dem Modell
Code:
m = m0 + 5log(D) + n*2.5log(r)

  m  ... scheinbare Helligkeit des Kometen
  D  ... Entfernung Erde-Komet
  r  ... Entfernung Sonne-Komet
  m0 ... absolute Helligkeit des Kometen
  n  ... Aktivitätsparameter

und ergibt

m0 = 1.33+-0.04
n = 3.9+-0.5

Die beobachtete Aktivität liegt somit dicht am Wert von n=4, der bei neuen Kometen anfänglich oft angenommen wird. Es ist erstaunlich, daß bereits in der Entfernung von 16 bis 12 AE eine derart starke Komaentwicklung - d.h. Zunahme der Sublimation von Gasen - stattfindet.

Die Meßwerte zeigen erwartungsgemäß eine relativ hohe Streuung von 0.3mag. Die Messungen mit großen Aperturen haben zwar den Vorteil der geringen systematischen Verfälschung des Mittelwertes, jedoch machen sich die Unsicherheiten der Bestimmung des Hintergrundes immer stärker bemerkbar. Anders ausgedrückt: der Kontrast von mittlerer Kometenhelligkeit in der Meßapertur zum Hintergrund sinkt.

Aus diesem Grund haben wir eine zweite Helligkeitsbestimmung mit deutlich kleinerer Apertur vorgenommen. Dafür wurde ein konstanter Wert von 140000 km Durchmesser am Ort des Kometen festgelegt, entsprechend 12 bis 16 Bogensekunden Winkelausdehnung über den Zeitraum der bisherigen Beobachtungen. Unter der Annahme eines gleichmäßigen Abströmens des Gases vom Kometenkern wäre die heliozentrische Helligkeit m-5log(D) (genauer: nach Umwandlung in Intensität) direkt proportional zur Gasproduktion. Diese wäre also nach einer "Eichung" bestimmbar, ähnlich der Bestimmung der Staubmenge nach Afrho. Man kann erwarten, daß die Lichtkurve bei Verwendung einer konstanten, kleineren Apertur
- eine systematisch niedrigere Helligkeit aufweist (im Vergleich zur Gesamthelligkeit, gemessen mit großer Apertur)
- eine geringere Streuung der Einzelmessungen aufweist und damit gegebenenfalls kurzfristigere Helligkeitsschwankungen preisgibt
- der Aktivitätsparameter niedriger ausfallen wird, wenn die Koma sich real (am Ort des Kometen) ausdehnt, da ein immer größerer Gasanteil nicht mit gemessen wird

Die Komahelligkeit innerhalb von d=140000km ist in Abbildung 2 dargestellt:

Bild

Als Modellparameter erhalten wir jetzt

m0 = 3.08+-0.02
n = 3.4+-0.2

und die Einzelmessungen streuen mit 0.13mag - eine deutliche Verringerung des zufälligen Fehlers. Im Rahmen der Meßgenauigkeit gibt es keine Abweichungen vom stetigen Helligkeitsanstieg, der durch die Modellkurve beschrieben wird. Der Aktivitätsparameter ist statistisch nicht signifikant kleiner als bei Messungen mit großer Apertur. Aus der Zunahme der heliozentrischen Helligkeit im Berichtszeitraum um 1.2mag ergibt sich ein Anstieg der Gasproduktion um den Faktor 3.


Der Komet C/2017 K2 wird auch von anderen Beobachtern systematisch verfolgt. In der COBS Datenbank werden eine Reihe von fotometrischen Ergebnissen aus CCD-Beobachtungen gelistet. Diese erfolgten zumeist ohne Verwendung von Filtern und mit Teleskopen von 50cm Öffnung und mehr. (Abbildung 3):

Bild

Ein Vergleich dieser Beobachtungen mit unseren eigenen Messungen der Gesamthelligkeit zeigt deutliche Differenzen:
- die filterlosen CCD-Beobachtungen sind heller und das, obwohl überwiegend mit deutlich kleinerer Apertur gemessen wurde (soweit angegeben)
- der Anstieg der Lichtkurve verläuft deutlich flacher (n=1.4+-0.9), selbst bei Auslassung des stark abweichenden Wertes im Juli 2017 (n=2.0+-0.7)

Eine Ursache für die helleren CCD Helligkeiten anderer Beobachter ist die häufige Verwendung von R-Helligkeiten der Kalibrationssterne. Leider ist aus den ICQ-Records oft nicht der verwendete Farbkanal des jeweiligen Sternkatalogs ersichtlich, der Name des Katalogs allein ist dazu nicht ausreichend.

Der flachere Anstieg hingegen ist vermutlich auf die sehr weit ins Rote reichenden Empfindlichkeit der CCDs zurückzuführen und den damit verbundenen viel stärkeren Einfluß des Staubanteils in der Koma. Die Staubentwicklung ist bisher vermutlich eher gering. Wenn filterlos beobachtet wird, sind zudem starke Unterschiede zwischen unterschiedlichen Sensoren wahrscheinlich. Da außerdem auch unterschiedliche Auswertemethoden und stark unterschiedliche Aperturgrößen zum Einsatz kamen, entsteht eine relativ hohe Streuung der Meßwerte.


Zusammenfassend können wir sagen, daß die gewählte Beobachtungs- und Auswertungsmethode durchaus geeignet erscheint, selbst mit vergleichsweise bescheidenen instrumentellen Voraussetzungen zu brauchbaren fotometrischen Ergebnissen zu gelangen - selbst bei einem Kometen der 18. Größenklasse. Der Komet C/2017 K2 hat sich in den zurückliegenden beiden Jahren unerwartet gut entwickelt. Es wird sehr spannend, wie die Helligkeitszunahme weiter verläuft, wenn bei zunehmender Annäherung an die Sonne die Sublimation weiterer Gase beginnt. Eine Extrapolation mit aktuellen Aktivitätsparametern führt zu einem Helligkeitsmaximum von 6+-1 mag. Auch wenn der Komet dann nicht in unseren Breiten sichtbar ist, hoffen wir, mit diesem Bericht Ansporn zu langfristiger kontinuierlicher Beobachtung zu geben.

Danke an alle Mitstreiter,
Thomas

PS: Danke auch an M. Büchner und F. Niebling, die eine Beobachtung im Oktober 2017 beigesteuert haben!

Autor:  Steffen Fritsche [ 08. Mai 2019, 20:10:04 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

Lieber Thomas,

vielen Dank für diese großartige erste Analyse! Ich bin begeistert und angespornt zu weiteren Beobachtungen!

Viele Grüße

Steffen

PS: Jetzt widme ich mich erstmal weiter dem bayerischen Matheabitur. Zum Glück ist das Wetter gerade schlecht.

Autor:  Uwe Pilz [ 09. Mai 2019, 16:43:24 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

Maik hat hierzu einen Aufsatz für das VdS-Journal geschrieben. Ich möchte dem Jounrl nicht vorgreifen; vielleicht schreibt Maik hier selbst ein paar Worte.
Ein wirklich interessanter Komet!

Autor:  Maik Meyer [ 11. Mai 2019, 10:50:35 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

Hallo,

zunächste mal Danke an Thomas für den klasse Beitrag und an alle Beteiligten für die Arbeit, die dahinter steckt!

Wie Uwe schon sagte, habe auch ich mich an einer kleinen Vorschau für das nächste VDS-Journal versucht.

Ich habe das Ganze etwas weiter gefasst, d.h. aufgrund der derzeit noch großen Vorlaufzeit und der damit verbundenen Unsicherheit nur eine Abschätzung der Ober- und Untergrenzen einer möglichen Entwicklung auf der Basis der derzeit verfügbaren Daten und der allgemeinen Sichtbarkeitsbedingungen für uns. Meine Ergebnisse sind aber ähnlich.

Ich habe natürlich anhand der COBS-Daten Eure vielen Messungen gesehen und mir schon gedacht, dass da ein geplantes Projekt dahintersteckt. Ich hoffe, Ihr bleibt dran.

Als beruflicher Messtechniker, der sich täglich mit Messunsicherheitsberechnungen beschäftigt (plagt!), habe ich daruf verzichtet, aus den bisher vorhandenen Daten noch eine weitere Selektion vorzunehmen. Der Grund ist einfach, dass die Projektion aus den verfügbaren Daten bis zum Perihel einfach noch viel zu unsicher ist. Selbst wenn ich einen intern sehr stimmigen und konsistenten Datensatz verwende, bedeutet die geringe Streuung oder der Fit mit geringen Residuen nicht, dass eine sichere Aussage da ist. Die Aussage passt natürlich für den derzeitigen Zeitpunkt, aber je weiter man extrapoliert, umso unsicherer wird das Ganze. - Das liegt natütlich an vielen Einflüssen: Veränderung der physikalischen Aktivitätsprozesse in Abhängigkeit von der Sonnennähe, das grundsätzlich eigensinnige Verhalten von Kometen, die Messmethode, etc. Habt Ihr alles erwähnt.

Leider ist es so, dass die in der Astronomie üblichen Fehlergrenzen immer nur auf die Standardabweichungen bezogen sind und nicht wirklich aus einem Unsicherheitsmodell stammen, welches alle wesentlichen Unsicherheitseinflüsse separat bewertet (inklusive Verteilungsmodell) und dann nach "mathematischer Verhackstückung" zu einer sogenannten erweiterten Messunsicherheit kommt. Es ist davon auszugehen, dass somit die Fehlergrenzen immer zu klein bewertet sind. Auf der anderen Seite fehlt eine objektive Kalibrierung, dass heißt, eine anerkannte Referenz (ein DAkkS/DKD-Kalibrierschein für Kometen :D ), so dass es in gewissem Maße müßig ist, über Unsicherheiten zu diskutieren. Die Verwendung eines intern konsistenten Datensatzes wie bei Euch ist aber immer die beste Möglichkeit, die Unsicherheiten zu minimieren und läßt sicherere Aussagen über den Trend zu.

Da der Komet wie erwähnt nicht dynamisch neu ist, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Aktivitätsfaktor höher als 4 sein wird. Unter Zuhilfenahme aller COBS-Daten und der Prediscovery-Daten erhalte auch ich wie Ihr derzeit ein n um die 4 (n=3.7 für den Bestfit) herum. Das Spannende hierbei ist, dass das auf Basis der klassischen Formel eine ansehnliche absolute Helligkeit von 1 +/- 0.5 mag ergibt! Setzt man jetzt ein n von 5 an (auf Basis der Vermutung, dass der Komet dynamisch alt ist), dann kommen wir in Größenordnungen von H0 von -2.5 mag! Das erscheint zwar nicht unmöglich, aber weniger wahrscheinlich. Eine Kurve mit n=3 hat einen deutlich schlechteren Fit mit den Daten, wäre aber bei einem realistischeren H0 von 4.5 mag.

Es ist schade, dass der Komet geometrisch mies platziert ist. Die geringste Erdnähe beträgt 1.8 AE und findet schon im Juni 2022 statt und das Perihel sieht den Kometen in 2.5 AU Erddistanz. Allerdings bedeutet die große Entfernung auch einen gut erkennbaren, kompakten Kometen.

Ich möchte aber nicht unerwähnt lassen, dass mein Bauchgefühl sagt, dass es bei n ~ 4 bleiben wird - aber wetten würde ich nicht darauf. Ich erinnere micht noch gut, wie Rob McNaught damals nie daran gezweifelt hat, dass C/2006 P1 ein Großer Komet wird. Es gab damals nicht wenige Stimmen, die sogar vorhersagten, dass der Komet zerfällt und verlöscht!

Trotzdem oder gerade deshalb ist es und bleibt es spannend und ich hoffe, Ihr verfolgt den Kometen weiter so intensiv. Ich hatte vor, nach einem Jahr ein Update für den Artikel zu bringen - warum machen wir das dann nicht zusammen?

@Uwe: Kann man dem Artikel noch einen Hinweis auf den Forumsbeitrag von Thomas hinzufügen oder den Beitrag auch auf die FG Homepage stellen?

Maik

Autor:  Uwe Pilz [ 11. Mai 2019, 15:13:32 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

Lieber Maik und alle,

ich füge dem Artikel einen Verweis auf diese Diskussion hier hinzu.

Vielliecht bin ich en bißchen altmodisch, aber ich möchte nicht, dass unsere Mitglieder Material lesen, was hier im Forum schon in der ganzen Breite publiziert wurde. Ich kann jedoch die Seite in unserem Internetauftritt mit einem Ausschnitt aus deinen Texten versehen. Die Bilder sind ja ohnehin schon drinnnen. Dann setze ich das Ganze auf die Publikationsseite der FG und schicke eine Erinnerung / einen Link hier. Ist das ein sinnvoller Kompromiss?

Autor:  Michael Hauss [ 11. Mai 2019, 16:54:36 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

Hallo zusammen,

da ich bekanntermaßen (siehe Schweifstern) derzeit regelmäßig Auswertungen der Multiaperturmessungen vornehme, anbei die aktuelle Auswertung für den Kometen C/2017 K2. Die Streuung der Daten erscheint für diese Methode momentan noch recht hoch. Zudem scheint es so, dass es Schwankungen in der Helligkeitsentwicklung gibt.

Wir dürfen gespannt sein ...

Gruß
Michael

Dateianhänge:
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Autor:  Maik Meyer [ 11. Mai 2019, 17:23:18 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

Hallo Uwe,
Zitat:
Vielliecht bin ich en bißchen altmodisch, aber ich möchte nicht, dass unsere Mitglieder Material lesen, was hier im Forum schon in der ganzen Breite publiziert wurde. Ich kann jedoch die Seite in unserem Internetauftritt mit einem Ausschnitt aus deinen Texten versehen. Die Bilder sind ja ohnehin schon drinnnen. Dann setze ich das Ganze auf die Publikationsseite der FG und schicke eine Erinnerung / einen Link hier. Ist das ein sinnvoller Kompromiss?
ich meinte eher, erst wenn das VDS-Journal draußen ist. Dann ist es kein Problem mehr.

Maik

Autor:  Uwe Pilz [ 13. Mai 2019, 09:27:31 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

Lieber Maik und alle,

ich habe den Aufsatz um einen Verweis auf diesen Zwirn hier erweitert.

Maiks Grafiken:
http://fg-kometen.vdsastro.de/Publ/2017K2.html

Wenn der Aufsatz erschienen ist, dann stelle ich ihn zur Gänze in unsere Veröffentlichungsecke.

Autor:  Thomas Lehmann [ 16. Mai 2019, 20:35:23 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

Danke für Eure Antworten und Ergänzungen zum Thema!

@Maik: Ja, wir können uns gern bei einer zukünftigen Analyse und Veröffentlichung zusammentun.

@Michael: Könntest Du noch ein paar ergänzende Infos zu Deinen Messungen beisteuern (Instrument, Kamera, Filter etc.)?

Thomas

Autor:  Roland Fichtl [ 04. Juli 2019, 10:57:41 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

mit weiteren gelehrten Analysen kann ich leider nicht dienen, dafür ein kleines Bild von heute morgen zur Auflockerung. rein morphologisch gesehen rührt sich bei C/2017 K2 noch garnichts .......

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Autor:  Robin Hegenbarth [ 28. Februar 2021, 10:50:34 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

Hallo zusammen,

hat jemand von euch in letzter Zeit den Kometen C/2017K2 (PanSTARRS) beobachtet oder fotografiert?
Letztes Wochenende konnte ich ihn beim "Second Light" mit 20" Dobson beobachten. Er befindet sich gerade im Sternbild Lyra und war am 21.02. (03:45-04:00 UT) in der Nähe der Galaxie UGC 11199, die etwas heller erschien. Schätzte den Kometen auf 14.5 mag. Er scheint schon recht aktiv zu sein, dafür dass er noch etwa 7 A.E. von der Sonne entfernt ist?

Clear skies

Robin

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Autor:  Roland Fichtl [ 08. Mai 2021, 14:27:41 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

Photo von heute Nacht, 7.5., 5x5min mit dem 16", so gaaanz langsam wird er etwas interessanter ......

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Autor:  Steffen Fritsche [ 08. Mai 2021, 20:26:54 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

Hallo Roland,
na das Foto ist doch schön bunt! Langsam sieht er wirklich nach Komet aus. Ich habe auch belichtet. Allerdings werte ich noch meine Vollmondnächte aus. Und auch da komme ich nicht vorwärts. Die Schule stört...

Viele Grüße

Steffen

Autor:  Uwe Pilz [ 09. Mai 2021, 06:28:34 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

Hier werden wir gewiss Überraschungen erleben. Wer weiß schon, in welche Richtung?

Der Komet ist mein Dauerbrenner der SuW-Rubrik.

Autor:  Norbert Mrozek [ 10. Mai 2021, 20:49:20 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 - Erste Analyse

Mittlerweile läßt sich der Komet gezwungenermaßen aus der Stadt mit kleinen Teleskopen fotografieren. Für dieses Bild reichten 130/ 430 mm in Verbindung mit einer CCD Moravian G2 8300 und Optolong L-Pro Filter und 30 min. Belichtung. Bild vom 7.5.2021.
LG
Norbert

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Autor:  Steffen Fritsche [ 04. Juli 2021, 11:13:34 AM ]
Betreff des Beitrags:  Wirklich ein Ausbruch bei C/2017 K2 ?

Liebe Kometenbeobachter,
auf unserer Fachgruppenseite hat Uwe bei C/2017K2 ein "Ausbruch?" angebracht. Nach fast zwei Wochen ohne passendes Wetter konnte ich am Freitag (02.7.2021) zumindest dürftiges Wetter mal wieder nutzen. Allerdings hatte sich der Komet seit meiner letzten Beobachtung Ende Mai nach meiner Beobachtung in der Helligkeit normal entwickelt. Daher habe ich mir in COBS die Beobachtungen anderer Beobachter angesehen. Tatsächlich kann man eine breite Punktwolke etwa eine Größenklasse oberhalb erkennen.
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In meiner Lücke liegen zwei Beobachtungen von Thomas, die auch keinen Ausbruch zeigen. Haben Thomas und meine Beobachtungen mit AIRTOOLS den Ausbruch verpasst? Oder gab es gar keinen Ausbruch? Als unerfahrener Beobachter traue ich mir da keine Entscheidung zu, aber ...
Dateianhang:
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Wenn man sich die Entwicklung seit Anfang 2020 ansieht und die Beobachter genauer unter die Lupe nimmt, die einen Ausbruch erkannt haben, stellt man fest, dass GON05 und FIL04 bei jeweils einer älteren Beobachtung auch eine deutlich größere Helligkeit ermittelt haben, als andere Beobachter. HILaa ist ja wirklich ein sehr erfahrener und aktiver Beobachter - allerdings schwanken seine Ergebnisse zumindest bei 2017K2 schon immer sehr stark. PAR03 beobachtet den Kometen überhaupt nur im Ausbruch. Seine fünf Beobachtungen sind mit vier verschiedenen Methoden in zwei Nächten entstanden - Kron/Cousins I, R und V with CCD (vom 10./11.6.) und unfiltered total CCD (am 6.6.). Die V- und C-Beobachtungen zeigen dabei eher keinen Ausbruch...
Bleiben für mich nur die Ergebnisse von Christian Harder (HAR11), dessen Helligkeiten visuell im Zeitbereich deutlich über der Kurve liegen.
Gern hätte ich alle Beobachter mit einer anderen Farbe gekennzeichnet. Allerdings fängt AIRTOOLS bei einem Beobachter mehr wieder mit roter Farbe an...

Ausbruch oder nicht? Habe ich mit Thomas den Ausbruch nur verpasst? Oder sieht es nur zufällig nach Ausbruch aus, weil mehrere Beobachter zufällig zeitgleich etwas zu hoch lagen? Was meint ihr? Ich finde es sehr spannend und freue mich schon auf interessante Diskussionen zu den Lichtkurven bei unserem Treffen in Kirchheim.
Zum Schluss noch die gesamte Lichtkurve von C2017 K2 mit dem Modell, dass nur Thomas Lehmanns und meine Beobachtungen berücksichtigt.
Dateianhang:
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Viele Grüße

Steffen

Autor:  Uwe Pilz [ 04. Juli 2021, 15:12:01 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wirklich ein Ausbruch bei C/2017 K2 ?

Das ist etwas für unser Kometentreffen!

Ich vertraue den AIRTOOLS-Messungen in dieser Hinsich sehr, vor allem dren Homogenität. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Ausbruch durch sagen wir mal Beobachtungseuphorie hervorgerufen wurde.

Ich bin da immer etwas vorsichtig, siehe mein Fragezeichen (..dreiunddreißig seinesgleiche gäben erst ein Fragezeichen...)

Autor:  Mike Olason [ 06. Juli 2021, 06:59:34 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Really a breakout at C/2017 K2 ?

Hello Steffen,

When I look at magnitude estimates I am most interested in who provided the data. Depending on who's magnitude estimate it is I then add or subtract a certain delta to their estimates because they are always well outside the mean and standard deviation compared to almost everyone else.

With so few data samples to use for your magnitude curves I would suggest that you create a mean and standard deviation of each observer, compare each observer's mean and standard deviation to the mean and standard deviation of all the magnitude estimates of all the observers and thus develop a database delta to be added to or subtracted from each individual observer's magnitude estimates. There are so many variables from how an observer does his/her estimates to the atmospheric conditions and a million other things that unless there is a method to understand the data being presented by each observer and how to use it in your study, your study and it's statistics will be wrong.

The saddest thing currently happening in magnitude estimates of comets these days is someone declaring a comet outburst when the so called outburst is statistically in the noise of the millions of variables present in trying to make a magnitude estimate from the surface of the Earth. Harsh words, maybe, but I tend to ignore such outburst claims unless they rise above the noise floor of statistical errors and stay there for some time.

I think your own common sense has already told you what to do.

Autor:  Uwe Pilz [ 06. Juli 2021, 13:48:02 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wirklich ein Ausbruch bei C/2017 K2 ?

Nachdem nun ein paar Tage vergangen sind und weitere Beobachtungen vorliegen, habe ich das auch einmal durchgerechnet. Links alle Beobachtungen aus COBS, rechts die AIRTOOLS-Auswertungen. Es dürfte ziemlich klar sein, dass es kein Ausbruch war. Ihr seht wieder, wie wertvoll diese deutlich objektiveren Werte sind.

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17k2.jpg
17k2.jpg [ 55.29 KiB | 1710 mal betrachtet ]

Autor:  Thomas Lehmann [ 06. Juli 2021, 16:32:27 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Wirklich ein Ausbruch bei C/2017 K2 ?

Steffen hat die Beobachtungen schon ganz richtig analysiert. Einzig die Beobachtungen von HAR11 gäben ein leichtes Indiz für einen Ausbruch, da von ihm auch frühere Beobachtungen existieren, die etwa auf der mittleren Kurve liegen. Der Zeitraum der fraglichen helleren Beobachtungen beträgt etwa 3 Wochen. Es gibt meherer Beobachter, die den Kometen kontinuierlich vor, während und nach diesem Abschnitt beobachtet haben (u.a . auch CARah) und keiner von diesen "sieht" einen Ausbruch.
Nebenbei bemerkt ist 2017K2 ein gut kondensierter Komet, der recht leicht zu messen ist.

Ohne hier allzusehr auf meinen Vortrag zum Kometentreffen vorzugreifen, möchte ich ein Phänomen erwähnen, das ich schon mehrmals festgestellt habe: Wird ein Komet gerade so visuell sichtbar (für viele im Bereich von ca. 13mag) so wird er heller geschätzt, als mit fotografischen Methoden bestimmt. Später (bei ca. 10mag) kommen sich die Messungen näher.

Wichtig für alle Beobachter ist, einen Kometen möglichst lange zu beobachten. Es ist nicht erheblich, ob die Beobachtungen im Mittel über oder unter einer mittleren Kurve liegen, wenn nur der abgedeckte Zeitraum groß genug ist. Nur dann lassen sich die Daten sinnvoll vergleichen und gegebenenfalls Abweichungen von der "Normalität" finden.

@Steffen: Schau Dir doch z.B. mal 2019L3 näher an. Du wirst sehen, daß die Lichtkurve ein durchaus ähnliches Verhalten wie bei 2017K2 zeigen ...

CS
Thomas

Autor:  Uwe Pilz [ 07. Juli 2021, 07:33:24 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 (PANSTARRS)

Ich habe mal diesen Zwirn in den allgemeinen zu C/2017K2 eingefügt. Ich möchte gern alles zu einem Kometen an einer Stelle haben, das erleichtert das Aufsuchen von Details aus unserer Fachgruppenseite aus.

Autor:  Robin Hegenbarth [ 11. Juli 2021, 18:43:26 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 (PANSTARRS)

Hallo zusammen,

habe diesen Kometen in der Nacht von Montag auf Dienstag im 20" Dobson beobachtet. Die Helligkeit schätzte ich auf 13.2 mag, also nah an der gefitteten Kurve von Steffen.
Er sieht ziemlich kondensiert aus. Im Anhang ist meine Zeichnung.

Clear skies

Robin

Dateianhänge:
C2017K2Robin20210706.jpg
C2017K2Robin20210706.jpg [ 146.29 KiB | 1545 mal betrachtet ]

Autor:  Steffen Fritsche [ 11. Juli 2021, 18:53:39 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 (PANSTARRS)

Lieber Robin,
eure Zeichnungen sind schon immer fantastisch! Was ihr da am Teleskop immer alles seht und dann auch noch zu Papier bringt.
Mir zeigen sich die Kometen immer erst später am Tage, wenn ich die Aufnahmen der letzten Nacht bearbeite!

Viele Grüße
Steffen

Autor:  Uwe Pilz [ 29. Juli 2021, 06:09:57 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 (PANSTARRS)

In Astronomers Telegram 14813 : Der Komet rotiert langsam, Periode 156 Tage. Es wurden zwei Aktivitätszentren angenommmen, welche die Rotation dem Schweif aufprägen. Die Ergebnisse wurden an HST-Bildern gewonnen, welche mit Lars-Sekanina-Filter bearbeitet wurden.

Wird auch in der Mailingliste zT. kritisch diskutiert.

Autor:  Christian Harder [ 14. August 2021, 17:37:02 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 (PANSTARRS)

hallo Forum,

11.8.2021, 23:55 MESZ, Region SQL 21.03mag

Dateianhang:
2021_8_11x2017K2xCN.jpg
2021_8_11x2017K2xCN.jpg [ 59.01 KiB | 1080 mal betrachtet ]

21" Dobson, V 215x

Links neben dem Komet liegt UGC10671 ( 15.9mag) , rechts ab UGC10677 (14.3mag)


Messung bei V 155x

12.9mag, DC 3, Durchm. 1.3`


Gruß

Christian

Autor:  Steffen Fritsche [ 14. August 2021, 22:27:26 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 (PANSTARRS)

Lieber Christian,

schöne Zeichnung. Ich hätte fast das passende Bild dazu - bin aber mit der Auswertung und Bearbeitung noch nicht fertig!

Viele Grüße

Steffen

Autor:  Christian Harder [ 15. August 2021, 08:59:28 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 (PANSTARRS)

hallo Steffen,

danke !
ich bin gesopannt,
häng doch gerne Dein Bild mit ran.

Gruß
Christian

Autor:  Steffen Fritsche [ 15. August 2021, 12:12:28 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 (PANSTARRS)

Ich habs mal vorgezogen und hänge es hier an. Bei mir ist Norden einigermaßen oben im Bild.

Viele Grüße

Steffen

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C2017K2_2021_08_11_2125_2219UT_12x4min_ISO800_580mm.jpg
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Autor:  Roland Fichtl [ 09. September 2021, 12:05:01 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: C/2017 K2 (PANSTARRS)

C/2017 K2 ist bei mir schon auf Platz 2, ich bin sicher er schafft die Spitzenposition auch noch :wink: :wink: :wink:

Dateianhänge:
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