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comets ml: Schätzungen heller Kometen
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Autor:  Uwe Pilz [ 12. Juni 2020, 07:20:55 AM ]
Betreff des Beitrags:  comets ml: Schätzungen heller Kometen

Liebe Kometenfreunde,

auf der Kometen-Mailingliste ist gerade eine Diskussion im Gange, wie die Helligkeitsschätzungen sehr heller Kometen, also mit negativer Magnitude, wohl entstanden sind. Neben den üblichen Verdächtigen wie Venus und der Mond zitiert David Seargent die Beobachtungen des Großen Kometen von 1882 (C/1882 R1) von William Henry Finlay und William Lewis Elkin. Sie beobachteten vom Kap der Guten Hoffnung aus den Vorübergang des Kometen vor der Sonnescheibe (!) und konnten den Schweifstern bis an den Sonnenrand heran verfolgen. Als Maß für die Helligkeit benutzten sie die Flächenhelligkeit des Kometen, welche derjenigen des Sonnenrandes ähnelte.
David Seargent schreibt dazu:
Zitat:
Wenn man die Fläche der Sonnenscheibe durch diejenige der sichtbaren Fläche der Koma teilt, dann kann die Magnitudendifferenz bestimmt werden. Dies führt zu einer Helligkeit des Kometen, welche 200'000-fach geringer ist als diejenige der Sonne. Das entspricht 10,6 mag Differenz. Zunächst käme man damit auf -16,4 mag. In Wirklichkeit muss man beachten, dass die Flächenhelligkeit der Sonne am Rand etwa 3-4 mag schwächer ist (falls ich mich richtig erinnere), so dass die wahre Helligkeit eher bei -12 bis -13 mag gelegen haben dürfte. Wenn man beachtet, dass der Komet vielleicht doch nicht ganz so flächenhell wie die Sonne war, dann sind -12 mag eher realistisch.
Elkin & Finlay benutzten höchstwahrscheinlich eine andere Methode. Sie verglichen den Kometen mit der Bedeckung eines 4-mag-Sterns am Rand des Vollmondes, wobei sie die 17 mag Helligkeitsdifferenz zur Sonne berücksichtigten. Damit kamen sie auf -10 mag.
~
Dividing the area of the solar disc by the area of the visible comet, the difference in brightness can be calculated and (if the comet was as intense as the SURFACE) of the Sun, that would make the comet about 200,000 times or nearly 10.6 magnitudes fainter than the Sun, i.e. about -16.4. In fact, the limb of the Sun has an intensity of about 3 or 4 magnitudes (if I recall correctly) fainter than the face of the Sun, so the comet's true brightness at that time was probably closer to -12 or -13. It may have been a little fainter actually, as it was probably not quite as bright as the solar limb. Elkin & Finlay apparently compared the event with that of an occultation of a magnitude 4 star by the full Moon, implying a difference of about 17 magnitudes. That would imply a brightness for the comet of around -10.
Obwohl erst mal kein heller Komet in Sicht ist, verweise ich auf Fritz Gerbers Aufsatz auf unserer Webseite. Dort wird die Benutzung eines Natrium-Linienfilters empfohlen. Ich habe einen von Thorlabs. Nach jetzt 8 Jahren zeigt er das "Rosten" der PST-Filter, und zwar vom Rand her: Die Schicht ist also aufgedampftes Silber. Vielleicht war es keine gute Idee, dass ich den Filter aus der originalen Fassung herausgepuhlt habe und in eine leere Filterhülse eingelegt: Vielleicht hat Thorlabs den Rand dort drinnen versiegelt. Die Mitte geht ja noch, so dass ich mit einem Neukauf erst mal warte.

Wer die Beobachtung von Taghimmelkometen üben will, dem sei die Venusbedeckung durch die Mondsichel in diesem Monat empfohlen.

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