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 Betreff des Beitrags: Interessantes auf der ruhigen Sonne
BeitragVerfasst: 09. August 2018, 18:50:44 PM 
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Derzeit nähert sich ein interessantes Gebiet der Scheibenmitte. Es enthält ein bipolares Magnetfeld, dass durch die photosphärische Supergranulation auf eine grosse Fläche verteilt ist. An den Konvergenzen der Konvektionszellen wird Magnetfeld konzentriert.
Im Weisslicht sind nun Strukturen zu erkennen, die in aktiven Zeiten meistens gestört sind: Gebete mit häufiger Bildung von Poren, grosse Gebiete mit "Fehlstellen" (die Granulation ist dort gestört, wirkt unscharf) und filamentartige Strukturen von Fehlstellen oder "gestörter" Granulation.
Visuell ist das nicht leicht zu sehen. Vielleicht ein Thema für "das andere" Sonnenfoto?

Ich lade zwei SDO-Bilder hoch: Eins im Weisslicht und das Magnetogramm. Alles mit 2048 Pixeln (das Forum akzeptiert keine grösseren Dateinen). Dort ist aber auch schon einiges zu sehen. Bei Interesse schaut Euch die Bilder in doppelter Auflösung hier an: https://sdo.gsfc.nasa.gov/data/

Falls Ihr etwas seht, oder fotografieren könnt, teilt es doch bitte hier mit.

Alles Gute
Heinz


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20180809_160000_2048_HMIB.jpg
20180809_160000_2048_HMIB.jpg [ 1.47 MiB | 625 mal betrachtet ]
20180809_155838_2048_HMII.jpg
20180809_155838_2048_HMII.jpg [ 652.51 KiB | 625 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 10. August 2018, 06:12:39 AM 
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Ich bin ungeübt, so etwas im Weißlich zu erkennen: Ist es, dass die Granulation von feinen Fäden durchzogen ist?

Danke für diesen interessanten Hinweis. Wenn es das Wetter erlaubt, schaue ch mir das heute einmal an. Mal sehen, was mit 4 Zoll Öffnung möglich ist.

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Uwe Pilz, Fachgruppen Kometen und Astrophysik/Algorithmen.
Oft benutzte Instrumente: Swarovski SLC 7x50B, Fujinon 16x70 FMT-SX-2, TMB Apo 105/650, Ninja Dobson 320/1440


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BeitragVerfasst: 10. August 2018, 12:43:44 PM 
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Das Magnetogramm sieht wirklich interessant aus! Mal sehen, was ich im Weißlicht erkennen kann. Bisher hat sich die Sonne aber noch nicht vorgetraut.

Viele Grüße

Steffen


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BeitragVerfasst: 10. August 2018, 17:31:22 PM 
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Hallo Uwe, hallo Steffen,
Danke für Euer Interesse. Ja, es sind dunkle Linien, aber auch die Poren, die ziemlich ortsfest entstehen. Die Strukturen im Weisslicht-Bild sehe ich am besten, wenn ich mit dem Mausrad leicht hoch und runter fahre (wie wischen bei der Projektionsbeobachtung) oder mal ins Bild zoome.
Uwe: Mit meinem Vierzöller habe ich solche Sachen schon gut gesehen. Es braucht aber halbwegs gute Luft und etwas Geduld. SDO hat übrigens auch Vierzöller.


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BeitragVerfasst: 10. August 2018, 19:47:50 PM 
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Dieses Porenfeld jetzt ungefähr in Scheibenmitte ist bemerkenswert ortsfest. Die Poren zeigen mächtig Veränderung, mit den bekannten Lebensdauern von wenigen Stunden.
Ich habe mal ein Video mit Helioviewer erzeugt, von vor zwei Tagen bis heute 19.30 Uhr MESZ und auf Youtube gestellt. Der Qualitätsverlust bei Youtube ist leider grässlich. Aber es bleibt genug zu sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=9XV6LbPa_xI


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BeitragVerfasst: 11. August 2018, 18:41:58 PM 
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Hallo Freunde,
ich sitze gerade am Fernrohr (127/1200 mm Achromat) und versuche, die Strukturen im "Wabenfeld" im Magnetogramm zu sehen. Luftunruhe mittelmässig, mein Nachmittagsminimum wird durch Zirren gestört.

Tatsächlich kann ich die Fehlstellen in der Granulation sehen. Poren keine. Im Vergleich zum SDO-Bild sehe ich anscheinend reale Dinge, allerdings nur kurz, im besseren Seeing.

Habe auch mit Filtern experimentiert. Überrascht, weil ich mit Herschel-Prima + Polfilter (für die Bildhelligkeit) die Strukturen ziemlich kontrastreich sehe. 540 nm Kontinuumsfilter bringt schärferes Bild, aber weniger Kontrast.

Soweit der Echtzeit-Bericht. Welche Erfahrungen macht Ihr?


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BeitragVerfasst: 12. August 2018, 14:32:47 PM 
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Hallo zusammen,

auch schon mit meinen kleinen Gerätschaften (Quelle-Refraktor 60/700 in Projektion und ED 70/420 visuell mit Sonnenprisma) sehe ich bei guten-sehr guten Bedingungen Poren bzw. Porenansammlungen oder Ansammlungen von Fehlstellen.
Die Poren sind eigentlich schon unter dem Auslösungsvermögen des Fernrohres, trotzdem sieht man die durch den Hell-Dunkel-Kontrast (die Sterne am Nachthimmel sind ja eigentlich auch unter dem Auflösungsvermögen und trotzdem sieht man die). Einzelne Fehlstellen sind dagegen vom Kontrast zu schwach, Ansammlungen davon können aber ein aussehen wie ein kleines schwaches Fackelgebiet (aber halt auch in der Mitte). Gestern hatte ich in besagtem Gebiet ein solches Gebiet sowie einen dünnen länglichen Schatten (Reihe von Poren) sehen können. Dass das 1:1 mit dem SDO-Bild gepasst hat, würde ich aber nicht behaupten - die Stelle stimmt (auch im Vergleich mit dem H-Alpha-Bild, da war an besagter Stelle ein Plage-Gebiet), aber die Strukturen im Einzelnen nicht. Vorhin habe ich nichts davon mehr gesehen - heute waren die Bedingungen aber schlechter. Auch ist die Stelle weniger aktiv...

Der Solar-Continuum-Filter nimmt - wie Heinz auch schon schrieb - beim visuellen Beobachten irgendwie den Kontrast raus (gegen den Farbfehler bei meinem alten 80/400 hatte ich lieber den Fringe-Killer genommen), auch für Fleckenbeobachtungen hole ich den eigentlich eher selten raus. Weiterhin muss man mit den Vergrößerungen nicht unbedingt zu hoch gehen, meist reichen 40 - 60 fach schon aus. Ich sehe sonst den Sonnenrand nicht mehr und habe Schwierigkeiten, das Sonnenbild scharf zu sehen (der Rest-Farbfehler stört bei geringeren Vergrößerungen außerdem auch weniger). Für den Kontrast ist es außerdem hilfreich, nicht zu viele verschiedene Filter (oder Barlowlinsen usw.) einzusetzen. Jeder Filter bringt eine optische Fläche in den Strahlengang, die den Kontrast mindert. Am besten finde ich den Kontrast mit dem Sonnenprisma (wirkt wie ein 1:20 Filter und nimmt die Wärme raus) und einem 1:10.000 Filter (1:1000 und Polfilter geht aber auch gut).

Viele Grüße
Martin


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BeitragVerfasst: 12. August 2018, 15:29:44 PM 
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Ich habe es gestern versucht, da war die Sonne zu unrihig. Heute auch nicht gut, aber zumindest besser. Ich habe eine Zeichnung angefertigt und hoffe, es ist das, was man sehen sollte. Es war recht kontrastarm. (4-Zoll-Refraktor bei 53x)


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1808121300Sonne.jpg
1808121300Sonne.jpg [ 380.12 KiB | 503 mal betrachtet ]

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BeitragVerfasst: 12. August 2018, 15:31:47 PM 
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Glück gehabt, denn das betreffende Gebiet wurde von Hinode mit hoher Auflösung fotografiert. Thema: Späte Entwicklung eines aktiven Gebiets. Da zeigt sich spannendes.

1. Die Poren haben individuell nur eine runde Bogensekunde Durchmesser, sind schwarz und scharf begrenzt. Oft stehen aber mehrere dicht beieinander. Mit geringerer Auflösung (wir und SDO) mischt sich also Licht aus den Poren mit Granulationslicht und "schwarz" wird aufgehellt.

2. Die Gebiete mit "unscharfer" Granulation sind real. Sie erscheinen dunkler als normale Granulation. In diesen Feldern sind die Granulen deutlich kleiner als normalerweise und es gibt mehr intergranularen Raum. Der Durchmesser dieser Gebiete liegt bei wenigen zehner Bogensekunden.

Leider wurden nur Bildfelder 500 x 500 Pixel aufgenommen, und keine Spektralbereiche, die Plages lokalisieren lassen. Ein echter Überblick über das "grosse Geschehen" ist damit leider nicht möglich.

Martin: Deine instrumentellen Anmerkungen kann ich voll teilen. Bei mir passt auch die ganze Sonne ins Bildfeld, für exaktes Fokussieren. Für stärkere Vergrösserungen muss die Luftunruhe freundlich mitspielen. Ein Filter brauche ich für die Lichtdämpfung hinter meinem Herschel-Prisma. Allerdings habe ich für das Polarisationsfilter Geld in die Hand genommen, weil der Unterschied zu billigen Filtern wirklich klar zu sehen ist. Wenn ich Pol-Filter und 540 nm-Filter kombiniere, sehe ich trotzdem den Qualitätsverlust. Also kommt immer nur ein Filter rein.


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BeitragVerfasst: 12. August 2018, 15:35:40 PM 
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Uwe, ja so sieht das aus.
Danke auch für die Erinnerung, dass ich auch mal wieder zeichnen sollte. :-)


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