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 Betreff des Beitrags: Newton bei Tagesbeobachtung
BeitragVerfasst: 20. Dezember 2020, 22:48:25 PM 
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Ich grüße Alle.
Vielleicht hat jemand Erfahrungen mit dem Einsatz eines Newton Teleskopes in der Sonnenbeobachtung. Mein Fernrohr hat 200 mm Spiegel und 800 Brennweite.
Es dient für hochauflösende Übersichtsaufnahmen. Ich habe beobachtet, dass die Flecken auf der Oberfläche der Sonne, weit von der optischen Achse, doch
noch scharf abgebildet werden. Korrigiert man dennoch Koma, wie im Deepsky Einsatz? Ich hänge ein Beispiel Bild an.
Grüße
Michal


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16_35_52_lapl6_ap2481_kl.jpg
16_35_52_lapl6_ap2481_kl.jpg [ 604.1 KiB | 2309 mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Re: Newton bei Tagesbeobachtung
BeitragVerfasst: 20. Dezember 2020, 23:03:50 PM 
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Hallo Michal,

habe mal deine Aufnahme genau angeschaut. Wo siehst du Koma ?

Was ich sehe ist der Lichtabfall von Zentrum der Sonne zu den Rändern aber das ist ganz normal und OK. Das ist kein Problem sondern gibt eher deiner Sonnenscheibe einen 3D Effekt und er ist schön.

Der Sonnenfleck ist auch schön in fokus.

Gruß Rainer

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Grüsse Rainer www.rsfotografia.com
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 Betreff des Beitrags: Re: Newton bei Tagesbeobachtung
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2020, 12:01:24 PM 
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Hallo Rainer,

danke für deine Analyse. Ich selbst sehe das nicht. Dieses Bild ist ziemlich gut gelungen.
Ich habe vor in der nächsten Zeit Tests zu machen und zwar mit und ohne den Korrektor.
Ein Vergleich bei fast identischen Wetterverhältnissen soll schon etwas zeigen.

viele Grüße
Michal


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 Betreff des Beitrags: Re: Newton bei Tagesbeobachtung
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2020, 14:35:15 PM 
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Hallo Michal,

einen Newton habe ich nicht und kann dir keine Erfahrungen mitteilen - aber deine Aufnahme gefällt mir sehr gut!

Viele Grüße

Steffen


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 Betreff des Beitrags: Re: Newton bei Tagesbeobachtung
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2020, 15:18:49 PM 
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Hallo Steffen,

vielen Dank. Ich bin gespannt auf die Zukunft und auf die Sonne. Hoffentlich wird etwas mehr schöne Tage jetzt in der Urlaub Pause geben.

Grüße
Michal


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 Betreff des Beitrags: Re: Newton bei Tagesbeobachtung
BeitragVerfasst: 27. Dezember 2020, 19:28:45 PM 
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Hallo Steffen,

das käme auf einen Versuch an. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich darüber noch gar nicht so nachgedacht habe.
Berechnet sähe das m.E. so aus (berichtigt mich, wenn ich das falsch sehe): Die Sonne hat bei einer Fokalaufnahme bei Deinen 800 mm Brennweite einen Durchmesser von ca. 7,6 mm in der Fokalebene. Rein rechnerisch beträgt für Deinen f/4 das "komafreie" Feld nur 0,7 mm Durchmesser (Formel: 0,011 x N³) N= Öffnungszahl, in Deinem Fall 4. Das geringe "komafreie Feld" merkst das sicher beim Justieren. Die f/4 ja nicht bekanntlich nicht einfach zu justieren. Bei meinem F/5-Newton ist dieses beugungsbegrenzte Feld 1,375 mm im Durchmnesser (ca. 9,5 mm Durchmesser des Sonnenbildes). Quellen: Praxishandbuch Deepksy, S.118, Tipps und Tricks für Sternfreunde, S. 174, T9.
D.h. Du hast bereits Koma, wenn auch nur sehr gering. Die Koma nimmt ja linear von der Bildmitte nach außen zu. Du könntest also einen Komakorrektor nutzen. Auf Deinem Bild hast Du ja den randnahen Fleck mit ausgeprägtem Wilsoneffekt aufgenommen. Eine ähnliche Konstellation würde sich anbieten, mal die Aufnahmen mit und ohne Korrektor zu wiederholen und zu vergleichen.
Nun gibt es allerdinsg eine ganze Anzahl an Einflüssen auf Dein Bild: Seeingeffekte, Temperatur der Optik etc. Inwieweit jetzt ein Korrektor wirklich ein Mehr bringt, keine Ahnung. Ein Korrektor besteht natürlich auch wieder aus Linsen, bewirkt also wieder zusätzlliche Einflüsse im Strahlengang. Nicht dass sich der geringe Vorteil des Korrektors durch die zu erwartende Kontrastverschlechterung wieder aufheben. Ich find die Frage aber interessant.

Viele Grüße und klaren Himmel
Guido

_________________
IAU L29 (Tivoli)
IAU 247 (Oberwiesenthal - roving observer)


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 Betreff des Beitrags: Re: Newton bei Tagesbeobachtung
BeitragVerfasst: 28. Dezember 2020, 21:18:35 PM 
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Zitat:
Hallo Steffen,

das käme auf einen Versuch an. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich darüber noch gar nicht so nachgedacht habe.
Berechnet sähe das m.E. so aus (berichtigt mich, wenn ich das falsch sehe): Die Sonne hat bei einer Fokalaufnahme bei Deinen 800 mm Brennweite einen Durchmesser von ca. 7,6 mm in der Fokalebene. Rein rechnerisch beträgt für Deinen f/4 das "komafreie" Feld nur 0,7 mm Durchmesser (Formel: 0,011 x N³) N= Öffnungszahl, in Deinem Fall 4. Das geringe "komafreie Feld" merkst das sicher beim Justieren. Die f/4 ja nicht bekanntlich nicht einfach zu justieren. Bei meinem F/5-Newton ist dieses beugungsbegrenzte Feld 1,375 mm im Durchmnesser (ca. 9,5 mm Durchmesser des Sonnenbildes). Quellen: Praxishandbuch Deepksy, S.118, Tipps und Tricks für Sternfreunde, S. 174, T9.
D.h. Du hast bereits Koma, wenn auch nur sehr gering. Die Koma nimmt ja linear von der Bildmitte nach außen zu. Du könntest also einen Komakorrektor nutzen. Auf Deinem Bild hast Du ja den randnahen Fleck mit ausgeprägtem Wilsoneffekt aufgenommen. Eine ähnliche Konstellation würde sich anbieten, mal die Aufnahmen mit und ohne Korrektor zu wiederholen und zu vergleichen.
Nun gibt es allerdinsg eine ganze Anzahl an Einflüssen auf Dein Bild: Seeingeffekte, Temperatur der Optik etc. Inwieweit jetzt ein Korrektor wirklich ein Mehr bringt, keine Ahnung. Ein Korrektor besteht natürlich auch wieder aus Linsen, bewirkt also wieder zusätzlliche Einflüsse im Strahlengang. Nicht dass sich der geringe Vorteil des Korrektors durch die zu erwartende Kontrastverschlechterung wieder aufheben. Ich find die Frage aber interessant.

Viele Grüße und klaren Himmel
Guido

Interessant, aber nimmt die theoretische berechnung des Koma auch die eventuell vorhandene Schärfentiefe in Betracht ?. Bei f/4 hat man doch eine gewisse distanz wo der Focus sharf ist ... Genau wie bei der terrestrischen fotografie ... IMHO

https://www.innovationsforesight.com/ed ... -too-much/

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Grüsse Rainer www.rsfotografia.com
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 Betreff des Beitrags: Re: Newton bei Tagesbeobachtung
BeitragVerfasst: 28. Dezember 2020, 23:32:22 PM 
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Hm, die Fokustoleranz ist aber bei f/4 sehr gering, wohl nur 0,035 mm. Bei f/5 = 0,055 mm. F/4 für die Astrofotografie zu fokussieren ist nicht trivial. Helfen würde da Abblenden, nimmt aber wieder Licht. Bei f/8 hätte ich 0,141 mm. Wie gesagt, die Frage war ja, inwieweit sich Koma (und Newtons haben nun mal das "Koma-Problem") wirklich auf die Schärfe des Bildes auswirkt. Korrektor ja oder nein. Natürlich muss ich sauber scharfstellen. Aber die Fokustoleranz ist echt gering. Das Fokussieren wäre einfach, wenn das Bild definitiv"stehen" würde,. Aber jetzt kommt noch das Seeing dazu.
Spannend. Der Link ist interessant!!

Grüße Guido

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 Betreff des Beitrags: Re: Newton bei Tagesbeobachtung
BeitragVerfasst: 03. Januar 2021, 17:50:17 PM 
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Danke für Eure Diskussion. Sehr spannend. Bin auch gespannt auf das Ergebnis für den Korrektor.

Etwas Koma ist wahrscheinlich unausweichlich. Bei der Sonne ist aber das Seeing vermutlich das größere Problem. Sie heizt übel, behindert deshalb exaktes Fokussieren und liefert ein sehr dynamisches Bild. Deshalb die Frage: Ist Dein Bild ein einzelner Schuss, oder gestackt?

Durch die Randverkürzung erscheinen alle Objekte zum Rand hin verzerrt, die Granulation wird immer schwerer erkennbar. Die Randverdunkelung stammt schließlich noch von der Physik der Sonne. Das macht es schwierig, Schärfe über ein ganzes Sonnenbild hinweg zu beurteilen. Zum Rand hin ist scheinbar zunehmende Unschärfe normal.

Wenn Du ein wirklich kritisches Auge auf ein Sonnenbild werfen willst, beurteile die Schärfe im Zentrum und am Sonnenrand. Den Sonnenrand bei stark "hineingezoomtem" Bild anschauen. Hat er überall die gleichen Eigenschaften (Schärfe, Kontrast, Zackigkeit), dann siehst Du vermutlich einen Effekt Deines Teleskops. Seeing ist (normalerweise) über die Sonnenscheibe nicht homogen. Es erzeugt deshalb einen Sonnenrand, der nicht überall gleich aussieht.

Da Du vermutlich auf den Sonnenrand fokussiert hast, scheint mir Dein Bild über die ganze Fläche vor allem vom Seeing dominiert. Trotzdem: Ich bin gespannt auf Dein Ergebnis mit Korrektor.

Alles Gute für 2021 !
Heinz


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