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Amateure und die Radialgeschwindigkeit von Exoplaneten?
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Author:  Nico Schmidt [ 28. March 2014, 14:03:27 PM ]
Post subject:  Amateure und die Radialgeschwindigkeit von Exoplaneten?

Hallo,

ich habe nicht so die Ahnung, was bereits alles technisch machbar ist, darum wollte ich kurz mal folgende Frage loswerden: Ist es eigentlich Amateurspektroskopikern mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln machbar, über die Radialgeschwindigkeit Exoplaneten nachzuweisen? Gibt es da Leute, denen das schon gelungen ist?

Author:  Thomas Eversberg [ 28. March 2014, 14:53:43 PM ]
Post subject:  Re: Amateure und die Radialgeschwindigkeit von Exoplaneten?

Ja, Nico, das wurde schon gemacht. Pioniere waren die Kollegen von Spectrashift (http://www.spectrashift.com/tau_boo.shtml). Die haben dazu einen Czerny-Turner-Spektrographen genutzt. Später hat Christian Buil das mit dem kommerziellen Eshel gemacht (http://www.astrosurf.com/buil/extrasolar/obs.htm). Für solche Messungen braucht es einige Erfahrung und ein sehr stabiles (thermisch und mechanisch falls am Tubus) System.

Gruß, Thomas

Author:  Nico Schmidt [ 29. March 2014, 12:46:40 PM ]
Post subject:  Re: Amateure und die Radialgeschwindigkeit von Exoplaneten?

Danke für die Info, Thomas. Gibt's denn unter den hiesigen deutschen Amateuren jemanden, der sich schon mal an Exoplaneten versucht hat?

Author:  Lothar Schanne [ 30. March 2014, 13:38:36 PM ]
Post subject:  Re: Amateure und die Radialgeschwindigkeit von Exoplaneten?

Hallo Nico,

meines Wissens hat in Deutschland das noch kein Amateur gemacht. Das ist auch nicht so einfach, weil du auf Genauigkeiten in der Radialgeschwindigkeit von möglichst besser als 100 m/s kommen musst. Das geht fast nur mit temperaturstabilisierten, hochauflösenden und fasergekoppelten Spektrographen wie Echelle-Spektrographen. Ein solcher ist gerade von Daniel Sablowski konzipiert und gebaut worden.

Die Genauigkeit eines normalen Spektrographen wie der LHIRES III endet bei etwa +-3 km/s (wenn du gut bist).

Auch die Auswertung ist nicht trivial, weil viele Effekte korrigiert werden müssen, die in der normalen Spektroskopie keine Rolle spielen. Die normale heliozentrische Korrektur der Radialgeschwindigkeiten genügt da nicht mehr. Da müssen auch Effekte wie die Beschleunigung der Erde durch den Mond und die Planeten berücksichtigt werden. Und wenn man es ganz weit treiben will (im Bereich m/s) sogar Änderungen der Erdrotation durch Jahreszeiten (Eisverteilung, Vegetationsperioden etc). Das ist dann Arbeit für hochspezialisierte Teams.

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