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BeitragVerfasst: 11. Juli 2018, 07:18:19 AM 
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Liebe Sternfreunde,

gestern fand ich in meinem Briefkasten das VdS-Journal 66, in welchem ich den Neubeginn der Fachgruppe Astrophysik und Algorithmen (ehemals Computerastronomie) ankündige. Ich möchte hier im Forum meine Motivation etwas ausführlicher erläutern, als dies im Heft zweckmäßig ist.

Im Herbst erfuhr ich, dass Helmut Jahns die Leitung der Fachgruppe aufgeben wird. Beim Treff der Fachgruppenleiter und Redakteure im November haben wir beraten, wie es hier weitergehen kann. Aus der Fachgruppe selbst hat sich niemand gefunden. Ich empfinde dieses Gebiet unsere Hobbys als zu wichtig, um die Fachgruppe einfach einschlafen zu lassen. Nach etwas Ringen mit mir selbst (ich bin schon der VdS-Kometenonkel) habe ich die Leitung übernommen. Ein solcher Neuanfang ist verbunden mit Vorstellungen, wie man die Fachgruppenarbeit inhaltlich ausformen kann. Wie ihr vielleicht gelesen habt, möchte ich persönlich astrophysikalische Szenarien mit Simulationsexperimenten nachrechnen, dadurch besser verständlich machen oder überhaupt erst einer Vorhersage zuführen. In meiner Kometenecke habe ich bereits einige kleine Programme vorgestellt.

Mir schien der Fachgruppenname nicht recht passend. Computer sind in jeder Kaffeemaschine enthalten und haben längst jede Ecke unseres stark technisierten Hobbys durchdrungen. Ich stellte mir die Frage "Computerastronomie - was soll das eigentlich sein?", ohne zufriedenstellende Antwort. Vor 20 Jahren, als die Fachgruppe ebenfalls einen Neuanfang erfuhr, war das schlüssiger. Ich habe mich entschlossen, Astrophysik und Algorithmen zu benutzen. Die Astrophysik als eigenes Thema ist nirgends richtig abgedeckt und sollte einen Hafen n der VdS haben. Die Algorithmen decken sowohl die Computeranwendung im Sinne der Fachgruppe ab, als auch Berechnungen, die ohne elektronische Hilfsmittel auskommen.
Erwähnen möchte ich, dass es Vorläufer gab: In der VdS hatte Klaus Güssow den Arbeitskreis Mathematik aufgebaut, später Fachgruppe Rechnende Astronomie. Er hat diese bis zu seinem Tode 2001 geleitet. Im Kulturbund der DDR hatten sich die "Theoretiker" in der Arbeitsgruppe Mathematik für die Astronomie zusammengefunden. Geleitet wurde dies in den 80er Jahren bis zur Wende von Lothar Ehrenberg. Ich habe noch ein paar vergilbte Publikationen aus dieser Zeit, getippt mit Schreibmaschine.


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Uwe Pilz, Fachgruppen Kometen und Astrophysik/Algorithmen.
Oft benutzte Instrumente: Swarovski SLC 7x50B, Fujinon 16x70 FMT-SX-2, TMB Apo 105/650, Ninja Dobson 320/1440
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BeitragVerfasst: 21. Juli 2018, 17:31:00 PM 
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Hallo Uwe,

erst einmal großes Lob für Dein Engagement, gleich 2 FG zu leiten. Obwohl ich selbst eine große Affinität zur "Computerastronomie" habe, Zweifel ich doch sehr daran, ob eine Fortführung dieser FG wirklich sinnvoll und zeitgemäß ist. Ich glaube, ich hätte den jetzigen Zeitpunkt / Umstand zum Anlass genommen, die FG aufzulösen. Vielleicht tue ich der FG Unrecht, aber gefühlt war da in den vergangenen 10+ Jahren keine große Aktivität, zumindest nicht nach aussen. Früher hatte diese FG ihre Daseinsberechtigung, als man den Computer wirklich noch eher zum "Rechnen" in der Astronomie (und natürlich auch Astrophysik) eingesetzt hat; oder dann beim Einzug der CCD Astronomie, da gab es ja sogar in der FG Bemühungen, Bibliotheken zu schreiben. Aber heute (Du hast es ja selbst gesagt) wird der Computer oder das Smartphone überall eingesetzt, dazu noch die globale Vernetzung und die Online-Services, GitHub usw.

Das bedeutet ja nicht, dass man nicht einen Beitrag mit Fokus auf einer Software, einem Tool, einem Algorithmus usw. im VdSJ oder in einer der FG publizieren kann und sollte. Aber braucht es dazu noch einer eigenen FG (in die dan alles und nichts passt)? Wenn Du eine Simulation zu Komentenschweifen machst, dann kommt das halt in die FG Kometen. Wenn Du eine Sofware zur Analyse von Asteroiden-Lichtkurven schreibst, dann kann das doch in die FG Kleinplaneten usw. Ich finde man sollte nicht eine FG Vielfalt um jeden Preis aufrecht erhalten.


Aber wenn man an dieser FG festhalten möchte, dann finde ich die neue Namenswahl unglücklich. Auch wenn Computerastronomie etwas allgemein und Altbacken klingt, so weiß doch eigentlich jeder was damit gemeint ist. Im Englischen gibt es ja zB ein Journal das Computing and Astronomy heißt und das trifft es ja ganz gut, aber die dt. Übersetzung ist halt nicht so smart. Aber warum Astrophysik & Algorithmen? Algorithmen verstehe ich ja noch, aber Astrophysik ist ein (moderneres) Teilgebiet der Astronomie und warum soll es "nur" darum gehen? Dein Beispiel zur Simulation von Planetenbahnbewegungen passt ja auch eher in das klassiche Feld der Astronomie (Himmelsmechanik). Wenn man schon spezifischer werden möchte, dann hätte ich mich noch mit solchen Namen wie Astronomie & Algorithmen, Software & Algorithmen etc. anfreunden können.

Dennoch: ich freue mich, wenn die Zeit mich eines besseren belehren wird, aber ich glaube nicht wirklich, dass diese FG noch "zeitgemäß" ist und sich mit Aktivität und Leben füllen wird. Wenn Dir das dann doch gelingen sollte, dann ... chapeau ! :-)


Noch eine Bemerkung zur Wahl Deiner Programmiersprache als "Lehrsprache" in der FG. Diese Wahl ist in meinen Augen sehr sinnvoll. Python ist in der Wissenschaftswelt als Sprache und als Werkzeug angekommen, vor allem wenn man die Standardkombination Python + Numpy + Scipy + Matplotlib betrachtet und ggf. Jupyter Notebooks zur Präsentation. Es wäre sicherlich nicht verkehrt bei der Wiedergabe im VdSJ oder hier im Forum ein wenig auf den Python Coding Style Guide zu achten (z.B.4 Spaces Einrückungstiefe etc.). Und mit Numba kommt jetzt Performance durch die JIT Compilierung per LLVM hinzu. Die einzige Alternative zu Python, die ich noch begrüßt hätte, wäre Julia gewwesen.

Und eine Bemerkung zu Deinem Artikel im VdSJ Nr. 66, p56: Der Link [2] funktioniert nicht, weil die URL so nicht mehr stimmt. Generell ist es ungünstig die alten URLs mit "computerastronomie" im Linknamen ungültig gemacht zu haben, man hätte die alten Seiten ja noch belassen können. Alles was nun im Internet daruf verlinkt ist, sind tot Links.


VG Mike


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BeitragVerfasst: 21. Juli 2018, 21:13:11 PM 
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Beiträge: 3198
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Hallo Uwe,

ich stimme Mike zu. Es gab mal bei einer Tagung der FG Spektroskopie vor vielen Jahren einen Vortrag aus der FG Computerastronomie. Schon damals war uns nicht so ganz klar, warum es für „Software-Probleme“, die sowieso innerhalb der FG behandelt werden, eine eigene FG Computerastronomie geben soll. Ein echter Bedarf war nie da, was sich in den geringen Aktivitäten dieser FG widerspiegelte. Auch ich würde sagen, das ist nicht mehr zeitgemäß bzw. nutzerorientiert. Innerhalb der FG Spektroskopie würde der Verzicht auf diese FG wohl eher kein Bedauern auslösen.

Gruß, Thomas


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BeitragVerfasst: 22. Juli 2018, 13:44:58 PM 
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Registriert: 20. Januar 2013, 20:03:54 PM
Beiträge: 392
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Lieber Mike, lieber Thomas,

vielen Dank für eure Anmerkungen.

Bei einem slchen Neubeginn kann man nach wenigen Tagen noch gar nichts definitives sagen. Ich hatte jedoch in dieser kruzen Zeit auch schon positive Rückmeldungen - so rasch hatte ich gar nicht erwartet. Insgesamt müssen wir sicher einn, zwei Jahre warten, ehe wir etwas Genauses sagen können.

@Mike: Recht vielen Dank für deine Hinweise zu den Kodierrichtlinien. Da ich kein Pythom-Programmierer bin, ist mir alls das nicht so geläufig. Ich werde dies aber beachten und diesem Ideal schrittweise näherkommen.

@Thomas: Eine solch neugegründete Gemeinde wie diese Fachgruppe kann natürlich einer so stark technisierten Gruppe wie den Spektroskopikern nichts auf den ersten Blick nützliches bieten. Vielleicht findet ihr aber den einen oder anderen Beitrag dennoch interessant.

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Uwe Pilz, Fachgruppen Kometen und Astrophysik/Algorithmen.
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