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 Betreff des Beitrags: delta Sco
BeitragVerfasst: 30. Juni 2008, 16:32:42 PM 
Dear Anatoly!
During your talk in Heidelberg "Observations of the Be-binary delta Sco" you spoke of the importance of measurements of RV in the coming periastron passage 2011.
Slide 16 shows examples of that in summer 2000. I am preparing on 2011 and I try, to calculate RV with Gaussian fitting in my spectra for the estimation of lambda.
In attachment you can find two pictures. One of them shows the attempt in spectrum of 2008/02/08 and 2008/06/28.
Because the line profile between both is very different, I do not know, how the Gaussian curve should fit in an optimal way. In both cases RV is very different: for 2008/02/08: - 66 km/s and for 2008/06/28: 4,5 km/s.
I am sure the first value is fairly wrong because it´s far out of the periastron (compared with your values in slide 16).
Could you be so kind to give me an idea how to do that?
Best wishes,
Ernst


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BeitragVerfasst: 04. Juli 2008, 21:19:01 PM 
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Beiträge: 503
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Hallo Ernst,

ich weiß leider sehr wenig über das zeitliche Verhalten der Halpha-Linie von delta-Sco: die Profiländerungen sind ja sehr schnell und stark. Gibt es da eine Periodizität? und wie groß ist die Variation der RV?

Wenn die Profiländerungen in der Zeitskala möglichst weit von der RV-Variation weg sind, kann man beide Effekte mehr oder weniger gut voneinander trennen. Gaußfit hat dann nur einen Sinn, wenn man die Fitparameter möglichst genau festlegt und einhält sowie einen optimalen Fitbereich im Linienprofil sucht: wahrscheinlich nur durch probieren verschiedener Varianten zu finden. So bin ich bei gamma Cas ganz gut zum Erfolg gekommen. Wenn ich mir aber die Profile anschaue, scheint mir delta-Sco wesentlich schwieriger anzufitten zu sein.
Anatholy hat bei gamma Cas ein anderes Verfahren angewendet: Die Halpha-Linie wird um die Ruhewellenlänge gespiegelt und dann das gespiegelte Bild so weit über die Linie verschoben, bis der ausgewählte Linienbereich (bei gamma Cas das näherungsweise lineare Stück der Flanken) möglichst gut in Deckung ist. Der halbe Betrag der Verschiebung entspricht dann der RV. Das ist mathematisch nicht ganz so einfach, da man erst durch Interpolation genügend Stützstellen schaffen muss etc. In Mathacd habe ich das gemacht und funktioniert gut: Bei gamma Cas scheint das Ergebnis beider Verfahren kaum Auswirkung auf die errechneten Bahnparameter zu haben. Ich bin aber noch nicht fertig damit. Außerdem wollte mir Anatholy sein Programm zuschicken, dass er dafür benutzt hat. Daran muss ich ihn vielleicht noch einmal erinnern. Ich glaube, dass dieses Auswerteverfahren bei Delta-Sco wesentlich besser sein könnte, falls es nicht noch etwas anderes gibt. Du könntest das Programm von Anatholy dann mal ausprobieren.

Gruß
Roland


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 Betreff des Beitrags: delta Sco
BeitragVerfasst: 04. Juli 2008, 22:50:18 PM 
"Roland Bücke" <rb@buecke.de> schrieb:

ich weiß leider sehr wenig über das zeitliche Verhalten der Halpha-Linie von delta-Sco: die Profiländerungen sind ja sehr schnell und stark. Gibt es da eine Periodizität? und wie groß ist die Variation der RV?
Wenn die Profiländerungen in der Zeitskala möglichst weit von der RV-Variation weg sind, kann man beide Effekte mehr oder weniger gut voneinander trennen. Gaußfit hat dann nur einen Sinn, wenn man die Fitparameter möglichst genau festlegt und einhält sowie einen optimalen Fitbereich im Linienprofil sucht: wahrscheinlich nur durch probieren verschiedener Varianten zu finden. So bin ich bei gamma Cas ganz gut zum Erfolg gekommen. Wenn ich mir aber die Profile anschaue, scheint mir delta-Sco wesentlich schwieriger anzufitten zu sein.
Anatholy hat bei gamma Cas ein anderes Verfahren angewendet: Die Halpha-Linie wird um die Ruhewellenlänge gespiegelt und dann das gespiegelte Bild so weit über die Linie verschoben, bis der ausgewählte Linienbereich (bei gamma Cas das näherungsweise lineare Stück der Flanken) möglichst gut in Deckung ist. Der halbe Betrag der Verschiebung entspricht dann der RV. Das ist mathematisch nicht ganz so einfach, da man erst durch Interpolation genügend Stützstellen schaffen muss etc. In Mathacd habe ich das gemacht und funktioniert gut: Bei gamma Cas scheint das Ergebnis beider Verfahren kaum Auswirkung auf die errechneten Bahnparameter zu haben. Ich bin aber noch nicht fertig damit. Außerdem wollte mir Anatholy sein Programm zuschicken, dass er dafür benutzt hat. Daran muss ich ihn vielleicht noch einmal erinnern. Ich glaube, dass dieses Auswerteverfahren bei Delta-Sco wesentlich besser sein könnte, falls es nicht noch etwas anderes gibt. Du könntest das Programm von Anatholy dann mal ausprobieren.

...hallo Roland,
vielen Dank für deine ausführliche Stellungnahme in der du im Wesentlichen die Schwierigkeit des fittens angesicht der Profilkomplexität bestätigst. Periodizitäten in RV sind bislang nicht eindeutig bekannt, gleichwohl geht RV z.Zt. des Periastrons (so geschehen im Sommer 2000) auf bis zu -40 km/s runter.
Da Anatoly z.Zt. in St. Petersburg weilt, werde ich gewiss nach seiner Rückkehr nach Bonn auch eine Stellungnahme von ihm erhalten. Ich werde hier darüber berichten.

Beste Grüße,
Ernst
















Zitat:
Hallo Ernst, ich weiß leider sehr wenig über das zeitliche Verhalten der Halpha-Linie von delta-Sco: die Profiländerungen sind ja sehr schnell und stark. Gibt es da eine Periodizität? und wie groß ist die Variation der RV? Wenn die Profiländerungen in der Zeitskala möglichst weit von der RV-Variation weg sind, kann man beide Effekte mehr oder weniger gut voneinander trennen. Gaußfit hat dann nur einen Sinn, wenn man die Fitparameter möglichst genau festlegt und einhält sowie einen optimalen Fitbereich im Linienprofil sucht: wahrscheinlich nur durch probieren verschiedener Varianten zu finden. So bin ich bei gamma Cas ganz gut zum Erfolg gekommen. Wenn ich mir aber die Profile anschaue, scheint mir delta-Sco wesentlich schwieriger anzufitten zu sein. Anatholy hat bei gamma Cas ein anderes Verfahren angewendet: Die Halpha-Linie wird um die Ruhewellenlänge gespiegelt und dann das gespiegelte Bild so weit über die Linie verschoben, bis der ausgewählte Linienbereich (bei gamma Cas das näherungsweise lineare Stück der Flanken) möglichst gut in Deckung ist. Der halbe Betrag der Verschiebung entspricht dann der RV. Das ist mathematisch nicht ganz so einfach, da man erst durch Interpolation genügend Stützstellen schaffen muss etc. In Mathacd habe ich das gemacht und funktioniert gut: Bei gamma Cas scheint das Ergebnis beider Verfahren kaum Auswirkung auf die errechneten Bahnparameter zu haben. Ich bin aber noch nicht fertig damit. Außerdem wollte mir Anatholy sein Programm zuschicken, dass er dafür benutzt hat. Daran muss ich ihn vielleicht noch einmal erinnern. Ich glaube, dass dieses Auswerteverfahren bei Delta-Sco wesentlich besser sein könnte, falls es nicht noch etwas anderes gibt. Du könntest das Programm von Anatholy dann mal ausprobieren. Gruß Roland
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 Betreff des Beitrags: delta Sco
BeitragVerfasst: 23. Juli 2008, 16:13:00 PM 
"Roland Bücke" <rb@buecke.de> schrieb:

Anatholy hat bei gamma Cas ein anderes Verfahren angewendet: Die Halpha-Linie wird um die Ruhewellenlänge gespiegelt und dann das gespiegelte Bild so weit über die Linie verschoben, bis der ausgewählte Linienbereich (bei gamma Cas das näherungsweise lineare Stück der Flanken) möglichst gut in Deckung ist. Der halbe Betrag der Verschiebung entspricht dann der RV. Das ist mathematisch nicht ganz so einfach, da man erst durch Interpolation genügend Stützstellen schaffen muss etc.

...hallo Roland!
Soweit mit EXCEL möglich, habe ich das Verfahren versucht zu reproduzieren. Wegen der (ziemlichen) Umständlichkeit in EXCEL habe ich von der Interpolation zur Ermittlung Ruhewellenlänge bei der Profilspiegelung abgesehen. So ist λ0 jeweils der Messpunkt, welcher dieser Ruhewellenlänge am nächsten kommt. Bei der gegebenen Dispersion von 0.245 A/Pix. führt dies bei der Bestimmung von λ0 zu einer Abweichung (=Fehler) von 4-5 km/s.

Die Verschiebung des gespiegelten Profils zur bestmöglichsten Deckung der Flanken konnte jeweils durch Ermittlung der minimalsten Standardabweichung
σ in den Flanken objektiviert werden (Bild1).
In dem daraus resultierenden neuen Profil wurde sodann der Gaussfit angepasst (Bild2) und darin RV berechnet. Das Optimum der Gaussfittung erfolgte ebenfalls an der Beurteilung der minimalsten Standardabweichung
σ in den Flanken. Der Fehler hierbei war bisher nie größer als 4,5%.
Bin gespannt, wie sich diese Fehler bei Anwendung des Programmes von Anatoly darstellen (hoffentlich verringern).

Beste Grüße,
Ernst


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23. Juli 2008, 23:38:52 PM 
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Beiträge: 503
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Hallo Ernst,

ich denke, dass deine Vorgehensweise korrekt ist. Als letzten Schritt hatte ich ebenfalls zur Bestimmung der Position der Überlagerung einen Gaußfit verwendet. Anatoly hatte mich dann darauf hingewiesen, dass dies nicht notwendig ist, da sich ja aus der Größe der Verschiebung des gespiegelten Profils direkt die Dopplerverschiebung ergibt (Dopplerverschiebung = Verschiebung/2), da man ja die Spiegelung um die Ruhewellenlänge vornimmt.

Schreibst du Anatoly noch einmal wegen dem Programm?

Herzliche Grüße
Roland


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 Betreff des Beitrags: delta Sco
BeitragVerfasst: 24. Juli 2008, 09:26:35 AM 
"Roland Bücke" <rb@buecke.de> schrieb:


Schreibst du Anatoly noch einmal wegen dem Programm?

...sobald er wieder zu Hause ist, will er sich melden. Ich werde ihn dann fragen...
Ernst


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