Vielen Dank für die reichhaltigen Antworten.
Auch mal ganz nach der Reihenfolge:
Zunächst mal hier das Excel Sheet zum Rumspielen in zwei Versionen.
KLICK
Einmal mit 150er Kollimator, einmal mit 200er Kollimator beides mal 1200er Gitter. Vorteil bei 150er Kollimator: Auch in der zweiten Ordnung bei 1200, oder 1. Ordnung 2400, geht kaum Licht am Gitter vorbei + besseres SN-Verhältnis + kleinere Linse nötig.
Grund für 40mü Spaltbreite... Ich möchte eine 50mü Faser nehmen und mit einem Spalt auf 40mü abblenden. Da ein Gaußprofil am Faseraustritt herrscht (meine ich zumindest) ist das Wegschneiden von jeweils nur 5mü auf jeder Seite mit relativ wenig Lichtverlust im Verhältnis zum Auflösungsgewinn verbunden. Ich lasse mich jedoch auch gern noch umstimmen.
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Hallo Thomas!
Einen Echelle wollte ich noch nicht bauen, da ich noch ein bisschen Kontakt zur unteren Auflösungsklasse halten möchte. Irgendwann ist der aber fällig, da hast Du wohl Recht.
Die SN-Werte sind schon hilfreich, da kann man sich orientieren, wunderbar.
Einen spaltlosen Spektrographen möchte ich nicht in diesem Auflösungsbereich bauen. Die Faser wird mir zunehmend sympathisch, weil ich dann nicht aufs Gewicht achten muss, eventuell noch eine Schrittmotorsteuerung für die Gitterdrehung einbauen kann und und und... mir fällt da genug ein was nicht am OAZ hängen könnte. Ich bin zur Zeit aber an einem kleinen Spektrographen dran, der mit einem konkaven Flatfield-Gitter ausgestattet sein wird. Der wird dann wohl für Spektralklassifizierung eingesetzt. Für diesen brauche ich auch keine weitere Unterstützung, das kriege ich schon ganz gut hin denke ich und hilft mir beim Sammeln von Erfahrungen bei der Konstruktion. Lediglich bei dem größeren Zweitprojekt, das ich angedacht habe ist mir eben ein Informationsaustausch mit den Profis, also Euch, Gold wert.
Mal sehn ob ich das richtig verstanden habe... Wenn ich also mit f/4 einkopple, kommt eigentlich das Meiste auch als f/4 wieder raus. Bei größeren Öffnungsverhältnissen wird auch viel Licht in niedrigen Öffnungsverhältnissen ausgestrahlt, weshalb ich Lichtverlust haben könnte wenn ich meine Linse nicht groß genug wähle.
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Hallo Sander!
Ja, die Filterkurve der 350D ist mir hinlänglich bekannt aus der Astrofotografie... Ich überlege ob ich mir nicht mal den Filter ausbaue. Ansonsten ist mir bewusst, dass eine SW-Kamera deutlich bessere Ergebnisse liefert, ich denke auch diesen Schritt werde ich irgendwann tun, nur jetzt wie gesagt erstmal mit vorhandener Hardware arbeiten.
Mit der jetzigen Konfiguration habe ich ca. 6px pro Halbwertsbreite wie Du sehen kannst, ich denke das klappt schon so.
Das Problem ist weiter, dass Gitter meist in die erste Ordnung geblazed sind. Die zweite Ordnung ist demnach sehr sehr sehr schwach. Ich hab heute selbst gestaunt wie schwach die eigentlich ist. (Habe heute die Brennweite des Konkavgitters mit Foucaulttest gemessen, da ich kein Datenblatt dafür habe) Die -2. Ordnung ist meist heller als die 2., eventuell sollte dann diese verwendet werden. Optimal ist das jedoch nicht. Die eierlegende Wollmilchsau scheint es nicht zu geben. So wie ich das sehe muss ich mich entweder für Radialgeschwindigkeitsmessungen, auch an schwachen Sternen entscheiden, bei einem 2400er Gitter, oder aber bei einem 1200er Gitter für mäßige Auflösungen bei allen Objekten und Benutzung der zweiten Ordnung nur für helle Objekte. Der Preis sollte dabei eine untergeordnete Rolle für mich spielen. Wenn ich so ein Projekt angehe dann möchte ich auch das Optimum rausholen und dann nicht sagen: "Na ja wenn ich noch ein kleineres Gitter nehme habe ich zwar nur ein viertel so viel Licht, bezahle aber nur 2/3 vom Preis des großen Gitters, ist doch klasse." Diese Geiz ist geil Mentalität führt selten zum gewünschten Erfolg, zumindest bei mir und wer billig kauft kauft grundsätzlich zweimal.
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Hallo Lothar!
Ja in der Tat steckt da ne Menge Arbeit und Wissen drin aus dem ich jetzt während des Studiums auch gut schöpfen kann.
Da fühle ich mich ja gleich heimisch bei Dir, denn ich werde auch noch Diplomchemiker und gehöre damit einer aussterbenden Rasse an. Ab nächstem Semester hält auch hier in Mainz leider leider Bachelor-Master Einzug.
Wie ich bereits oben schrieb baue ich gerade an einem Spektrographen niedriger Auflösung mit Konkavgitter. Ich habe mir das schon so gedacht, dass ich zunächst mit einem kleinen Projekt Erfahrungen sammle und dann das Große angehen.
Ich bin im Besitz einer EQ-6 und beherrsche diese durch Autoguiding mit einer mit SW-Chip ausgestatteten ToUCam ganz gut. Da ich wie gesagt auch in der Astrofotografie Fuß gefasst habe ist mir genaues Nachführen kein Fremdwort. Außerdem besitzt die Vereinssternwarte hier in Mainz demnächst wohl eine sehr vernünftige stationäre Fotomontierung, ich bin also in guter Gesellschaft mit meinem Vorhaben, auch auf Hardwareseite.
Deine Tagebücher habe ich mir schon oft zu Rate gezogen und den wertvollen Tipp mitgenommen meinen Spektrographen wohl gänzlich aus Alu zu fertigen, auch und gerade wenn er nicht direkt am Telskop hängt.
So jetzt bin ich mal gespannt.
Viele Grüße und nochmals Danke für den regen Informationsaustausch,
Jan-David