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 Betreff des Beitrags: Mizar
BeitragVerfasst: 17. April 2007, 12:13:05 PM 
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Lieber Otmar, hallo Liste,

Otmar vielleicht darf ich dich einmal über die Liste ansprechen(?)

Ich habe in letzter Zeit mich wieder Mizar zugewandt.

Ich habe gestern abend einen Spalt mit 30 µm breite genommen und habe an dem hier vorgelegtem Spektrum eine "Aufspaltung" bei den 02 linien gesehen. Ich habe mehrfach gemessen und komme zu dem mir sehr hoch erscheinendem R von 17988.

Die scheinbare RV von mizar war 76,27 km/sec . Wenn die hohe Auflösung kein "Kunst"-produkt ist, müßte es heute abend nochmal gehen, dass ich da was sehe an den Si Linien und dann bin ich mal neugierig, wann ich frühestens wieder was sehe......aber bestimmt macht mir die Witterung einen Strich durch die Rechnung.......

Ich habe dieses Spektrum im 1:2 binning modus aufgenommen. Die feinen Strukturen in den O2 Linien, so die überhaupt reel sind können mit "center gauss" nur schwer erfaßt werden, weil das Programm offenbar eine Mindestpixelzahl zur Berechnung benötigt. Wenn es heute abend nochmals klar werden sollte, dann mache ich das mal im 1:1 binning modus. Könnte durchaus sein, dass dann der Befehl besser geht.......

herzlicher Gruß
Berthold


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mizarSi_160407.gif [ 8.79 KiB | 4389 mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Mizar
BeitragVerfasst: 17. April 2007, 13:41:06 PM 
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Hallo Berthold,
Zitat:
Lieber Otmar, hallo Liste,

Otmar vielleicht darf ich dich einmal über die Liste ansprechen(?)
Klar. Ich lese die Liste aber manchmal nur "diagonal".


Das mit der Mindestpixelzahl stimmt, zumindest müssen die Linien für das
Zentrieren ausreichend "ge-sampled" sein, sonst kann Unfug herauskommen.
Binning ist also hier unter Umständen von Nachteil. Wievielen Pixel
entspricht denn Deine Auflösung?

Herzliche Grüße,
Otmar


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 Betreff des Beitrags: Re: Mizar
BeitragVerfasst: 17. April 2007, 17:16:03 PM 
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Zitat:
Wenn die hohe Auflösung kein "Kunst"-produkt ist,
Hallo Berthold,

deine Aufspaltung der O2-Linien ist vermutlich ein Kunstprodukt, aber nicht das in den beiden großen Linien. Diese scharfen Ausschläge in den O2-Linien sind meistens nur 1 Pixel und sind ein Produkt der Datenreduktion mit nur einem dark (und nicht einem Median vieler darks). Das wird besser, wenn du mehrere darks verwendest.

Ausserdem kannst du das überprüfen, wenn du mal die obere und untere Hälfte deines Spektrenstreifens getrennt integrierst und beide erhaltenen Spektren untereinander plottest. Dann ist im Allgemeinen ein warmes Pixel in einer Hälfte drin und in der anderen Hälfte nicht.

Damit habe ich auch zu kämpfen. Früher habe ich gejammert, dass die mit meiner HEQ-5 und der Mäusevilla gemessenen Spektrenstreifen wüst auf dem CCD hin- und herspringen. Jetzt muss ich darüber jammern, weil alle Spektrenstreifen exakt auf den gleichen Pixelreihen liegen.

Gruss
Lothar


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BeitragVerfasst: 20. April 2007, 23:15:35 PM 
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Hallo Berthold und andere Beobachter,

heute Abend sind die Si-Linien bei 6300 bis fast auf das Kontinuum getrennt. So habe ich das noch nie gesehen (mit dem Lhires und R=10.000 ist natürlich das Auflösungsvermögen im Vergleich zu meiner früheren Mäusevilla wesentlich besser). Auch die Halpha-Linie zeigt die Aufspaltung und die NaI (D1. D2). Wunderschön !

Liebe Grüsse
Lothar


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21. April 2007, 12:57:06 PM 
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Hallo Lothar,

kannst Du mal ein Bild ins Forum stellen?

Gruß
Roland


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BeitragVerfasst: 21. April 2007, 15:07:54 PM 
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Zitat:
kannst Du mal ein Bild ins Forum stellen?
Hallo Roland,

so sieht das im nicht-kalibrierten Rohspektrum aus. Es zeigt die beiden Si-Linien bei 6347 und 6371 Angström, jeweils schön aufgespalten. Die Aufspaltung betrug gestern Abend um 22 Uhr MESZ etwa 110 km/s.
Die Aufspaltung war auch in der Halpha-Linie, dem NaI-Dubllett D1/D2 und dem Mg-Triplett zu sehen. Jeweils immer derselbe Betrag (innerhalb der Messgenauigkeit von ca. 0,1 Angstr. = 5 km/s).

Viele Grüsse aus dem Saarland
Lothar


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BeitragVerfasst: 21. April 2007, 21:23:32 PM 
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Hallo Lothar,

das ist ja eine geniale Aufnahme.
Wenn Du diese kalibriert hast, kannst Du sie mir mal als Datei zuschicken? Ich würde gern die RV der Aufspaltung mit unserem Programm SpecRaVE bestimmen oder Du probierst es selbst mal damit. Das sollte eigentlich problemlos gelingen.

Liebe Grüße
Roland


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 22. April 2007, 11:54:36 AM 
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Zitat:
das ist ja eine geniale Aufnahme.
Wenn Du diese kalibriert hast, kannst Du sie mir mal als Datei zuschicken? Ich würde gern die RV der Aufspaltung mit unserem Programm SpecRaVE bestimmen oder Du probierst es selbst mal damit. Das sollte eigentlich problemlos gelingen.
Hallo Roland,

man kann sich wirklich an den schönen Spektren, die der Lhires liefert, begeistern.

Habe gestern Abend nochmal Mizar spektroskopiert und habe diesmal darauf geachtet, dass ich neben den beiden Si-Linien 6347 und 6371 noch die terrestrischen O2-Linien mit erfasse. Dies als Beleg für die richtige Kalibrierung.

Das beiliegende Spektrum ist allerdings noch nicht mit diesen O2-Linien kalibriert, sondern nur mit der mir bekannten Dispersion und einer Si-Linie.

Das Spektrum zeigt das gute Auflösungsvermögen. Immerhin sind die Minima der Sauerstoffdubletts nur um 0,8 Angström aufgesplittet und trotzdem sind ihre Minima schön aufgelöst. Ich verwende derzeit noch eine relativ grosse Spaltweite von 0,050 mm. Für helle Sterne wie Mizar könnte ich ohne weiteres auch 25um Spaltweite benutzen und dann fast das doppelte Auflösungsvermögen (17.000) erreichen.

Werde euer SpecRaVe mal mit den paar Daten ausprobieren (die Formel für die Periodizität von Mizar ist ja literaturbekannt).

Liebe Grüsse
Lothar


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 Betreff des Beitrags: H alpha - Linie von Mizar
BeitragVerfasst: 03. Juni 2007, 15:25:28 PM 
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Hallo,

anbei eine Einzelaufnahme der aufgespaltenen Ha-Linie von Mizar am 23.05.2007. Korrekturen: Dark und Himmelshintergrund. Kein flat, keine Normierung.

Belichtungszeit 10 min bei einer Spaltbreite von 0,050 mm (C14, Lhires mit 2400l/mm Gitter, Kamera: Nova 1602 bei -20°C, 2x2 binning, ca. 0,23 A/Pix). Erreichtes S/N zwischen den Pixeln 700 und 750 = 145.

Die Luft war relativ feucht (Tau), deshalb sind die Wasserlinien sehr ausgeprägt, obwohl Mizar nahe dem Zenit stand.
FWHM der Wasserlinien ca. 2,3 Pix = 0,53 Angstr. = 0,041 mm < Spaltbreite.

Damit habe ich wohl mein gesetztes Ziel an Auflösung (bei der gewählten Spaltbreite), Lichtstärke und Vermeidung von Ausleserauschen (lange Belichtung) erreicht und kann mich nach der "Einfahrphase" nun wieder mehr routinemässigem Messen zuwenden (Ernst wird sich freuen, wenn er mal wieder auch von mir Spektren für das Monitoring bekommt).

Liebe Grüsse
euer zufriedener Lothar


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 04. Juni 2007, 22:44:02 PM 
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Hallo Liste,

anbei ein Spektrum der Ha-Linie von Mizar A ermittelt mit einer einzigen Aufnahme von 20 Minuten Belichtungszeit, nach Korrektur mit dark, flat (Astroart), Himmelshintergrund (Iris) und Kalibrierung mit den Wasserlinien (VSpec).

Das System aus Lhires, C14 und Nova1602 ist so stabil, dass keine Splittung in viele Einzelaufnahmen nötig ist (auch die pure Addition von 5min-Aufnahmen zeigt keine Verschlechterung der Auflösung). Sonstige Bedingungen wie die 10min-Aufnahem im vorigen Beitrag.

Liebe Grüsse
Lothar


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mizar20070603_20p00_fullcorrigated.png [ 6 KiB | 4148 mal betrachtet ]
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