Hallo Freunde,
ja, darüber kann man trefflich diskutieren (sogar streiten). MIDAS...oder IRIS/VSpec oder Audela oder....IRAF.
Ich fing ja auch an mit IRIS und VSpec...und verwende beide heute noch. Aber meist nur, um mal schnell irgendwelche Sachen zu kontrollieren, für die mir das Wechseln des Betriebssystems (oder in die virtuel machine zu gehen) zu aufwendig ist. Außerdem hat VSpec durchaus einige gute tools, deren Anwendung sich fallweise lohnt (z.B. die Linienbibliothek).
Und man muss neidlos den Kollegen in Frankreich und auch Robin in England zugestehen, dass sie eine seröse und ansprechende Datenreduktion bzw. Darstellung ihrer Ergebisse mit diesen Programmen bewerkstelligen. Da gibts nichts zu mäkeln!
Trotzdem verwende ich für "richtige" Auswertungen praktisch auschließlich MIDAS (in Form der Skripte von Günter) und ab und zu Spezialanwendungen aus der überaus umfangreichen (eben professionellen) Bibliothek an Routinen, die MIDAS bietet. Das geht aber auch nur, weil es in unserer FGS Freunde, ja Mentoren, gibt, die uns in den unsäglichen Tiefen des MIDAS-Raums Unterstützung geben. Allen voran sind zu nennen Otmar und Günter. Ohne die beiden wären wir wohl kaum in der Lage, MIDAS in diesem Umfange und mit dem bisher erreichten Nutzen anwenden zu können. Jetzt kommt ja noch die Echelle-Programmatik mit dazu (und da läuft im Hintergrund schon wieder eine Riesen-Unterstützungsaktion durch Otmar).
Also, ich denke, wir sollten uns als Fachgruppe und im Rahmen von Kursen etc. nicht festlegen auf einen fundamentalistischen Standpunkt - für oder gegen eine Gruppe von Programmen. Aber wir sollten Informationen weitergeben über alle Möglichkeiten, was ja im Einzelfall immer auch gefärbt ist von persönlichen Erfahrungen und Vorlieben, die für andere eben nicht gelten müssen. So halte ich das in den Anfänger-Kursen, in denen ich eine Rolle spiele.
Also:
Für mit der Spektroskopie beginnende Personen, die sich ausschließlich in der Windows-Welt auskennen, ist am Anfang wohl IRIS/VSpec oder Audela eine gute Wahl. Damit wird man schnell in die Lage versetzt, seine Spektrenaufnahmen auszuwerten. In dieser Phase ist man noch mit apparativen Problemen beschäftigt, kennt sich mit der in der Spektroskopie wichtigen Physik (Optik, Sternphysik) meist noch nicht so gut aus...hat also andere Problemfelder wie über Auswerteroutinen nachzudenken.
Und wenn man dann so langsam da hinein wächst und dann noch Lust hat, sich mit den Grundlagen der Auswertung (Datenreduktion) zu beschäftigen, dann ist man bei MIDAS genau richtig. Weil hier kann man alles nachvollziehen, weil die Rechnungsmethoden (Skripte) jeder nachlesen und verändern kann (open source). Da gibt es kein Geheimnis, was das Programm eigentlich macht (für mich, ohne dass ich eingreifen kann, ohne mich zu fragen, ob ich damit einverstanden bin, ohne mir zu sagen, was es tut, ich soll einfach das Ergebnis übernehmen).
Ich sehe das also als eine Frage der Entwicklung jedes einzelnen "Jungspektroskopikers". Ohne Frage kommt man mit VSpec gut über die Runden. MIDAS gibt mehr Einblick.
Das war das Wort zum Sonntag (hätte Pfarrer werden sollen

).
Viele Grüße
Lo