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 Betreff des Beitrags: RSpec-Astro, Rlhires und Visual Spec
BeitragVerfasst: 30. März 2011, 17:43:24 PM 
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Hallo,

Als Neuling in der Spektroskopie dachte ich will ich mal meine Erfahrungen mit diesen 3 Programmen schildern.

Ich bin ein User der sich nicht gerne mit Bedienungsanleitungen herumschlägt sondern herausfindet anhand von klicken und ziehen ob ein Program Intuitiv oder nicht ist. In diesem Fall ist es vielleicht etwas schwer da ich von der Spektroskopie fast noch nichts verstehe aber wenn es schon daran hapert eine *.FITS datei zu öffnen ...

Am besten fange ich mit dem erreichten Erfolg an:

Rlhires = Null Erfolg und lasse ich mal für eine lange Weile einfach links liegen.

Zu viele Fenster mit Dateneingaben. Was weiss da ein Neuling schon ?

Grösstes Problem beginnt schon am Anfang mit dem öffnen einer Datei wegen einem nicht verständlichem Numerierungsproblem. Also für mich ist Rlhires im Moment ein weisser Fleck auf der Landkarte :cry:

Visual Spec = Nach ca 1 Stunde war ich in der lage meine einfachen Spektren zu kalibrieren.

Scheint wesentlich intuitiver als Rlhires zu sein. Das Handbuch hilft in vielen Fällen einem Neuling nur schwer weiter.

Ich habe von der einen Stunde ca. 30 bis 45 minuten gebraucht um heraus zu finden wie ich einem Punkt eines Profils einen Wert zuordnen kann damit ich eine Kalibrierung vornehmen kann. Danach als ich es herausgefunden hatte erschien es mir als ganz normal.

Nun kann ich weiter im Program schauen was für möglichkeiten es mir bietet.

RSpec-Astro = Der einfachste und schnellste Einstieg für mich in die Spektroskopie gab mir dieses Programm.

Es war das erste Programm welches ich überhaupt nutzte um mir ein Spektrum anzuschauen und zu kalibrieren. Das Kalibrieren dauerte etwas länger als mit Visual Spec aber muss sagen dass ich davor ja überhaupt keine Ahnung hatte.

Also mit RSpec-Astro bekam ich die Erfahrung um schneller in Visual Spec zu wissen nach was ich überhaupt suchen sollte.

RSpec-Astro hat den Vorteil kompakt zu sein, jemand schrieb hier Black-Box (gut möglich), aber für einen Anfänger was interessiert man sich dafür was da drin steckt wenn es die ergebnisse liefert die man auch mit den anderen (¿ White Box? :D ) erzielen kann ?

Später wenn man mehr Erfahrung sammelt sind dann die anderen Programm sicher besser geignet als RSpec-Astro. Wer weiss in was sich RSpec-Astro mit der Zeit noch verwandelt. Ob es ein einfaches Programm bleibt oder ob der Author der für US 99.00 (ca. Euro € 70.00) das Program verkauft in Zukunft zu einem fähigeren Programm entwickelt weiss ich nicht.

Alles in allem ist die hilfe im WWW für alle 3 Programme gewährleistet sei es durch die Authoren selber oder die vielen Anwender die einem Greenhorn :mrgreen: schnell weiterhelfen wenn Not am Mann ist.

Auf jeden Fall kann ich nur sagen

Spektroskopie an Astronomischen Objekten macht verdammt (darf ich das schreiben :oops: ) viel Spass.

Hier ein Beispiel das vielleicht viele Neuanfänger reizt :lol:

M42 mit SKY 90 und Star Analyser, Kamera TIS DMK 41AF04.AS und Lucam Recorder aufnahme software, mit RSpec-Astro grob ausgewertet

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Sorry für das lange posting und vielen dank fürs lesen :roll:

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Grüsse Rainer www.rsfotografia.com
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Zuletzt geändert von Rainer Ehlert am 30. März 2011, 20:42:34 PM, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 30. März 2011, 20:13:42 PM 
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Hallo Rainer, das ist für viele hier sicher ein sehr hilfreiches Posting. Ich stimme Dir zu. Steig erst einmal mit den Werkzeugen ein, die Dich am besten voran bringen. Wenn die nicht mehr reichen, wirst Du wieder neue Werkzeuge kennen lernen.
Zitat:
RSpec-Astro hat den Vorteil kompakt zu sein, jemand schrieb hier Black-Box (gut möglich), aber für einen Anfänger was interessiert man sich dafür was da drin steckt wenn es die ergebnisse liefert die man auch mit den anderen (¿ White Box? Very Happy ) erzielen kann ?
Das mit der "Black-Box" kam von mir. Wenn es so wäre, wie Du schreibst, würde ich es auch so sehen. Doch oft weichen die Ergebnisse verschiedener Tools voneinander signifikant ab. Und wenn Du dann wirklich genau und verlässlich messen willst (wir arbeiten manchmal mit den Profis zusammen), weißt Du die Ursache nicht und die Daten sind unzuverlässig. Die einzige "White-Box" ist eben MIDAS.

Ciao, Thomas


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BeitragVerfasst: 30. März 2011, 20:50:58 PM 
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Zitat:
Das mit der "Black-Box" kam von mir. Wenn es so wäre, wie Du schreibst, würde ich es auch so sehen. Doch oft weichen die Ergebnisse verschiedener Tools voneinander signifikant ab. Und wenn Du dann wirklich genau und verlässlich messen willst (wir arbeiten manchmal mit den Profis zusammen), weißt Du die Ursache nicht und die Daten sind unzuverlässig. Die einzige "White-Box" ist eben MIDAS.
Hallo Thomas,

Ich stimme dir als Neuling voll zu.

Wenn man aber als Neuling den Kopf mit anderen Sachen voll hat wie zB. erstmal gute Spektren zu fotografieren, wie kalibriere ich nun etc. etc. und dann bekommt man da eine Latte von Fenstern in denen ich Daten eingeben soll von denen man als Neuling Null versteht ...

Ich habe das ja bereits erlebt in dem ich mir Hilfe von Robin festgestellt habe dass meine Apparatur nicht Lineare Spektren liefert. Diese Erkenntnis brachte mich dann dazu gestern Visual Spec auszuprobieren, nicht um die nicht Lenarität festzustellen, denn dieses wurde mit RSpec-Astro festgestellt, sondern um die zukünftige Kalibrierung mit der errechneten Linearität automatisch auf meine anderen Spektren zu übertragen :wink:

Somit muss ich dann nicht immer Linien aussuchen, bei Sternen der Type A... ist das ja mehr oder weniger einfach aber wenn ich nun Sterne Typ G oder K oder M oder wer weiss was :( da sieht es ja schon wesentlich schwieriger aus ganz prominente Linien auszusuchen.

Habe ich mich einigermassen verständlich ausgedrückt ? Deutsch schreiben ist micht mehr meine Stärke, denn in den letzten 18 Jahren ist Spanisch 99% meiner Unterhaltung :lol:

Nicht zu vergessen ist im Moment auch meine Apparatur und die erzielte Auflösung (richtig?) per pixel die bei ungefär 6.7 angstrom liegt. MIt dem LISA wahrscheinlich ein bisschen höher und dann beginnt halt das Problem der genauigkeit, aber dies sind im MOment nur Annahmen :roll:

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Grüsse Rainer www.rsfotografia.com
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BeitragVerfasst: 30. März 2011, 20:56:37 PM 
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Klar, Du hast ja völlig recht. Mach einfach weiter so. Deine Arbeit als Neuling wissen wir sehr zu schätzen und die Kommentare sind einfacher, als die Daten wirklich auszuwerten. :oops:

Also ich verstehe Dich trotz 99% Spanisch sehr gut. :)

Thomas


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BeitragVerfasst: 23. April 2011, 08:50:47 AM 
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Hallo,
Rspec hat ein interessantes Feature, nämlich die Scharfstellhilfe. Gestern habe ich meinen Lhires mühevoll auf meine 350D mittels der Kalibrierlampe fokussiert. Heute morgen kam mir die Idee, daß eine Software diesen Prozess doch 1. bequemer und 2. genauer durchführbar machen könnte. Ich erinnerte mich dann an die Diskussion über Rspec und habe mich vergewissert, daß Rspec eine derartige Möglichkeit bietet. Man kann dort auf das Spektrum 1. Ordnung fokussieren, während visuell praktisch nur die Fokussierung auf 0-te Ordnung möglich ist. Vielleicht kann man das auch für den Lhires oder andere Spektrographen nutzen. Frage: Gibt es Alternativen?
Mit vielen Grüßen
Christian


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 Betreff des Beitrags: RSpec, Rires, V-spec
BeitragVerfasst: 17. Mai 2011, 17:11:17 PM 
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Hallo,

…Christian, so habe ich das mit dem focusing tool von RSpec leider auch noch nicht gemacht.
…Rainer, das sind schöne erste Ergebnisse. RSpec ist sehr klar und intuitiv bedienbar.
…Thomas, natürlich stellt sich bei RSpec wie bei V-spec das „black-box“ Problem, aber für den Einsteiger ist das doch erst mal egal.

Ich konnte ja, in Vertretung von Tom Field (dem Entwickler von RSpec), auf der ATT in Essen einen Vortrag über RSpec halten incl. einer Livedemonstration, dass man in ein paar Minuten die Rotverschiebung des Quasars 3C273 bestimmen kann und ergänzt durch das Video „RSpec walkthrough“ . Tom Field hat beim letzten OHP Treffen sein Programm in Europa vorgestellt und wollte ursprünglich zur ATT kommen. Im Januar musste er allerdings absagen. Da ich nun seit fast 2 Jahren in engem Kontakt mit ihm stehe und auch die ersten Beta-Versionen des Programms getestet habe, hatte man sich an mich gewandt ob ich nicht den ATT-Vortrag übernehmen wolle.
Ich halte RSpec in Verbindung mit Staranalyser und webcam für einen wirklich preiswerten und einfach zu bedienenden Einstieg um schnell zu ersten Ergebnissen zu kommen. Ich bin überzeugt, dass sich so viele neue Interessenten für die Astrospektroskopie begeistern lassen. Das haben auch die ersten Reaktionen auf meinen Vortrag gezeigt.

Gruß Rolf


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BeitragVerfasst: 17. Mai 2011, 18:53:50 PM 
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Hallo Rolf,

Aha :lol: also du bist es gewesen der den Vortrag für Tom gehalten hat. Tom hat mir bei einer unserer Unterhaltungen dies gesagt :lol:

In letzter Zeit habe ich mich sehr ausgiebig per Skype mit Tom unterhalten.

Ich nehme an du hast schon die neueste version ....39.

Also nicht nur für den Astroanalyser ist RSpec geeignet sondern ich würde wagen zu behaupten dass egal wie ein Spektrum erzeugt wurde kann dieses mit RSpec bearbeitet werde.

Ich arbeite nun mit meinem LISA und meine vergleiche mit VSpec sehe ich keine Unterschiede, soweite ich halt im Moment das beurteilen kann.

Rlhires ist für mich weiterhin ein Buch mit sieben Siegel :lol:

Nun lese ich schon zum drittenmal :)
Zitat:
natürlich stellt sich bei RSpec wie bei V-spec das „black-box“ Problem
Nun frage ich als Anfänger: ¿ was vermisse ich denn da ?

Es wäre schön wenn mir der eine oder andere experte erklären würde was wird denn da versteckt was man anscheinend so dringend :lol: braucht und mit RSpec und VSpec nicht hat ?

Danke schon mal im voraus.

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Grüsse Rainer www.rsfotografia.com
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BeitragVerfasst: 18. Mai 2011, 08:46:26 AM 
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Hallo Rainer!
Zitat:
Es wäre schön wenn mir der eine oder andere experte erklären würde was wird denn da versteckt was man anscheinend so dringend braucht und mit RSpec und VSpec nicht hat ?
Es gibt einige Prozeduren, die man bei einer soliden Datenreduktion wissen und beachten muss und die hier schon besprochen wurden. dabei liegt die Betonung jedoch auf "solide", sprich, man holt das optimale aus den Daten heraus und kann sich auf die Ergebnisse verlassen. Für den Einsteiger sind das nachrangige Fragen und Rolf hat natürlich recht, dass man es hier nicht übertreiben muss. RSpec scheint für Anfänger offensichtlich sehr hilfreich zu sein(obwohl es nicht gerade billig ist).

Ganz anders sieht es aus, wenn die Daten unabhängig von anderen Beobachtern verlässlich sein sollten. In diesem Fall hilft es auch nicht, wenn mit RSpec und VSpec (letzteres immerhin kostenlos) die gleichen Ergebnisse heraus kommen. Das heißt ja noch nicht, dass die Ergebnisse richtig sind. Auch VSpec ist eine Black-Box. Ein von mir irgendwann vorgebrachtes Beispiel ist der Himmelshintergrund, der oft einen globalen Gradienten (nichtkonstante Helligkeit im Bildf) aufweist. Wenn dieser Hintergrund von verschiedenen Programmen blind als Konstante abgezogen wird, liefern alle Tolols mehr oder weniger die gleichen Resultate, obwohl man genauer (z.B. mit MIDAS oder IRAF) arbeiten könnte. Ich habe bei sowas schon mehrere Prozent Fehler gefunden. All das liegt bei fortgeschrittenen Programmen wie MIDAS ganz offen und durchsichtig vor einem und man weiß recht genau, was man tut.

Noch einmal, für Anfänger spielt das alles eine untergeordnete Rolle, doch ich finde es wichtig, sich das irgendwann einmal vor Augen zu halten. RSpec ist für den StarAnalyzer sehr schön, doch für den LHires ist es mit Sicherheit nicht mehr brauchbar. Insofern kann ich zu einer Auseinandersetzung mit Datenreduktionswerkzeugen nur motivieren und ich glaube, wer sich generell mit Spektroskopie auseinandersetzt, hat auch das Standing für die Werkzeuge.

Gruß, Thomas


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BeitragVerfasst: 18. Mai 2011, 14:03:43 PM 
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Hello all,

I encouraged Tom to develop Rspec as a simple, easy to use tool for Star Analyser users starting in spectroscopy. Its main strength is the real time display of reduced spectra. This helps the beginner and is useful for education.

It should not be used for scientific research though as it currently does not do all the steps necessary. For example

There is no dark or flat correction.
The simple background subtraction technique is not ideal.
The program scales spectra internally and so does not preserve the ADU counts. This means absolute flux measurements cannot be compared.

It would also need careful testing by experienced spectroscopists and checking of the algorithms used against established programs like MIDAS before it would be acceptable for scientific use. (Tom is an experienced programmer but is inexperienced in spectroscopy)

Tom is aware of these limitations. The danger is that some users may believe that the program is capable of research quality data reduction and will be disappointed when their data is rejected for Pro-Am applications.


Robin


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 Betreff des Beitrags: RSpec-Astro, Rlhires und Visual Spec
BeitragVerfasst: 18. Mai 2011, 14:32:35 PM 
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Thank you Robin!


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Berthold


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BeitragVerfasst: 18. Mai 2011, 16:53:43 PM 
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Hallo Thomas,

Vielen Dank. Jetzt ist es mir etwas klarer. Also kann ich das lernen von VSpec mal beiseite stellen und mich mehr Rlhires von Christian Buil widmen.

Gestern habe ich mal in die ESO seite geschaut und ein bisschen über MIDAS gelesen.

Interessant fand ich die Stelle mit Cygwin ...

Heisst es, das swenn ich Cygwin in meiner Windows XP Pro SP3 Umgebung installiere, dass ich dann MIDAS laufen lassen kann oder habe ich da was falsch verstanden ?

Also jetzt macht Euch mal darauf gefasst dass ich viele Fragen erstmal in bezug auf die richtige Herstellung con Spektrumbilder (nicht profile) stellen werde, also alles das was sich mit BIAS, DARKS und FLATS in sich hat.

Die drei sind mir nicht unbekannt da ich ja von der seite der " Pretty Deep Space Objects Images " komme :lol:

Nun die erste Frage wäre

Werden die BIAS, DARKS, und FLATS genauso hier in der Spektroskopie hergestellt und angewandt wie bei den " Pretty Images " ?

Wenn ja dann wäre ich ja auch schon einen Schritt weiter :) , wenn nein dann könnte mir bitte jemand sagen ob hier in diesem Forum so was wie eine Anleitung steht ?

Eine weitere wichtige Frage ist naturlich die Belichtungszeit und somit die Frage bis wo, also Sättigung des CCD chips soll ich arbeiten.

Meine Kamera ist eine monochrome QSI520i mit einem CCD chip 1600x1200 7,4µ pixel Kodak KAI-2020M mit 45,000 electrons " Pixel full well depth " und 0.8 e/ADU, also wenn ich das richtig verstehe ist der pixel bei 56.250 ADU voll. Soll ich bis dahin gehen oder sollte ich vielleicht bei 80%-90% aufhören um keine details auszubrennen ?

Haben die genannten Programme Rlhires un MIDAS eine Grenze also sagen wir mal 16 bit oder 12 bit oder ¿?

VIelen Dank im voraus :oops:

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Grüsse Rainer www.rsfotografia.com
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BeitragVerfasst: 18. Mai 2011, 16:58:33 PM 
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Zitat:
Hello all,

I encouraged Tom to develop Rspec as a simple, easy to use tool for Star Analyser users starting in spectroscopy. Its main strength is the real time display of reduced spectra. This helps the beginner and is useful for education.

It should not be used for scientific research though as it currently does not do all the steps necessary. For example

There is no dark or flat correction.
The simple background subtraction technique is not ideal.
The program scales spectra internally and so does not preserve the ADU counts. This means absolute flux measurements cannot be compared.

It would also need careful testing by experienced spectroscopists and checking of the algorithms used against established programs like MIDAS before it would be acceptable for scientific use. (Tom is an experienced programmer but is inexperienced in spectroscopy)

Tom is aware of these limitations. The danger is that some users may believe that the program is capable of research quality data reduction and will be disappointed when their data is rejected for Pro-Am applications.


Robin
Hi Robin,

Thanks for that explanation.

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BeitragVerfasst: 18. Mai 2011, 17:17:37 PM 
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Zitat:
Interessant fand ich die Stelle mit Cygwin ...
Hallo Rainer,

ich versuche auf einige deiner Fragen zu antworten.

Das mit Cygwin funktioniert, aber der PC wird dabei relativ langsam. Ich habe deshalb mein System vor Monaten umgestellt und verwende eine virtuelle Maschine. Genaues dazu findest du im Forum: http://spektroskopieforum.vdsastro.de/v ... php?t=3495
Du kannst dir das runterladen. Die Installation erfolgt praktisch automatisch. Und wenns arg klemmt hilft die Jürgen Neubert per Fernwartung. Dann kannst du Linux + Midas und alle Skripte dazu (OPA oder SMS von Günter) parallel neben Windows laufen lassen und Daten wie gewohnt hin und herkopieren, ohne irgendwas neu starten zu müssen (in der Praxis sehr wichtig !).
Zitat:
Werden die BIAS, DARKS, und FLATS genauso hier in der Spektroskopie hergestellt und angewandt wie bei den " Pretty Images " ?
BIAS: Ja
DARK: wie gewohnt, Darks bei gleicher CCD-Temperatur und gleicher Belichtungszeit wie die Spektrenframes.
Flat: ein schwieriges Thema. Lies mal hier: http://www.astrospectroscopy.eu/Einstei ... /flats.htm
Zitat:
Eine weitere wichtige Frage ist naturlich die Belichtungszeit und somit die Frage bis wo, also Sättigung des CCD chips soll ich arbeiten.
Niemals sättigen. Spektren sind quantitative Daten. Jedes Pixel, das gesättigt ist, sagt nichts mehr aus über die reale Menge Licht, die es empfangen hat, und fällt für die Messung aus. ich gebe mich meist mit ca. 50% Sättigung der hellsten Stellen eines Spektrums zufrieden, dann ist noch genug Platz für andere Effekte (heisse Pix. etc). Bei vielen (schwachen) Objekten komme ich in vernünftigen Belichtungszeiten (< 30 min) gar nicht in die Nähe der Sättigung, weil die Lichtmenge zu gering ist.
Zitat:
Haben die genannten Programme Rlhires un MIDAS eine Grenze also sagen wir mal 16 bit oder 12 bit oder ¿?
Ja, pass da auf. VSpec und IRIS können nur 16bit/2 (also rund 32000). Deshalb nie Frames einfach nur addieren, wenn die Gefahr besteht, dass im Summenbild diese Grenze irgendwo im Bild erreicht wird. Dann besser Mittelwert bilden (der unterscheidet sich ja von der Summe nur durch einen konstanten Faktor = Bildanzahl. Das S/N ist davon unabhängig). Auch nie die Einzelframes über diese Grenze belichten (wenn du IRIS oder VSpec verwendest). MIDAS ist da nicht begrenzt (jedenfalls soweit ich bisher damit zu tun habe).

_________________
Herzliche Grüße / best regards

Lothar

https://lotharschanne.wordpress.com/


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BeitragVerfasst: 18. Mai 2011, 18:00:48 PM 
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Hallo Lothar,

Vielen dank :lol:

Also wenn das so ist bin ich einen kleinen Schritt weiter :) mit dem lernen von Rlhires. MIDAS ist wohl ein wesentlich grösserer Schritt. Erst muss ich mal nach dem Krabbeln, das Gehen lernen bevor ich fliegen kann :lol: und auch nicht vergessen das Laufen und Rennen :shock:

Danke für die ausfÜhrliche Antwort in bezug aus Sättigung.
Zitat:
Flat: ein schwieriges Thema. Lies mal hier: http://www.astrospectroscopy.eu/Einstei ... /flats.htm
Danke. Das habe ich mehrmals durchgelesen und ja das ist ein Problem. Allerdings muss ich sagen aus meiner Erfahrung her ist das beleuchten eines T Shirts mit einer Glühbirne so wie in verschiedenen Bildern dargestellt nicht die beste Methode denn ich habe da 100% eine Punktuelle beleuchtung. Besser wäre es in disem Fall en einem bewÖlkten Tag einfach den HImmel anzuvisieren.

Ich habe auch eine Leuchtfole von Gerd Neuman unad habe da erste teste gefahren.

Mein LISA spekttrograph hat die Kalibrierungseinheit mit NEON und Weisslichtlampe für FLAT Herstellung.

Meine ersten Versuche mit Weisslichtlampe war ich etwas sketisch, muss aber noch mehr versuche machen. Irgendwo lass ich auch dass diese FLATS bereits mir die "CCD Response curve" geben würde.

Wie gesagt, ich muss mich mit der Materie Weisslichtlampe und diese FLATS näher beschäftigen. Werde mal als erstes die Unterschiede zwischen Leuchtfolie und Weisslichtlampe an ein und demselben Spektrum applizieren und die Unterschiede untersuchen.

Ich dachte schon dass ich mich aus der Spektroskopie zurückziehen muss und wollte schon meinen LISA zum Verkauf anbieten aber jetzt schaut es wieder etwas besser aus :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

Also alles in allem muss ich sagen dass, ohne RSpec-Astro, wäre ich gar nicht hier. Die US $ 99,00 (ca. Euro € 70,00) war der billigste Lehrer zum anfangen :roll:

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Grüsse Rainer www.rsfotografia.com
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BeitragVerfasst: 18. Mai 2011, 21:24:29 PM 
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Zitat:
Also wenn das so ist bin ich einen kleinen Schritt weiter :) mit dem lernen von Rlhires. MIDAS ist wohl ein wesentlich grösserer Schritt. Erst muss ich mal nach dem Krabbeln, das Gehen lernen bevor ich fliegen kann :lol: und auch nicht vergessen das Laufen und Rennen
Hallo Rainer,

ja, lass dich da nicht verrückt machen. Probiere die unterschiedlichen Auswerteprogramme aus und was dir gefällt, nimmst du. Und wenn du langfristig bei der Spektroskopie bleibst kannst du immer noch auf Midas umsatteln. Am Anfang nicht zuviel auf einmal wollen bzw. versuchen. Ich verwende auch heute noch gelegentlich IRIS und VSpec, wenn ich mal schnell und vorläufig was auswerten will.
Zitat:
Besser wäre es in disem Fall en einem bewÖlkten Tag einfach den HImmel anzuvisieren.
Wenn du Tageslicht nimmst, hast du alle Absorptionslinien des Sonnenspektrums drin. Das kannst du nicht als Flat verwenden. Aber auch da gibt es einen Trick: Wenn du während der Flataufnahme (Himmel) die Gitterstellung laufend änderst (und zwar deutlich und flott), dann werden diese Absorptionslinien ausgemittelt und du bekommst ein grobes Flat über den Wellenlängenbereich, in dem du "gespielt" hast.
Zitat:
Ich habe auch eine Leuchtfole von Gerd Neuman unad habe da erste teste gefahren.
Die verwende ich auch für den Lhires, Sie hat zwar auch ihre Macken (ist z.b: für einen Echelle-Spek wegen der schwachen Leistung im Roten kaum verwendbar), aber für den Lhires oder andere Spaltspektrographen üblicher Bauart ist sie eine gute Lösung.
Zitat:
Irgendwo lass ich auch dass diese FLATS bereits mir die "CCD Response curve" geben würde.
Das ist nicht richtig. Weil jede Lampe ihre eigene Intensitätsverteilung hat, die zu eliminieren ist, um die Response-Kurve zu erhalten.
Zitat:
Wie gesagt, ich muss mich mit der Materie Weisslichtlampe und diese FLATS näher beschäftigen. Werde mal als erstes die Unterschiede zwischen Leuchtfolie und Weisslichtlampe an ein und demselben Spektrum applizieren und die Unterschiede untersuchen.
Ja, spiele einfach damit. Solche Experimente geben dir Erfahrung und Gefühl.
Zitat:
Ich dachte schon dass ich mich aus der Spektroskopie zurückziehen muss und wollte schon meinen LISA zum Verkauf anbieten aber jetzt schaut es wieder etwas besser aus
Ach was, das sind typische Probleme für jeden Anfänger. Bleib dran, Stück für Stück kommst du weiter. Das dauert eben ein Jahr.
Zitat:
Also alles in allem muss ich sagen dass, ohne RSpec-Astro, wäre ich gar nicht hier. Die US $ 99,00 (ca. Euro € 70,00) war der billigste Lehrer zum anfangen :roll:
Dann hat das Programm für dich eine wichtige Funktion erfüllt. Wieviele Euros habe ich schon in den Sand gesetzt, weil ich Zeugs gekauft habe, das sich dann als nicht-brauchbar erwiesen hat = Lehrgeld. Da hast du mit RSpec mehr Glück gehabt.
Also dran bleiben, machen, lernen, auch Enttäuschungen weg stecken...das alles gehört mit dazu und macht Spektroskopie spannend.

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Herzliche Grüße / best regards

Lothar

https://lotharschanne.wordpress.com/


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BeitragVerfasst: 18. Mai 2011, 21:53:44 PM 
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Lothar hat absolut recht. Immer schön langsam und nicht verrückt machen lassen.

Gruß, Thomas


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BeitragVerfasst: 18. Mai 2011, 21:54:32 PM 
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Hallo Rainer,

das Erstellen des Flats ist wohl ein heikles Thema. Beachte insbesondere, dass Du damit ebenfalls ein Spektrum aufnimmst. Der bewölkte Himmel ist da nicht geeignet, da nimmst Du ein Sonnenspektrum mit vielen Linien auf. Besser ist eine Halogenlampe, deren Spektrum ist im wesentliche eine glatte Kurve (Plancksches Strahlungsgesetz). Bei Leuchtfolien und Weisslicht-LED musst Du ebenfalls aufpassen. Für die Responsekurve, wenn Du es genau wissen willst, nimmst Du am besten eine hellen Stern mit wenig Linien (Typ A) auf, z.B. Wega (nicht Sättigen) und dividierst dann Dein Spektrum durch ein Referenzspektrum. Aber das ist wohl ein übernächster Schritt.
Für den Anfang empfehle ich Dir die Anleitung von Christian Buil zu LISA und Rlhires:
http://www.astrosurf.com/aras/lisa_pipeline/rlhires.htm

Etwas gewöhnungsbedürftig sind dabei vielleicht die Filenamen, damit alles einfach klappt (ähnlich wie bei IRIS, Files durchnumeriert, z.B. dark1, dark2, ... ). Wenn Du Dich auf maximal 32000 ADU beschränkst, kannst Du IRIS für die Aufnahmen verwenden, ist aber nicht so kritisch.

Gruss, Martin


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BeitragVerfasst: 18. Mai 2011, 22:45:23 PM 
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Hello all,
a supplement to Robin´s posting:
Of course, RSpec was not developed for scientific research in collaboration with astrophysical institutes. ;-) When I am talking to other amateurastronomers they say: Oh this spectroscopy it is expensive and complicated. But with the staranalyser (125 €), the webcam (100€) and RSpec (75€) , this is really not expensive, it is very easy to handle and you will get the first results very fast. We, the advanced, are able to demonstrate “our astrospectroscopy” live and in real-time to others amateurs and to public audience. They can see and feel how fascinating this branch of astronomy can be. And they can start this easy way. I guess we need 10 to 100 newbies and only one of them will start scientific research, then he should take MIDAS, of course.
Rolf


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Dank an Euch Alle,

Ja da scheint das flache FLATS doch nicht so flach zu sein :? :lol:

Die Ausarbeitung der Profile mit dem Ausgleichen der CCD Responve curve scheint bei mir immer besser zu klappen, also muss ich jetzt mal verschiedene Spekten mit dem FLAT von LISA bearbeiten sowie mit der Leuchfolie damit ich sehe wie die Spektren besinflusst werden.

Während ich nun das obige schrieb kam mir die Frage in den Kopf: Warum brauche ich eigentlich Flats ? Ist es der gleiche Grund wie bei " Pretty Images " die Vignettierung und den dreck weg zu machen oder hat es andere wichtigere Gründe.

BIAS und DARKS sind ja kein Thema mehr da hier ja alles wie in den " Pretty Images " funktioniert.

Ich bereite gerade ein paar bilder und profile vor in diesem Zusammenhang und werde dann einen neuen thread aufmachen.

Danke

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Grüsse Rainer www.rsfotografia.com
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BeitragVerfasst: 18. Mai 2011, 23:15:06 PM 
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Hallo Martin,
Zitat:
Für den Anfang empfehle ich Dir die Anleitung von Christian Buil zu LISA und Rlhires:
http://www.astrosurf.com/aras/lisa_pipeline/rlhires.htm
Danke. Leider kann ich kein Französisch. Werde trotzdem versuchen nur anhand der Bildchen was zu verstehen :?

Erste Frage: Was ist mit Fichier cosmétique für eine Datei gemeint ?

Ganz am Anfang ...

Ja und
Zitat:
Etwas gewöhnungsbedürftig sind dabei vielleicht die Filenamen, damit alles einfach klappt (ähnlich wie bei IRIS, Files durchnumeriert, z.B. dark1, dark2, ... )
da muss ich mal sehen wie ich in MAxIm DL numeriere.

Danke

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BeitragVerfasst: 19. Mai 2011, 09:01:01 AM 
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Hallo Rainer!
Zitat:
Ist es der gleiche Grund wie bei " Pretty Images " die Vignettierung und den dreck weg zu machen oder hat es andere wichtigere Gründe.
Zunächst korrigiert das Flat in der Spektroskopie genau so wie beim Imaging. Vignettierung und Dreckeffeckte (z.B. Staub auf CCD-Fenster) werden korrigiert. Beim Imaging bist Du damit im Wesentlichen fertig. Was die zweidimensionale Abbildung des Spektralfadens auf dem Chip angeht, hast Du damit alles für die spektrale Datenreduktion vorbereitet. Allerdings geht es nun erst richtig los, sprich, das Spektrum soll so aufbereitet werden, dass es mit anderen Messungen vergleichbar wird. Ein Kernpunkt dieser Arbeit ist die sog. Normierung des Spektrums auf 1 (engl. "Rectification" - Du weißt, was das ist.).

Diese Normierung wird durch eine Funktion möglichst niedriger Ordnung durchgeführt, indem diese das spektrale Kontinuum abbildet. Niedrige Ordnung weil insbesondere breite Linien (z.B. Be- und WR-Sterne) über weite spektrale Bereiche keine Stützstellen für die Normierungsfunktion liefern (ist ja kein Kontinuum da). Funktionen höherer Ordnung fangen in so einem Fall schnell an zu Schwingen und machen die Normierung in der Linie unmöglich.

Um eine Funktion niedriger Ordnung (s.B. Spline 3ter Ordnung - sehr bewährt) anzuwenden, dürfen jedoch keine lokalen Beulen im Spektrum vorliegen (z.B. Staub auf dem Chip). Zu einer Korrektur dieser Beulen müsstest Du nämlich wiederum eine Normierungsfunktion hoher Ordnung wählen, die in den Linien wiederum potentiell instabil ist. Um diese störenden Beulen im Spektralfaden zu beseitigen, wendest Du das Flat an. Globale Störungen (z.B. Intensitätsgradienten) lassen sich mit einer niedrigen Ordnung i.d.R. gut korrigieren. Das ist auch der Grund, warum Flats gar nicht wirklich "flach" sein müssen (geht auch gar nicht). Es sollten eben nur keine lokalen Störungen drin sein.

Das zur Theorie. Es spricht gar nichts dagegen, wenn Du die Normierung einmal mit Flat und einmal ohne versuchst. Ich vermute, dass dieser Effekt bei Spektren sehr niedriger Auflösung weniger stört als bei hoher Auflösung.

Gruß, Thomas

PS: Flats müssen ein wesentlich höheres S/N haben als die Originaldaten. Dazu musst Du sehr lang belichten bzw. viele Aufnahmen (mind. 10) mitteln. Bedenke, das Licht wird spektral zerlegt und somit verteilen sich die Photonen auf viele Pixel.

Übrigens: In unserem WIKI steht auch etwas zum Flat.


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BeitragVerfasst: 19. Mai 2011, 21:56:01 PM 
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Hallo Rainer,

zum Cosmetic File: Dabei handelt es sich um eine Liste der hot pixels, gewonnen aus dem Dark. An diesen Stellen, welche kein Nutzsignal enthalten, werden die entsprechende Pixelwerte durch Mittelung der umliegenden Pixel bestimmt. Zum Erstellen dieses Files siehe hier:
http://www.astrosurf.com/buil/iris/tuto ... oc9_us.htm
Wenn etwas in Rlhires nicht beschrieben ist, oder nur auf französisch, dann findest Du auf der Webseite von IRIS weiterführende Tutorials zu fast allen Fragen:
http://www.astrosurf.com/buil/us/iris/iris.htm
Rlhires ist ja vom gleichen Autor, eine neuere Version von IRIS, welches nicht mehr gepflegt wird.
Für eine Beschreibung des Arbeitens mit IRIS und VSpec empfehle ich Dir die Einführung von Urs Flükiger:
http://www.ursusmajor.ch/downloads/tuto ... ec_6.1.pdf

Gruss, Martin


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