Hallo Berthold,
die Linienpositionen sind letztendlich das Ergebnis von Labormessungen mit sehr hochauflösenden FTIR-Spektrometern. Es wird dann
eine Art quantenmechanische "Ausgleichsrechnung" gemacht, um aus den Spektren optimale Linienpositionen und -stärken zu gewinnen,
und um aufzuklären, welchen Übergang man im Spektrum beobachtet (Quantenzahlen, Anregungsenergie). Durch "Ab initio" Rechnungen,
also sozusagen freihändig, ohne Hinzunhame von Messungen, kann man so genaue Positionen wie in HITRAN angegeben nicht gewinnen.
Das man sich so um diese Linienparameter bemüht, hat vor allem mit der atmosphärischen Fernerkundung zu tun, wenn man zB etwas
über Quellen und Senken langlebiger Treibhausgase lernen will, muss man deren (entlang des Sehstrahles gemittelten) Mischungsverhältnisse
im Subprozent-Bereich genau messen. (Übrigens dient dann oft der Sauerstoff zur Bestimmung der beobachteten Luftmenge, denn das
O2-Mischungsverhältnis ist sehr genau bekannt und kaum variabel)
Viele Grüße
Frank
Am 11.04.2012 22:39, schrieb Berthold Stober:
Zitat:
Lieber Günter , sieht ja wirklich toll aus, aber warum berechnet man sowas? Ist vielleicht der Grund der, dass man nur auf so einem Weg hochgenaue Linienpositionen bekommen kann? Offenbar kann man ja auch andere Elemente nehmen, die dann andere Spektralbereiche erfassen(?)..da natürlich die Athmosphaere immer gleichzeitig mit einem Sternspektrum aufgenommen werden muss und wird, koennten das ideale Eichlinien sein......oder welchen Sinn hat das noch, sowas zu berechnen......
Herzlicher
Gruß Berthold