Hallo Christian,
2012/5/12 Christian Netzel <
fg-spek-data@vdsastro.de>:
Zitat:
Hallo,
im VdS Journal für Astronomie Nr. 40 gibt es einen Beitrag von Helmut Jahns
und Roland Bücke mit dem Titel "Messung der Dopplerverschiebung mit der
Kreuzkorrelation". Beim ersten Lesen war ich von der Idee sehr beeindruckt
und war überzeugt, daß das eine brauchbare Methode ist. Nach näherem
Nachdenken bin ich mir aber inzwischen gar nicht mehr so sicher. Auf S. 73
Abb. 3 wird behauptet, daß es nur ein Maximum gibt, das man durch Testen
aller möglichen Verschiebungen eindeutig ermitteln kann. Wenn wir nun uns
ein hypothetisches Spektrum vorstellen, das in periodischen Abständen
gleichartige Linien aufweist, sieht man sofort, daß es sehr viele Maxima
geben kann. Bei meinem Beispiel hängt die Anzahl von der Menge der Randpixel
ab, die man wegläßt. Ich muß aber Randpixel weglassen, um Spielraum zur
Verschiebung zu haben. Auch wenn das Beispiel in der Praxis kaum vorkommen
wird, kann dennoch ein ähnlicher Effekt durch Rauschen oder z. B. durch die
Vielzahl von Linien bei Molekülbanden auftreten.
Im Prinzip ist das richtig. Allerdings tritt das in der Praxis nicht
wirklich auf.
Zitat:
Im übrigen gibt es bei nur positiven Meßwerten keine (kreuz-) unkorrelierten
Spektren (s. S. 73).
Hat jemand inzwischen praktische Erfahrung mit dieser Methode gesammelt?
Sind meine Bedenken für die praktische Arbeit bedeutungslos?
Das ist die Standardmethode bei der Radialgeschwindigkeitsmethode zur
Planetensuche, und bei anderen Päzisionsmessungen, also eine sehr alt
und bewährt. Früher wurde die Kreuzkorrelation mit Hardwaremasken
gemacht (in den 1970er Jahren, google mal nach coravel), inzwischen
schon lange in Software. Dasi Ist also alles andere als eine neue
Methode und es gibt umfangreiche Literatur darüber.
Herzliche Grüße,
Otmar