Zitat:
Doch, die Apparatefehler sollte man tatsächlich möglichst komplett
wegrechnen. Was man nicht wegrechnen kann (und auch nicht versuchen
sollte) sind die zufälligen Fehler. Mit einer Spline-Interpolation kann
man die Residuen auf Null drücken. Das ist dann nicht so gut, weil man
dann keine Information über die zufälligen Fehler mehr hat.
Zitat:
Natürlich sollte die Apparatefunktion abgebildet sein (Dispersionsgleichung, optische Fehler etc.), nicht aber die stochastischen Abweichungen weggefittet werden. Und genau deshalb stelle ich einen Spline in Frage, wie Daniel richtig erkannt hat.
Zitat:
Das hat schon mit der Frage zu tun: Legendre-Polynome sind durchaus "normale" Polynome. Es ist auch schon eher lange bekannt, dass
orthonormale Polynomsysteme Vorteile gegenüber Deinen "normalen"
Polynomen, haben, auch beim Fitten einer Dispersionsrelation.
Gut! Das Paper schaue ich mir an. Ich kann dem durchaus folgen, nur helfen mit Gelehrsamkeiten und mathematische Kniffen im Hilbertraum hier nicht weiter (auch nicht den meisten hiesigen Lesern), wenn der praktische Hintergrund (z.B. stochastische Streuung) nicht beleuchtet wird.
Hallo Otmar, hallo Thomas,
in dem Punkt, daß nur die Apparatefehler und nicht die stochastischen Fehler weggefittet werden sollen, sind wir uns also einig. In der zitierten Arbeit wird übrigens darauf hingewiesen, daß die zufälligen Fehler hauptsächlich aus Ablesefehlern bestehen. Daraus folgt, daß die Standardabweichung höchstens in der Größenordnung der Dispersion per Pixel liegen muß.
Was ich aber nicht verstehen kann, wieso Splines eher die stochastischen Fehler wegfitten soll als Polynome. Nehmen wir mal an, ich habe 20 Kalibrationslinien. Dann kann ich mit einem Spline aus 16 Teilstücken alle Residuen wegfitten. Das kann ich aber genauso gut mit einem Polynom 19-ten Grades. Tatsächlich nehme ich aber nur Splines mit zwei oder drei Teilpolynomen.
Thomas, es tut mir schrecklich leid und ich kann wirklich nichts dafür , aber das zuständige mathematische Teilgebiet ist nun mal die Funktionalanalysis, genauer die Theorie der linearen topologischen Räume (muß sich für Nichtmathematiker schrecklich anhören):( . Ich versuch es mal möglichst einfach zu machen. Ich betrachte alle stetigen Funktionen über dem Intervall [0,1]. Daß das Intervall von 0 bis 1 geht, tut hier nichts zur Sache. Ich könnte auch jedes andere
endliche Intervall nehmen. Dann kann ich jede stetige Funktion beliebig gut sowohl durch Polynome als auch durch Splines annähern. (Falls das zufällig ein Mathematiker liest, bitte weghören). Das bedeutet, daß ich mit allen möglichen Funktionsmengen die Residuen wegfitten kann.
Es kommt, egal welche Funktionen ich nehme, nur darauf an, sie "einfach" genug zu halten.
Die Tschebychew- Approximation hat, was die Differenzen zur "wahren" Funktion angeht optimale Eigenschaften. die gilt aber leider nicht für die Ableitungen. Die schwanken ganz deftig. Daher können Linienbreiten ganz schön verfälscht werden.
Normale Polynome zeigen bei genügend großem Grad, nach außen und bei sehr ungleichmäßiger Verteilung der Stützstellen auch im Inneren erhebliche Abweichungen.
Und hier ein paar Beispiele:
Viele Grüße
Christian