Hallo zusammen,
Mizar ist eben ein tolles Übungsprojekt (siehe hier:
http://www.astrospectroscopy.eu/EBE/Zwi ... 0Mizar.pdf). Bei den meisten Doppelsternsystemen sieht man im Spektrum nur die Linien von einem Stern, weil der andere im Vergleich dazu zu leuchtschwach ist. Das Einarbeiten in die Auswertung von Orbitalelementen aus den Meßdaten ist schon etwas komplex und man braucht Zeit dazu. Es gibt da auch viele Methoden, angefangen von graphischen aus der Urzeit (1900 bis 1940) bis hin zu den heutigen entangling-Verfahren. Wenn da mal jemand Hilfestellung braucht habe ich noch einiges dazu. Jedenfalls ist für solche Messungen ein Echelle-Spek super geeignet, weil viele Linien für die RV-Messungen zur Verfügung stehen und deshalb ein im Vergleich zu Einzellinien viel besserer RV-Mittelwert gebildet werden kann. Genau deshalb wollte ich mir ja immer einen Echelle-Spek bauen. Habe zwar jetzt einen (Espekdiko), aber noch keine fixe Montierung an einem Tele.
Habe auch mal selbst ein funktionierendes Auswerteprogramm geschrieben, allerdings in MuPAD oder heute ist das in MatLab aufgegangen. Aber vielleicht kann man das auch in ein anderes Programm exportieren (Mathematica, Maple etc.).
Für ein weitergehendes Beobachtungsprogramm würde ich erst mal enge Doppelsternsysteme empfehlen, die kurze Umlaufperioden von wenigen Tagen haben. Dann kann mal während einer Schönwetterperiode eine ganze Periode erfassen. Aber das schöne an diesen Doppelsternsystemen ist auch, dass sie sehr komplex sind, oft Massenaustausch haben, unterschiedliche Temperaturen an der Oberfläche (zwischen den Sternen ist wegen der Gegenstrahlung die Temperatur höher), so dass in den Spektren (und photometrischen Daten) auch zeitlich was passiert.
Außerdem werden viele der Systeme nicht mehr von professioneller Seite aus beobachtet, was schade ist, denn möglicherweise lassen sich ja im Verlaufe von Jahrzehnten auch Änderungen der Periode beobachten (Massenveränderungen durch Massenaustausch, Änderungen durch Gravitationswellenabstrahlungen sind eher ein Wunschtraum).
Man müsste sich eben mal mehr damit befassen. Ich könnte ja mal einen Vortrag darüber für unsere nächste Jahrestagung in Freiburg in 2015 vorbereiten.
Ich gehe mal in meine Literatursammlung und werde euch paar interessante Beispiele heraussuchen und hier posten.
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Herzliche Grüße / best regards
Lothar
https://lotharschanne.wordpress.com/