Hallo Thomas,
klare Worte - Du hast recht! Ich sehe das ähnlich und durchlebe das ja gerade mit eigenem Projekt. Ich hatte mich Anfang des Jahres für Mizar interessiert, um mit einem gut beschriebenen Objekt die eigene Technik und Methodik zu qualifizieren und auszubauen. Mitte des Jahres habe ich dann in drei aufeinanderfolgenden Nächten beobachtet, wir sich die Linien bei Mizar aufspalten, wieder üblappen und wieder aufspalten. Das hat mich relativ stark beeindruckt, weil ich das System nicht als so dynamisch im Periastron verstanden hatte, dass eben innerhalb von 24h zwei Sterne mit 2,5facher Sonnenmasse in einem minimalen Abstand von 16 Mill Km aneiander vorbeirasen. Seitdem bin ich von der Idee besessen in einer möglichst langen Nacht z.B. im 15min-Takt den Periastron als Zeitprofil abzubilden. Vielleicht noch etwas wissenschaftlicher ist die Idee über einen Vergleich der Si II- und Halpha im Periastron und Apastron Gezeiteneffekte im Periastron sehen zu können. Christian Brock (Sternwarte Gönnsdorf) und Bernd Bitnar, die auf der Konferenz in Köln getroffen hatte, finden die Idee auch interessant. Nach ersten Vorbereitungsaktivitäten liegen wir jetzt auf der Lauer und warten darauf, dass sich gutes Wetter und Periastron überlappen. Dann hört's aber auch schon auf. Die Idee ist vermutlich fachlich fragwürdig, auf alle Fälle nicht wirklich fachlich kompetent betreut. Auf der anderen Seite ist ein solches Projekt mit 1..3 Leuten relativ leicht koordiniert und man wird nicht "getrieben". Größere Projekte in der FG sind dann schon eine mutiger Schritt, wenn man noch "Student" ist. Natürlich versuche ich mich in der wenigen Zeit in das Thema eizulesen. Man stößt allerdigs sehr schnell an seine Grenzen bzw. kommt nur langsam voran, weil man vom Umfang erschlagen wird. Da einen fachlich kompetenten Koordinator oder Begleiter zu haben, der auch mit Augenmaß bei der Literatur und fachlichen Diskussion hilft, wäre toll und würde der ONLINE-UNI helfen. Nur andere Leute haben eben auch wenig Zeit...
Auf alle Fälle müssen wir etwas ändern, sonst hätte ich ja auch zu den Astrofotografen gehen können
Gruß, Ulrich