Hallo,
ich kann Euch nun weitere Ergebnisse der Analyse des Spalt-A-Spektrums zeigen.
Da es vielleicht von Interesse ist, beschreibe ich die einzelnen Analyseschritte, ich hoffe, dass ich damit die Erfahrenen nicht zu sehr langweile, ihr könnt ja gleich nach unten scrollen
Das Bild des Spaltspektrums habe ich als FIT Datei in MaximDL bearbeitet und dann als TIFF exportiert, um mittels Photoshop ein entzerrtes JPEG zu erzeugen. Auf diesem Weg erreicht ich eine 16bit Grauskalierung der spektralen Intensitäten.
Die JPEG Bilddaten habe ich dann in IDL eingelesen - die x-Achse entspricht der Wellenlänge, die y-Achse der Spaltkoordinate. Das nachfolgenden BIld zeigt den Contour-Plot der Intensitäten.
Man erkennt, wie schon im Bild des ersten Postings, die Wellenform, die sich in den Emissionslinien abzeichnet. Am prominentesten ist die Ha-Linie, und meine Absicht war, an diese Linie eine Gausskurve anzufitten, um die Daten automatisiert zu extrahieren. Am linken Rand sieht man die irdische 6311Angstroem Emissionslinie, die für Hg-Energiesparlampen typisch ist. Diese Linie verläuft vertikal, sie zeigt nicht die Wellenform der M 82 Emissionslinien.
Vor Durchführung des Gaussfits habe ich eine Glättung des Bildes durchgeführt, diese nutze ein 3x3 Pixel Schema. Die Gaussfits wurden für jeden horizontalen Spektralstreifen durchgeführt, jeder dieser Spektralstreifen ist 1 Pixel hoch.
Die nachfolgende Abbildung zeigt das Ergebnis des Gaussfits an die Ha-Emissionslinie. Die x-Achse zeigt das bestimmte Ha-Linienzentrum, auf der y-Achse ist die Spaltkoordinate des Spektralstreifens aufgetragen.
Die Abbildung der Fit-Werte zeigt nun sehr deutlich, was schon im Spektrum zu erkennen war: Die Ha-Linie besitzt Wellenform - die Lage der Linie verändert sich entlang der Spaltkoordinate. Man sieht, dass bei Spaltkoordniaten > 200 die Messwerte stark schwanken, da hier die Ha-Emissionslinie schwerer nachweisbar ist.
Interessant ist auch, die Amplitude des Gaussfits in Abhängigkeit von der Spaltkoordinate aufzutragen. Diese Amplitude beschreibt die Intensität der Ha-Emissionslinie.
Dieser Amplitudenverlauf zeigt einige interessante Einzelheiten:
- Bei Spaltkoordinatenwerte von +/-125 liegt der dunkle Streifen im Spektrum, der im ersten Posting zu sehen ist, hier liegt das Staubband vor dem Ha-Knoten
- Im Bereich von 70-100 liegt das Maximum, d.h. die größte Ha-Linienintensität
- Das Ha-Maximum besitzt einen Doppelpeak
- Bei Werte über 150 nimmt die Ha-Intensität ab, sinkt aber nicht auf 0, sondern bleibt noch bis 280 als Linie nachweisbar
Die weitere Analyse geht nun weiter in Richtung Astrophysik im Zentrum von M82. Man kann an die Wellenform eine Rotationskurve anpassen.
Der Werte Bereich von Amplitude zu Amplitude umfasst etwa 230 km/s , d.h. dies entspräche einer Rotationsgeschwindigkeit von +/- 115 km/s.
Ich werde weiter dazu berichten.
Schöne Grüsse,
Michael
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14"-Hypergraph, Spektrographen: Dados & LISA