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BeitragVerfasst: 18. Februar 2016, 12:18:21 PM 
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Registriert: 24. Dezember 2013, 10:06:15 AM
Beiträge: 17
Wohnort: Ilsede (Raum Hannover/Braunschweig - Niedersachen)
Hallo liebes Forum,

das ist zwar nicht der richtige Platz für eine Vorstellung, aber ich möchte das trotzdem kurz loswerden...

Mein amateurastronomischer Werdegang im Kurzdurchlauf: Interesse und erstes Fernrohr (60mm Neckermann) im zarten Alter von 17 Jahren (1972) Danach die Evolution, die wohl fast jeder durchgemacht hat, also 115mm Rasierspiegelnewton usw. Astrofotografie, Cookbook (mein Artikel in SuW 1996?). Da ich mich zunehmend für Vorgänge innerhalb von Sternen interessiert habe - Auslöser war das Buch von Anna Frebel - begann ich mich für Spektroskopie zu interessieren. Was dann folgte, war ein ALPY600 und die Lust auf mehr Auflösung. Der LHiresIII war zwar interessant, aber mein Budget gab es gerade nicht her, den zu kaufen. Dann stolperte ich über die taufrische Ankündigung von JTW Astronomy, dass es einen L200 Littrow Spektrografen als Lizenzbau, relativ günstig, dazu auch noch innerhalb der EU zu kaufen gibt. Nach einer Zeit der Leiden (siehe A.DE Forum) hat sich alles eingespielt und ich bin sehr zufrieden mit dem Teil.

Aber nun zu den Spektren. Nachdem ich am Spektrografen mittels der Neon Lampe ungefähr den Ha Bereich mit der Mikrometerschraube in die Chipmitte gebracht hatte, habe ich natürlich einen Stern mit einer ausgeprägten Ha Absorptionslinie gesucht. Alnilam bot sich da an. Er war hell und stand in Meridiannähe. Mir fiel dann auf, dass in Richtung Rot noch eine Emission zu sehen war. Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nichts Genaues von den Merkmalen der P Cygni Typen. Ernst Pollmann machte mich darauf aufmerksam, dass ich wohl per Zufall eine kleine Entdeckung gemacht habe.

Nun habe ich 46ori drei mal von Ende Januar bis zuletzt 16.2. spektroskopiert. Alle drei Spektren habe ich mit BASS in ein Diagramm eingefügt. Wie das mit VSpec geht, ohne Überlagerungen, weiß ich noch nicht. Daher sieht die Grafik wohl auch gewöhnungsbedürftig aus...
Achja kurz zu den Aufnahmedaten: 1200linien Gitter, ST10XME, 10x1min, gestackt mit IRIS, Rest VSpec bzw. BASS

Bild

Viele Grüße
Holger


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BeitragVerfasst: 18. Februar 2016, 19:24:32 PM 
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Registriert: 31. Juli 2006, 16:43:32 PM
Beiträge: 3466
Hallo Holgern schön, dass Du hier dabei bist. Vorallem freue ich mich, dass wir einen Beobachter mehr in der Gruppe haben! Außerdem freue ich mich über "einen neuen Spektrografenzugang". Der L200 ist bei uns noch recht unbekannt.

Alnilam ist ein B-Überriese mit starkem Sternwind. Hast Du geprüft, ob er als variabel bekannt ist?

Gruß, Thomas


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BeitragVerfasst: 18. Februar 2016, 21:00:27 PM 
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Registriert: 11. November 2007, 18:11:30 PM
Beiträge: 1365
Hallo Holger, Hallo Thomas,
eps Ori hat eine variable Ha-Linie mit zeitweiligem Emissionsanteil:
http://spektroskopieforum.vdsastro.de/v ... 433#p27433
Das dürfte auch der Fachwelt nicht entgangen sein. Trotzdem wird er in Simbad als B0Ia C und nicht Be eingestuft.
Viele Grüße
Christian


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BeitragVerfasst: 18. Februar 2016, 21:14:28 PM 
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Meister

Registriert: 31. Juli 2006, 16:43:32 PM
Beiträge: 3466
Hallo Christian, ich hatte übersehen, dass Du dieses Spektrum letzten Monat aufgenommen hattest. Be-Sterne sind Riesen auf der Hauptreihe, also Leuchtkraftklasse III-V, das ist eps Ori aber nicht. Ich kann auch keine ausgedehnten Linienflügel bei der reinen Emission sehen, also keine zusätzliche Elektronenstreuung in einer Scheibe. Da scheint sich eher die Opazität eine radialsymmetrischen Hülle von optisch dünn (reine Emission) zu optisch dick (p Cygni Profil) zu ändern. Sieht so aus, als würde zusätzliches Material ausgeworfen. Muss man mal in der Fachliteratur (ADS Abstract Service) recherchieren, was da los ist. Das habe ich gerade mal auf die Schnelle gemacht:
http://arxiv.org/pdf/1511.09365v2.pdf

Et voilá, der verliuert eine Sonnemasse in einer Millionen Jahre durch Sternwind. Also keine Überraschung, dass Halpha so variabel ist. Der hat offenbar sogar Klumpen im Wind! Am besten das Paper und die Refernzen konsultieren und dann ein kleines Beobachtungsprogramm daran aufziehen. Scheint sich zu lohnen.

Gruß, Thomas


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BeitragVerfasst: 19. Februar 2016, 11:00:37 AM 
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Registriert: 24. Dezember 2013, 10:06:15 AM
Beiträge: 17
Wohnort: Ilsede (Raum Hannover/Braunschweig - Niedersachen)
Hallo Thomas, hallo Christian, vielen Dank für Eure Erläuterungen! Ich werde die einmal näher studieren. In Cartes du Ciel wird der Stern als Doppelstern ausgegeben. Das muss ja wohl ein Fehler sein, denn in Simbad finde ich diese Angabe nicht: http://simbad.u-strasbg.fr/simbad/sim-i ... =Eps%20Ori
Ich sehe schon, ich muss noch viel Theorie lernen...

Viele Grüße
Holger


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BeitragVerfasst: 19. Februar 2016, 15:28:14 PM 
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Registriert: 13. August 2009, 17:04:50 PM
Beiträge: 265
Wohnort: Maienfeld, Schweiz
Hallo,

in diesem Zusammenhang dürfte auch die folgende Arbeit von Interesse sein:
http://iopscience.iop.org/article/10.10 ... 5/4/95/pdf
Variability of eps Ori spectra, Ritter Obs

Gruss, Martin


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