Hallo Maria,
Zitat:
Die kleinen Wellenlaengen fehlen, weil ich ein Ueberlappen der Ordnungen verhindern wollte und daher einen Filter bis 550nm eingebaut habe. Aufgenommen ist das Spektrum in der Wueste, daher sollte es eigentlich recht gut sein. Aufgenommen ist es mit MaximDL Pro.
Das erklärt die etwas ungewöhnliche Form des Spektrums teilweise. Da bleiben noch die Stufen im Spektrum. Bei sehr guter Fokussierung kann das Spektrum solche Sprünge aufweisen, wenn das Spektrum leicht geneigt zur Ausrichtung der Pixel ist. Das sollte aber bei der Summation über mehrere Zeilen (in Maxim DL: Box average) nicht auftreten. Auf alle Fälle ist es sinnvoll, das Spektrum möglichst gut parallel zur x-Achse auszurichten.
NB: Die Nullte Ordnung sollte links liegen, Wellenlänge nach rechts ansteigend. Das machen alle so, ist auch einfacher für die Software.
Vielleicht könntest Du das Bild mal hier einstellen, da käme man vielleicht weiter.
Zitat:
Wie kommst du auf die Zuordnung der Linien? Eben weil das alles so schwer erkennbar ist trau ich mich gar nicht richtig etwas wirklich als Linie zu identifizieren und schon gar nicht eine Zuordnung vorzunehmen. Den Mangel an Absorptionslinien habe ich als Resultat der geringen Linienzahl und der daher schlechten Aufloesung (muessten meinen theoretischen Berechnungen nach so 1,032nm sein) interpretiert. Irre ich mich da?
Ich bin von der berechneten Dispersion ausgegangen und habe versucht, die intensivsten Linien zuzuordnen. Ein F-Stern hat leider nur schmale Linien, die bei Deiner Auflösung kaum sichtbar sind. Dazu müsste das S/N höher sein. Die Fraunhofer A- und B-Linien werden durch terrestrischen Sauerstoff verursacht und sind die intensivsten Linien im Spektrum (auch in der trockenen Wüste in grosser Höhe). Ausserdem geben sie eine lineare Dispersion. Deshalb nochmals der Tip, versuche einen A-Stern zu spektroskopieren, da siehst Du bei dieser Auflösung deutlich die Balmerlinien (ohne Kantenfilter).
Zitat:
Was genau meinst du mit der Ungenauigkeit von arccos? Das Excel das dann ungenau rechnet? Oder dass diese Rechnung in dem Bereich einfach unpassend ist?
Spätestens für beta = 0 oder mit Rundungsfehlern in EXCEL entstehen Fehler. Schau mal um Zeile 1000 herum in Deiner Tabelle. Es ist gute Praxis, die Formeln so zu schreiben, dass solche Fehler nicht auftreten. Die Details Deiner Rechnung habe ich mir aber erspart.
Wie ich in meiner oben zitierten Arbeit gezeigt habe, lassen sich die Gittergleichung und die Abbildung mit einer idealen Linse auf eine sehr einfache Form bringen (im wesentlichen die Transformation einer stereographischen auf die orthographische Projektion einer Kugel mit einem Faktor gemäss Formel 12 in
http://www.meteorastronomie.ch/images/M ... 4_2015.pdf
wobei r im wesentlichen der x-Koordinate der CCD gemessen von der optischen Achse aus entspricht und r' proportional der (Wellenlänge minus Wellenlänge im Zentrum) ist. Die Formel gilt aber für beliebige Position des Spektrums auf der CCD. Nichts von arccos(1.000)! Übrigens, die Sternposition (Winkel alpha) fällt aus den Gleichungen für die Dispersion heraus, ist also nur von der Position auf der CCD abhängig, was die Auswertung von spaltlosen Spektren sehr vereinfacht. Dies ermöglicht mir auch die Auswertung von Meteorspektren aus Videosequenzen, wo sich der Meteor auf jedem Videoframe in einer anderen Position befindet. Ds war die Motivativation für meine Untersuchungen.
Gruss, Martin