Zitat:
Hallo Rainer,
das ist ja witzig. Auch ich hatte gerade mal wieder darüber nachgedacht, weitere Versuche mit Gitterfolien zu veranstalten. U.a. auch für Frankfurt, um zu zeigen, dass auch auch mit minimalen (Extra-) Kosten und Aufwand schon brauchbare Spektroskopie betrieben werden kann.
Vor 2 Jahren hatte ich mal ein 500l/mm-Foliengitter (seinerzeit bezogen von AST Optics) in einen Glas-Diarahmen gespannt. Der Dia-Rahmen wurde dann vor meinen kleinen ED60/330 Refraktor mit dem "Blocker" gesetzt (diesen "Minimalsetup" kennst Du ja noch von der letzten ASPEKT). Die Belichtungszeit war 35*30s. Das Ergebnis ist in der Anlage zu besichtigen. Das 2-D Spektrum für den Bereich Mg-Triplett und aufwärts weist etwas schlangenförmige Linien auf, sicherlich verursacht durch Ungleichmäßigkeiten der Folie und/oder restliche Welligkeit. Für das 1-D Spektrum habe nur den relativ scharfen Mittelteil des Spektrums verwendet. Die Auflösung (FWHM) für die schmalsten Linien liegt bei ca. 0,7-0,8Å, nicht allzu weit von dem zu erwartenden Wert für einen idealen Aufbau und ideales Gitter (0,43Å be 3" seeing).
Mittlerweile gibt es diese 500l/mm auch bei Astromedia für kleines Geld, in fast DIN A4 Größe. Ich rate, in jedem Fall erst einmal mit dieser Folie zu experimentieren und nicht mit der schon früher vertriebenen 1000l/mm Folie. Letztere hat einfach zu große Ablenkwinkel für erste Experimente (41° bei H-Alpha), zudem ist der Spektralstreifen doppelt so lichtschwach wie beim 500er Gitter. Bei der 500er Folie beträgt der Ablenkwinkel noch moderate 19° bei H-Alpha, das Fernrohr muss also nicht zu sehr um die Ecke schielen. Der Anfang des Spekturm (3900Å) liegt bei ca. 11° Ablenkungswinkel.
Interessant wäre wirklich, mal größere Stücke der Folie auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Ich hatte mal ein Stück von 6cm Durchmesser mittels einer Handy-Schutzfolie (gibt es in diversen Größen, bis Notepad) stabilisiert, mit - soweit ich mich erinnere - ganz brauchbaren Ergebnissen. Allerdings musste man die "richtige" Seite der Gitterfolie auf die Handy-Folie kleben, sonst war die Gitterwirkung futsch...
Ich habe diese Tests seinerzeit nicht weiter verfolgt, da ich ja mit den 5cm * 5cm Thorlabs Gittern dann viel zuverlässigeres Material hatte.
Als Trägermaterial für die Folie fällt mir ansonsten noch ein, dass die guten alten "Russentonnen" immer mit einem Filtersatz ausgeliefert wurden. Eins davon war ein Klarfilter. Bei der großen Tonne hatte das einen Durchmesser von ca. 11 cm. Das würde ich nutzen, um ein passend ausgeschnittenes Stück Folie aufzulegen (ein 2. Glas kann man sich - denke ich - ersparen).
Hinweis zum Fokussieren: Aufgrund der doch sehr niedrigen Effizienz dieser Gitter (kein Blaze-Gitter, die Intensität verteilt sich auf x-Ordnungen!) gestaltet sich die Fokussierung schon etwas schwierig. Am besten einen sehr hellen Stern auswählen mit deutlichen Metallinien (also nicht Wega). Die besten Ergebnisse habe ich meist mit Arktur und Capella erzielt, indem ich das Mg-Triplett auf maximale Schärfe fokussiert habe.
Beste Grüße
Uwe
Hallo Uwe,
vielen Dank für deine Tipps. Immerhin hatte ich schon gedacht, das die Idee mit der Folie hier als Schnappsidee aufgenommen würde.
Die 1000erFolie in 150*150mm , für den kleinen 6 zölligen MAK , den ich zum Experimentieren nutzen möchte, habe heute bekommen.
Ich werde die Folie wohl zwischen zwei Glasplatten anbringen (riesige Objektträger aus der Durchlicht-Mikroskopie)
Und ich habe Astromedia angeschrieben, ob die Jungs die 500er Folie auch auf ne Glasplatte aufziehen können.
Abends hatte ich auch gutes Wetter und hab dann aber feststellen müssen, das mein OpenPHD2 2.64, das auf
nem Windows 10 Rechner läuft, auf einem XP nicht funktionierte.
XP deshalb, weil ich eine ehemalige Canon 350 beraubt aller Filter nur auf einem XP zum Laufen bringe.
So kämpfe ich nächstes WE mit CS erstmal mit PHD und XP, bevor ich zur aktuellen Projeket mit dem Objektivprisma
zurückkehren kann.
Dein Vorschlag für Vortrag und Poster auf der ASPEKT sind angekommen und ich freue mich sehr darauf.
Beste Grüße
Rainer