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Registriert: 01. August 2006, 16:08:56 PM Beiträge: 3866
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Noch einige Worte zu Python aus meiner heutigen Sicht:
- PyMidas ist recht alt ( 2005), und geschrieben und funktionsfähig nur mit Python 2.x. Mittlerweile ist Python aber in der Version 3.7 erhältlich. Python2.x-Skripte laufen da nicht immer zuverlässig oder gar nicht.
- Wer mit einem Linux-System arbeitet, beispielsweise Ubuntu, sollte aufpassen. In Ubuntu sind einige Grundfunktionen des Betriebssystems in Python geschrieben, und zwar in der Version, die im Betriebssystem installiert ist. So ist in Ubuntu 16.04 Python3.5 implementiert. Im neuen Ubuntu 18.04 ist es Python3.6. Installiert man nun als Administrator (mit sudo) neue Python-Versionen oder -programme, kann es passieren, dass solche Bibliotheken überschrieben werden, die das Betriebssystem nutzt und dann nicht mehr funktioniert. Das ist mir passiert, so dass nicht mal das Grafiksystem des Bildschirms richtig funktionierte. Eine üble Situation. Gottseidank gibt es dann in Linux noch die Konsolen, die ohne grafisches System laufen, und mit denen man das System wieder reparieren kann.
- Es ist deshalb besser ein zusätzliches Python zu installieren, das nur für den Nutzer vorhanden ist und nicht systemweit. So habe ich in meinem Userverzeichnis /home/lothar die neueste Pythonversion 3.7 installiert. Wie das geht findet man in der Python-Doku unter https://www.python.org/. Dieses Pythonsystem kann man dann mit pip pflegen (das ist ein Paketverwaltungsprogramm, mit dem man Python-Pakete installieren und deinstallieren kann.
- Wer sich das nicht so zutraut, kann sich anaconda in seinem persönlichen Userverzeichnis installieren, eine spezielle Python-Distribution für wissenschaftliche Zwecke (https://www.anaconda.com/). Die Installation ist sehr einfach, alles läuft automatisch. Anaconda wird defaultmäßig direkt im Userverzeichnis und nicht systemweit installiert. Dann wird das System mit conda gepflegt, dem Analogon von pip. Das anaconda-System nutzt derzeit Python3.6 und man kann sich rund 400 Pakete installieren, aber eben nicht alle, nur die, die in anaconda aufgenommen sind. Aber das ist aber schon eine ordentliche und mächtige Menge. Falls man unbedingt noch andere Pakete benötigt, muss man die dann mit pip installieren, was aber gefährlich ist, weil dann Unstimmigkeiten auftreten können (conda weiß nicht, was pip macht und umgekehrt).
- Ein großer Vorteil bei anaconda ist, dass sehr praktische Entwicklungsumgebungen automatisch mit installiert werden, wie IPython, Spyder, Jupyter-Notebook, Jupyter-Lab. Und dazu ein Anaconda-Navigator, der viele links auf Tutorials und Dokus enthält und eine Liste nach installierbarer Pakete für wissenschaftliche Zwecke. Ist alles auf der Anaconda-webpage zu lesen. Allerdings kann man sich die auch im normalen Python manuell installieren.
- Das Verwaltungsprogramm conda hält die installierte anaconda-distribution automatisch in einem konsistenten Zustand, also es gibt dann keine Konflikte mit unpassenden Bibliotheken.
- Die neueste Pythonversion 3.7, die ich installiert habe, hat allerdings den Nachteil, dass einige Funktionen z.B. von AstroPy nicht funktionieren, weil wieder mal irgendwelche Bibliotheken zuerst angepasst werden müssen. Vielleicht ist es besser dafür die Python-Version zu installieren, die diese Anwendungen verwenden (in ihrer Doku nachzulesen).
- Ich verwende im Moment anaconda nicht, sondern installiere alles in meiner User-Python-Version 3.7 mit pip. Bisher habe ich damit keine Schwierigkeiten, außer den im vorigen Punkt erwähnten Nicht-funktionieren einiger Sonderprogramme.
_________________ Herzliche Grüße / best regards
Lothar
https://lotharschanne.wordpress.com/
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