Hallo,
die Kalibration von Echellespektren ist nicht ganz einfach. Das folgende Paper beschreibt eine Methode, mit der das ganze automatisiert werden kann. Basis sind die Überschneidungen von benachbarten Ordnungen. Die Mathematik ist im großen und ganzen leicht verständlich. Lediglich der Begriff der Orthonormalsysteme verlangt etwas tiefere mathematische Kenntnis (Beisp. sin nx, cos nx bei der Fouriertransformation), was aber für das grobe Verständnis nicht unbedingt erforderlich ist, zumal der Algorithmus als Pythonprogramm heruntergeladen werden kann. Hier werden Legendre oder Tschebyscheff-Polynome verwendet.
AUTOMATIC ECHELLE SPECTROGRAPH WAVELENGTH CALIBRATION
G. Mirek Brandt, Timothy D. Brandt, and Curtis McCully
https://arxiv.org/pdf/1910.08079.pdf
Es wird der ThAr-Atlas der ESO als Liste der Kalibrationslinien verwendet. Das ganze ist für hochauflösende Spektrographen (~10^5) gedacht. Bevor man das Programm für den eShel anwenden kann, müsste man also eine angepasste Liste zur Verfügung haben. Möglicherweise kann die Iraf-Liste verwendet werden. Im obigen Paper wird der Algorithmus am HARPS und NRES getestet. Vom Prinzip her sehe ich nichts, was einer Anwendung durch Amateure im Wege stehen könnte.
Viele Grüße
Christian