Forum der Vereinigung der Sternfreunde

Forum of the German Amateur Astronomy Association
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BeitragVerfasst: 11. Januar 2020, 22:20:02 PM 
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     T = 2020 May  31.0475 TT         Peri. = 177.4260
     e = 0.999054                     Node  = 120.5529  2000.0
     q = 0.252946 AU                  Incl. =  45.3637
     a = 267.25 AU
Unser Maik hat festgestellt, dass die Bahnelemente denen vom Großen Kometen C/1844 Y1 und dem Kometen C/2019 Y4 ähneln.
T. Kobayashi hat daruafhin die Bahn des Großen Kometen von 1844 nachgerechnet, auf Basis von 44 Beobachtungen:
Code:
epoch 1844 Dec. 20.0 TT:  T =1844 Dec. 14.1897 TT, 
q = 0.250333 AU, e = 0.998957, Peri. = 177.4633 degrees, 
Node = 120.6095 deg, i = 45.5593 deg (equinox J2000.0) 
Die bedeutet eine Umlaufzeit von etwa 4000 Jahren.

(CBET 4712)

Michael Jäger hat wiederum zur Bestätigung beigetragen:
https://minorplanetcenter.net/mpec/K20/K20AB2.html

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BeitragVerfasst: 14. Januar 2020, 10:52:57 AM 
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Hier wird interessant, wie der Komet sich im weiteren verhält. Es scheint ja ein kleiners Bruchstück des 1844er Kometen zu sein. Zur Zeit ist noch alles drin: Eventuell Fernglasobjekt vor dem Perihel oder Auflösung davor oder während der Perihelpassage.
Wahrscheinlich gibt es auch noch mehr Fragmente, aber die sind wahrscheinlich extrem zeitlich verteilt.

Maik


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BeitragVerfasst: 27. Januar 2020, 10:54:29 AM 
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Das MPC hat auch Bahnelemente des Großen Kometen von 1844/5 gegeben, berechnet von Zdenek Sekanina:

Code:
epoch 1844 Dec. 20.0 TT:  T =1844 Dec. 14.1913 TT, 
q =0.250537 AU, e = 0.999302, Peri. = 177.5055 degrees, 
Node = 120.5910 deg, i = 45.5651 deg (equinox J2000.0) 

Nach diesen Angaben beträgt die Umlaufzeit 6800 Jahre.

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BeitragVerfasst: 06. Februar 2020, 22:41:01 PM 
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Hallo
Die Helligkeit nimmt merkbar zu. Vom 6.1.-6.2 sind die WErte m2 um ca 2mag heller.
Gesamt würde ich ihn aktuell auf 15m5 schätzen. Die Aufnahme im hellem Mondlicht zeigt ein gut kondensierte Koma mit aufgefächertem Schweif lg Michael


Dateianhänge:
2019y4serie2005+25_2.jpg
2019y4serie2005+25_2.jpg [ 1.44 MiB | 5623 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 15. Februar 2020, 23:52:45 PM 
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wenn ich mir die Einzelaufnahmen von heute Nacht anschaue, muss der Komet heller als 14m0 sein, die Grünaufnahme zeigt eine äußere Koma von 2', Aufnahmen und Messungen folgen lg MJ


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BeitragVerfasst: 16. Februar 2020, 10:20:32 AM 
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Meine Ausnahme siegt so ähnlich aus wie die von Michael mit kurzem Schweif und visuell wahrscheinlich um die 14. Größe. Werde ihn bei nächster Gelegenheit auch visuell versuchen, gestern kamen die Wolken zu schnell.

Gruß

Werner


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BeitragVerfasst: 16. Februar 2020, 11:15:12 AM 
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Am 15.2. wohl 14m0 hell mit 2,5'-3' Koma und kurzem Schweif. Aufnahme mit 12"/4 und CCD lg Michale


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2019y420200215ut2119sec14x170.jpg
2019y420200215ut2119sec14x170.jpg [ 1.36 MiB | 5137 mal betrachtet ]
2019Y420200215bluegreen.jpg
2019Y420200215bluegreen.jpg [ 1.67 MiB | 5137 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 18. Februar 2020, 17:17:25 PM 
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Ich konnte am 16.2.2020 nur 4 kurze Belichtungen machen, während es stürmisch wurde und zuzog. Das ist für mich eigentlich dünnes Eis bei der Helligkeitsbestimmung. Als Ergebnis erhielt ich bei Durchmesser 1,2' eine Helligkeit von 14,9 mag. Ein Schweif war bei mir unter den Bedingungen aber nicht erkennbar.

Viele Grüße

Steffen


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BeitragVerfasst: 19. Februar 2020, 22:52:54 PM 
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Hallo Koma und Schweif sind in drei Tagen noch deutlicher geworden, er ist grob 13mag hell. Die gesamte Koma ist visuell sicher noch zu schwach. Aufnahme vom 18.2. UT 21 Uhr 18x170 Sekunden mit 12"/4 und CCD Beste Grüße Michael


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2019Y420200218ut2058sec18x170.jpg
2019Y420200218ut2058sec18x170.jpg [ 1.09 MiB | 4828 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 20. Februar 2020, 08:21:35 AM 
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Ich habe dem Kometen einen Abschnitt im Mai-Heft von SuW gewidmet. Nach meinen Berechnungen wird es im Mai einen Helligkeitszuwachs um 5 Größenklassen geben, allerdings mit sinkender Elongation (wie immer).

Um den 20. Mai herum wird er zwar zum Fernglaskometen (7 mag nach meienr Rechnung), muss aber bereits in der späten Dämmerung beobachtet werden. Am 25. Mai sind es dann noch mal 2 mag mehr, bei -10 Grad Sonnenstand steht er nur noch 5 Grad hoch. Das kann wohl nur bei Rückseitenlage von einem Gebirgsstandort erreicht werden. Jedenfalls sehe ich diese knappe Woche als die interessanteste an, danach endet das beobachtungsfenster für unsere Breiten.

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BeitragVerfasst: 20. Februar 2020, 11:03:34 AM 
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hallo Forum,
endlich, endlich gestern mal eine zumindest 1/2 klare Nacht am Stück :shock: .
ich konnte somit zum 2.ten mal in diesem Jahr den 21" er aktivieren.
5 Kometen standen auf dem Programm. Da es erst gegen 20Uhr aufklarte entfiel leider C/2019 Y1.

Gleich vorweg, Y4 ist ein schwieriger, anspruchsvoller Komet.
Mich wundern nun nicht mehr nach dieser Nacht die weit auseinander klaffenden bisher gemeldeten Schätzungen.

M97 lag direkt um die "Ecke" und war natürlich vorweg einen Blick wert.
Danach Ausgangspunkt NGC 3718 die nur 45`entfernt stand.
Ich sah einen schwach glimmenden, schwach kondensierten, rundlichen Kometen.
ich probierte feinfühlig mit versch. Vergrößerungen, um den diffus erscheinenden Kometen optimal vom Hintergrund abzuheben.


19.2.2020, 21.15 MEZ Region SQL 20.8mag
21" Dobson, 155x, 176x, V 215x

Messung mit V 215x:
13.7mag, DC 2/3, Durchm. 1.0`

später gegen 23:10 MEZ in höherer Lage und besserer Durchsicht SQL 21.0mag mit V 215x :
~ 13.5mag, DC 2/3, Durchm. 1.4`

Schon interessant wenn man bedenkt das er Ende Mai, leider sehr tief stehend so ca. 2mag hell werden dürfte...

Gruß
Christian


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BeitragVerfasst: 20. Februar 2020, 17:59:59 PM 
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Ich habe ihn gestern mit unserem 44 cm-Newton auch auf 13.7 mag geschätzt.

Gruß

Werner


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BeitragVerfasst: 21. Februar 2020, 08:40:10 AM 
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Liebe Sternfreunde,

ich habe einmal das kurze Stück Lichtkurve zum Anlaß genommen, ein wenig über die Helligkeitsentwicklung zu spekulieren. Es steht ja die Frage, ob der jetzt gerade beobachtetet Helligkeitsanstieg ein Ausbruch ist oder Ausdruck der normalen Hellgkeitsentwicklung. Yoshida sieht es als Ausbruch an. Ich habe es aber schon oft erlebt, dass ein Ausbruch angenmmen wurde, wo gar keiner war. Wr erleben ja hier gerade den Übergang von rein elektronischen Messungen mit 10 Sekunden Apertur zu visuellen und quasi-visuellen Werten.

Ich habe hierzu verschiedene Modell berechnet. Wenn man alles Gemessene für bare Münze nimmt (gut, nicht ganz alles, Juan Gonzales blende ich immer aus), dann solten wir einen Tageslichtkometen mit einer Maximalhelligkeit von m1=-8 mag erwarten können. Das galaubt ja nun wirklich niemand, und deshalb hat Yoshida auch einen Ausbruch angenommen.
Wenn man nur die Helligkeit benutzt und aus diesem kurzen Beobachtungsstück keinen Aktivitätsparameter ableiten will, rechnet man gern mal mit n=4. Dies ist ein Wert für dynamisch neue Kometen. So richtig dynamisch neu ist dieser nicht, denn er ist offenbar ein Bruchstück. Kometen zerbrechen bei Periheldurchläufen und nicht in der Oortschen Wolke. Aber die Bruchflächen könnten dynamisch neu sein, wenn es den Kometen erst deutlich nach dem Perihel zerlegt hat.
Falls der Kern doch schon von einer Staubschicht bedeckt ist, dann wird der Aktivitätsparameter höher. Ich gebe n=5 an, n=6 könnt ihr visuell extrapolieren. An noch höhere Werte glaube ich nicht, das spräche für sehr viele Umläufe à la Encke.

Zuletzt habe ich eine Rechnung ausgeführt, welche nur die quasi-visuellen Messungen der Fachgruppe enthält (also Thomas' und Steffens Werte). Das gibt immer die homogensten Kurven. Es ergibt sich n=7, etwas hoch vielleicht. Es sind ja nur wenige Werte. Ich rechne in ein paar Wochen noch einmal.


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19y4.jpg
19y4.jpg [ 227.6 KiB | 4698 mal betrachtet ]

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BeitragVerfasst: 22. Februar 2020, 03:28:53 AM 
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Danke Uwe, ich würde eher auf 2mag im Maximum tippen, weil sich der Trend irgendwann abschwächt. Aktuell schaut die Sache weiterhin gut aus. Am 21.2. UT 22 fand ich auf den Grünaufnahmen eine schwache äußere Koma von zumindest 10 Bogenminuten. Langsam nähert er sich M97 Beste Grüße Michael


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2019Y420200221ut2201sec4x360green Kopie222.jpg
2019Y420200221ut2201sec4x360green Kopie222.jpg [ 1.09 MiB | 4523 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 22. Februar 2020, 18:30:50 PM 
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und noch ein nettes Farbbild vom 21.2.


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2019Y420200221lrgb-1.jpg [ 1.58 MiB | 4475 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 23. Februar 2020, 13:06:55 PM 
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Hallo Michael,

ja das ist wirklich ein nettes Farbbild! Prima gemacht!
Ich habe am Morgen des 22.2.2020 eigentlich ebenfalls M97 und 2019Y4 aufgenommen. Weil ich meine Kamera aber am Tage verliehen hatte, habe ich vergessen wieder auf das RAW-Format umzustellen. Jetzt habe ich lauter jpgs, die ich nicht auswerten kann...
Optimal ist 2019Y4 in der Nacht vom 24./25.2.2020 bei M97 und M108 - aber bei mir wird das mit dem Wetter vermutlich nicht klappen. Hier stürmt und regnet es endlos!!

Viele Grüße

Steffen


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BeitragVerfasst: 24. Februar 2020, 23:08:24 PM 
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Hallo Kometenfreunde,

In einer Sturmpause letzte Nacht lockerte der Himmel für eine Stund auf. In dieser kurzen wolkenfreien Phase kamen 30 min. Belichtungszeit mit dem 20" / F 3 Teleskop der Sternwarte Hagen und CCD SBIG 16803. Bei Stadthimmel ist die Koma in der Ausdehnung leider etwas geschrumpft.

Lg

Norbert


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lumi_klein.jpg [ 794.94 KiB | 4324 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 25. Februar 2020, 07:27:18 AM 
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Lieber Norbert, das ist wirklich wunderbar, diese beiden so unterschiedlichen Himmelsobjekte in einem Bild,

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BeitragVerfasst: 25. Februar 2020, 08:36:57 AM 
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Hallo
Gratuliere Norbert zu der harmonischen Aufnahme. Ich konnte letzte Nacht bei guten Bedingungen länger belichten.
Die Animation ist aus 20x5 min Grün und 5x5min Blau. Die äußere Koma ist hier schön zu sehen, der Schweif kommt auf Rot besser.
lg Michael Jäger


Dateianhänge:
2019y420200224gifsmall.gif
2019y420200224gifsmall.gif [ 12.67 MiB | 4288 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 25. Februar 2020, 09:22:50 AM 
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Neueinsteiger

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Norbert, Michael,

tolle Aufnahmen. An der Animation von Michael fasziniert neben dem Kometen die Vielzahl von Kleinplaneten. Das gibt noch einmal eine besondere Dynamik :-)

VG Mike


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BeitragVerfasst: 25. Februar 2020, 14:49:03 PM 
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Danke lieber Uwe, solche Begegnungen sind etwas besonderes. Deine Ausführungen zu Helligkeitsentwicklung finde ich sehr interessant.
Herzlichen Dank Michael, ich versuch es halt harmonisch zu gestallten, wenn die Information etwas magerer ausfällt.
Die Sternwarte Hagen hat ein wunderbares Teleskop und Kamera, aber leider sehr hellen Himmel. Mit meinem 10" Newton hätte ich abseits der Stadt mehr geschafft, aber bei dem Wetter war das nicht möglich. Deine Animation ist natürlich genial und deutlich informativer, besonder gut zu sehen ist der Schweif. Bin gespannt wie das weiter geht.
Danke Maik, hoffen wir dass die positive Entwicklung anhält.

Lg

Norbert


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BeitragVerfasst: 26. Februar 2020, 02:50:45 AM 
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Liebe Kometenfreunde, das muss etwas werden. Thomas hat meine Grünfilteraufnahmen vermessen und kommt auf eine Koma deutlich >10' und einer Helligkeit von 11mag
gehe davon aus, dass er die exakten Daten publiziert.
Von der großen Koma ist jetzt visuell noch nichts zu sehen. Aber die tiefe Farbaufnahme gibt den aktuellen Eindruck von diesem Kometen besser wider.
24.2. 22 UT 20x5 Minuten Grün, 5x5 Blau 4x5 Rot und 8x210 Sek. Klarfilter mit 12"/4 und CCD im 2x2 Modus.
Auffallend ist, dass der Komet in Rot nur eine Bogenminute groß ist, aber man sieht den Schweif besser als auf Grün und Blau.
Die Koma ist übrigens auch auf den Blauaufnahmen ähnlich groß und intensiv wie im Grünen.
Beste Grüße Michael


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2019Y420200224lrgbweb.jpg
2019Y420200224lrgbweb.jpg [ 980.75 KiB | 4185 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 26. Februar 2020, 11:13:43 AM 
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hallo Forum,

Michael:

ich hänge meine wenige Stunden später, nach Deiner tollen Aufnahme, erhaltene Zeichnung mit dran :

25.2.2020, 4:30 MEZ, Region SQL 21.1mag, direkt vor der Haustür :)

12" f/4 Dobson, V 69x, 96x, 155x
Dateianhang:
20200225xC2019Y4bei NGC 3594CN.jpg
20200225xC2019Y4bei NGC 3594CN.jpg [ 100.17 KiB | 4137 mal betrachtet ]
Die Zeichnung zeigt die Detailierung bei V 69x und einer Grenzgröße von 15.0mag

M97 stand 46.5` und M 108 auch nur 49` vom Kometen entfernt.

Zudem zog Y4 an diesem Morgen nur 9` Distanz von NGC 3594 ( 14.3mag) vorbei.
Die Galaxie erschien indirekt sicher mit deutlicher Verdichtung im Kernbereich.
Y4 wirkte hingegen etwas flächenheller bei runder Erscheinung und leichter Kondensation.
Ich schätzte ihn bei V 155x auf :
13.4mag, DC 3, Durchm. 1.1`

Gruß
Christian


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BeitragVerfasst: 26. Februar 2020, 13:34:59 PM 
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Lieber Christian, das ist ein eindrucksvolle Beobachtung und Zeichnung, Hut ab.

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BeitragVerfasst: 26. Februar 2020, 14:50:14 PM 
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Lieber Christian Ich schließe mich Uwe an. Auch bestätigt deine Beobachtung meine Vermutung, dass von der grün-blauen Gaskoma visuell noch nicht viel zu sehen ist.
Was du siehst ist die cc und der Staubschweifansatz, der auf der Rotaufnahme am besten kommt. Hier fehlt aber komplett die Gaskoma lg Michael


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2019y4feb24red_0073_2.jpg
2019y4feb24red_0073_2.jpg [ 4.66 MiB | 4112 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 26. Februar 2020, 16:56:34 PM 
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Michael, das ist wieder mal ein geniales Bild von Dir. Die lange Belichtungszeit hat sich gelohnt.


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BeitragVerfasst: 27. Februar 2020, 23:04:01 PM 
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Das sind hervorragende Aufnahmen und eine tolle Zeichnung! Da steckt viel Arbeit, Geduld und Enthusiasmus dahinter. Weiter so!
Der Komet scheint ja noch einiges vor zu haben ...

Zur Fotometrie: Ich habe mal die Messungen mit großer Apertur - allesamt Ergebnisse unter Verwendung der AIRTOOLS - zusammengetragen.
Großer Dank gebührt Michael, der mir seine tollen Auufnahmen zur Vermessung überlassen hat. Sie schließen eine wichtige Lücke in den
Beobachtungen und zeigen, wie wertvoll eine Zusammenarbeit ist. Erst damit wird eindeutig klar, daß der Komet KEINEN plötzlichen Ausbruch
sondern eine kontinuierliche Helligkeitszunahme mit rasantem Anstieg zeigt: 5 mag innerhalb eines Monats und ein Aktivitätsparameter von 20
sind sehr ungewöhnlich. Es wird sich zeigen, wie lange das Spektakel so anhält.

Mittlerweile ist die fotografisch nachweisbare Koma auf ca. 20 Bogenminuten angewachsen. Sie ist im inneren Bereich dichter geworden und
sollte langsam visuell auffallen, obwohl die mittlere Flächenhelligkeit immer noch sehr niedrig ist, etwa ein Zehntel derjenigen von C/2017 T2.
Es wird also sehr dunkler Himmel und schwächste Vergrößerung notwendig sein.

Eine Prognose zum Helligkeitsmaximum will ich mir mal sparen, denn die aktuell beobachtete Aktivität kann auf keinem Fall noch lange anhalten.
Eine Freisichtigkeit mit bloßem Auge rückt aber zunehmend in den Bereich des Möglichen.

Allen weiter viel Erfolg,
Thomas


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2019Y4.mag.200227.png
2019Y4.mag.200227.png [ 261.5 KiB | 4047 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 28. Februar 2020, 08:53:51 AM 
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Lieber Thomas, vielen Dank für diese ausdrucksstarke Grafik.

Deine Parameter passen wirklich gut. Oft waren Vorhersagen über wirklich große Helligkeiten davon geprägt, dass der Komet schon jenseits der Eisgrenze merkliche Aktivität hatte. Diese Ausgasung von leichtflüchtigen Bestandteilen kann man freilich nicht auf das Wasser extrapolieren, so dass die Aktivität diesseits der Marsbahn dann einbrach. Wir sind jetzt aber schon in diesem Bereich, so dass ich diesen Effekt nicht mehr befürchte.

Dennoch gibt es mit deisem Modell physikalische Probleme. Ein solch großer Helligkeitsanstieg würde weiter fortgesetzt dazu führen, dass der Komet heller würde als die SOnne. Hast du bestimmt auch gemerkt.

Oder auf deutsch: Solch eine Helligkeitsentwicklung sit auf die Dauer physikalisch gar nicht möglich. Wir sollten also von einem Ausbruchsgeschehen sprechen, was sich eben nicht schlagartig innerhalb von ein paar Stunden, sondenr innerhalb von einigen Tagen vollzieht.

Auf jeden Fall wird es sehr interessant, die weitere Entwicklung zu verfolgen. Vielleicht st uns mal wieder ein wirklich heller Komet beschieden.

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BeitragVerfasst: 28. Februar 2020, 17:33:40 PM 
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Ich habe über diese Lichtkurve weiter nachgedacht und bin auf eine philosophische Frage gestoßen:

Was ist ein Ausbruch?

Es gibt eine einigermaßen normale Helligkeistentwicklung, in unserer Vorstellung die des sublimierenden Schneeballs. Aus einfachen theretischen Überlegungen kommt man dabei auf n=4, was auch bei dynamisch neuen Kometen gut hinkommt (eist etwas geringer, aber auch das lässt sich begründen).

Nehmen wir jetzt einen dynamisch alten Kometen mit n=7 oder ga n=10 (gibt es, muss man nicht lange suchen). Ein höherer Aktivitätsparameter beteuted hier nicht etwa, dass der Komet aktiver ist, sondern das er inaktiver ist.

Er ist nämlich von den vorigen Umläufen von einer dicken, festen Staubkruste bedeckt (so die Vorstellung jedenfalls). Da ist nicht viel Aktivität, weil das ja wasserarm ist. Im Laufe der Sonnenannäherung bricht diese Kruste immer mehr auf, bekommt Risse, viellecht sprengt der Druck der in der Tiefe gebildeten Gase auch mal eine Platte ab. Diese Aktivitätsgebite tragen dann zunehmend zur Gasentwicklung bei.

Bei so einem alten Kometen gibt es sozusagen drei Effekte, welche die Helligkeit bei Sonnenannäherung wachsen lassen
- der rein geometrische Beleuchtungseffekt wie bei Asteroiden, welcher n=2 liefert
- die Zunahme der Gasentwicklung durch die größere Energieaufnahme (gerechnet für eine feste Struktur der Oberfläche) : Bringt noch mal n=2
- Die Zunahme der Gasentwicklung durch Freilegung neuer, frischer (nicht staubbedeckter) Regionen, zusätzliches n nicht so einfach durch einModell abzubilden

Es gibt nur keinen Wesensunterschied zwischen einem Ausbruch z.B. infolge eines Abbrechens eines großen Stücks oder dem schrittweisen Freilegen neuer unberührter Gebiete. Es ist eben nur selten, dass sich ein sog. Ausbruch über ein paar Wochen hinzieht (und dann zum Erliegen kommt).
Wir sehen meist einen Anstieg in Stunde (wie 17P/Holmes) oder eben ein großes n über Wochen. Hier ist nun die seltene Ausnahme.

Das sind so die Erlebnisse, welche Kometenastronomie so interessant machen, zumindest für mich. Und alles aus Lichtkurven, die sich zumindest im prinzip rein visuell bestimmen lassen!

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Uwe Pilz, Fachgruppen Kometen und Astrophysik/Algorithmen.
Oft benutzte Instrumente: Swarovski SLC 7x50B, Fujinon 16x70 FMT-SX-2, TMB Apo 105/650, Ninja Dobson 320/1440


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BeitragVerfasst: 28. Februar 2020, 22:25:22 PM 
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Hallo Uwe ich habe gerade klares Wetter und die nächsten Aufnahmen laufen. Die Helligkeit des Kometen eindeutig weiter zu. Aufallend ist, dass auch die innere Koma heller wird. Auf den Blauaufnahmen ist die Koma genauso große wie im Grünen (über 10 Bogenminuten) und auch kaum schwächer. Auf Rot ist der kurze Staubschweifansatz weiter sichtbar und nur die innere Koma 1-2'.
Deine Einschätzung teile ich. Dieser Komet verhält sich aber nicht wie die üblichen kleineren Bruchstücke, bei 2 AE sind die zumeist kaum sichtbar gewesen. Aus meiner Erfahrung zeigt sich, dass Kometen mit hellen Staubschweifen selten große Helligkeitssprünge gemacht haben. Wir sehen gerade bei 2017 T2, dass sich die Gaskoma nur sehr langsam entwickelt hat. Veränderungen sind erst nach Wochen deutlich sichtbar gewesen. Hier bei 2019 Y4 sieht man die Aktivitätssteigerungen innerhalb weniger Tage. Ich bin bei dir, dass das nicht anhalten kann. Aufnahmen und erste Auswertungen folgen morgen. Viele Grüße Michael


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BeitragVerfasst: 29. Februar 2020, 00:08:40 AM 
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Da sind die Grünaufnahmen mit 5x300 und 8x300 Sekunden


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BeitragVerfasst: 01. März 2020, 11:10:30 AM 
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hallo Forum,

heute Morgen war es zwischen Wolkenfetzen extrem klar, und erneut stürmisch, bei mir.
Meinen Wagen mußte ich auf der Pläne als Windschutz sehr nahe an den 21" er heranstellen ::) .

1.3.2020, 1:15 MEZ, Region SQL 21.42mag - Rekord an meinem Platz !!!
21", V 111x

11.6mag, DC 4, Durchm. 3` , mit Swanfilter 4`

Gruß
Christian


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BeitragVerfasst: 01. März 2020, 22:01:16 PM 
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Liebe Kometenfreunde,
hier eine Luminanzaufnahme vom 29.2 20.20 UT, 9 x 4 min. mit 20" f 3 , 100% Ausschnitt.


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BeitragVerfasst: 03. März 2020, 19:49:38 PM 
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Ich konnte am Abend des 01.03.2020 wieder nur in Wolkenlücken arbeiten. Mond und dunstiger Himmel sorgten für nicht so gute Bedingungen. Allerdings stieg die Helligkeit weiter. Ich kam auf 16' Durchmesser und 9,5mag! Bin schon gespannt, wie es weiter geht. Heute Nacht soll es aufklaren - bisher schneit es aber...


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BeitragVerfasst: 06. März 2020, 00:23:37 AM 
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Ich habe ihn zu Monduntergang hin mit Grünfilter fotografiert - 5.3. 00.30-1.55 UT rund 10m5 hell lg Michael Jäger


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BeitragVerfasst: 06. März 2020, 10:00:42 AM 
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Hallo Die Helligkeitsmessung der inneren Koma zeigt einen Anstieg von 0m5 in 5 Tagen. Pendelt er sich jetzt auf normale Werte ein?


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BeitragVerfasst: 06. März 2020, 12:01:23 PM 
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nach 6 Wochen wetterbedingter Kometenabwesenheit fotografiert man sogar mit Mond ..... Keine Ahnung wo das Streulicht von links herkommt, der Mond ist eigentlich ziemlich weit weg. Daten 4.3.2020 23:25 5x2min


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BeitragVerfasst: 10. März 2020, 08:55:49 AM 
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Da ATLAS ein langperiodischer Komet ist, schlägt Charles Morris auf der comets mailing list vor, für die Abschätzung der Lichtkurve die Aktivitätsparameter von Halley zu benutzen:
Code:
5 AE...1,5 AE: 8,5
1,5 AE... Perihel: 3,3
nach dem Perihel: 3,0
Mein Lichtkurvenprogramm kann mit solchen wechselnden Aktivitätsparametern umgehen, und zwar so, dass die Kurven auch aneinanderpassen und die Lichtkurve keine Sprünge macht. Wenn man nämlich einen Kometen stückweise isoliert analysiert, dann stellt das Modell nicht sicher, dass die Lichtkurven ineinander übereghen.

Ich habe zwei Varianten gerechnet:
1) den jetzigen Aktivitätsparameter von n=17 akzeptiert, aber ab 1,5 AE auf 3,3 gesetzt
2) Wie Charles vorschlägt. Dann passt die jetzige Kurve nicht gut dazu, ich habe mich an den letzten Messwerten orientiert. Wenn ihr das gedanklich anders haben wollt, dann könnt ihr die gesamte Kurve (bis zum Ende des Prognoseszeitraums) gedanklich verschieben.
Links ist heliozentrisch, rechts geozentrisch.

Im oberen Teil der Grafiken habe ich die Parameter meines Rechenprogramms mit reingeklebt, damit ich in ein paar Wochen noch weiß, was ich da zusammenphantasiert habe.

Die Maximalhelligkeit ist demnach zirka zwischen 1 mag und -2 mag.


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BeitragVerfasst: 10. März 2020, 11:04:41 AM 
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Besten Dank Uwe für die neuesten Berechnungen. Ich habe mit Astrometrica die Grünaufnahmen vom 8. März (fast Vollmond) fotometriert. Um die sichtbare Koma zu messen, habe ich die Aufnahme um 50 Prozent verkleinert - 10m3 kommt bei 9' Koma als Helligkeit heraus. Wir haben unter dunklem Himmel aber eine doppelt so große Koma fotografiert, also sollte der Komet heller sein. cs Michael Jäger


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BeitragVerfasst: 12. März 2020, 04:33:58 AM 
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Hallo Am 11. März bei hellem Mondlicht erschien die Koma kompakter als noch am 5.3, GIF mit 8"/2.0 CCD und Grünfilter cs Michael Jäger


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2019Y4GIFmarch11web.gif [ 10.42 MiB | 3104 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 12. März 2020, 08:41:44 AM 
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Jan Hattenbach hat in seinem Blog etwas über diesen Kometen geschrieben.

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BeitragVerfasst: 12. März 2020, 10:02:43 AM 
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(Guzik: I observed it under pretty dark skies. It was so obvious in 25x100, that I decided to give it a try in 10x50. I could see it in 10x50 too, but only barely)
Hallo Uwe die neuesten Beobachtungen von letzter Nacht bestätigten auch meinen Eindruck, dass sich der Komet weiterhin dynamisch entwickelt.
Derzeit spricht mehr für deine Variante 1 als 2. Viele Grüße Michael


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BeitragVerfasst: 12. März 2020, 10:45:36 AM 
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Heute abend soll es hier klar werden. Ich hatte überlegt, mit meine 4-Zoll-Refraktor ins Dunkle zu fahren. Nach dieser letzten Mail werde ich wohl meine beiden Ferngläser mit 5 und 7 cm Öffnung nehmen Ich berichte dann.

Mein 7-cm-Glas hat sogar Nebelfilter, welche für Kometen wirken.

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BeitragVerfasst: 12. März 2020, 17:13:25 PM 
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Hallo Uwe,

weiter nördlich sieht es tatsächlich besser aus. Viel Glück.
Bei mir wird für heute leider nur aufgelockerte Bewölkung gemeldet. Vielleicht wird es was am Wochenende!

Steffen


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BeitragVerfasst: 12. März 2020, 21:29:50 PM 
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Hallo,

hatte superklaren Himmel heute abend. Mit dem 12-cm Refraktor bei 30x schätzte ich ihn auf 9.0 mag mit einem 7' Durchmesser und diffusem DC von 2.

Maik


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BeitragVerfasst: 12. März 2020, 22:29:15 PM 
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Ich habe auch sehr transparenten Himmel, SQM=20m9. Sowohl mit dem 16x70 als auch mit dem 7x50-Fernglas m1=9m2.
Im 16x70: d=7' DC=5, Filter wirkt gut.

Mit dunkelangepassten Augen ist es kein schweres Ziel für das 7x50, mit indirekten Sehen sofort erkennbar.

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BeitragVerfasst: 13. März 2020, 18:35:12 PM 
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Komet C/2019 Y4 (ATLAS) zeigt weiterhin eine positive Entwicklung. Bild vom 12.3 mit 20" f 3 und CCD 4 x3 min Blau und 3 x3 min grün. Ein schwacher Schweif ist auch erkennbar bei aufgehelltem Himmel durch Stadtlicht.
Lg

Norbert


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blue-green-komet_3.jpg [ 209.49 KiB | 2912 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 14. März 2020, 08:45:42 AM 
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hallo Forum,

13.3.2020, 21:45 MEZ, SQL Region 21.05mag, Feld

12" Dobson, V 69x

wow, ohne Mondschein nun schon :

8.8mag, DC 4, Durchm. 13` mit Swanfilter 16`

Gruß
Christian


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BeitragVerfasst: 14. März 2020, 11:47:53 AM 
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Wow! Auf Twitter meinte jaemand, dass er bereits 8,5 mag erreicht hätte.

Ich werde in den kommenden Tagen ein Infoblatt zur Sichtbarkeit veröffentlichen und auch einen eigenen Blogartikel schreiben. In der Zwischenzeit kann man mal Jan Hattenbachs Artikel lesen: https://himmelslichter.net/c-2019-y4-at ... -maikomet/

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Gruß & cs
Andreas
Bild
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Meade LXD55 10" f/4 | GSO Dobson 8" f/6 | TS Photoline 80 f/7 | Fujinon 10x70 FMT-SX | AstroTrac TT320X-AG | Canon EOS 1000Da / 6D


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BeitragVerfasst: 14. März 2020, 12:10:39 PM 
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anbei ein Bild von gestern, 5x 2min mit dem 16" Newton, bin schon gespannt auf die weitere Entwicklung ....


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