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BeitragVerfasst: 29. März 2020, 11:57:19 AM 
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Lieebr Christian und alle,

da deine Beobachtungen so schön homogen sind, habe ich eine weitere Auswertung angestoßen, und zwar nur auf Basis der pseudo-visuellen Beobachtungen von Thomas und Steffen. Hier ist der mathematisch optimale Abknickpunkt bei 1,99 AE, das war schon am 2. März. Da das Stück mit dem geringeren Anstieg entsprechend länger ist, ist die Genauigkeit dieses jetzt vorhandenen Aktivität höher. Es ergibt sich rechnerisch n=7,9, das ist immer noch steil, aber nicht untypisch für dynamisch alte Kometen.

Wenn ihr alos diesen Messungen mehr vertrauen wollt, dürft ihr euch über eine günstigere Prognose freuen: Nämlich -8 mag im Maximum und -6 mag zu Ende der Sichtbarkeit am 25. Mai.

Sollte sich dies bewahrheiten, dann wäre es neben einem Großen Kometen ein groer Triumph für diese von Thomas entwickelte Auswertemethode.


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Uwe Pilz, Fachgruppen Kometen und Astrophysik/Algorithmen.
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BeitragVerfasst: 29. März 2020, 17:35:48 PM 
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Hallo,
hier eine Animation vom Fr, den 27.03, 10x3min (RASA8, ASI533 L-Kanal). Der Schweif entwickelt sich aber an Helligkeit sehe ich keine große Zunahme in den letzten Tagen... (24-27.3).
Grüße
Leschko


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BeitragVerfasst: 29. März 2020, 21:00:11 PM 
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Hallo zusammen,

schon seit einer Weile lese ich hier in diesem Forum mit. Hier ist ja ein großer Teil der Fachgruppe Kometen versammelt.. Drum habe ich jetzt beschlossen, mich hier auch mal anzumelden. :-)

Ich bin total begeistert von all den tollen Fotos und Prognosen hier im Thread! @Michael: Mir gefallen die Fotos von dem Kometen mit galaktischem Cirrus im Hintergrund, weil man damit abschätzen kann, wie schwach die äußeren Komaausläufer sind. Der Cirrus ist ja schon 25 mag/Quadratbogensekunde und schwächer.

Hier ist mal eine Zeichnung, die ich am 26.03. am 12-Zoll Dobson gemacht habe. Bei 49x - 84x Vergrößerung fand ich die äußere Koma am besten erkennbar (zumindest das, was man visuell erkennen konnte). Aber dafür bei 168x - 275x Vergrößerung die innere Koma am besten. Es lohnt sich also, verschiedene Vergrößerungen durchzuprobieren. Bei 275x konnte ich einen Schweifansatz umgeben von einer etwas aufgefächerten Struktur erkennen, ähnlich wie auf Uwes Zeichnung oben.


Clear skies
Robin


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BeitragVerfasst: 30. März 2020, 21:16:27 PM 
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Ich klinke mich noch mal in die Reihe der Lichtkurvenanalysen und Prognosen ein ...
Der Komet hat nun doch schon einen recht kräftigen Einbruch der Helligkeitsentwicklung gezeigt. Das wurde bereits von einigen Beobachtern richtig festgestellt. An dieser Stelle möchte ich eine erste Analyse der neuen Entwicklung zeigen. In der unten dargestellten Lichtkurve sind meine eigenen Messungen mit großer Apertur hervorgehoben. Die Koma ist seit Mitte März praktisch nicht mehr angewachsen - ganz im Gegensatz zur rasanten Entwicklung in den sechs Wochen davor - und beträgt etwa ein halbes Grad. Dafür ist der innere Bereich wesentlich kompakter geworden, die Flächenhelligkeit nimmt nach außen hin jetzt zügig ab, sodaß Helligkeitsmessungen und Schätzungen viel genauer werden. Die Passage durch Himmelsgegenden mit galaktischem Cirrus hat daher auch nicht sehr gestört.

Der Helligkeitsanstieg der letzten 2 Wochen sieht sehr linear aus und hat sich vermutlich auf dem neuen Niveau stabilisiert. Die Ausgleichsrechnung unter Verwendung meiner Beobachtungen (und zweier Aufnahmen von Michael Jäger, vielen Dank!) nach dem 10. März ergibt einen Aktivitätsparameter
n = 3.0 +-0.4
und eine mittleren Unsicherheit der Einzelmessung von 0.07 mag.
Die tatsächliche Unsicherheit des Wertes von n ist natürlich größer, der angegebene Wert ist rein rechnerischer Natur und man weiß natürlich nicht, was der Komet noch vor hat. Trotzdem denke ich, man muß die Erwartungen nach unten schrauben: rechnerisch käme man jetzt auf eine Perihelhelligkeit von m=+1.8 +-1mag.

Dennoch sollten wir ein spannendes Objekt sehen. Der Komet wird schließlich noch ein paar hunder mal heller und die gegenwärtige Schweifentwicklung läßt auf weitere tolle Aufnahmen und Beobachtungen hoffen.

Bleibt alle gesund!
Thomas


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BeitragVerfasst: 31. März 2020, 06:52:37 AM 
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Andreas Kammerer hat auf unserer Webseite eine Auswertung vorgestellt. Er weist darauf hin, dass er Komet wahrscheinlich zu klein ist, um das Perihel zu überleben.
Seine Berechnungen nehmen für dei nahe Zukunft einen Aktivitätsparameter von n=2,4 an, also noch unter den Ergebnissen von Thomas.
Leider ist in der Grafik die Perihel-Helligkeit nicht angegeben. Ich habe die Lichtkurve mit Andreas' Werten einmal nachgestellt und komme zu eine Maximalhelligkeit von 3 mag (wie von Andreas angegeben) und auf ca. 3m2 zum Ende der Sichtbarkeit

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BeitragVerfasst: 31. März 2020, 11:10:53 AM 
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Hallo auch das ERscheinungsbild stagniert. Einzig der Schweif kommt mir von Tag zu Tag eine Spur heller vor. Bild vom 30.3. UT 22.30 lg MJ


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2019Y420200330ut2230rgbweb.jpg [ 1.93 MiB | 5890 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 01. April 2020, 05:34:33 AM 
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Hallo zusammen,

meine frostige Morgensession von eben zeigte den Kometen bei 7.8 mag. Dies bedeutet für meine Beobachtungsreihe Stagnation. Klar, der Komet ist durch die große und diffuse äußere Koma sehr empfindlich auf die Himmelsqualität und im Vergleich zu den Abendbeobachtungen stand er doch etwas tiefer und prompt schrumpft auch mein erfasster Durchmesser. Aber auch das DC scheint wieder zurückzugehen.
Es wird interessant sein, wie er sich nach der Mondpause zeigt.

Maik


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BeitragVerfasst: 01. April 2020, 14:17:07 PM 
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Nachdem nun etwas mehr Werte im abflachenden Bereich vorliegen, kann ich Grund für etwas Hoffnung geben. Wahrschnlich war es so, dass Teile der visuellen Beobachter in der Magnituden-Euphorie gefangen waren und tendenziell etwas zu große Helligkeit berichteten. Jetzt, nachdem die Abflachung der Kurve nicht mehr zu leugnen ist, nähert sich dies dem Normalzustand wieder an.
Der Effekt hiervon ist nun, dass er lange Anstieg etwa überschätzt wird (ein nur geringer Fehler), aber der kurze flache Zwei mit der niedrigen Aktivität unterschätzt. Ich gebe hier die Resultate nur der elektronischen Messungen an, von Thomas und Steffen. Mit einem ordentlichen Kurvenstück ergibt sich derzeit ein n=6,2 und eine Maximalhelligkeit von -4 mag. Abknickpunkt ist bei 1,97 AE, fast unverändert zur vorigen Analyse. Die Analyse berücksichtigt Werte bis zum 23. März.

Ich habe auch mal nur Thomas Werte benutzt (wie er selbst) und komme auf n=10 (noch höher). Mir fehlen allerdings die letzten Werte, meine Liste seiner Werte geht nur bis zum 16.3.

Ich gebe die geozentrische Helligkeit an, und zwei Insets. Eines mit einem Ausschnitt der heliozentrischen Kurve, und eines mit Thomas' Daten. Gerade die heliozentrische Kurve zeigt, dass diese Aktivität wohl nicht irgendein Abgrenzungsfehler ist.

Der Wert von n um 6 jetzt sind rechnerisch ziemlich sicher, das sieht man auch an der Grafik. Was wir nicht wissen: Ob es bei dieser Aktivität bleibt, oder ob wir uns mit einem weiteren Einbruch abfinden müssen oder gar einem Zerfall.


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BeitragVerfasst: 01. April 2020, 15:31:50 PM 
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Hallo Uwe,

ich möchte kurz einen Einwurf machen. Du sprichst von "aus Euphorie zu hellen Schätzungen". Das ist gefährlich. Ich selbst gehe zwar euphorisch an jede Beobachtung, aber nicht, um die hellsten Werte zu schätzen, weil ich dem Hype des hellen Kometen folgen möchte - sondern weil ich mich auf jede Kometenbeobachtung freue :-) . Das Hypen mag mir in den frühen Jahren passiert sein. Und jeder, auch neuer visueller Schätzer, sollte sich davon befreien. Schwer - aber es geht.

Das Problem hier ist die große Koma. Ich denke auch, dass ein Gutteil des steilen Anstiegs dadurch zustande gekommen ist, dass der Komadurchmesser schnell zunahm, was an besseren und immer besser werdenden Beobachtungsbedingungen lag. Damit ergeben sich automatisch schnell steigende Werte der Helligkeit. Dies gab es schon häufiger. Je nachdem, wieviel Koma der Beobachter erkennt und dementsprechend die Vergleichssterne defokussiert (und besonders das ist schwer!) ergeben sich ziemlich streuende Werte bzw. scheinbare Brüche.

Wie gesagt, Charles Morris hat es auf comets-ml schön gesagt - manchmal ist eine Auswahl auf Datensätze weniger Beobachter besser und homogener als die Gesamtlichtkurve. Oft ist der Nullpunkt der Beobachter zueinander nur verschoben. Ganz so einfach ist es allerdings auch oft nicht, da die Morphologie und sicher auch die spektrale Zusammensetzung der Koma und die spektrale Empfindlichkeit des jeweiligen Beobachters eine komplizierte Gemengelage ergeben.

Mal sehen, ob ich mich heute morgen nochmal aufraffen kann, dann kommt die Mondpause und danach schaumer mal.

Bleibt gesund

Maik


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BeitragVerfasst: 01. April 2020, 18:12:33 PM 
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Lieber Maik, natürlich sollen wir alle euphorisch an die Messungen herangehen. Ich habe aber schon Analysen gemacht, wo (im Nachhinein) wirklich unrealistisch hohe Messungen dabie waren. Hinzu kommt, dass sich große Comae schlecht schätzen lassen. Selbst im Fernglas war das nicht einfach.

Das alles kommt erst zu Tage, seit wir die Airtools haben. Vorher war es ganz schwer auseinanderzunehmen, was Kometeneffekte und was Beobachtereffekte waren.

Sicherlich ist es auch eine gute Idee, nur Schätzungen einzelner Beobachter zu nehmen. Die mögen dann alle ein wenig zu hoch oder zu niedrig sein, aber in sich homogen. Damit kann ist man - wie du schreibst - vielleicht besser bedient.

Du hast ja viel eingereicht. Wenn ich es schaffe, dann rechne ich morgen mal nur deine Werte durch. Vielleicht genügen diese für eine Analyse des Abknickens.

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BeitragVerfasst: 02. April 2020, 10:30:36 AM 
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Hallo Uwe,

ich denke, der große Vorteil der Auswertung solcher Dinge anhand von elektronisch erhaltenen Messungen ist, dass der menschliche Faktor minimiert wird und durch die einheitliche Auswertung die Daten homogener werden. Insofern glaube ich nicht, dass meine Schätzungen mehr oder bessere Aussagen bringen, als die von Thomas ermittelten Messwerte. Eher im Gegenteil. Die visuellen Schätzungen sind für die Gesamtlichtkurve sicherlich wertvoller als für die Bewertung kleinskaliger Veränderungen.

Ich habe ihn heute morgen nochmals auf 7.8 mag geschätzt, aber die Durchsicht war nicht perfekt, er erschien wieder nicht mehr so kondensiert wie vor einigen Tagen.

Maik


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BeitragVerfasst: 02. April 2020, 12:17:45 PM 
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Lieber Maik und alle,

ich habe es dennoch einmal nur mit deinen Daten versucht. Wie du schon richtig sagts, benötigt man für die rein visuellen Beobachtungen dann doch eine allgemeine Lichtkurve aus vielen Messungen. Rein rechnerisch ergibt sich aus den jetzt vorliegenden Beobachtungen eine nach dem Knick fallende Helligkeit, was für eine Auflösung spräche.


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BeitragVerfasst: 02. April 2020, 12:40:14 PM 
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Hallo die von Andreas angesprochene Auflösung des Kometen halte ich auch für möglich. Der Stopp in der Entwicklung deutet dies an. Allerdings ist es noch zu früh, um zu sagen, ob und wann der Komet aufhört aktiv zu sein. Die meisten Kometen, die sich aufgelöst haben, waren bei diesem Sonnenabstand auch nicht so aktiv wie dieses Exemplar.
Ich würde noch warten, bis er R-1.0 AE erreicht hat, schaut er dann genauso aus und wird er nicht heller, ist der weitere Weg vorgezeichnet.
Das Bild von letzter Nacht zeigt, dass der Schweifansatz weiterhin hell ist, aber nicht länger wird. Die Koma schrumpft. Bild mit Tele f-280mm lg Michael


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BeitragVerfasst: 03. April 2020, 07:48:32 AM 
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Gestern isnd noch ein ganzer Schwung Auswertungen von Thomas hereingekommen, auch die visuellen Beobachter waren fleißig.

Ich habe wieder beide Auswertungen gerechnet, alle Daten und nur die Airtools-Ergebnisse. Diesmal habe ich die Daten übereinandergelegt. Ich kann in meinem Programm derzeit keine Messwerte hervorheben, deshalb gibt es zwei Grafiken.

Blau sind die Prognosen gemäß visuell, rot gemäß Airtools. Der Unterschied ist groß, etwa 8 mag DIfferenz in der Maximalhelligkeit.

Was man deutlich sieht: DIe SUmme der visuellen Werte nach dem Abknicken gleich eher einem Schrotschuss, da kann man verscheidene Geraden durchlegen, welche visuell plausibel erscheinen. Hier müssen wir auf jeden Fall auf die Messungen nach der Mondpause warten. Das Ergebnis jetzt ist rein rechnerisch.

Bei der Airtools-Kurve gilt ähnliches für den Abknickpunkt, den ich rechnerisch bestimme. Die Fehlerquadratsumme geht durch ein flaches Minimum. Statt des jetzt benutzten Punktes vonknapp 2 AE könnten es vielleicht auch 1,9 AE sein (aber nicht noch näher). Wenn ich das mal einsetze, dann komme ich auf ein derzeitiges n=3,4 , was mir sehr realistisch erscheint. Die rechnerische Maximalhelligkeit ist dann 1-2 mag.

Ich gebe auch diese Kurve mal an, weil sie unter Abwägung vn Mathematik *und* Kometenphysik sehr realistisch erscheint.


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BeitragVerfasst: 05. April 2020, 09:41:17 AM 
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Auf der comets mailing list wird der Rückgang des Helligkeitsanstiegs diskutiert. Interessanterweise weist niemand darauf hin, dass der bisher beobachtete Aktivitätsparameter in der Nähe von n=15 in hohem Maße ungewöhnlich ist.

Es wird ein Zerfall diskutiert, ein durchaus plausibles Szenario. Dies würde zumindest die starke Aktivität erklären, ist aber für uns kein wünschenswertes Geschehen. Die Änderung der Bahn infolge nichtgravitativer Kräfte wird als dazu passend angesehen.

Es wird angezeigt, dass das MPC nicht genügend Positionen übermittelt bekommt (oder publiziert hat??). Hirohisa Sato hat neue Elemente berechnet, die ich so gebe, wie in der Post übermittelt (etwas seltsam)
Code:
C/2019 Y4 (ATLAS)
Epoch 2020 May 31.0 TT = JDT 2459000.5
T 2020 May 31.03249 TT 
q 0.2529592 (2000.0)         P Q z +0.0110971 
Peri. 177.38192              +0.48047988 +0.62730817 +/-0.0000347 
Node 120.57280               -0.81701777 +0.57418891
e 0.9971929 
Incl. 45.38470               -0.31878057 -0.52610983
From 1133 observations 2019 Dec. 28-2020 Apr. 4, mean residual 0".58.
Nongravitational parameters A1 = +26.36, A2 = -2.6743.
Residuals in seconds of arc


z. Vergleich: Gideon van Buitenen
Code:
ATLAS (C/2019 Y4)      31.0439   5  2020  0.0         
q 0.252982    
e 0.999190   
i 45.3908    
Peri 177.3990    
Node 120.5784    
2000.0    6.0  4.0    MPEC 2020-C98
MPC praktisch identisch bis auf eine Winzigkeit im Perhieldatum
Code:
ATLAS (C/2019 Y4)         31.0440   5  2020  0.0         
q 0.252982    
e 0.999190   
i 45.3908    
Per 177.3990    
Node 120.5784    
2000.0    6.0  4.0    MPEC 2020-C98

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BeitragVerfasst: 05. April 2020, 10:26:59 AM 
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auf Guide projiziert ergibt sich, dass die Positionsunterschiede bei etwa 10 Bogenminuten liegen, gar nicht so wenig


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Y4.JPG
Y4.JPG [ 51.66 KiB | 5121 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 05. April 2020, 10:35:27 AM 
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Hirohisa Sato liegt deutlich besser. Ich kenne auch schon die neue Bahn von Nakano, die wohl im kommenden CBET veröffentlicht werden wird. Auch hier extrem hohe nichtgravitative Kräfte, e in Richtung 0.997. Es wird echt interessant, wohin die Reise mit dem Kometen geht. Man sollte eben nie zu früh euphorisch werden.

Bezüglich der Bahnelemente: Es wäre wirklich schön, wenn man so etwas wie COBS auch für Astrometrie hätte....

Viele Grüße

Maik


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BeitragVerfasst: 05. April 2020, 11:00:34 AM 
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na dann werde ich (trotz Mond) heute Nacht mal ein paar Aufnahmen machen, und schauen wer da besser gerechnet hat.
@Maik: nach dem ISON Debakel 2013 ist bei mir sowieso jegliche Euphorie abgeschaltet .....
lg roland


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BeitragVerfasst: 05. April 2020, 22:45:26 PM 
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eine Aufnahme von heute Abend zeigt klar: der Komet befindet sich an der MPC Position, bezugnehmend auf die obige Guide Grafik (natürlich aktualisiert) liegen Kinoshita und Sato falsch .....


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BeitragVerfasst: 06. April 2020, 08:01:37 AM 
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Hallo Roland,

dies sind die Elemente von Nakano aus dem neuesten CBET. Ich kann es von hier aus nicht checken, wie liegen die denn?

Epoch = 2020 May 31.0 TT
T = 2020 May 31.04047 TT Peri. = 177.33050
e = 0.9968264 Node = 120.57203 2000.0
q = 0.2531822 AU Incl. = 45.38388

Gruß

Maik


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BeitragVerfasst: 06. April 2020, 09:02:28 AM 
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Hallo,

habe doch GUIDE hier.

Anbei ein Vergleich der Positionen nach den brandneuesten Bahnen von gestern und heute. Achtung - die MPC-Bahn hat keine nichtgravitativen Kräfte berücksichtigt. Die Differenz zwischen MPC und Nakano beträgt fast 14'.

Komisch...

Maik


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BeitragVerfasst: 06. April 2020, 09:45:53 AM 
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so, nochmal in der Praxis, für uns Fotografen ist ja nur wichtig wo der Komet steht und nicht warum:
Die MPC, van Buitenen, Kinoshita Daten sind online, Sato und Nagano habe ich entsprechend dieses Posts eingetragen, Aktivitätsparameter habe ich nicht berücksichtigt:
Y4 (MPC) 31.0440 5 2020 0.0 0.252982 0.999190 45.3908 177.3990 120.5784
Y4 (van Buitenen) 31.0439 5 2020 0.0 0.252982 0.999190 45.3908 177.3990 120.5784
Y4 (Kinoshita) 30.9086 5 2020 0.0 0.252684 1.0 45.4886 177.3006 120.6689
Y4 (Sato) 31.0325 5 2020 0.0 0.252959 0.997193 45.3847 177.3819 120.5728
Y4 (Nagano) 31.0405 5 2020 0.0 0.253182 0.996826 45.3839 177.3305 120.5720

Die Grafik gilt für 5.4.2020, 19:56 UT, meine Position habe ich aus Astrometrica und in Grün eingezeichnet (nahe der MPC Position). Also wo ist da der Fehler, bei mir ? bei Guide ? oder bei den Japanern ?


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Y4-3.jpg
Y4-3.jpg [ 37.98 KiB | 4647 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 06. April 2020, 09:51:10 AM 
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und sicherheitshalber noch mein Bild, kann man leicht mit obiger Grafik vergleichen ....


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Y4-Astrometrica.JPG
Y4-Astrometrica.JPG [ 356.43 KiB | 4642 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 06. April 2020, 10:01:33 AM 
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Ich denke, ich kenne den Grund.

Die nichtgravitativen Kräfte sind extrem hoch. Die Positionen würden nur dann super übereinstimmen, wenn die Positionen für die gleiche Epoche der Bahnelemente ausgegeben werden. Da Planetariumsprogramme (jedenfalls Guide) diese Kräfte nicht berücksichtigen können, werden die Unterschiede umso größer, je mehr man sich von der Epoche der Bahnelemente wegbewegt. Und wie gesagt, diese Kräfte sind derzeit extrem groß.

Insofern ist es derzeit sicherer, Elemente zu nutzen, die keine NGF berücksichtigen, aber auch hier müssen häufige Updates her.

Anbei das Bild für den 31.5., Unterschied maximal 4', Sato und Nakano innerhalb 2'.

Gruß
Maik


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BeitragVerfasst: 06. April 2020, 10:35:40 AM 
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Um diesen Problemen aus dem Weg zu gehen, verwende ich (meistens) kein Planetariumsprogramm mit zugehörigen Bahnelementen sondern hole die Positionen (Ephemeriden) direkt vom MPC via CGI-Skript. Damit werden die intern verwendeten aktuellen Elemente benutzt - nicht die später für Planetariumsprogramme herausgegebenen Elemente. Das hat übrigens auch während der langen Sendepause des MPC im vergangenen Jahr funktioniert.
Anschließend plotte ich die Position in einem Sternatlas, z.B. über dem DSS mit APASS-Sternen unter Verwendung von Aladin.

Die Position von 2019Y4 hat damit bis auf wenige Bogensekunden bisher immer gepaßt.

Wenn Interesse besteht, kann ich versuchen, den Programmteil der das Ganze macht aus den AIRTOOLS herauszulösen und als Shell-Skript zur Verfügung stellen (leider nur für Linux-User).

Viele Grüße,
Thomas


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BeitragVerfasst: 06. April 2020, 12:55:07 PM 
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Hallo ganz so dramatisch ist er bisher nicht eingebrochen. Die Koma ist jetzt etwas kompakter - was nicht ungewöhnlich ist - der Schweif ist heller aber weiterhin nicht länger.
Die Aufnahme ist bei sehr guter Transparenz und hellem Mondlicht entstanden - 5.April 21.30 UT RGB 75x100 Sekunden mit 11"/2.2. Solche "Seitwärtsbewegungen" in Helligkeit und Erscheinungsbild kennen wir von Kometen, die sich aufgelöst haben. Ein Paradebeispiel war Komet Hönig C/2002 O4, der nach einem raschen Helligkeitsanstieg stoppte und ein Monat geringfügig schwächer wurde, und dann war es aus siehe auch hier http://www.aerith.net/comet/catalog/2002O4/2002O4.html .... cs Michael


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BeitragVerfasst: 06. April 2020, 16:05:01 PM 
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Hallo, mein Bild vom 4.4 mit 10" Newton bei 1000 mm Brennweite zeigt auch einen helleren Staubschweif, was eigentlich positiv ist, denn alle hellen Kometen sorgen mit imposanten Staubschweifen für ein spektakuläres Erscheinungsbild. Natürlich kann die aktuelle Staubfreisetzung auch jetzt schon das Ende einläuten.

Lg
Norbert


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BeitragVerfasst: 06. April 2020, 22:03:05 PM 
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Hallo zusammen,

es scheint sich zu bestätigen:

http://www.astronomerstelegram.org/?read=13620

http://www.astronomerstelegram.org/?read=13622

Clear skies

Robin


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BeitragVerfasst: 07. April 2020, 10:39:01 AM 
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Ja, sehr schade - das sieht gar nicht gut aus...

Hab ihn noch nicht einmal sehen können und mich schon auf einen hellen Kometen gefreut.
Aber auch Terry Lovejoy und Gideon van Buitenen berichten von "elongated with a duplicate brightness peak" und "nucleus starting to stretch into a bar".


Gruß
Burkhard


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BeitragVerfasst: 08. April 2020, 21:56:58 PM 
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Ich habe heute versucht, die zentrale Kondensation zu beobachten und zu schauen, ob sich etwas Richtung Aflösung finden lässt. Die Idee dahinter war, das der Nukleus durch das Mondlicht nicht so stark beeinträgtigt wird wie die Koma allgemein.

Ich habe meinen 12-Zoll-Newton draußen und beobachtete gleich nach Dämmerungsende. Ich benutzte die bestauflösende Kombination, die ich habe: EIne komakompensierende Barlow und ein Ortho dahinter. Es war ernüchternd.

Bei niedriger Vergrößerung sah ich einen schwachen runden Nebel ohne erkennbare Kondensation. Bei 216-facher Vergrößerung war nur eine schwache ovale Nebelfläche vo 0,7' Länge, PW=335 Grad. Keine Kondensation sichtbar.

Ich hätte eine Kondensation in der Größe einiger Bogensekunden erwartet, jetzt haben wir ein Etwas von fast einer Bogenminute.

Nun kann es natürlich sein, das die atmosphärischen Verhältnisse und der Mond etwas verdeckt haben. Dennoch bin ich überrascht, wie schnell ie doch deutlich erkennbare Kondensation völlig verschwunden ist.

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Uwe Pilz, Fachgruppen Kometen und Astrophysik/Algorithmen.
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BeitragVerfasst: 08. April 2020, 22:14:50 PM 
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Hallo Uwe,

ich hatte gestern Abend (07.04. 20:00-20:20 UT) im Wesentlichen die gleiche Beobachtung gemacht, kleiner diffuser Fleck, DC 0, keinen False Nucleus gesehen (12 Zoll, 152x, mit und ohne SWAN-Band Filter). Aber der Kontrast zum Himmelshintergrund (vom Mond aufgehellt) war sehr gering. Komet nur mit Mühe erkennbar.
Aber ich frage mich, ob einfach die Grenzgröße zu gering war, um den False Nucleus unter den Bedingungen zu beobachten.
Hat jemand in den letzten Tagen Fotos davon gemacht?
Bin gespannt, wie es an den nächsten Abenden aussieht, wenn der Mond nicht mehr über dem Horizont sein wird.

Clear skies

Robin


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BeitragVerfasst: 09. April 2020, 00:01:11 AM 
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Hallo Uwe,

ich habe gerade mit dem selben Gedanken wie du den Kometen beobachtet (16" Newton, 260-460x) und kann deine Beschreibung bestätigen. Keine Kondensation mehr sichtbar, nur eine diffuse, runde Fläche von vielleicht ein bis zwei Bogenminuten (war wegen des diffusen Rands schwer zu sagen). Die Bedingungen (Transparenz und Seeing) waren sehr gut, wenn nur der Mond nicht wäre...

cs,
Jan

Nachtrag: Hier ein crop aus einem 60s-Bild (70/420ED + EOS 6D bei 3200 ISO):
Bild Bild

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BeitragVerfasst: 10. April 2020, 00:51:09 AM 
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Hallo,
ich habe auch den Komet gestern (8. April, von 22:13 bis 22:33) beobachtet.
Hier ist ein Bild, mit 11x90 sec, 8'' F/10 Schmidt-Cassegrain und ZWO ASI385MC.


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BeitragVerfasst: 10. April 2020, 07:29:50 AM 
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Gestern abend, mit dem 12-cm Refraktor bei 30x ein undeutlich begrenztes und diffuses (DC 1/) Etwas mit 7.5' Durchmesser und 8.6 mag. Das sollte sich jetzt schnell fortsetzen und auch visuell immer herausfordernder werden. Je kleiner die Öffnung hier, desto besser (aber klar - auch nicht zu klein).

Maik


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BeitragVerfasst: 10. April 2020, 08:09:25 AM 
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hallo Forum,

quick&dirty, habe nicht die Zeit da z.Z. das Streichen der Bude vorrang geniesst :geek:.

Gestern Abend in der Spätdämmerung aber noch kurz vor Mondaufgang konnte ich gespannt einen Blick auf den Kometen werfen. Wie schon am 6.4. unter vollem Mondschein abzeichnete hat sich Y4 massiv verändert, leider zum unguten...

Anbei zwei Rohskizzen:

30.3.2020, 22:55 MESZ, Mondschein SQL Region daher nur 20.4mag
21" Dobson, V 155x
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Noch alles gut:
kurzer Schweifansatz, kondensiert DC 4


9.4.2020, 22:05 MESZ, Restdämmerung Sonne 15.5° unterm Horizont, SQL daher nur Region 20.65mag
12" Dobson, V 86, 96x, 133x
Dateianhang:
20200409C2019Y4CN.jpg
20200409C2019Y4CN.jpg [ 237.05 KiB | 3637 mal betrachtet ]
Zuerst fiel bei 69x nur der längliche Kernbereich auf. Von der Koma keine Spur !
Bei höherer Vergr. V 86x zeigte sich der Schweif. DC 2

Gruß
Christian


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BeitragVerfasst: 10. April 2020, 11:33:41 AM 
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ich kann natürlich auch keine anderen Nachrichten bieten, als meine Vorgänger, anbei ein Vergleich 1.4. und gestern 9.4. im gleichen Massstab und bei ähnlicher Belichtungszeit. Ostern naht, aber hier wird es wohl keine Wiederauferstehung geben .....


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BeitragVerfasst: 10. April 2020, 22:17:34 PM 
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Ich war eben an mienem ländlichen Beobachtungsort und habe den Kometen mit meinem 7-cm-Fernglas aufgesucht. Die visuelle Grenzgröße war ca. 6 mag im Zielgebiet.
Mit dem 7-cm-Fernglas bestimmte ich m1=9m0, d=4', schwach kondensiert DC=3.

Nach meiner Einnerung war er im 16x70 etwa so deutlich wie vor drei Wochen im 7x50.

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BeitragVerfasst: 11. April 2020, 02:20:14 AM 
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Hallo es ist gar nicht so wenig Komet noch da, Bilder vom 10. April gegen 19.40 2x150 Sekunden Klarfilter und 3x4min Grün mit 11"/2.2 Beste Grüße Michael Jäger


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BeitragVerfasst: 11. April 2020, 12:15:05 PM 
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das Farbbild noch mit insgesamt 8x4 Minuten RGB und 11"/2.2


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BeitragVerfasst: 11. April 2020, 15:45:35 PM 
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Hallo,
ebenfalls gestern Abend, 20:23UT, 3x3min mit der Farb ASI533, RASA8.
Grüße
Leschko


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BeitragVerfasst: 11. April 2020, 18:42:49 PM 
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Hallo zusammen,

gestern Abend habe ich den Kometen im 12 Zoll Dobson beobachtet (19:30-20:20 UT). Konnte schon bei 49x Vergrößerung eine längliche Form nachvollziehen. Der Schweif und die äußere Koma erkannte ich wie früher schon am besten bei 49x – 84x Vergrößerung, die zentralen Bereiche am besten bei 275x Vergrößerung.

Anstatt eines hellen False Nucleus sah ich eine etwas diffuse Aufhellung in Form eines schmalen Streifens grob in Richtung Positionswinkel 110°, Länge weniger als 1 Bogenminute, Breite vielleicht einige Bogensekunden. Diese Aufhellung war nicht an ihrem sonnenzugewandten Punkt am hellsten, sondern der hellste Bereich war ein Fleck einige Bogensekunden weiter hinten. Gut nachvollziehen ließ sich dies anhand der Lage relativ zu einem 13.7 mag Stern direkt neben dem Kometen, der etwas nordwestlich von dieser Struktur war. Das Ende der Struktur war aus der Betrachtungsperspektive etwas „oberhalb“ dieses Sterns, während der hellste Bereich etwas unterhalb war.
Ich konnte allerdings keine einzelnen Fragmente erkennen. Auch konnte ich nicht das erkennen, was auf einigen Fotos seitlich versetzt vor der schmalen Struktur ist. Das dürfte vermutlich auch zu lichtschwach sein?

Den Schweif konnte ich über etwa 7 Bogenminuten in Richtung Positionswinkel ca. 110° verfolgen. Die Koma sah um die zentrale Struktur ebenso länglich aus, Ausläufer konnte ich bis zu einem Durchmesser von 4 Bogenminuten erkennen. Die Helligkeit schätzte ich im 12“ Dobson auf 10.5 mag, der Kondensationsgrad auf DC 3. Damit dürfte meine Helligkeitsschätzung im unteren Bereich aller Schätzungen an dem Abend liegen, das liegt vermutlich an dem dafür etwas zu großen Instrument.

Clear skies

Robin


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BeitragVerfasst: 11. April 2020, 19:41:43 PM 
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Die Fragmentierung ist mittlerweile auf den Aufnahmen zu erkennen. Mein Bild von gestern Abend ist ein Stack der kalibrierten Aufnahmen auf den Kometen ohne weitere Nachverarbeitung. Die Bedingungen waren ziemlich mies, viel Cirrus, der immer dichter wurde. Aufnahmen mit 8" f/4 Newton und Pentax DSLR, Auflösung ist 1.2" pro Pixel. Das Bild ist ein Ausschnitt mit 2-fach Zoom.

Gruß, Thomas.


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BeitragVerfasst: 11. April 2020, 20:40:26 PM 
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Lieber Thomas, vielen Dank für dieses Bild. Auf Michaels letztem Bild kann man die Abspaltung auch erahnen, wenn man einen Ausschnitt ansieht. Aber bei dir ist das ziemlich klar sichtbar.

In der comet mailing list hat Charles Morris eine Diskussion darüber anfangen, ob der Komet überhaupt fragmentiert ist. Er meint die Aufnahmen wären nicht beweiskräftig. Nun könnte das vielleicht so sein, wenn wir nur diese eine Aufnahme von Thomas hätten. ich habe aber in den letzten Tagen so viele Bilder gesehen, immer diese Aufhellung (oder manchmal sogar etwas Deutlicheres) an derselben Stelle: Das ist keineswegs Zufall. Auch wenn auf manchen Aufnahmen (z.B. der von Charles) nichts zu sehen ist.

Serh deutlich finde ich diese
https://skyandtelescope.org/wp-content/ ... -Haigh.jpg
Bild von der Nacht 8./9. April Autor ist Nick Haigh, fotografiert am 12-Zoll-Newton. Es ist auf der S&T-Seite zu finden.

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BeitragVerfasst: 12. April 2020, 14:06:13 PM 
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Hallo Uwe
der ist eindeutig zerbrochen, es gibt schon Bilder mit bis zu 4 Knoten, die Frage ist, wie lange halten die durch? Ein zerbrochener Komet lange vor dem Perihel, an so etwas kann ich mich einmal nicht erinnern. Also spannend. Von der Aktivität her, ist die grünliche Koma noch da, auf Blauaufnahmen hat sie nachgelassen. Der Schweif wird auch immer dicker, nachdem immer mehr Staub von den helleren Knoten freigesetzt wird. Das widefield ist vom 11.4. 19.30 Uhr UT mit Tele f-280/4.8, die Koma ist real elongiert. Beste Grüße Michael


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BeitragVerfasst: 12. April 2020, 16:04:18 PM 
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Hallo Uwe,
gestern zwischen den Wolken, hats gerade für 3x3min gereicht. Mir der Auflösung von 2,34"/Pixel (Atik460 mono) kann man mit dem RASA nicht viel sehen. Aber man merkt, dass der Kern unregelmäßige Form aufweist.
Grüße
Leschko


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7_9_10_a.jpg [ 1.51 MiB | 2465 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 12. April 2020, 18:33:50 PM 
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Recht vielen Dank für all eure Fotos. Überall ist die Abspaltung zu sehen! Selbt Charles Morris hat es nach einer Bildbearbeitung bei sienen Aufnahmen geschafft...

Es ist zwar schade, dass der Komet zerfällt. Aber andererseits ist auch das ein interessantes Geschehen, was hier vor unseren Augen abläuft.

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BeitragVerfasst: 12. April 2020, 18:39:50 PM 
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Hallo,
wenn man das letzte Bild in 3D darstellt und rotieren lässt, kann man aus der Perspektive die unregelmäßige Struktur des Kerns besser visualisieren. Es sind 2 Schwerpunkte zu erkennen.

Grüße
Leschko


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144828.gif [ 16.9 MiB | 2433 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 12. April 2020, 22:36:09 PM 
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Hier ist ein Ausschnitt meiner Aufnahme von gestern Abend bei besseren Bedingungen und entsprechend höherem Signal-Rausch-Verhältnis. Deshalb ist es hier auch möglich, die Details mittels unsharp-masking etwas hervorzuheben (kleines Bild). Es zeigen sich so bereits mehrere Knoten/Fragmente.
55 Belichtungen zu je 1 Minute mit 8" f/4 Newton und Pentax DSLR, Auflösung 1.2"/pixel, im Bild mit Zoom 2x bzw. 4x (kleines Bild) vergrößert.

Auch wenn der Komet sich wohl bald auflöst, ist es ein spannendes Objekt ...

Viele Grüße, Thomas


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BeitragVerfasst: 13. April 2020, 08:10:09 AM 
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CBET 4751 widmet sich der Kernteilung. Dort wird die Ansicht von Zdenek Sekanina zitiert, welche er auf Basis einer "unermesslichen" Menge von Studien an zerfallenden Kometen gewann (Übersetzung von mir):

Die westlichste Kondensation C1 enthält das ursprüngliche und massereichste Bruchstück. Die zeigt sich in einem sehr flachen profil der Intensitätsverteilung (comets-ml, No. 28515). Ungewöhnlich daran ist, dass dieses Fragment etwas abseits (nördlich) der Schweifrichtung liegt - im Gegensatz zu den anderen Fragmenten. C1 erfährt die geringsten Beschleunigungen, weil es so massereich ist und sollte nahe an der Bewegungskurve des Ursprungskometen liegen. Es wird empfohlen, die Astrometrie auf C zu gründen.

Ob 2019Y4 das Perihel überlebt, ist fraglich, aber nicht ganz ausgeschlossen, wenn man beachtet, dass der Komet nicht direkt aus der Oortschen Wolke stammt. Hierzu kann man meine eigene Arbeit zur Revision des Bortle-Limits zu Rate ziehen, ttps//arxiv.org/pdf/1903.06300.pdf . Man muss aber beachten, dass der Komet schon ein Bruchstück eines größeren Körpers ist und offensichtlich zur Fragmentierung neigt. Wenn jedoch etwas das Perihel überlebt, dann dieses große Fragment C1.
Die außeraxiale Lage lässt sich mit einem Beginn der Teilung Mitte März vereinbaren, bei einem heliozentrischen Abstand von 1,8 AE. Dies stimmt auch mit dem steilen Helligkeitsanstiegt überein den Andreas Kammerer für den 17, März festlegte ( https://fg-kometen.vdsastro.de/koj_2020 ... y4eaus.htm ), zusammen mit dem von Navarro Pina festgestellten Afp-Maximum von 900 cm am selben Tag ( IAUC 7342 [habe ich nicht]). Das zuerst abgespaltenen Fragment C2 entfernte sich von der ursprünglichen Bahn und nahm am 5. März zunächst einen Positionswinkel von 175° ein, am 10. März 163° und 151° am 15. März [wie passt das mit dem Zerfallsbeginn Mitte März zusammen? Verstehe ich nicht, Uwe]. C2 entfernte sich von C1 nach SSW (Richtung Schweif) durch eine durch den Gasstrom hervorgerufene Beschleunigung. C2 ist damit der am meisten westlich gelegene Teil bezüglich der Schweifachse von 95°.

Es sieht so aus, als sei C2 Ende März / Anfang April weiter zerfallen. Die stimmt mit kleinen Helligkeitsausbrüchen und einem anderen Maximum von Afp (1200 cm) überein. Der Positionswinkel der Sekundärbewegung der Fragmente lag seinerzeit bei 110°, also OSO. Das best sichtbare Überbleibsel war C3, welcher ein Kandidat für eine Wolke aus grobkörnigen Bruchstücken oder eine Ansammlung kleinerer Fragmente ist. Die Beschleunigung, welche C3 von C2 erfährt, ist viel höher als diejenige von C2 gegenüber C1 und könnte eine Kombination aus nichtgravitativen Kräften und Sonnenwind sein. C2 und C3 sind als ausgasende Fragmente auf Fotos vom 8. und 9. April erkennbar.
C3 ist die hellste Abspaltung, aber wohl nicht die einzige. 3D-Helligkeitsverteilungen zeigen C4 und C5, zwei weitere Fragmente entlang der Achse, welche entweder von C2 stammen und dann vor der C3-Abspaltung getrennt wurden, oder gemeinsam mit C3 entstanden. Einige Bilder zeigen ein weiteres Fragment zwischen C2 und C3. Wahrscheinlich werden hochaufgelöste Bilder noch weitere Fragmente zeigen.

Diese gesamte Population ist in den Staubschweif eingehüllt, welcher wohl durch C2 und C3 gespeist wird und aus Staub besteht, welcher dem Sonnenwind stark ausgesetzt ist.
Wenn sich nur ein Teil dieser Beschreibung als wahr erweist, dann wäre dies ein starkes Argument für die Theorie der kaskadierten Fragmentation.

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BeitragVerfasst: 13. April 2020, 17:44:28 PM 
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hallo Forum,

anbei zwei Zeichnungen vom 11.4.2020

23:35MESZ, Region SQL 21.05mag
21" Dobson V 155x
Dateianhang:
20200411C2019Y4CN.jpg
20200411C2019Y4CN.jpg [ 44.34 KiB | 2010 mal betrachtet ]
Detailstudie
23:25MESZ
21" Dobson, V 215x
Ein helles Bruchstück war blickweise erkennbar !
Dateianhang:
20200411C2019Y4DetailCN.jpg
20200411C2019Y4DetailCN.jpg [ 26.71 KiB | 2010 mal betrachtet ]
Gruß
Christian


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