Hallo Berthold, hallo Thomas,
danke Euch.
(Berthold jetzt erstmal weghören)
Für die Spektren hab ich 26 Bilder gemacht, die je 1min belichtet waren. Da es in der Nacht immer noch 24° warm war konnte ich meinen CCD nicht unter -5° kühlen und dann bekämpft man das Rauschen eben durch ein große Anzahl an Einzelbildern, die dann überlagert werden.
Das war gar nicht so einfach. Mit Midas hat es nicht geklappt, herkömmlich Amateur-Astrosoftware kann keine Spektren überlagern, mit einer Ausnahme: Iris von Ch. Buil. Da konnte ich aber nur 7 summieren, weil es sonst alles überläuft.
Nachdem der Schwabe von nebenan den kleinen Beitrag gelesen hatte, kamen gleich ein paar ketzerische Fragen.
Z.B.: Wo ist denn H-alpha?
Na ja, da es ja laut unserer Fachgruppenseite keine doofen Fragen gibt, hier die Antwort: Bei ca. 6563A

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Nein im Ernst, es ist ja auch nicht offensichtlich für Anfänger. H-alpha bei dem dunkleren Be-Stern ist dicke hellere Wulst(=Emissionslinie. Dafür steht ja das Anhängsel e am B).
H-alpha beim K-Stern ist gegenüber der vom Be-Stern nach links (knapp 1cm auf meinem Monitor) verschoben. Bei den K-Sternen haben die Wasserstofflinien ja die Dominanz, die sie in den heißen Sternen haben, längst eingebüßt.
Interessant ist es hier aber mal die Eigenschften des Spektrographen näher zu betrachten. Er ist spaltlos und kann deshalb sowas machen.
Berthold und Lothar könnten den Spalt rausnehmen, dann ginge es auch, aber mit Spalt ergäbe sich das Problem, daß der Spektrograph um den Positionswinkel der beiden Sterne verdreht werden müßte, damit man von beiden Objekten gleichzeitig Spektren aufnehmen könnte.
Die H-alpha-Linien lägen dann aber fast übereinander, vom räumlichen Bezug bliebe nur der Winkelabstand der Sterne übrig.
Mit einem natürlich vorkommenden Czerny-Turner-Spektrographen ginge es gar nicht, selbst wenn ich zwei Lichtwellenleiter hätte, die ich je auf einen der Sterne positionierte. Hier verhindert der starke Astigmatismus quer zur Dispersionsrichtung jegliche 2-dimesionale Auflösung. Die beiden Spektren würden einfach überlagert. (Kein Imaging-Spektrograph)
Die Entwicklung im modernen Spektrographenbau geht dahin, mit einer Beobachtung möglichst viele Objekte zugleich zu spektroskopieren. So werden z.B. viele LWL genutzt, die jeder für sich auf ein anderes Objekt im Fokus des Teleskops ausgerichtet sind und am Eingang des Spektrographen alle übereinander zu einem Pseudospalt vereinigt werden. So ergeben sich entsprechend viele fadenförmige übereinanderliegende Spektren
Eine weniger bekannte Technik ist die Integral-Field-Spektroskopie. Hier wird ein Objekt und seine unmittelbare Umgebung gleichzeitig spektroskopiert ( unter Erhaltung der Information ihrer Koordinaten). Wenn man so will ist mein LISP1 also eine einfache Version davon.
Eine etwas bessere Variante findet sich hier:
http://www.ing.iac.es/Astronomy/instrum ... index.html
Worauf die ketzerische Kommentare einen so bringen.
Viele Grüße,
Udo