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 Betreff des Beitrags: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 25. November 2006, 21:21:21 PM 
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Liebe Spektroskopiker

die Planung unseres Spektrographen schreitet langsam voran. Das Projekt wurde von unserem Professor gutgeheissen: Der Spektrograph wird an das Institut gehen und (u.a.) zu Ausbildungszwecken dienen, die Uni übernimmt dafür die Baukosten.
Als Gitter werden wir ein holographisches 10x10cm - Gitter mit 1800 l/mm verwenden. Um gegenüber dem ursprünglich vorgesehenen 2400er-Gitter nicht allzu viel Auflösung zu verlieren, habe ich die Kollimatorbrennweite etwas erhöht. Die Kamerabrennweite musste ich auch noch erhöhen, da sonst die erforderliche Lichtstärke der Kamera kaum mehr realisierbar gewesen wäre.
Hier ist das Datenblatt zu der jetzigen Konfiguration: simspec

Ich überlege mir im Moment, wie man das Design vernünftig gestalten könnte. Wegen der hohen Kollimatorbrennweite (1200 mm) muss der Strahlengang zwangsläufig gefaltet werden. Ich habe mir zudem gedacht, man könnte einen Spiegel als Kollimator verwenden. Das würde unser Budget etwas weniger belasten und es entsteht keine chromatische Aberration. Allerdings müsste man ja off-axis arbeiten, was Astigmatismus zur Folge hätte.
Diesen Punkt betrifft meine erste Frage:
Das Teleskop hat ein Öffnungsverhältnis von ca. f/21, die Kollimatorbrennweite beträgt 1200 mm. In meinem ersten Entwurf zum Spektrographendesign würde ein Winkel zwischen ein- und ausfallendem Strahl beim Kollimator von 10° entstehen. Wie kann man die entstehenden Fehler aufgrund des Astigmatismus abschätzen? Was wären die Folgen (gekrümmtes Spaltbild, verringerte Auflösung)?

Eine weitere Frage habe ich bereits mit Klaus und Thomas diskutiert:
Was passiert, wenn man das Beugungsgitter um die Achse verkippt, die in Dispersionsrichtung zeigt? Die optischen Achsen liegen dann nicht mehr in einer Ebene, die projizierte Tiefe der Linien ist grösser. Hat dies überhaupt irgendwelche Auswirkungen? Im jetzigen Design-Entwurf verwende ich diese Verkippung nicht, aber ich habe mir überlegt, dass sie eventuell aus Platzgründen günstig sein könnte.

Ich danke für jegliche Hilfe und Anregungen.

Mit besten Grüssen

Peter Stoffer

Skizze des ersten Entwurfs:
Bild


Zuletzt geändert von Peter Stoffer am 17. Dezember 2006, 00:59:13 AM, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 26. November 2006, 20:15:15 PM 
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Hallo Peter,

nun wird es also konkret. Klasse ! Einen Littrow lässt sich bei einer Gittergrösse von 100 x 100mm kaum noch realisieren (ist es wirklich ein 100er Gitter oder doch ein 110er ?). Dafür brauchst Du einen Achromaten von etwa 150 mm Öffnung. Also bleibt nichts anderes übrig als Spiegel zu verwenden. Damit fängst Du Dir natürlich Bildfehler ein. Um die Auswirkungen vernünftig abzuschätzen mußt Du mit einem Raytraceprogramm Deine Konfiguration durchrechnen. Vielleicht kann Dir Udo dabei helfen ? Allerdings hast Du in Deiner Anordnung eine Kameraoptik, die auch etwa 150mm aufweisen müsste. Welche Optik willst Du für diese Kamera benutzen ? Deine beigefügte Konfiguation sieht auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich aus, aber ich denke Du wirst Deine Gründe dafür haben. ???

Hier eventuelle Alternativen:
Ich würde im ersten Schritt erst mal schauen was ich für ein Spektrometergehäuse sinnvollerweise hinter dem Cassegrain montieren kann. Dann hast hast Du schon mal Randbedingungen, die wichtig für die weitere Planung des Spektrometers sind.
Wenn ich keine weiteren Randbedingungen hätte (wie z.B. vorhandene Optik, die ich benutzen will), würde ich dazu tendieren zunächst mal die Brennweite des Teleskopes mit einer Sheapley-Linse zu kürzen. Das ist relativ einfach. Die Sheapley-Linse kannst Du evtl. auch im Spektrometergehäuse unterbringen. Außerdem könntest Du mit der Sheapley-Linse den vielleicht zu langen und damit störenden Backfokus des Cassegrains damit ebenfalls etwas kürzer machen. Die Brennweiten von Kollimator und Kamera im Spektrometer werden in diesem Fall damit ebenfalls kleiner. Wenn Du die Brennweite des Teleskopes auf 8000 mm bringst, reichen 800mm Optiken um die gleiche Auflösung wie in Deiner Konfiguration zu bekommen (ca. 0,7A bei Halpha). Vielleicht könnte man eine Ebert-Fastie Konfiguration (Czerny-Turner mit nur einem Spiegel) aus einem 200mm Parabolspiegel mit 1:4 (800 mm Brennweite) aus einem einfachen Spiegelteleskop bauen. Die Winkel in einem solchen System könnte man klein halten und damit vermutlich auch die Bildfehler. Aber das muß man natürlich alles vorher rechnen. Die Spektrallinien sehen aufgrund der Bildfehler eher wie Bananen aus. Udo hat es mir vor kurzem mal bei seinem Czerny-Turner gezeigt. An dieser Stelle ist also Vorsicht geboten, denn durch einen ungünstige Aufbau kann man sich die Auflösung wieder zunichte machen. Ich kann mich z.B. daran erinnern, dass man Koma durch eine symmetrische Anordnung vollständig kompensieren kann. So wird es übrigens meines Wissens auch beim Schiefspiegler gemacht.

Frage an Thomas: Das Buil-Sheet mit der Ebert-Fastie Konfiguration wollte ich anhängen, ging aber nicht. Die Forum-Software sagt:

"simspec_slit_Zimmerwald_4.xls. Dieser Dateityp kann nicht hochgeladen werden. Die zulässigen Endungen sind txt,doc,pdf,jpg,gif,mpg,png."

Ich verstehe das nicht, weil es bei Peter offensichtlich ging.

Viele Grüße,
Klaus


P.S. Peter, könntest Du den Thread vielleicht umbenennen, z.B. "Spektrographenbau Teil 2" oder so ähnlich. Und den alten Thread würde ich dann in "Spektrographenbau Teil 1" umbennen. Damit könnten Forumsbesucher sehen, dass die beiden Threads zusammengehören.


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 26. November 2006, 21:36:57 PM 
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Hallo Klaus

besten Dank für deine Antwort.
Du hast Recht, es handelt sich um ein 110er-Gitter, ich habe mich in der Eile verschrieben.

Raytracing: Gibt es solche Programme für Unix/Mac OS X (Open Source)?

Die Kameraoptik müsste laut simspec etwa 90 bis 100 mm Öffnung besitzen. Ich dachte an ein Pentacon 500, das hat ein Öffnungsverhältnis von f/5.6 und liegt finanziell drin.

Hihi, ja die Konfiguration sieht komisch aus. Ich habe mir einfach überlegt, wie ich den Strahlengang falten und gleichzeitig den Schwerpunkt ungefähr auf der optischen Achse des Teleskops halten kann. Ich werde da aber noch etwas herumprobieren...

Wir haben die Platzverhältnisse in der Sternwarte ausgemessen, die Daten hat aber noch mein Kollege. Nach hinten haben wir gut einen Meter Platz, seitlich vielleicht etwas weniger. Das Anbringen über die Montageplatte sollte recht stabil zu sein, trotzdem werden wir versuchen, so viel Gewicht wie möglich einzusparen.

Die Idee mit der Shapley-Linse hatten wir ja schon einmal diskutiert. Wir könnten damit sicher noch etwas Baulänge einsparen.
Die Ebert-Fastie-Montierung hat meiner Meinung nach den Nachteil einer viel zu grossen Kamerabrennweite. Dadurch verlieren wir wieder an SNR.
Das Stichwort Schiefspiegler ist gut. Vielleicht finde ich noch etwas in diesem Zusammenhang.

Ich bin auch auf den Spiegel-Kollimator gekommen, weil ich kein passendes Linsenobjektiv finden konnte. Wenn man irgendwo ein achromatisches Objektiv mit 1200 mm Brennweite und mindestens 60 mm Öffnung finden würde, wäre dies vielleicht doch vorteilhafter, da man sich nicht mit Astigmatismus herumschlagen müsste. Wenn jemand eine Bezugsquelle für solche Objektive kennt, bitte nennen. :)

Mit besten Grüssen

Peter

PS: Wegen dem xls: Ich habe die Datei auf meinen Server geladen und hier nur verlinkt. Der Upload von xls-Dateien geht hier tatsächlich nicht.
Die Thread-Titel habe ich abgeändert.


Zuletzt geändert von Peter Stoffer am 17. Dezember 2006, 01:00:47 AM, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 27. November 2006, 14:12:11 PM 
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Hallo Peter,

mittlerweile baue ich an meinen 3.1415..- ten Spektrographen. Gegenwärtig ist es ein Czerny-Turner, den ich nach ersten ernüchternden Ergebnissen nochmals umgebaut habe. Hoffe morgen erste Neon-, Argon, Krypton-Spektren zu erhalten. Mein Problem ist, das ich kein 60-cm Cassegrain habe, an den ich das Gerät hängen kann, weshalb ich auf Lichtleiter angewiesen bin.
Beim ersten Aufbau war ich durch die vorgegebene Montage des Gitters in eine Halterung (Bild 1) gezwungen, relativ große Winkel zu wählen, wodurch mich der Astigmatismus mit häßlichen Spektrallinien quälte (Bild 2). Zu sehen ist ein Spektrum  des Vollmonds, wobei sich die meisten Photonen nicht durch den Spalt bemühten, da der Lichtleiter hier nur ungünstig vor dem Spalt angebracht werden konnte. Habe jetzt alles verbessert und auch schon den Prototypen für eine Nachführung auf den Einkoppelungsbereich am Teleskop fertig.

Jetzt zu Deinem Problemen. Der Aufbau sieht nicht schlecht aus. Ich vermute mal, daß es aber gebogene Spektrallinen geben wird. Kann man mit Software z.B. Iris bekämpfen, aber wenn sich die Verbiegungen über das Feld ändern sollten wirds schwierig mit dem Binning.  Das 500-Pentacon ist sicher nicht schlecht, aber schwer. Muß euch aber nicht kratzen.

Ich schicke mal in einem 3.ten Bild eine Idee, die mir durch den Kopf geht. Zusehen ist euer Cassegrain mit einem parallel montierten "Leitrohr", z.B. ein 120mm F/8 FH-Achromat aus chinesischer Fertigung (270-300€). Er wird durch wenige Modifikationen zu einem imposanten Littrow. Der Strahlengang geht wie folgt: Am Cassegrain sitzt ein Zenitspiegel Z, vor dem Fokus eine Shapley-Linse S1, dann folgt der Spalt, ein weiterer Hilfsspiegel H leitet das Licht durch den Kollimator (FH-Objektiv) auf das Gitter (in der verstärkten Taukappe angebracht), zurück durch den Achromaten, durch eine weitere Shapley-Linse S2 auf den CCD. Mit der ersten Shapley passt ihr das Öfnungsverhältnis an das des Fraunhofer an, mit der zweiten sorgt ihr für eine etwas bessere Abtastung durch eure elend kleinen Pixel.

Da dieser Aufbau nicht mehr als ein normales Leitrohr wiegt, bietet sich solch eine Konstruktion auch für kleinere Teleskope an. Man muß nur wenig bauen, wenn man den Hilfsspiegel (oder ein 90-Gradprisma in den Tubus den Refraktors einsetzt, kann man den sereienmäßigen Fokusierer gleich zum Scharfstellen nutzen. Wählt man S2 als Kombination von Brennweitenverkürzer und Ebnungslinse (gibt es ferigt zu kaufen), so hat man auch einen größeren Bildkreis zur Verfügung.
Mechanisch ist alles dicht beieinander, auch wenn man an den Spalt zur Nachführung möchte.

Tja, vielleicht liest ja jemand von Baader mit ...? Ich beanspruche aber Copyright  ;D

Viele Grüße,
Udo


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 27. November 2006, 17:01:47 PM 
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Hallo Peter, vor lauter Arbeit im Job komme ich kaum dazu diese Diskussion zu verfolgen. Aber das Projekt läuft, große Klasse!
Zitat:
Ich bin auch auf den Spiegel-Kollimator gekommen, weil ich kein passendes Linsenobjektiv finden konnte. Wenn man irgendwo ein achromatisches Objektiv mit 1200 mm Brennweite und mindestens 60 mm Öffnung finden würde, wäre dies vielleicht doch vorteilhafter, da man sich nicht mit Astigmatismus herumschlagen müsste. Wenn jemand eine Bezugsquelle für solche Objektive kennt, bitte nennen.
So ein Objektiv sollte zu bekommen sein. Ich stimme Klaus mit der Shapley-Linse zu, das macht die Kiste kompakter. Ausserdem würde ich im Gegensatz zu Udo (sorry, Udo, Dein Vorschlag ist mir zu kompliziert und lässt sich nicht in ein Gehäuse unterbringen) den Spektrographen hinter das Teleskop montieren. Ein Beispiel zeigt das Bild des Danish 0.5m auf La Silla. Das hat den Vorteil, dass der Fokus leicht eingespeist und einfach auf den Spalt positioniert werden kann. Ob in Deinem Entwurf der Umlenkspiegel 1 nötig ist, wird sich zeigen, wenn Du, wie Klaus vorschlägt, bei dem Gehäuse anfängst. Ich empfehle aus Erfahrung eine 1:1 Darstellung (vielleicht auf DIN A0 Papier) und dann maßstabsgerecht die einzelnen Elemente herumzuschieben.

Gruss, Thomas

PS: Wenn Udo Copyright beansprucht, zeig ihm die rote Zunge. ;D


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 27. November 2006, 21:00:35 PM 
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Hallo Udo, hallo Thomas

vielen Dank für eure Hilfe.
Udo: Dein Vorschlag ist interessant. Besonders das mit den Shapley-Linsen muss ich genauer unter die Lupe nehmen. Die vorgeschlagene Montage wäre bei uns aber eher ungünstig. Zwei Aufnahmen vom Teleskop, die ich bei unserem letzten Sternwartenbesuch gemacht habe, hänge ich unten an: Das 60cm-Cassegrain ist zusammen mit einer Schmidt-Kamera und einem Sucherfernrohr in einem gemeinsamen Tubus untergebracht. Wir möchten den Spektrographen hinten an das Teleskop anbringen, es existiert eine Montagemöglichkeit über eine Platte mit Überwurfsmutter. Die Platte wird so über eine bombenfeste Verbindung an einen Drehtisch befestigt. Die einzig mögliche Schwachstelle könnte die Verbindung zwischen Drehtisch und Teleskoptubus sein. Doch auch diese scheint recht stabil ausgeführt zu sein, ein seitlicher Shift ist inexistent.

Thomas: Ich suche mal nach einem passenden Linsen-Objektiv. Ich liebe zwar Spiegel (ich dachte bereits daran, den Kollimator selbst zu schleifen...), doch der Astigmatismus macht mir doch etwas Bauchweh. Udos Beispielspektrum wirkt etwas abschreckend.
Den Umlenkspiegel 1 werde ich wohl noch wegstreichen können, besonders, wenn ich eine Shapley-Linse einplane.

So, ich muss mich noch hinter die Quantentheorie setzen...  :(

Beste Grüsse

Peter


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Zuletzt geändert von Peter Stoffer am 17. Dezember 2006, 01:14:57 AM, insgesamt 2-mal geändert.
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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 02. Dezember 2006, 22:00:20 PM 
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Hallo zusammen

mir ist eine weitere Idee gekommen, die ihr vielleicht beurteilen könnt: Wenn man schon mit einem Cassegrain arbeitet, der eine zentrale Obstruktion aufweist, wieso sollte man nicht auch im Spektrographen obstruierende Elemente in Kauf nehmen können? Es wäre doch z.B. möglich, beim Kollimator eine Newton'sche Spiegeloptik zu verwenden. Wenn die Obstruktion nicht grösser ist, als die vom Hauptteleskop verursachte, hätte dies doch keinerlei Auswirkungen. Man wäre den Astigmatismus los, da man nicht off-axis arbeitet, chromatische Aberration gibt es auch nicht.

Was meint ihr?

Beste Grüsse

Peter


Zuletzt geändert von Peter Stoffer am 17. Dezember 2006, 01:15:56 AM, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 04. Dezember 2006, 13:05:03 PM 
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Hm, Peter, das ist eine gute Frage... So wie ich das verstehe, sollte das Gitter möglichst komplett ausgeleuchtet sein. Mit einem Newton hat die Wellenfront jedoch ein "Loch". Wenn ich den Extremfall eines Fangspiegel nehme, der einen Durchmesser besitzt, wie die Kantenlänge des Gitters, "sieht" das Gitter nur noch mit den Ecken, also wenigen Linien und die Dispersion geht in die Knie.

Gruss, Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 04. Dezember 2006, 15:21:37 PM 
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Hallo Thomas

das Strahlenbuendel hat ja bereits vom Fangspiegel des Cassegrains ein "Loch". Wenn nun der Fangspiegel des Newton'schen Kollimators kleiner als dieses Loch ist, findet doch keine zusaetzliche Abschattung statt.

Was aber vielleicht problematisch sein koennte, sind die fuer die Positionierung dieses Fangspiegels notwendigen Streben im Strahlengang.

Beste Gruesse

Peter


Zuletzt geändert von Peter Stoffer am 17. Dezember 2006, 01:16:47 AM, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 04. Dezember 2006, 16:35:16 PM 
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Zitat:
das Strahlenbuendel hat ja bereits vom Fangspiegel des Cassegrains ein "Loch".
Ja, Peter, ich verstehe Deinen Einwand, doch ich meine, dass dieses Bündel konvergent ist und eine Abbildung macht. Letzteres erhält man auch, wenn der Spiegel halb durchgesägt wird. Dann aber natürlich mit weniger Licht. Bei Deinem Beispiel arbeitet der Newton "rückwärts" als Kollimator, der Fangspiegel deckt dann im parallelen Strahlengang ab und da "sieht" das Gitter nicht das gesamte Bild. Hier bekommt es nicht nur weniger Licht, sondern es wird auf weniger Linien geworfen und das wirkt sich auf die Dispersion aus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 05. Dezember 2006, 14:23:20 PM 
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Hallo Thomas

ich bin da anderer Meinung: Das Teleskop bildet zwar den Stern im Fokus ab und dort sieht man auch kein "Loch" vom Fangspiegel - das Bild ist schliesslich fokussiert. Doch wird in diesem Fall nicht dieses Bild betrachtet, die Strahlen laufen hinter dem Fokus wieder auseinander. Und genau dieses Strahlenbündel weist noch immer ein zentrales Loch auf, das von der Obstruktion des Teleskops herrührt. Der Kollimator parallelisiert das Strahlenbündel, das noch immer ein zentrales Loch aufweist.
Wenn ein Spektrograph an einem Teleskop mit Fangspiegel verwendet wird, so ist meiner Meinung nach der Zentralbereich des Gitters nie ausgeleuchtet, denn dorthin kann geometrisch gar kein Licht kommen.
Ein zusätzlicher Fangspiegel im Kollimator, der sich innerhalb des abgeschatteten Bereichs befindet, sollte doch keine weiteren störenden Auswirkungen haben - bis eben auf die wohl nicht zu vermeidenden Fangspiegelstreben.

Mache ich einen Überlegungsfehler?

Beste Grüsse

Peter


Zuletzt geändert von Peter Stoffer am 17. Dezember 2006, 01:17:38 AM, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 05. Dezember 2006, 15:06:30 PM 
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Zitat:
Doch wird in diesem Fall nicht dieses Bild betrachtet, die Strahlen laufen hinter dem Fokus wieder auseinander. Und genau dieses Strahlenbündel weist noch immer ein zentrales Loch auf, das von der Obstruktion des Teleskops herrührt.
Bedenke, dass der Kollimator auf die Abbildung im Teleskopfokus "schaut" und nicht irgendwo hinter diesem Fokus, wie im ersten Bild. Das muss aufeinander abgestimmt sein, beide Optiken schauen in den Fokus. Dein "Fangspiegelloch" wird nicht übertragen, es ist nicht da, sondern verursacht im Teleskop nur Lichtverlust. Analog gilt das für den Kollimator, hier "beschneidest" Du allerdings das Bild bzw. die Gitterfläche.
  • Stell Dir vor, Du sitzt genau im Fokus. In Teleskoprichtung siehst Du die gesamte Abbildung des Himmels. Da ein Sternfeld im Unendlichen liegt, kannst Du Sternfelder aufnehmen, obwohl die Apertur kleiner ist als ein Stern.
  • In Kollimatorrichtung siehst Du die gesamte Abbildung des Gitters, wie im zweiten Bild. Da das Gitter nicht im Unendlichen liegt, kannst Du auch nur das Gitter aufnehmen.
Hättest Du ein Gitter eines Sterndurchmessers im Unendlichen, würde ich Dir zustimmen.

Noch was zu Deinem Spektrographenentwurf. Dein Problem ist ja nun, einen langbrennweitigen Kollimator zu finden. Daher auch die Idee mit einer Spiegeloptik zu arbeiten, richtig? Hast Du über Klaus' Vorschlag nachgedacht, die Teleskopbrennweite mit einer Shapley-Linse zu verkürzen?

Ich habe mit ihm auch nochmal über eine Strategie gesprochen. Er sagte ja oben
Zitat:
Ich würde im ersten Schritt erst mal schauen was ich für ein Spektrometergehäuse sinnvollerweise hinter dem Cassegrain montieren kann. Dann hast hast Du schon mal Randbedingungen, die wichtig für die weitere Planung des Spektrometers sind.

Ich denke allerdings, dass Du zuerst Kollimator und Kamera definieren musst (abhängig davon, was Du bekommst) und dann auf einem Papier positionieren solltest (Umlenkspiegel kannst Du später besorgen). Erst danach solltest Du ein Gehäuse planen. So haben wir es gemacht und den Strahlengang kannst Du ja falten bis ihm schwindelig wird.

Gruss, Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 05. Dezember 2006, 22:44:52 PM 
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Hallo Thomas

wir diskutieren jetzt solange weiter, bis der eine den andern überzeugt hat...  ;D
Zitat:
Bedenke, dass der Kollimator auf die Abbildung im Teleskopfokus "schaut" und nicht irgendwo hinter diesem Fokus, wie im ersten Bild. Das muss aufeinander abgestimmt sein, beide Optiken schauen in den Fokus. Dein "Fangspiegelloch" wird nicht übertragen, es ist nicht da, sondern verursacht im Teleskop nur Lichtverlust. Analog gilt das für den Kollimator, hier "beschneidest" Du allerdings das Bild bzw. die Gitterfläche.
Genau diese Vorstellung halte ich für falsch. Der Kollimator "schaut" überhaupt nicht. Es handelt sich hier um rein geometrische Optik.
Deine Graphiken habe ich leider nicht ganz verstanden. Ich habe aber auch eine Graphik gemacht, um zu verdeutlichen, was ich meine: Von links kommt das parallele Licht vom Stern. Der erste rote Balken links sei der Fangspiegel des Teleskops. Die schwarze Zone erhält natürlich kein Licht, sie wird vom Fangspiegel abgeschattet. Das zweite rote Ding von links ist der Hauptspiegel (die Faltung des Strahlengangs habe ich mal weggelassen). In der Mitte ist der Fokus. Dann kommt wieder ein rotes Teil: Der Kollimator. Im Strahlengang ist immer noch der zentrale Teil abgeschattet. Zu diesen Punkten kann schlicht kein Licht vom Stern kommen. Licht bewegt sich immer geradlinig (um Beugung geht es hier ja nicht).

Wenn du mir erklären kannst, wie in die schwarzen Bereiche der rechten Bildhälfte Licht vordringen soll, werde ich meinen Standpunkt wohl aufgeben müssen. Wenn du mir dies nicht erklären kannst, beharre ich auf meiner Meinung.  ;)
Ich bin gespannt.

Beste Grüsse

Peter


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Zuletzt geändert von Peter Stoffer am 17. Dezember 2006, 01:19:53 AM, insgesamt 1-mal geändert.
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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 05. Dezember 2006, 23:01:01 PM 
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Ach ja, noch zu deiner anderen Anmerkung:

Das mit der Shapley-Linse ziehe ich wirklich in Betracht. 600 mm Kollimatorbrennweite ist halt schon deutlich angenehmer als 1200 mm...
Auf den Spiegelkollimator hat mich vor allem auch der Preis von Linsenobjektiven gebracht... Zudem gibt es keinen Farbfehler.
Zitat:
Ich denke allerdings, dass Du zuerst Kollimator und Kamera definieren musst (abhängig davon, was Du bekommst) und dann auf einem Papier positionieren solltest (Umlenkspiegel kannst Du später besorgen). Erst danach solltest Du ein Gehäuse planen. So haben wir es gemacht und den Strahlengang kannst Du ja falten bis ihm schwindelig wird.
So werde ich es machen.

Beste Grüsse

Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 06. Dezember 2006, 09:07:35 AM 
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Zitat:
wir diskutieren jetzt solange weiter, bis der eine den andern überzeugt hat...
Nee, wir bitten lieber unsere Freunde hier um Input! :D Da ich Deine Frage nicht völlig einsichtig beantworten kann, ist ja offensichtlich, dass ich das Problem auch noch nicht ganz durchdrungen habe. :-\
Zitat:
Der Kollimator "schaut" überhaupt nicht. Es handelt sich hier um rein geometrische Optik.
Klar!
Zitat:
Dann kommt wieder ein rotes Teil: Der Kollimator. Im Strahlengang ist immer noch der zentrale Teil abgeschattet. Zu diesen Punkten kann schlicht kein Licht vom Stern kommen. Licht bewegt sich immer geradlinig (um Beugung geht es hier ja nicht).
Auch klar!
Zitat:
Wenn du mir erklären kannst, wie in die schwarzen Bereiche der rechten Bildhälfte Licht vordringen soll, werde ich meinen Standpunkt wohl aufgeben müssen. Wenn du mir dies nicht erklären kannst, beharre ich auf meiner Meinung.
Moment, verstehen wir uns falsch? In die schwarzen Bereiche der rechten Bildhälfte kann ja genau kein Licht einfallen, das ist doch mein Argument...

Bei einer Sache bin ich mir aber sicher: Beide Seiten in Deinem Bild dürfen nicht gleich behandelt werden. Links sieht man einen Zielstern, obwohl er zentral durch den Fangspiegel abgedeckt ist. Rechts ist das für das Gitter aber anders. Die Begründung habe ich schon erläutert.
Zitat:
Auf den Spiegelkollimator hat mich vor allem auch der Preis von Linsenobjektiven gebracht...
Ja, das hatte ich mir schon gedacht... :)
Zitat:
Zudem gibt es keinen Farbfehler.
...aber dafür das bis jetzt unklare Problem mit dem Fangspiegel.

Juhuu, Thomas

BOAH! Heute hat wieder so ein SPAM-Idiot versucht in das Forum zu kommen. Ein Glück, dass diese Affen sich bei mir persönlich registrieren lassen müssen. Schwupps, gelöscht!


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te.gif
te.gif [ 5.08 KiB | 21789 mal betrachtet ]
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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 06. Dezember 2006, 15:31:40 PM 
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Registriert: 09. August 2006, 11:20:01 AM
Beiträge: 199
Hallo Thomas
Zitat:
Nee, wir bitten lieber unsere Freunde hier um Input!
Gute Idee! Hallooo, hört uns jemand? :)
Zitat:
Moment, verstehen wir uns falsch?
Hmm, könnte sein.  ;)
Ich will folgendes sagen: In die schwarzen Bereiche in meiner Graphik kann kein Licht vordringen, da der Fangspiegel des Hauptteleskops diesen Bereich abschattet. Wenn man also noch einen zusätzlichen Fangspiegel beim Kollimator in den schwarzen Bereich setzt, schattet der nichts zusätzliches ab, denn er befindet sich ja bereits im Bereich, der kein Licht erhält.
Zitat:
Links sieht man einen Zielstern, obwohl er zentral durch den Fangspiegel abgedeckt ist. Rechts ist das für das Gitter aber anders. Die Begründung habe ich schon erläutert.
Dieses Argument kann ich eben nicht nachvollziehen. "Man sieht" einen Zielstern? Im Fokus, oder wo? Natürlich sieht man den Stern im Fokus, da dorthin Licht dringt (die weissen, nicht abgeschatteten Bereiche in der Graphik werden ja auf den Fokus hin gebündelt).
Das Gitter hingegen befindet sich wieder nicht mehr im Fokus, sondern im parallelen Strahlengang. Und dieser Strahlengang ist noch immer derselbe, durch Hauptspiegel und Kollimator wurde er lediglich verkleinert (in der Graphik vernachlässigt). Der zentrale Bereich dieses Strahlengangs ist abgeschattet, also erhält der zentrale Teil des Gitters kein Licht vom Stern.

Ich gebe mir ja Mühe, aber ich finde einfach kein Loch in meiner Argumentation.  ;D
Zitat:
BOAH! Heute hat wieder so ein SPAM-Idiot versucht in das Forum zu kommen. Ein Glück, dass diese Affen sich bei mir persönlich registrieren lassen müssen. Schwupps, gelöscht!
Kurzen Prozess, richtig so!

Beste Grüsse

Peter


Zuletzt geändert von Peter Stoffer am 17. Dezember 2006, 01:22:16 AM, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 06. Dezember 2006, 16:40:58 PM 
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Der zentrale Bereich dieses Strahlengangs ist abgeschattet, also erhält der zentrale Teil des Gitters kein Licht vom Stern.
Beweis durch Widerspruch:

Wenn das Argument stimmen würde, hätten wir eine interessante Konsequenz. Wir könnten ein Gitter mit einem Loch in der Größe des Fangspiegels einsetzen. Und wenn der Fangspiegel größer ist als das Gitter, wäre das Gitter unnötig. Das kann aber nicht sein.

Thohomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 06. Dezember 2006, 16:50:05 PM 
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Falsch! ;)
Strahlensatz: Das Verhältnis zwischen Durchmesser des abgeschatteten Bereichs beim Gitter und dem Durchmesser des auf das Gitter auftreffenden Strahlenbündels ist gleich dem Verhältnis Fangspiegeldurchmesser zu Hauptspiegeldurchmesser.
"Loch in der Grösse des Fangspiegels" stimmt, wenn fTeleskop=fKollimator. Dann muss aber (wenn wir Einfallswinkel auf das Gitter = 0° annehmen) das Gitter so gross wie der Hauptspiegel sein. Fangspiegel grösser als Gitter würde dann bedeuten Fangspiegel grösser Hauptspiegel. Ein solches Teleskop bringt tatsächlich schrecklich wenig. ;D


Zuletzt geändert von Peter Stoffer am 17. Dezember 2006, 01:22:44 AM, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 06. Dezember 2006, 17:00:07 PM 
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Na, das will ich ja sagen. Als Ergebnis erlaubst Du, dass ohne Dispersionsverlust ein Loch in das Gitter gebohrt werden darf.

Nehmen wir meinetwegen einen Fangspiegel im Teleskop, der fast so groß ist wie der Hauptspiegel und wir bilden 1:1 ab. Dann bekommst Du zwar noch (wenig) Licht vom Stern aber dieses bildest Du nur auf wenige restliche Linien ab. Hm, ich wiederhole mich. Wir brauchen mal Input von aussen.

Ich glaube, die hängen alle vor den Teleskopen und warten auf gutes Wetter!


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 06. Dezember 2006, 17:04:04 PM 
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Peter, ich habe gerade mit Udo telefoniert und er wird sich melden. Soweit ich kurz verstanden habe, stimmt er Dir zu. Erklärung folgt.

Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 06. Dezember 2006, 17:07:37 PM 
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Ich habe nochmals deine Argumente durchgelesen. So anmassend das tönen mag, so behaupte ich doch, dass du einen Überlegungsfehler machst, bzw. eine falsche Vorstellung hast.  8-)

Ich habe den Eindruck, dass du einen Fehler machst bei der Betrachtung, was im Fokus passiert. Sehe ich es richtig, dass folgendes deine Vorstellung ist? (Bitte korrigieren):
Das Teleskop bildet den Stern im Fokus ab, dort entsteht also ein Bild des Sterns. Egal, wo man sich auf dem Gitter befindet, kann man durch den Kollimator auf dieses Bild schauen, also gibt es beim Gitter keine Abschattung.

Falls dies deine Vorstellung ist: Ich halte sie für falsch. Wenn man sich auf einem Punkt auf dem Gitter befindet und durch den Kollimator schaut, betrachtet man kein Bild im Fokus. Den Strahlen, die durch den Fokus laufen, ist es egal, was die anderen Strahlen machen, sie bemerken also gar nicht, dass sie den Fokus passiert haben. Vom Gitter aus blicken wir also durch den Kollimator, durch den Fokus, durch das Teleskop zum Stern am Himmel. Und wenn wir im zentralen Bereich des Gitters sitzen, ist halt der Fangspiegel des Teleskops vor dem Stern. Wir betrachten nicht das Bild im Fokus, weil sich im Fokus nichts befindet. Wäre dort eine Mattscheibe o.ä., wäre die Situation eine andere, wir würden tatsächlich ein Bild betrachten.

Wenn deine Vorstellung eine andere ist, entschuldige ich mich für die Unterstellung.  ;)


Zuletzt geändert von Peter Stoffer am 17. Dezember 2006, 01:23:55 AM, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 06. Dezember 2006, 17:09:14 PM 
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Peter, ich habe gerade mit Udo telefoniert und er wird sich melden. Soweit ich kurz verstanden habe, stimmt er Dir zu. Erklärung folgt.
Oh, das gibt mir Hoffnung. Ich bin gespannt... :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 06. Dezember 2006, 17:14:50 PM 
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Zitat:
Wenn deine Vorstellung eine andere ist, entschuldige ich mich für die Unterstellung.
Nein, so habe ich nicht gedacht aber eine Entschuldigung wäre schon ein starkes Stück. Wir führen eine fachliche Diskussion, Herr Kollege, und da muss man mit Fehlern klar kommen und sie beseitigen. :D

Ich fahre gleich nach Hause und bin erst Freitag wieder erreichbar. Mal sehen, was der Kollege Zlender so drauf hat. Wenn er mir nicht recht gibt, sperre ich ihn einfach... ;D


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 06. Dezember 2006, 17:29:14 PM 
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Hallo,

interessantes Thema. Jeder, der sagen wir mal an einem Cassegrain ein Spektroskop betrieben hat, weiß, daß, wenn es nicht gut fokusiert ist, ein schwarzer Balken sich durch das unscharfe Spektrum (in Dispersionsrichtung) zieht. Das ist der Schatten des Fangspiegels. Beim normalen Durchsehen durch das Teleskop sieht man ja einen Donut, wenn es unscharf gestellt ist. Fokusiert man es, so wird der immer kleiner, bis alle "Strukturen" in einem scharfen Sternbildchen verschwinden. Ich hänge mal ein gerechnetes Bild
an. Wir sehen hier die Donats im Spektrum, das aus drei diskreten Wellenlängen besteht.

Wenn jetzt im Spektroskop der Kollimator und oder die Kamera auch eine Spiegeloptik mit Obstruktion haben, die Öffnungsverhältnisse auf die des Teleskops abgestimmt sind, so sollten das nicht gefährliches tun. Man wählt gewöhlich keinen Newton, da der ein ziemlich kleines Bildfeld und viel Koma hat.
Als Kamera wurde oft eine Schmidtkamera benutzt, als noch mit Film gearbeitet wurde, da der sich schön an das gewölbte Bildfeld anpassen ließ. Ein CCD wäre dann kaputt.

Anders dürfte es bei den Spektroskopen mit viel Astigmatismus sein (z.B. mein Czerny-Turner). Das ist kein "Imaging-Spectrograph" will sagen, daß das, was sich entlang des Spaltes abspielt (Fangspiegelschatten, zwei... getrennte Sterne, oder Dreck, oder ...) im Spektrum nicht abgebildet werden.

Viele Grüße,
Udo


P.S.: Der unterste Donut kann auch als zusammengerollte rote Zunge gedeutet werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 06. Dezember 2006, 17:38:26 PM 
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Zitat:
P.S.: Der unterste Donut kann auch als zusammengerollte rote Zunge gedeutet werden.
Wie bitte? Rote Zunge?

Das musst Du mir am Samstag nochmal genauer erklären. Jetzt hau ich aber wirklich hier ab.

Ciao, Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 06. Dezember 2006, 18:09:50 PM 
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Hallo Thomas
Zitat:
Nein, so habe ich nicht gedacht aber eine Entschuldigung wäre schon ein starkes Stück. Wir führen eine fachliche Diskussion, Herr Kollege, und da muss man mit Fehlern klar kommen und sie beseitigen.
Ich wollte mich ja auch nicht für meine Meinung, sondern für eine allfällige Unterstellung entschuldigen. ;)
Zitat:
Na, das will ich ja sagen. Als Ergebnis erlaubst Du, dass ohne Dispersionsverlust ein Loch in das Gitter gebohrt werden darf.

Nehmen wir meinetwegen einen Fangspiegel im Teleskop, der fast so groß ist wie der Hauptspiegel und wir bilden 1:1 ab. Dann bekommst Du zwar noch (wenig) Licht vom Stern aber dieses bildest Du nur auf wenige restliche Linien ab.
Genau dies, denke ich, ist der Fall.

Hallo Udo
Zitat:
Wenn jetzt im Spektroskop der Kollimator und oder die Kamera auch eine Spiegeloptik mit Obstruktion haben, die Öffnungsverhältnisse auf die des Teleskops abgestimmt sind, so sollten das nicht gefährliches tun.
Vielen Dank für deinen Beitrag. Du bestätigst meine Meinung.
Zitat:
Man wählt gewöhlich keinen Newton, da der ein ziemlich kleines Bildfeld und viel Koma hat.
Das dürfte wohl nur für die Kameraoptik relevant sein. Das Bildfeld des Kollimators hat doch näherungsweise keine Ausdehnung (Spaltbreite, Seeingscheibchen) und Koma macht sich nicht in der Bildmitte bemerkbar.
Als Kamera habe ich (bisher) nicht eine Spiegeloptik vorgesehen.

Ich hoffe, dein Beitrag hat auch Thomas überzeugt. Dann überlege ich mir nämlich mal ein Design mit Obstruktion. ;D

Beste Grüsse

Peter

PS: Heda, Leute, vergesst die roten Zungen, wir führen eine sachliche Diskussion!  :P ;D


Zuletzt geändert von Peter Stoffer am 17. Dezember 2006, 01:25:26 AM, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 08. Dezember 2006, 01:10:39 AM 
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Hallo zusammen

ich habe mir nochmals ein neues Design überlegt, diesmal mit einem zentral obstruierenden Fangspiegel.  ;D

Ich denke, eine Linse zur Verkürzung der Teleskopbrennweite ist wirklich sinnvoll. Sehe ich es richtig, dass man entweder eine Shapley-Linse vor, oder aber eine Barlow-Linse nach dem Spalt verwenden könnte? Was würdet ihr als sinnvoller erachten? Spontan würde ich sagen, der Einbau nach dem Spalt ist günstiger, da man die Spaltgrösse nicht verkleinern muss. Ob das aber überhaupt ein Vorteil ist?

In der angehängten schematischen Darstellung habe ich eine 0.5x-Shapley-Linse vor dem Spalt angenommen. Die Brennweite des Kollimators könnte ich so von 1200 auf 600 mm senken.
Ich habe einen Fangspiegel im 45°-Winkel hinter den Spalt gesetzt, der zusammen mit dem Kollimatorspiegel eine Art Newton-Kollimator ergeben würde. Die Obstruktion dieses Fangspiegels sollte kleiner als die Obstruktion durch den Sekundärspiegel des Teleskops sein, dann ergeben sich (so das Resultat aus obiger Diskussion  ;) ) keine negativen Auswirkungen.
Der Abstand Kollimator-Gitter ist relativ gross, das sollte aber eigentlich keine Einflüsse haben, ist doch das Licht nach dem Kollimator parallelisiert. Oder sieht das in der Praxis kritischer aus?

Wo seht ihr Verbesserungspotential bei diesem Konzept?

Besten Dank für eure Hilfe.

Mit freundlichen Grüssen

Peter


Zuletzt geändert von Peter Stoffer am 17. Dezember 2006, 01:25:49 AM, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 08. Dezember 2006, 11:46:21 AM 
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Hallo zusammen,

wenn der Fangspiegel vor dem Gitter nicht stört, sollte es prinzipiell dann ja egal sein, wie groß der ist, solange er kleiner ist als der Teleskopfangspiegel, Hauptsache diagonal... Ich verstehe das immer noch nicht und am Samstag muss Udo mir das mal in Ruhe bei einem Kaffee persönlich erklären. Und wenn er das dann geschafft hat, sollten wir uns überlegen, wie wir das einsichtig für die Nachwelt erhalten. Ich finde diese Diskussion nämlich hochinteressant.

Gruss, Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 08. Dezember 2006, 12:58:13 PM 
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Hallo Thomas
Zitat:
...sollte es prinzipiell dann ja egal sein, wie groß der ist, solange er kleiner ist als der Teleskopfangspiegel...
Nein, er sollte prozentual kleiner sein als der Teleskopfangspiegel. Wenn der Teleskopfangspiegel z.B. 35% der Teleskopöffnung abschattet, haben wir im Strahlengang einen abgeschatteten zentralen Bereich von 35% des Durchmessers des gesamten Strahlenbündels. Angenommen, ich setze die 0.5x-Shapley-Linse ein, dann habe ich ein Teleskop-Öffnungsverhältnis von etwa f/10.5, der Sekundärspiegel des Cassegrains schattet etwa 35% ab. Bei einer Kollimatorbrennweite von 600 mm ergibt dies einen Durchmesser des parallelisierten Strahlenbündels von 600mm/10.5=57.14mm. Die zentralen 35% sind abgeschattet, die kleine Achse des Fangspiegels des Kollimators darf also höchstens 20mm betragen.

Beste Grüsse

Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 08. Dezember 2006, 13:00:49 PM 
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Ja, Peter, schon klar, ich hatte mich ungenau ausgedrückt. Udo darf meinen Geist dann am Samstag erhellen. Ich bin gespannt...


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 08. Dezember 2006, 20:13:32 PM 
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Hallo zusammen,

also das finde ich jetzt aber nicht so schwer, ich meine die Dimensionierung des Newton.
Sagen wir Du hast nach Einsatz der Shapleylinse ein F/10 Teleskop. Dann braucht Du auch einen F/10 Kollimator.
Damit alles im Rahmen bleibt muß man mit dem Fangspiegel möglichst nah an den Spalt ran, sonst vergrößert man unnötig die Obstruktion. Die Öffnung des Newton bestimmt sich nach dem Durchmesser des Gitters. Ob die projezierte Sicht auf das Gitter in Deiner Zeichnung so stimmt, weiß ich nicht. Ich würde den Hauptspiegel etwas größer wählen asl das Öffnungverhältnis von F/10 verlangt, so in etwa F/8.

Da Du ja schon selber einen Newton gebaut hast, wirst Du das Program Newt wohl kennen. Damit kann man alles vorher ausklamüsern. Wenn Du es nicht kennst, so findet sich ein Link auf meiner Homepage in der Linkliste.

Viele Grüße,
Udo

P.S: Wieso hab ich eigentlich nur 3 Sterne? Oder sind meine golden und eure nur aus Bronze?


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 08. Dezember 2006, 22:17:49 PM 
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Hallo Udo
Zitat:
also das finde ich jetzt aber nicht so schwer, ich meine die Dimensionierung des Newton.
Ja, die Dimensionierung des Newtons ist unproblematisch. Was mich aber interessiert, ist eure Meinung zu einem grossen Abstand Kollimator - Gitter bzw. zum Einsatz von Shapley-/Barlow-Linsen. Preislich liegen Barlowlinsen und Reduzierer etwa im gleichen Segment. Hat die eine Variante gegenüber der anderen optische Vorteile (Shapley vor dem Spalt bzw. Barlow nach dem Spalt)?

Beste Grüsse

Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 08. Dezember 2006, 23:42:35 PM 
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Hallo Peter,

schwer zu sagen. Die Barlow müßtest Du auf jeden Fall rückwärts betreiben. Das macht vielleicht mechanische Probleme.
Allerdings sind sie universeller und deutlich günstiger zu haben als ein Reducer, der eigentlich immer für ein Teleskop gerechnet wird.

Grüße,
Udo


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 11. Dezember 2006, 12:54:00 PM 
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Zitat:
Wieso hab ich eigentlich nur 3 Sterne? Oder sind meine golden und eure nur aus Bronze?
Na ja, Großwesir und die Jugend...das gibt eben fünf Sterne... ;D  (Peter und ich haben Adminrechte.)

Bevor ich mich für ein paar Tage verabschiede, habe ich schwacher Kopf nach einigem nachdenken eingesehen, dass Peter recht hatte. Ich habe mich da etwas verrannt und war betriebsblind. Also alles klar, man kann einen Newton-Kollimator ohne Licht- und Auflösungsverlust betreiben.

Nachdem das glücklicherweise geklärt ist, spreche ich mich trotzdem gegen eine Spiegeloptik aus. Grund: Zuviel und zu riskante Justierarbeit. Ein Linsensystem ist weitaus einfacher handhabbar. Ich würde mir das mit dem Newton nochmal gut überlegen.

Gruss, Thomas...der morgen auf Grönland sitzt.  :D


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 11. Dezember 2006, 22:17:48 PM 
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Hallo Thomas

da bin ich ja froh, dass wir uns jetzt einig sind.  ;D

Das Argument mit der Justierung ist natürlich berechtigt. Daran habe ich bisher nicht gedacht, oder besser gesagt, ich habe dies nicht als problematisch eingeschätzt, da ich ja sonst auch Spiegeloptiken verwende.

Ich muss jetzt wohl Vor- und Nachteile gegeneinander abwiegen. Ein passendes Linsenobjektiv gibt es offenbar nicht unter 400 Euro, Spiegel wären deutlich billiger. Auch könnte man mit Spiegeln viel Gewicht einsparen.

Ich wünsche einen guten Aufenthalt in den nördlichen Gefilden!

Beste Grüsse

Peter


Zuletzt geändert von Peter Stoffer am 17. Dezember 2006, 01:26:48 AM, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 11. Dezember 2006, 22:24:54 PM 
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Hallo Peter,

tja, Thomas hatte am Samstag dann nur noch ganz schwache Argumente. Hätte er sich gesträubt, so hätte er wohl noch eine Stern eingebüßt ::).

Also zu dien Refraktorobjektiven: Da gibt es doch diese chinesischen FH-Refraktoren
mit 120mm Öffnung, F/8. Die Diagonale des Gitters wäre ja auch 121mm. Die sind bei Ebay für ca 200€ zu bekommen. Sie sind nicht schlecht für Deine Zwecke gut geeignet. Du brauchts ja keine Vergrößerung wie ein Planetenfreak. Gewichtsmäßig tut sich zwischen Spiegel und Linse nicht viel.

Denk nochmal nach.

Gruß,
Udo


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 Betreff des Beitrags: Re: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 12. Dezember 2006, 18:18:08 PM 
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Schoene Gruesse aus Nuuk auf Groenland...ziemlich kalt aber phantastisch hier. Jetzt bin ich schon wieder weg.

Thomas


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21. Dezember 2006, 15:43:43 PM 
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Hallo,

hier noch ein Nachtrag, den ich kürzlich gefunden hab. Der Kollimator ist hier vermutlich ein RC.

http://www.astro.caltech.edu/palomar/20 ... phome.html

Grüße,
Udo


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 Betreff des Beitrags: Einige Tipps zum Projekt...
BeitragVerfasst: 24. Dezember 2006, 18:02:00 PM 
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Hallo!

Kurz zu meiner Person: Ich bin derzeit Zivi in Potsdam und betreibe einen Faserspektrografen an einem 50cm f/15 Zeiss-Cassegrain am Astrophysikalischen Institut Potsdam (http://www.aip.de).
Aufgrund der geschilderten Ideen und meinen eigenen Erfahrungen möchte ich etwas zusteuern (In Anbetracht des heutigen Tages in sehr kurzer Form):
- Ihr solltet vorher wissen, was für Lasten der OAZ/Cassegrain-Fokus verträgt, möglichst aus der Teleskopspezifikation, sonst könnten ziemlich schnell gravierende Probleme auftreten (Auf den Fotos sieht es so aus, dass ihr das Instrument mangels anderer Stellen nur an den OAZ hängen könnt, das könnte bei 50 kg kritisch werden)
- daher ist in meinen Augen eine genaue Durchrechnung des Spektrografen einschließlich FEM-Simulation der Verbiegung nötig, bei mir hat der Mehraufwand einen Spaltspektrografen verhindert und ich bin auf Faser umgestiegen (Darüber könntet ihr auch nachdenken)
- ein Öffnungsverhältnis von f/21 ist spektroskopisch einfach grausam, ein Reducer ist ohne Frage nötig, aber ob eine Shapleylinse ausreicht, ist IMHO offen,
- die Option der Obstruktion im Strahlengang erlaubt nicht nur Fangspiegel im Kollimator, sondern auch durchbrochene Faltungsspiegel (Klingt teuer) - ein Beispiel für ein derartiges Design wäre der UAGS von Zeiss, der dadurch sehr kompakt wird. Einen solchen Spektrografen könnte ich vielleicht leihweise besorgen.
- leihweise könnte ich auch ein Pentacon 5.6/500 oder ein 4/300 zur Verfügung stellen, ich bin mir aber nicht sicher, ob diese Objektive scharf genug zeichnen...

Später mehr...

Viele Grüße und ein frohes Fest

Fabian Voigt


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 Betreff des Beitrags: Spektrographenbau, Teil 2
BeitragVerfasst: 24. Dezember 2006, 20:45:03 PM 
In einer eMail vom 24.12.2006 17:02:44 Westeuropäische Normalzeit schreibt Fabian Voigt:
Zitat:
Hallo!
Kurz zu meiner Person: Ich bin derzeit Zivi in Potsdam und betreibe einen Faserspektrografen an einem 50cm f/15 Zeiss-Cassegrain am Astrophysikalischen Institut Potsdam
Hallo Fabian,
ich bin sicher nicht der Einzigste in unserer FG, der zu diesem Thema Näheres von dir erfahren möchte.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25. Dezember 2006, 13:02:32 PM 
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Hallo!

Als Zusammenfassung: Das Teleskop steht in der Ostkuppel des Hauptgebäudes der Sternwarte Babelsberg, es ist ein Zeiss-Gerät von 1966 auf einer Kniemontierung. Zum Beobachten mache ich von einem Gastrecht Gebrauch, welches mir das AIP erteilt hat.
Der Faseradapter ist aus Teilen des Linos-Mikrobank- und Makrobanksystems zusammengesetzt, die vom AIP zur Verfügung gestellt wurden. Er besteht aus einem f=60mm Achromaten, der als Reducer auf der Achse der Faser (100µm) die f/15 in einen erträglicheren Lichtkegel umwandelt, aus der Faser selbst, die in einer reflektierenden Messinghülse sitzt und dem Nachführsystem (Abbildungsoptik und Watec 120N). Der Spektrograf besitzt ein 57x57mm 1200l/mm Gitter (von Jobin Yvon geschenkt), Kollimator ist ein Sonnar 2.8/180, die Abbildungsoptik ist variabel (z.b. Pentacon 2.8/135, 1.4/50 etc.), Kamera ist eine EOS 20Da. Der Spektrograf sitzt im Kontrollraum auf einer Optikbank von Newport und ist daher einfach umzubauen. Am Faserausgang kommen 2 Fasern an, eine vom Teleskop und eine von der Vergleichslichtquelle, was ein großer Vorteil ist. (Die Faser war ursprünglich für den Echelle-Spektrografen TRAFICOS gedacht und besitzt daher zwei Einzelfasern für die Polarimetrie)
Da dies mein erster Faserspektrograf ist, betrachte ich das Gerät eher als Experimentieraufbau, es erreicht nie und nimmer ordentliche Effizienzen, da einige Dinge suboptimal sind:
Uralte Spiegelbeschichtung, schwierige Einkopplung, Alter der Faser, keine Neupolitur möglich, miserabler Stadthimmel...
Das Gerät ist auch eher als Versuchsaufbau für einen robotischen Spektrografen für das Potsdamer 80cm-Robotel zu sehen, welcher an dessen freien Fokus per Faser angebracht werden soll. Robotel ist eine Kopie von Stella auf Teneriffa und soll auch Schülern oder vielleicht Amateuren Beobachtungen ermöglichen. Ein Testbetrieb ist ab Mitte 2007 zu erwarten - im Rahmen der jetzigen Planung.
Allgemein kann ich sagen: Je größer und älter das Teleskop, desto schwieriger die Umsetzung eines solchen Projektes. Ich bin jetzt seit 2004 am Werkeln und es traten unzählige Probleme auf: Dysfunktionale Feintriebe, schwierige optische Verhältnisse, mechanische Wehwehchen, Kuppeldefekte (Derzeit ist der Spalt auf unbestimmte Zeit kaputt - Originalzustand von 1913), der Transport einer 300kg schweren Optikbank, eingeklemmte Fasern, nicht mehr vorhandene Konstruktionszeichnungen etc.
Vorteile bei dem gesamten Projekt sind natürlich das vorhandene Wissen, Material und Einrichtungen des AIP, eine wirklich gute Montierung (Ich kann den Stern 15 min ohne eine einzige Korrektur auf der Faser halten) und die Möglichkeit, ein großes Gerät zu benutzen.
Dementsprechend würde ich für das 60cm f/21-Projekt für eine genaue Abschätzung des Aufwandes und eine Vereinfachung an allen nur möglichen Stellen plädieren. Auch sollte man den Spektrografen erst bauen, wenn man das Teleskop gut kennt.

Viele Grüße aus Potsdam

Fabian Voigt


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26. Dezember 2006, 14:30:45 PM 
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Hallo Fabian,

interessant, was Du da über Dein Projekt berichtest. Ich denke auch, daß der Peter die Unterstützung einer guten Werkstatt braucht, um seinen Spektrographen steif zu konstruieren und ans Teleskop zu bekommen.

Mich würde interessieren, wie Du de Nachführung auf den Fasereintritt regelst (auch die Software die dafür zum Einsatz kommen soll), welche Optik Du für die Ein- und Auskopplung am LWL benutzt, wie Du die optimale Ausleuchtung des Kollimators sicherstellst? Ich baue seit Oktober an einem Czerny-Turner, der auch über LWL ans Teleskop angeschlossen wird. Werde die entsprechenden Seiten auf meiner Homepage in den nächsten Tagen auf den neuesten Stand bringen.

Noch frohe Feiertage,
Udo


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BeitragVerfasst: 26. Dezember 2006, 16:58:51 PM 
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Die Nachführung auf den Fasereintritt erfolgt per Hand... Software --- tzz - bei einem solchen Zeiss-Teleskop eine genaue PC-Steuerung hinzubekommen, ist etwas übertrieben, da könnte man die gesamten Antriebe austauschen (Dies wurde in Potsdam am Großen Refraktor auf dem Telegrafenberg auch gemacht, mit nunmehr einigen Wehwehchen) und das Teil robotisieren, aber mit einem Tangentialtrieb in Deklination hat das auf alle Zeiten wenig Sinn.
Da das Teleskop keine funktionierenden Feinsttriebe hat, ist dies ein Gefummel mit den Feintreiben und ein Hin- und Herwackeln, bis der Stern halbwegs verschwindet. Anbei ein Bild des Adapters: Der bronzerne Schwalbenschwanzring links ist die zeisstypische Adaptierung, die äußeren Stangen und die Vorder- und Endplatte gehören zum Linos-Makrobanksystem.
Im Inneren sieht man auf Linos-Mikrobankschienen links die Fassung des ersten Achromaten/Reducers, der auch mit einem Winkelverbinder den zweiten (Nachführ-) Achromaten und ein Umlenkprisma trägt. Das Licht fällt dann über ein Pentacon 1.8/50 auf die Watec, die auf dem Kugelkopf sitzt.
Rechts von den Reflexen an den Mikrobankstangen sieht man die Mikrometerhalterung der Faser und ziemlich klein die abgeschrägte reflektierende Fläche (Ablenkung 50°) des Fasereingangs. rechts davon die Zugentlastung für die Faser und das Faserbündel am Bildrand.
Die Teile stammen hauptsächlich aus dem Optiklabor des AIP, ein solcher Aufbau wäre für einen normalen Amateur nicht gerade kosteneffizient, denn die verbauten Linos-Komponenten machen über 1000 Euro aus.
Die Faser hat keine Mikrolinsen oder ähnliches, allgemein ist die Ein-/Auskopplungseffizienz nicht gerade toll, weil ich am besten Punkt etwa mit f/8 in die Faser gehe und mit f/6 herauskomme - die Faser muss eben auch um Kurven gehen etc.
Die optimale Kollimatorausleuchtung ist bei Fasern und Amateurprojekten eher schwierig, ich empfehle, bei einjustiertem Kollimator ein mit aufkopierten Mikrometerraster versehenes Blatt Transparentpapier vor den Kolliausgang zu setzen und dieses bei nachgeführtem Stern mit einer Kamera abzufotografieren. Man sieht recht gut eine Vignettierung des Kollis. Auch eine Irisblende zwischen Ausgang und Objektivende kann diese Messung erleichtern. (Gut, bei meinem Sonnar für Pentacon Six ist ein recht angenehmes Auflagemaß vorhanden.).
Mir ist beim Bau des Adapters noch eine einfachere Methode der Fasereinkopplung eingefallen, die ich aber nicht ausprobiert habe: Man könnte die Faser auch im 45°-Winkel anpolieren und dann auf die Hypotenuse eines 90°-45°-45°-Prismas kitten oder ölen. Da das Licht, was nicht in die Faser fällt, totalreflektiert wird, kann man hinter dem Prisma mit einer Reimaging-Optik schön auf die Faser nachführen. Zudem ist eine solche Einkopplung wunderbar für Newtons mit f/4 geeignet, da man durch die Verlängerung des Lichtweges im Prisma ungefähr angenehme f/6 am Fasereingang hat. Ich bin mir aber nicht endgültig sicher, ob soetwas funktioniert, ich habe einen Testaufbau bisher immer aufgeschoben...

P.S.: Was die Bananen beim CT betrifft: Ich habe neulich ein Ramandoppelmonochromator mit Fastie-Ebert-Design aus den 60ern auseinandergenommen und das Teil hatte interessanterweise durchgebogene Spalte, um eine bessere Korrektur zu erreichen. Diese konnten sogar auf einem Kreis (=Spaltrad) bequem wechselbar angeordnet werden.

Viele Grüße

Fabian Voigt


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BeitragVerfasst: 08. Januar 2007, 13:26:40 PM 
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Hallo Fabian,

danke für die ausführliche Antwort.

Bin bei meinem Selbstbau jetzt auch fortgeschritten. Hab sogar schon meine Webseite darüber auf den aktuellen Stand gebracht.

http://www.giga-parsec.de/2006/spectro/ ... urner.html

Es ist schon irre was man alles machen kann. Der folgende Ausschnitt über eine Spektrographenbeschreibung kann einen schon auf Ideen bringen:

MANUFACTURER'S DESCRIPTION: The Digikrom DK240 is a complete computer integrated solution. Easy to use commands control the triple grating turret, motorized slits, and optional motorized filter wheel for quick and easy sorting. Instrument mode can be set for constant spectral resolution (CSR), where the slit width is automatically modified to compensate in the change in dispersion with wavelength to maintain constant spectral bandpass. Rugged cast construction, A-Thermal design, and SP direct grating drive make this unit the most repeatable and reliable in its class. Each instrument is calibrated and certified prior to delivery. Connects to any computer via RS232 or IEEE-488. Motorized slits. Triple-grating turret allows high efficiency scanning across a broad spectral range. May be factory configured as a monochromator or spectrograph. Scans in both directions and with Constant Spectral Resolution (CSR). Integrates with SP filter wheel for automatic filter switching. Suitable for fluorescence and absorption studies, detector characterization, thin film measurements, etc.

Viele Grüße,
Udo


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BeitragVerfasst: 16. Januar 2007, 15:57:01 PM 
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Hallo,

nachdem ich vor einiger Zeit Entsetzen mit einem Spektrum vom Mond verbreitet hatte, möchte ich jetzt einen Ausschnitt aus dem Sonnenspektrum zeigen (50% verkleinert). Nicht perfekt, aber schon deutlich besser. Der gezeigte Ausschnitt zeigt die stärksten Linien im Sonnenspektrum (H + K) sowie links davon den Bereich in Richtung Balmer-Limit. Der nahe UV-Bereich wird also durch den billigen Lichtleiter übertragen, nur die Empfindlichkeit des CCD geht in die Knie. Im nahen IR ist früher Schluß, kurz hiter 700nm. Hier tut es der Lichtleiter nicht mehr. Es wurde kein Teleskop benutzt, nur der Lichtleiter wurde in die Sonne gehalten.

Der Spektrograph ist jetzt motorisiert unter Kontrolle des Computers, der auch die Kamera bedient. Nach dem Start werden automatisch 7 Spektren mit ein wenig Überlapp aufgenommen, die aneinandergereiht den gesamten optischen Bereich umfassen.

Ein hochaufgelöstes Sonnenspektrum gibt es bei:

http://bass2000.obspm.fr/solar_spect.php

Bei den Sternen hab ich noch Probleme, die meiste Zeit geht momentan für das Programmieren drauf.

Viele Grüße,
Udo


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