In einer eMail vom 27.03.2007 00:34:30 Westeuropäische Normalzeit schreibt Lothar Schanne:
Zitat:
Welche Emissionskomponente meinst du? Die kleine Spitze im Minimum der Ha-Absorptionslinie?
Ist das so, dass der Neuaufbau einer Scheibe sich daran zeigt, dass etwa auf Laborwellenlänge eine Emissionskomponente entsteht? Material, das aus dem Stern ausgestossen wird, sollte doch sternanah die höchste Rotationsgeschwindigkeit haben (Kepler). Also müsste sich die Emission einer neuen (inneren, sternnahen) Scheibe vom Rande der Ha-Linie entwickeln. Oder denke ich da falsch?
Hallo Lothar,
ich meine in der Tat die "Emissionserhebung" im Zentrum der Absorption (Anhang).
Um auf deine "Denke" einzugehen:
ich könnte nicht sagen, wie verallgemeinert bzw. gültig für alle BeSterne sich die Entwicklung einer neuen Scheibe darstellt.
Einerseits hat Th. Rivinius (2003) bei theta CrB z.B. als Anzeichen einer neuen Scheibenentwicklung die zentralen Feinstrukturen in der Halpha-Absorption gedeutet.
Und andererseits hat kürzlich R. Hirarata bei 28 Tau "Emissionsschultern" in den äußeren Flügeln der geringen Emission einer verschwindenden Scheibe als Indikatoren für die Entwicklung einer zweiten Scheibe angesehen.
Es hat den Anschein, als könnten sich die "Erkennungsmerkmale" doch sehr unterschiedlich ausprägen und nicht unbedingt verallgemeinert werden.
Aber grundsätzlich ist es doch so, dass zunächst mal ausreichend Masse in eine entstehende Scheibe transportiert werden muß um als meßbare Emission erkannt zu werden. Welche Kepler-Geschwindigkeiten zu dem Zeitpunkt erreicht sind, kann ich als Nichtfachmann nicht sagen. Wenngleich photosphärennahe Scheibenbereiche zweifellos die größere Geschwindigkeit besitzen, ist ihr Masseanteil jedoch so gering, dass er kaum zu zur Emission beiträgt.
Beste Grüsse,
Ernst Pollmann