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Linse im lhires
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Autor:  Berthold Stober [ 14. Januar 2008, 11:29:41 AM ]
Betreff des Beitrags:  Linse im lhires

Hallo

ich möchte diejenigen unter uns, die sich in der geometrischen Optik auskennen, folgende Frage stellen:

ist es egal oder eben nicht egal wierum man eine achromatiche Einzellinse in einen Kollimator einbaut?

Nach meiner bisherigen Meinung glaubte ich, das das egal sei....scheint es aber nicht zu sein. Wenn das richtig ist, dass das nicht eagl ist, wollte ich anfragen, ob mir jemand das erklären kann, warum das nicht egal ist.

Hintergrund:

mein lhires ist die ganze Zeit vom R her eher bescheiden gewesen, ich konnte maximal 6000 erreichen, Lothar hat mehr als 12000 (abhängig von der Spaltweite nicht nur von der Gitterkonstanten..:-)) )....Ich war kurz davor den lhires wegzuschmeißen, weil Lothars viel besser ging. Aber Lothar wollte nicht glauben, dass ich ein Montagsgerät habe und war gestern nochmals mehrere Stunden an meinem lhires gehockt.....und hat nichts hinbekommen, bis er auf einmal sagte...."wir sollten die Linse umdrehen" Ich hielt das - wie gesagt für Unsinn - aber nachdem er es gemacht hat, zeigt nun auch dieser lhires praktisch das theoretische R an den Neonlinien........

In der Bauanleitung steht - so weit wir sehen - nichts drin, dass wir auf die Richtung der Linse achten müssen beim Zusammenbau.

In diesem Zusammanhng möchte ich mich nochmals bei Lothar bedanken. Ohne dessen unverdrossenes Festhalten, dass das absolut unmöglich ist, dass zwischen den beiden Apparaten von uns so ein großer Unetrschied ist, hätte ich das wohl nie erreicht.......

beste Grüße

Berthold

Autor:  Thomas Eversberg [ 14. Januar 2008, 12:07:15 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Berthold! Sowas ist uns ja auch schon mit unseren ersten Gitter passiert...man kommt sich voll bescheuert vor und weiss nicht, was los ist. Aber Du bist in bester Gesellschaft!

Hier http://de.wikipedia.org/wiki/Achromat ist eine schöne Erläuterung mit einem Strahlengang. Wenn das Teil falsch herum eingebaut wird, entfällt die erste Oberfläche als Brechungsfläche und der Strahlengang ist anders.
Zitat:
In diesem Zusammanhng möchte ich mich nochmals bei Lothar bedanken. Ohne dessen unverdrossenes Festhalten, dass das absolut unmöglich ist, dass zwischen den beiden Apparaten von uns so ein großer Unetrschied ist, hätte ich das wohl nie erreicht.......
Es lebe die Teamarbeit :D !

Gruss, Thomas

Autor:  Lothar Schanne [ 14. Januar 2008, 12:11:09 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Linse im lhires

Zitat:
In der Bauanleitung steht - so weit wir sehen - nichts drin, dass wir auf die Richtung der Linse achten müssen beim Zusammenbau.
Hallo Berthold,

auf deiner CD mit der Bauanleitung steht nichts darüber, aber.....
In der aktuellen Internetversion von Thizy (http://astrosurf.com/thizy/lhires3/index-en.html) steht folgendes:

Monter le doublet –
NOTE: l'objectif a un sens en effet, c'est assez important pour avoir des aberrations minimales. Il faut examiner l'objectif par la tranche. Il y a une face quasi plane, une autre très légèrement bombé (convexe). Il faut positionner la face plane de telle manière quelle soit orientée vers le miroir de renvoi à 45°.

Danach ist die Linse genau so einzubauen, wie ich es gestern (intuitiv) gemacht habe, die plane Seite des Achromaten muß zur Kamera zeigen und die konvexe zum Gitter.

Die haben es also auch gemerkt.

Bin jetzt auf konkrete Spektren gespannt.

Herzlicher Gruß
Lothar

Autor:  Andreas Ulrich [ 14. Januar 2008, 12:12:07 PM ]
Betreff des Beitrags:  Linse im lhires

Hallo Liste,

bei vergüteten Linsen mag es noch Argumente bzgl. der Wirkung dieser
Vergütung geben. Ebenso bei aufwändig gerechneten Anordnungen,
wo die Dicke der Linsen berücksichtigt ist etc.
Bei den einfachen, unbeschichteten Quarz- oder MgF2- linsen,
die wir oft verwenden, spielt der Winkel eine Rolle, mit dem das Licht
am Rande der Linse gebrochen wird. Bei Plankonvexlinsen, wie sie
oft in Kollimatoren verwendet werden, kann man mit der Orientierung
beim Einbau diese Brechungswinkel geschickt auf beide Seiten der Linse
verteilen. Das mindert die Abberationen. Kann man und muss man sich
meist an einer Skizze wieder vergegenwärtigen, welche Orientierung gut ist.

Mit vielen Grüßen,
Andreas Ulrich.

Autor:  Berthold Stober [ 14. Januar 2008, 13:21:20 PM ]
Betreff des Beitrags:  Linse im lhires

Zitat:
Die haben es also auch gemerkt.
:-D
Zitat:
Bin jetzt auf konkrete Spektren gespannt.
natürlich, ich auch!!! Ich habe jetzt den Spalt noch mal bei 100facher Vergrößerung in Autokllimation scharf gestellt. Seltsamer weise, warst Du in dieser Hinsicht nicht ganz richtig mit Deiner Linsenposition - etwa 1,5 Umdehungen aus dem Focus.....dann mußte ich natürlich auch die Kamera verschieben, aber das Endergebnis ist fast gleich.......
nochmals Danke!

Berthold

Autor:  Berthold Stober [ 14. Januar 2008, 13:21:23 PM ]
Betreff des Beitrags:  Linse im lhires

Zitat:
Hier http://de.wikipedia.org/wiki/Achromat ist eine schöne Erläuterung mit einem Strahlengang. Wenn das Teil falsch herum eingebaut wird, entfällt die erste Oberfläche als Brechungsfläche und der Strahlengang ist anders.
danke schön für die Antwort.
Berthold

Autor:  Berthold Stober [ 14. Januar 2008, 13:21:27 PM ]
Betreff des Beitrags:  Linse im lhires

Zitat:
Hallo Liste,

bei vergüteten Linsen mag es noch Argumente bzgl. der Wirkung dieser Vergütung geben. Ebenso bei aufwändig gerechneten Anordnungen, wo die Dicke der Linsen berücksichtigt ist etc.
Bei den einfachen, unbeschichteten Quarz- oder MgF2- linsen, die wir oft verwenden, spielt der Winkel eine Rolle, mit dem das Licht am Rande der Linse gebrochen wird. Bei Plankonvexlinsen, wie sie oft in Kollimatoren verwendet werden, kann man mit der Orientierung beim Einbau diese Brechungswinkel geschickt auf beide Seiten der Linse verteilen. Das mindert die Abberationen. Kann man und muss man sich meist an einer Skizze wieder vergegenwärtigen, welche Orientierung gut ist.

Mit vielen Grüßen,
Andreas Ulrich.
Danke schön!
Berthold

Autor:  Thomas Eversberg [ 14. Januar 2008, 15:55:32 PM ]
Betreff des Beitrags: 

...übrigens Berthold, heisst das, dass Du nun noch bessere Spektren von WR 140 lieferst??? :shock: Wenn das so weiter geht, saugst Du noch alle Photonen vom Himmel und wir anderen stehen im Dunkeln.

Autor:  Berthold Stober [ 14. Januar 2008, 16:20:54 PM ]
Betreff des Beitrags:  Linse im lhires

nein Thomas, es werden wohl genug auch für Dich und die Anderen übrig bleiben :-), allerdings ist das R von all meinen Spektren mit dem lhires vorraussichtlich nun um den Faktor 2 größer, denn die FWHM von den Neonlinien, die ich heute gemessen habe, ist jetzt um den Faktor 2 kleiner....DAs Produkt aus pixelzahl der Linienbreite x Pixelgröße ist jetzt endlich nur geringfügig größer als die tatsächliche Spaltbreite.....

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