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 Betreff des Beitrags: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 27. März 2008, 16:58:36 PM 
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Hallo miteinander,

endlich ist der Bau unseres Spektrographen so weit fortgeschritten, dass erste zaghafte Tests durchgeführt werden können.
Noch sind nicht alle Teile fertig, doch das wichtigste ist nun auf einer Sandwich-Grundplatte montiert. (Siehe Bilder im Anhang.)
Auf den Bildern ist der Aufbau Spalt - Barlowlinse - Umlenkspiegel (noch nicht der richtige) - Kollimator - Gitter - Kameraoptik zu sehen.
Ich konnte es mir nicht verkneifen, die Hohlkathodenlampe vor den Spalt zu basteln und ein paar Testspektren aufzunehmen. :-D Natürlich fehlt noch jeglicher Streulichtschutz, es ist nichts geschwärzt, usw.
Nächste Woche sollte der richtige Umlenkspiegel montiert werden und eine Justage durchgeführt werden. Hat jemand gleich ein paar Tips, worauf man bei der Justage besonders achten sollte?

Ich habe nun also ein paar Spektren der HKL aufgenommen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich die grösste Mühe habe, die Emissionslinien richtig zuzuordnen... Wie muss ich da vorgehen? Es handelt sich um eine Na/K-Hohlkathodenlampe, Füllgas ist, soviel ich weiss, Neon (stimmt das, Lothar?). Wenn ich beim NIST die möglichen Emissionslinien ausgeben lasse, erhalte ich einen ganzen Wald... Hoffnungslos.
Ich hänge noch ein Beispielspektrum an. Vielleicht kann ja jemand die Wellenlängen gleich zuordnen. Die Bandbreite liegt bei ca. 20 nm, Wellenlängenbereich... Hmm, naja, halt im gelb-orangen Bereich. ;-)

Vielen Dank für Hilfe und Tips!

Beste Grüsse,

Peter


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 Betreff des Beitrags: Re: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 27. März 2008, 17:17:45 PM 
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Zitat:
Ich habe nun also ein paar Spektren der HKL aufgenommen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich die grösste Mühe habe, die Emissionslinien richtig zuzuordnen... Wie muss ich da vorgehen? Es handelt sich um eine Na/K-Hohlkathodenlampe, Füllgas ist, soviel ich weiss, Neon (stimmt das, Lothar?).
Hi Peter,

sieht gut aus. Schöne scharfe Linien.

In der Anlage das Neonspektrum zum Vergleich.

Wenn du nicht zurechtkommst, schick mir das Spektrum als .fit und ich kalibriere dir's.

Du solltest Aufnahmen vom ganzen Wellenlängenbereich machen, wo die Neon und Na/K-Linien sind. Aber so, dass sich die Aufnahmen überlappen (so etwa 1/3). Dann findest du immer den Anschluß an die Nachbar-Aufnahme, wenn du mal eines kalibrieren konntest.

Lieber Gruß
Lothar


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 Betreff des Beitrags: Re: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 27. März 2008, 17:54:28 PM 
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Hallo Peter,
Zitat:
Ich habe nun also ein paar Spektren der HKL aufgenommen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich die grösste Mühe habe, die Emissionslinien richtig zuzuordnen... Wie muss ich da vorgehen?
Ich würde Dir empfehlen, statt der Hohlkathodenlampe zunächst mit einem
Neonlämpchen anzufangen, und dann in den gelben Bereich gehen, wo
die Neonlinien langsam aufhören. Da findet man sich leichter zurecht.

Herzliche Grüße,
Otmar


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 Betreff des Beitrags: Re: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 27. März 2008, 18:06:37 PM 
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Zitat:
Ich würde Dir empfehlen, statt der Hohlkathodenlampe zunächst mit einem
Neonlämpchen anzufangen, und dann in den gelben Bereich gehen, wo
die Neonlinien langsam aufhören. Da findet man sich leichter zurecht.
Hallo Otmar,
diese HKL hat nur Neonlinien und noch das Na-D-Dublett und im blauen noch einige K-Linien. Ist aber viel heller wie ein kleines Neonlämpchen.
Lothar


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 Betreff des Beitrags: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 27. März 2008, 18:37:35 PM 
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Lieber Lothar,
Zitat:
Hallo Otmar,
diese HKL hat nur Neonlinien und noch das Na-D-Dublett und im blauen
noch einige K-Linien. Ist aber viel heller wie ein kleines Neonlämpchen.
Lothar
Verstehe. Dann nehme ich alles zurück :-)

Otmar


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 Betreff des Beitrags: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 27. März 2008, 18:42:00 PM 
Zitat:
Noch sind nicht alle Teile fertig, doch das wichtigste ist nun auf einer Sandwich-Grundplatte montiert.
...wenn ich mich nicht täusche, wird das ja ein Riesenteil werden.
Wie wird denn vorraussichtlich eingekoppelt: mit LL oder direkt am Teleskop?

Ernst


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 Betreff des Beitrags: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 27. März 2008, 19:53:00 PM 
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Zitat:
In der Anlage das Neonspektrum zum Vergleich.
Kann die Datei nicht unter Windows öffnen....*.ptt?
Berthold


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 Betreff des Beitrags: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 27. März 2008, 19:53:11 PM 
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Zitat:
diese HKL hat nur Neonlinien und noch das Na-D-Dublett und im blauen noch einige K-Linien. Ist aber viel heller wie ein kleines Neonlämpchen.
Habe ich auch so eine HKL ?

herzliche Grüße
Berthold


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 Betreff des Beitrags: Re: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 27. März 2008, 23:22:43 PM 
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Zitat:
Kann die Datei nicht unter Windows öffnen....*.ptt?
Berthold
Hallo Berthold,

MS powerpoint

Und so eine HKL hast du auch, weiß nur nicht mehr, welch spezielles Element. Aber die Neonmatrix ist immer die gleiche.

Lieber Gruß
Lothar


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28. März 2008, 12:18:12 PM 
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Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten!
Zitat:
Du solltest Aufnahmen vom ganzen Wellenlängenbereich machen, wo die Neon und Na/K-Linien sind. Aber so, dass sich die Aufnahmen überlappen (so etwa 1/3). Dann findest du immer den Anschluß an die Nachbar-Aufnahme, wenn du mal eines kalibrieren konntest.
Ja, das habe ich eigentlich beabsichtigt, allerdings nicht ganz sauber umgesetzt: In der Mitte des Spektralbereichs fehlt mir wohl ein Stück... ;-)

Den kürzerwelligen Abschnitt konnte ich jetzt kalibrieren: Siehe Anhang (blauMulti.png). Ich habe einfach die einzelnen Aufnahmen aneinandergefügt. Da die Dispersion pro Aufnahme nicht ganz linear zu sein scheint, hat es wohl einige Schwankungen in der Dispersion... Aber egal, ich wollte da mal nur die Wellenlängen herausfinden.

Die Kalibrierung des roten Abschnitts habe ich leider nicht zustande gebracht.
Zitat:
Wenn du nicht zurechtkommst, schick mir das Spektrum als .fit und ich kalibriere dir's.
Ich möchte gerne dieses Angebot in Anspruch nehmen. Ich hänge das Puzzle des roten Bereichs als FIT an: rot.tar.gz
Es ist ein 1-dim FIT, etwas verkleinert, die Bandbreite liegt irgendwo bei 500 nm.

Ich habe noch eine Einzelaufnahme im grünen Bereich kalibriert (detail.png) und über die FWHM der Linien das Auflösungsvermögen bestimmt.
Ergebnis: (0.220 +/- 0.004) Å
Das ist besser als das theoretische mit simspec berechnete... (0.231 Å) :-D Und das ohne Justage und mit falschem Umlenkspiegel. Das finde ich toll!
Zitat:
...wenn ich mich nicht täusche, wird das ja ein Riesenteil werden.
Wie wird denn vorraussichtlich eingekoppelt: mit LL oder direkt am Teleskop?
Du täuschest dich nicht, es wird tatsächlich ein riesiges Ding. Der Spektrograph kommt dennoch direkt ans Teleskop - auch dieses ist ein Riesenteil. :-D

Beste Grüsse,

Peter


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blauMulti.png
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BeitragVerfasst: 28. März 2008, 12:29:56 PM 
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Zitat:
Ich möchte gerne dieses Angebot in Anspruch nehmen. Ich hänge das Puzzle des roten Bereichs als FIT an: rot.tar.gz
Es ist ein 1-dim FIT, etwas verkleinert, die Bandbreite liegt irgendwo bei 500 nm.
Hallo Peter,

mache ich übers Wochenende.
Zitat:
Ich habe noch eine Einzelaufnahme im grünen Bereich kalibriert (detail.png) und über die FWHM der Linien das Auflösungsvermögen bestimmt.
Ergebnis: (0.220 +/- 0.004) Å
Das ist besser als das theoretische mit simspec berechnete... (0.231 Å) :-D Und das ohne Justage und mit falschem Umlenkspiegel. Das finde ich toll!
Das macht mich misstrauisch. Warten wir's ab. Aber deine Neonlinien sind wirklich extrem scharf !!! Super Optik!

Die Dispersion ist nicht linear mit der Wellenlänge, sondern ändert sich kontinuierlich. Aber es muß kontinuierlich in einer Richtung gehen. Es darf nicht groß schwanken. Erzielbare Genauigkeit (Wiederholbarkeit)ca. 0,1%.

Lieber Gruß an dich, Peter

Lothar


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BeitragVerfasst: 28. März 2008, 12:35:52 PM 
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Peter,

bei welcher Spaltweite sind die Aufnahmen gemacht?

Lothar


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 Betreff des Beitrags: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 28. März 2008, 12:36:16 PM 
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Zitat:
Aber deine Neonlinien sind wirklich extrem scharf !!! Super Optik!
das finde ich auch!!

Berthold


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 Betreff des Beitrags: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 28. März 2008, 12:36:16 PM 
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Zitat:
Du täuschest dich nicht, es wird tatsächlich ein riesiges Ding. Der
Spektrograph kommt dennoch direkt ans Teleskop - auch dieses ist ein
Riesenteil
Hallo Peter,

nicht übel!! R~25000! Bin auch interessiert, wie DU das DIng halbwegs stabil
an Dein Riesenfernrohr bringen wirst. Wenn Du Lust hast, kannst Du mir
vielleicht bitte nochmals die optischen Daten schicken. Gitterkonstante?
Gittergröße? Kollimatorbrennweite? Kamerabjektiv ? Achromat? Oder
Kleinbildobjektiv? CCD ? Chipgröße, pixelgröße? Brennweite des Teleskops?
Öffnungszahl?......nur wenn Du Lust hast, ich will das nicht nachbauen, nur
kann ich mir so ein besseres Bild machen, von dem, was Du schaffst......

Größe des Spektrographen und voraussichtles Gewicht?

beste Grüße
Berthold


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BeitragVerfasst: 28. März 2008, 12:39:50 PM 
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Hallo Lothar
Zitat:
mache ich übers Wochenende.
Herzlichen Dank.
Zitat:
Das macht mich misstrauisch. Warten wir's ab. Aber deine Neonlinien sind wirklich extrem scharf !!! Super Optik!
Klar, misstrauisch bin ich auch etwas. Aber ich betrachte es trotzdem als Bestätigung, dass die Planung nicht grundsätzlich falsch war. ;-)
Zitat:
Die Dispersion ist nicht linear mit der Wellenlänge, sondern ändert sich kontinuierlich. Aber es muß kontinuierlich in einer Richtung gehen. Es darf nicht groß schwanken. Erzielbare Genauigkeit (Wiederholbarkeit)ca. 0,1%.
Hmm, ok, Dispersion war vielleicht das falsche Wort. Ich habe das Gefühl, dass die Kameraoptik leicht verzeichnet, was sich wohl wie eine Veränderung der Dispersion zum Bildrand hin zeigen würde. Oder mache ich einen Überlegungsfehler?
Ich muss das jedenfalls noch genauer untersuchen.

Beste Grüsse,

Peter


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BeitragVerfasst: 28. März 2008, 12:45:15 PM 
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Zitat:
Ich habe das Gefühl, dass die Kameraoptik leicht verzeichnet, was sich wohl wie eine Veränderung der Dispersion zum Bildrand hin zeigen würde. Oder mache ich einen Überlegungsfehler?
Ich muss das jedenfalls noch genauer untersuchen.
Hallo Peter,

wenn sich die FWHM systematisch mit der Wellenlänge ändert, dann könnte das chromatische Aberration sein. Ist eigentlich ja auch zu erwarten.

Wie war die Spaltbreite? Das ist ganz wesentlich!

Lothar


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BeitragVerfasst: 28. März 2008, 13:02:27 PM 
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Zitat:
bei welcher Spaltweite sind die Aufnahmen gemacht?
Die Spaltbreite betrug 60µm.

Hallo Berthold
Zitat:
Bin auch interessiert, wie DU das DIng halbwegs stabil an Dein Riesenfernrohr bringen wirst.
Am Spektrograph wird eine Adapterplatte montiert, die an das Teleskop angeflanscht werden kann. Der Prof. meinte, das sollte stabil genug werden... Mal schauen.
Ach ja, das Teleskop gehört nicht mir, sondern dem Astronomischen Institut. ;-) Ebenso ist der Spektrograph Eigentum des Instituts.
Zitat:
Wenn Du Lust hast, kannst Du mir vielleicht bitte nochmals die optischen Daten schicken.
Klar:
Gitterkonstante: 1800 l/mm
Gittergrösse: 110 x 110 mm
Kollimatorbrennweite: 600 mm plus 2x Barlow, effektiv 1200 mm
Kameraobjektiv: Pentacon 5.6/500, 4 Linsen, ausgelegt für Mittelformat
Sensor: Canon EOS 350Da, digitale Spiegelreflex (vorläufig, später vielleicht CCD)
Chipgrösse: 14.8 x 22.2 mm
Pixelgrösse: 6.4 µm
Brennweite des Teleskops: 12600 mm
Öffnung: 600 mm
Zitat:
nur wenn Du Lust hast, ich will das nicht nachbauen, nur kann ich mir so ein besseres Bild machen, von dem, was Du schaffst......
Ich hätte auch nichts gegen einen Nachbau. (Das Institut vermutlich auch nicht. ;-) )
Zitat:
Größe des Spektrographen und voraussichtles Gewicht?
Gewicht weiss ich noch nicht genau, vermutlich über 10 kg. Grösse: Im Anhang ein Grössenvergleich mit meinem Kollegen. :-)

Beste Grüsse,

Peter


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Reto_mit_Spektrograph.jpg [ 165.19 KiB | 16076 mal betrachtet ]
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BeitragVerfasst: 28. März 2008, 13:08:32 PM 
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Zitat:
wenn sich die FWHM systematisch mit der Wellenlänge ändert, dann könnte das chromatische Aberration sein. Ist eigentlich ja auch zu erwarten.
Ah, genau, chromatische Aberration ist mir auch aufgefallen: Ich musste zwischen den beiden Enden des Spektrums deutlich nachfokussieren.

Beste Grüsse,

Peter


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BeitragVerfasst: 28. März 2008, 13:11:03 PM 
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Zitat:
Wie war die Spaltbreite? Das ist ganz wesentlich!
Warum ist das so wesentlich?


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BeitragVerfasst: 28. März 2008, 13:14:36 PM 
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Hallo Peter,

sehr sehr schöner Aufbau !!! Mich würde mal interessieren, ob Dein Kamera-Objektiv ein 500mm Pentacon-Tele (f5,6 ?) ist.

Könntest Du auch mal das aktuellste Simspec dazu einstellen !?

Viele Grüsse

Klaus


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BeitragVerfasst: 28. März 2008, 13:22:30 PM 
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Hallo Klaus
Zitat:
Mich würde mal interessieren, ob Dein Kamera-Objektiv ein 500mm Pentacon-Tele (f5,6 ?) ist.
Genau, das ist richtig. Ich habe es als einigermassen günstige Occasion im Internet auftreiben können. :-D
Zitat:
Könntest Du auch mal das aktuellste Simspec dazu einstellen !?
Das Excel-Sheet ist im Anhang.

Beste Grüsse,

Peter


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simspec_slit_Zimmerwald_6.xls [82.5 KiB]
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BeitragVerfasst: 28. März 2008, 13:34:36 PM 
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Zitat:
Warum ist das so wesentlich?
Hi Peter,
die Spaltbreite definiert die Auflösung mit. Je breiter der Spalt, je breiter werden auch die FWHM der Linien auf dem Detektor (deine Kamera) und damit ist eine um so geringere Auflösung vorhanden.
Andererseits begrenzt dir der Spalt das auf ihm abgebildete Sternscheibchen (wenn es grösser wie der Spalt ist). Das Sternscheibchen des langbrennweitigen Teleskops ist sehr groß, laut deinem simspec bei 4" seeing 250 um.
Wenn du ca. 50% des Lichts des beobachteten Sterns durch den Spalt jagen willst, dann wirst du den Spalt ca. 100 um breit einstellen müssen. Dann hast du eine entsprechend geringere Auflösung (100/60*0,22 Angs. = 0,37 Angström = 18.000 R).
Also die Auflösung muß zusammen mit der Lichtstärke gesehen werden, die man erreichen will (Grenzgröße der noch meßbaren Sterne).

Du kannst das ja mit simspec ausrechnen. Musst ja nur die Spaltbreite eingeben und variieren.

Lieber Gruß
lothar


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 Betreff des Beitrags: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 28. März 2008, 13:50:11 PM 
Zitat:
Du täuschest dich nicht, es wird tatsächlich ein riesiges Ding. Der Spektrograph kommt dennoch direkt ans Teleskop - auch dieses ist ein Riesenteil.
...und ohne Stabilitätsrechnungen schätzt ihr optimistisch ein, dass das funktioniert?
Ohne jedwede Bösartigkeit (mit ausdrücklicher Betonung), aber aus langjähriger praktischer Erfahrung kommen mir da erhebliche Zweifel.

Ernst


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BeitragVerfasst: 28. März 2008, 13:57:36 PM 
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Hallo Lothar,

ja, das ist mir klar. Ich meinte schon, man müsse vielleicht die Spaltbreite berücksichtigen, wenn man die Auflösung aus einer Aufnahme bestimmen will.

Wir haben drei verschiedene Spaltbreiten zur Verfügung: 240µm, 120µm und 60µm, entsprechend 4", 2" oder 1" Seeing.
4" Seeing ist meiner Meinung nach eher pessimistisch, bei mir zu Hause habe ich meistens ein Seeing von 2".
1" wird wohl selten bis gar nie vorkommen: Mit dem dünnsten Spalt wird man vielleicht helle Sterne bei hoher Auflösung aufnehmen können, bei denen genügend Licht zur Verfügung steht. (Die Anwendungen wären dadurch vermutlich eher didaktischer Natur.)
Ich rechne damit, dass man meistens den 120µm-Spalt einsetzen wird (entsprechend einer Auflösung von 0.37 Å).

Beste Grüsse,

Peter

(PS: Ich korrigiere mich: Die berechnete Auflösung beim 60µm-Spalt beträgt 0.224 - innerhalb des Fehlers in Übereinstimmung mit der gemessenen FWHM... ;-) Hat natürlich nicht viel zu bedeuten. )


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28. März 2008, 14:14:30 PM 
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Klasse, Peter! Das ist ja sehr schön geworden. Wenn ich bedenke, dass ja auch ein paar Gläser Whisky dabei waren... :D

Ich bin gespannt, welchen Spalt ihr am meisten verwenden werdet. 2" Seeing sind bei uns ja recht selten. Nach den theoretischen Annahmen ist der 240µm-Spalt für 4" Seeing vielleicht etwas groß. Beim Seeingscheibchen wird die FWHM gemessen aber ich vermute, dass ihr eine beinahe optimale Lösung für die realen Verhältnisse habt.

Die Kiste ist übrigens nicht sehr viel größer als MESSY und wird schön an das Teleskop passen. Ich gratuliere!

Gruss, Thomas


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28. März 2008, 14:36:52 PM 
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Peter,

wie beobachtet ihr denn den Spalt? Und wie führt ihr auf dem Spalt nach? Was ist geplant?

Lothar


Entschuldige: Hab's gerade auf dem Bild mit deinem Kollegen gesehen, wie ihr's macht. In Analogie zum Lhires.


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 Betreff des Beitrags: Re: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 28. März 2008, 14:39:40 PM 
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Zitat:
...und ohne Stabilitätsrechnungen schätzt ihr optimistisch ein, dass das funktioniert?
Ohne jedwede Bösartigkeit (mit ausdrücklicher Betonung), aber aus langjähriger praktischer Erfahrung kommen mir da erhebliche Zweifel.
Hallo Ernst,

was hältst du für so kritisch?
Zu den Stabilitätsverhältnissen innerhalb des Spektrographen wurden schon einige Überlegungen gemacht, die Werkstatt hat die Randbedingungen erhalten und wird diese sicher einhalten. Der Bau wird ja von der Uni-Werkstatt durchgeführt, die haben genügend Erfahrung in diesen Dingen.
Die Verbindung zum Teleskop sollte kein Problem darstellen: Dies aufgrund von Erfahrungswerten. Laut dem Prof. wurden schon schwerere Instrumente erfolgreich an das Teleskop gehängt.
Die Teleskopmontierung schliesslich wird das zusätzliche Gewicht kaum bemerken. ;-)
Zitat:
Klasse, Peter! Das ist ja sehr schön geworden. Wenn ich bedenke, dass ja auch ein paar Gläser Whisky dabei waren... :D
Hallo Thomas,

oh ja, wurde nicht noch die Idee mit dem Pentacon ethanolunterstützt geboren? :-D
Zitat:
Ich bin gespannt, welchen Spalt ihr am meisten verwenden werdet. 2" Seeing sind bei uns ja recht selten. Nach den theoretischen Annahmen ist der 240µm-Spalt für 4" Seeing vielleicht etwas groß. Beim Seeingscheibchen wird die FWHM gemessen aber ich vermute, dass ihr eine beinahe optimale Lösung für die realen Verhältnisse habt.
Ich bin allerdings auch gespannt. Für volle Gewissheit wird man sicher Tests am Teleskop abwarten müssen.
Zitat:
Die Kiste ist übrigens nicht sehr viel größer als MESSY und wird schön an das Teleskop passen. Ich gratuliere!
Tatsächlich, ich habe mir soeben eure Bilder angeschaut. Unser Spektrograph ist etwas breiter, die Länge ist etwa gleich.

Beste Grüsse,

Peter


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28. März 2008, 14:43:25 PM 
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Zitat:
Entschuldige: Hab's gerade auf dem Bild mit deinem Kollegen gesehen, wie ihr's macht. In Analogie zum Lhires.
Richtig, dort habe ich ganz frech abgeschaut. ;-)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28. März 2008, 15:03:42 PM 
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Zitat:
...wurde nicht noch die Idee mit dem Pentacon ethanolunterstützt geboren?
Ja, genau! Wir hatten mächtig einen im Kahn, es fluppte aber super. :D


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 Betreff des Beitrags: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 28. März 2008, 15:35:43 PM 
Zitat:
was hältst du für so kritisch?
...nun, letzlich die Gesamtsteifigkeit aufgrund diverser Elastizitäten der Gesamtkonfiguration.
Bitte, das ist mein Eindruck nach Einschätzung des Fotos, am Ende wird sich´s im praktischen Betrieb beweisen.
Du schreibst: die Verbindung zum Teleskop sollte kein Problem sein. "Sollte" ????

Ernst


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 Betreff des Beitrags: Re: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 28. März 2008, 16:10:16 PM 
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Zitat:
...nun, letzlich die Gesamtsteifigkeit aufgrund diverser Elastizitäten der Gesamtkonfiguration.
Konkret: Nach dem Spalt?
Zitat:
Bitte, das ist mein Eindruck nach Einschätzung des Fotos, am Ende wird sich´s im praktischen Betrieb beweisen.
Mich würde interessieren, was dir auf den Fotos diesbezüglich aufgefallen ist.
Zitat:
Du schreibst: die Verbindung zum Teleskop sollte kein Problem sein. "Sollte" ????
Selbstverständlich erhält man volle Gewissheit erst, wenn man es getestet hat.

Beste Grüsse,

Peter


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 Betreff des Beitrags: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 28. März 2008, 17:14:15 PM 
Zitat:
Mich würde interessieren, was dir auf den Fotos diesbezüglich aufgefallen ist.
...nun Peter, in Anlehnung an die Größenmaße deines Kollegen verbunden mit der (meiner) Vorstellung, dass der Laboraufbau in einem stabilen Aluminiumgehäuse untergebracht wird, ist anzunehmen, dass daraus -lass es mich so formulieren - ein "stattlich schwerer Kasten" werden wird.
Aber lassen wir es dabei bewenden, vielleicht unterliege ich da einer Fehleinschätzung....

Ernst


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BeitragVerfasst: 28. März 2008, 17:43:48 PM 
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Zitat:
Richtig, dort habe ich ganz frech abgeschaut. ;-)
Hi Peter,

hat sich auch hier bewährt.

Auf jeden Fall haben eure ersten Neonlampentests ergeben, dass der Spektrograph eine sehr gute Auflösung hat und das theoretische berechnete Leitungsvermögen erreicht.

Wenn ich mir die Fotos so betrachte, scheint mir da noch ein Potential vorhanden zu sein, den Gesamtbeugungswinkel zu verkleinern, die Kiste also schmaler (und damit leichter) zu machen. Wenn ihr den Kolli noch etwas nach vorne setzt und näher an das Objektiv heran, dürften noch so 5 cm drin sein. das verbessert wahrscheinlich noch etwas die Gittereffizienz. Ob es sich lohnt? Ich bin mir nicht sicher.

Ich freue mich mit euch, dass ihr jetzt einen schönen Spektrographen an einem großen Teleskop erhält. Mein Glückwunsch !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wann lädst'e denn zur Einweihungsgparty ein? :roll: Musst ja noch eine Champagnerflasche an den sauber kollimierten Spek knallen.

Liebe Grüsse von der Mosel
Lothar


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 Betreff des Beitrags: Re: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 28. März 2008, 17:59:29 PM 
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Zitat:
dass daraus -lass es mich so formulieren - ein "stattlich schwerer Kasten" werden wird.
Hallo Ernst,

der Kasten wird am Ende etwas mehr - aber nicht viel mehr - als 10 kg wiegen. Ich sehe daher bis jetzt keine grossen Probleme.
Zitat:
Wenn ich mir die Fotos so betrachte, scheint mir da noch ein Potential vorhanden zu sein, den Gesamtbeugungswinkel zu verkleinern, die Kiste also schmaler (und damit leichter) zu machen. Wenn ihr den Kolli noch etwas nach vorne setzt und näher an das Objektiv heran, dürften noch so 5 cm drin sein. das verbessert wahrscheinlich noch etwas die Gittereffizienz. Ob es sich lohnt? Ich bin mir nicht sicher.
Ja, damit haben wir ziemlich lang herumgespielt. Die Foto täuscht wohl etwas, denn es liegt jetzt kein Millimeter mehr drin. Eine Verringerung des Gesamtwinkels hätte Vignettierung zur Folge.
Ich muss mal schauen, dass ich ein paar digitalisierte Pläne erhalte.
Zitat:
Wann lädst'e denn zur Einweihungsgparty ein? Musst ja noch eine Champagnerflasche an den sauber kollimierten Spek knallen.
Hihi. Ja, warum eigentlich nicht..? Ich meine die Einweihungsparty, nicht das mit der Flasche. ;-) Aber es käme ja doch keiner so weit hergereist...

Beste Grüsse,

Peter


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BeitragVerfasst: 02. April 2008, 00:12:33 AM 
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Hallo zusammen,

ich habe heute nochmals die Spektrallampe aufgenommen: Diesmal habe ich genau darauf geachtet, dass sich die einzelnen Bilder immer überlappen, ausserdem habe ich noch weiter im Roten einige Aufnahmen gemacht. So ist es mir nun gelungen, auch die Linien des roten Spektralbereichs zuzuordnen: Siehe Anhang.

Beste Grüsse,

Peter


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BeitragVerfasst: 02. April 2008, 09:28:44 AM 
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Zitat:
So ist es mir nun gelungen, auch die Linien des roten Spektralbereichs zuzuordnen
Wunderschön scharfe Neonlinien !!
Lothar


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 Betreff des Beitrags: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 02. April 2008, 11:37:09 AM 
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Das sind ja wahnsinnig scharfe Linien...toll....bin ganz neidisch.....es gerade richtig, dass die von shelyak aufgeben, das Ding ist ja wirklich der reine Schrott, außer der von Lothar, aber der hat seinen behext...

Berthold


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 Betreff des Beitrags: Re: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 02. April 2008, 15:40:41 PM 
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Zitat:
Wunderschön scharfe Neonlinien !!
Lothar
Zitat:
Das sind ja wahnsinnig scharfe Linien...toll....bin ganz neidisch.....
Hallo zusammen,

vielleicht täuscht das noch etwas: Das obige Spektrum ist nicht eine Einzelaufnahme, sondern ein Mosaik. Die Bandbreite pro Aufnahme liegt bei knapp 20 nm. Wenn die Aufnahmen derart gestaucht werden, erscheinen die Linien halt so scharf.
Ein etwas objektiveres Bild erhält man vom angehängten Spektrum: Eine einzelne Aufnahme, die ich gerade kalibriert habe. Ich habe den 240µm-Spalt verwendet, die Auflösung sollte nach simspec 0.747 Å betragen. Messung an den Neon-Linien ergab eine Auflösung von (0.731 +/- 0.013) Å.
Hmm, doch, ok, die Linien sind ziemlich scharf. ;-)

Beste Grüsse,

Peter


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BeitragVerfasst: 02. April 2008, 16:23:46 PM 
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Hallo zusammen!

Ich möchte nur die Nomenklatura klären, damit keine Mißverständnisse entstehen. Die Definition einer "scharfen" Linie ist die Erfüllung von Nyquist, also die Abdeckung der Halbwertsbreite durch mind. zwei Pixel. Daher kann die Linie aussehen, wie sie will und auch sehr breit sein. Wenn Ihre FWHM von zwei Pixel abgedeckt wird, kann man sie zwar "scharf" nennen, doch dieser Begriff führt leicht in die Irre.

Gruss, Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: Erste Tests am Spektrograph
BeitragVerfasst: 02. April 2008, 17:26:03 PM 
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Zitat:
Wenn die Aufnahmen derart gestaucht werden, erscheinen die Linien halt so scharf.
Ein etwas objektiveres Bild erhält man vom angehängten Spektrum: Eine einzelne Aufnahme, die ich gerade kalibriert habe. Ich habe den 240µm-Spalt verwendet, die Auflösung sollte nach simspec 0.747 Å betragen. Messung an den Neon-Linien ergab eine Auflösung von (0.731 +/- 0.013) Å.
Hi Peter,

für mich sieht das so aus, als hätten die Linien ein "Kastenprofil", also oben flach. Kannst du einige bisschen mehr herausvergrößern?
Evtl. wird dein Spalt schon mit "scharfem" Rand abgebildet. Dann ist dein Auflösungsvermögen bei 240 um Spaltbreite bereits durch die Spaltbreite definiert und die optischen Fehler (unscharfer Rand der Spaltabbildung) treten in den Hintergrund.

Lieber Gruß
lothar


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BeitragVerfasst: 03. April 2008, 08:34:21 AM 
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Hallo Lothar,

ich sehe dieses "Kastenprofil" gar nicht. Was meinst Du genau?

Und was genau meinst Du mit "Evtl. wird dein Spalt schon mit "scharfem" Rand abgebildet"? Ich meine, wenn Du mit Spalt arbeitest und Nyquist erfüllst, dann ist die Faltung von Spalt und Pixel genau genommen eine Dreiecksfunktion (die Beugungsmuster der Optiken unzulässig vernachlässigt).



Grafisch habe ich das im angehängten Bild erläutert. Dabei sei der grüne Kasten die Spaltfunktion und der blaue Kasten die Pixelfunktion (bei Beugungsfunktionen gilt das analog). Der Funktionswert von an der Stelle gibt an, wie stark der um zurückliegende Wert der gewichteten Funktion, also , in den Wert des Integrals an der Stelle eingeht.

Was soll dann ein "scharfer" Spalt sein? Mit der CCD "siehts" Du den Spalt nicht sondern nur die Faltung.

Gruss, Thomas

PS: Eine Faltung beschreibt einen Operator, der für zwei Funktionen und eine dritte Funktion liefert.


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BeitragVerfasst: 03. April 2008, 09:32:06 AM 
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Zitat:
Was soll dann ein "scharfer" Spalt sein? Mit der CCD "siehts" Du den Spalt nicht sondern nur die Faltung.
Guten Morgen Thomas,

du hast mit deinen Ausführung natürlich recht und ich bin mir über diese Zusammenhänge auch bewußt.

Ich meinte folgendes:
Der Spektrograph hat ein eigenes Apparateprofil, das eine bestimmte FWHM hat. Ein Spalt mit der Breite b << FWHM wird mit dem Apparateprofil so gefaltet, dass er praktisch genau dem Apparateprofil entspricht (Gaußkurve mit FWHM). Verbreitere ich den Spalt auf beispielsweise 100 x FWHM (also b >> FWHM), wird das mit dem Apparateprofil gefaltete Spaltbild einer "Rechteckfunktion" nahe kommen, dessen beide Ränder in einer halben Gaußkurve auslaufen. Dieser "unscharfe Rand" macht in dem Beispiel aber nur 1 % der Spaltbild-Breite aus. Das meinte ich mit dem "Kastenprofil".
Aus der Betrachtung des Spektrums von Peter ergab sich für mich das Gefühl, dass bei ihm etwa b = 10 x FWHM realisiert ist, natürlich nur grob geschätzt.

Lieber Gruß
Lothar


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BeitragVerfasst: 03. April 2008, 09:57:57 AM 
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Ach so, jetzt kann ich Deine Gedanken nachvollziehen und der Vergleich zwischen Spaltweite b und FWHM der Optiken ist mir nun auch klar.

Ich wende aber ein, dass dieser Vergleich einer Faltung von b und FWHM entspricht und Du damit die Rechteckfunktion der CCD nicht berücksichtigst. Und diese Rechteckfunktion soll ja per Definitionem durch zwei Pixel, z.B. Funktion d erfüllt sein. Damit gilt dann aber d ~ FWHM (wie es auch sein sollte) und deren Faltung sollte die Optik dominieren (optimalerweise natürlich b ~ d ~ FWHM).

Ich hoffe, dass ich das alles richtig kombiniert habe doch diese "Ränder, die in einer Gaußkurve auslaufen" scheinen mir noch von zu wenig Pixel abgedeckt, um eine Aussage über deren Form nur nach "Augenmaß" zu machen. Ich meine aber wie Du, dass das "Gaußfüße" sein sollten.

Ich sehe bisher nur, dass in den Linienspitzen zwei Pixel sichtbar sind und die Linien dann ganz gut senkrecht (?) abfallen. Insofern sind sie natürlich "scharf". Peter hat seine Auflösung (ich vermute 2 Pixel-Auflösung) angegeben und ich denke, mehr kann man daraus nicht herauslesen.

Im Grunde haben wir also beide dasselbe Verständnis, wie mir scheint. Ich wollte an dieser Stelle nur genau klären, was wir hier sehen, weil man gern dazu neigt mehr zu interpretieren, als man sieht. In erster Linie "sehe" ich, dass Peter bisher keinen wesentlichen Fehler beim Design gemacht hat (außer, dass er mir das Gerät nicht schenkt).

Vielleicht machen wir zu dessen Einweihung mal einen kleinen Besuch in Form eines Workshops in seinem Institut.

Ciaoaoao, Thomas


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BeitragVerfasst: 03. April 2008, 10:19:12 AM 
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Hi Thomas,

kann alles unterschreiben, was du da sagst.

Ja und wir sollten aufpassen: Der Peter hat sein hübsches Neonlinienspektrum am 1. April geschickt. :roll:

Zur Verifizierung seiner Behauptungen ist dein letzter Satz ein geeigneter Vorschlag. :wink:

Mit karnevalistisch gewürzten Grüßen
Lothar


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BeitragVerfasst: 03. April 2008, 17:06:04 PM 
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Hallo zusammen,

danke für eure Hinweise und Erklärungen.
Zitat:
Die Definition einer "scharfen" Linie ist die Erfüllung von Nyquist, also die Abdeckung der Halbwertsbreite durch mind. zwei Pixel.
Ah, ok. Nyquist ist erfüllt, beim 240 µm - Spalt habe ich sogar ca. 6 oder 7-faches Oversampling... :?
Zitat:
für mich sieht das so aus, als hätten die Linien ein "Kastenprofil", also oben flach. Kannst du einige bisschen mehr herausvergrößern?
Im Anhang ein vergrösserter Bildausschnitt einer Linie. Das mit dem Kastenprofil trifft wohl zu.
Zitat:
Der Funktionswert von an der Stelle gibt an, wie stark der um zurückliegende Wert der gewichteten Funktion, also , in den Wert des Integrals an der Stelle eingeht.
Juhui, endlich jemand, der meine LaTeX-Erweiterung verwendet. :-D
Da ist aber noch etwas verdreht... ;-) Nach deiner Schreibweise muss man als Gewichtung von verstehen.
Zitat:
Peter hat seine Auflösung (ich vermute 2 Pixel-Auflösung) angegeben und ich denke, mehr kann man daraus nicht herauslesen.
Ich habe ein paar Linienprofile mit einer Gaussfunktion gefittet und deren FWHM als Auflösung angegeben. Da meine Linien nicht Gauss-Profile aufweisen, ist das vielleicht nicht ganz sauber..? :roll:
Zitat:
Vielleicht machen wir zu dessen Einweihung mal einen kleinen Besuch in Form eines Workshops in seinem Institut.
Aha, schon der zweite mit einer solchen Bemerkung... ;-) Ich muss euch wohl wirklich mal einladen.
Zitat:
Ja und wir sollten aufpassen: Der Peter hat sein hübsches Neonlinienspektrum am 1. April geschickt. :roll:
Oh, keine Angst, ich bin extrem humorlos und mache niemals Scherze. ;-)

Ich habe noch eine Frage zum angehängten Bild: Man kann eine leichte Asymmetrie des Linienprofils feststellen. Ich muss festhalten, dass der Spektrograph noch völlig unzureichend justiert war, vielleicht resultiert der Fehler daraus.
Der Spalt ist, um eine Spaltbetrachtung zu ermöglichen, etwas schräg gestellt. Dies sollte keinen Einfluss auf das Linienprofil haben, oder doch? Welche Erfahrungen machen die LHIRES-Benutzer in dieser Hinsicht?

Besten Dank und freundliche Grüsse,

Peter


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BeitragVerfasst: 03. April 2008, 17:20:41 PM 
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Zitat:
Oh, keine Angst, ich bin extrem humorlos und mache niemals Scherze. ;-)
Das schaffen wir schon noch, dir einen Scherz zu entlocken !
Zitat:
Ich habe noch eine Frage zum angehängten Bild: Man kann eine leichte Asymmetrie des Linienprofils feststellen. Ich muss festhalten, dass der Spektrograph noch völlig unzureichend justiert war, vielleicht resultiert der Fehler daraus.
Der Spalt ist, um eine Spaltbetrachtung zu ermöglichen, etwas schräg gestellt. Dies sollte keinen Einfluss auf das Linienprofil haben, oder doch? Welche Erfahrungen machen die LHIRES-Benutzer in dieser Hinsicht?
Das Schrägstellen hat -meine ich- schon einen Einfluss auf die Symmetrie der Linie. Ich hatte solche Asymmetrien bei meinem und bei Bertholds Lhires gesehen. Außerdem habe ich den Spalt am meinen Lhires drehbar gemacht, ich kann seine Neigung verstellen (dachte mal, das wäre nötig für die Justierung). Bei größerer Neigung werden die Linien stark asymmetrisch, was ja auch verständlich ist. Immerhin werden dadurch die Spaltschneiden aus dem Fokus gedreht und werden unscharf abgebildet.

Lieber Gruß
Lothar


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BeitragVerfasst: 03. April 2008, 17:51:58 PM 
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Hallo Lothar,

vielen Dank für diesen Hinweis! Ich muss das in dem Fall einmal noch genauer untersuchen.

Hat der Effekt negative Auswirkungen auf die Messresultate?

Beste Grüsse,

Peter


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BeitragVerfasst: 04. April 2008, 08:46:03 AM 
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Hallo Peter,
Zitat:
Ich habe ein paar Linienprofile mit einer Gaussfunktion gefittet und deren FWHM als Auflösung angegeben. Da meine Linien nicht Gauss-Profile aufweisen, ist das vielleicht nicht ganz sauber..?
Doch, das ist ok. Das kann ja auch nicht gehen. Wenn Du nur 2 Pixel auf der Linie hast, kannst Du Gauß nur vermuten oder schlüssig beweisen. "Sehen" kannst Du das aber nicht. Und bei echten Beobachtungen sind das ja auch i.d.R. Voigt-Profile (Absorption) oder irgendwas anderes wegen Elektronenstreuung oder Rekombination (Emission). Ein Gauß-Fit ist aber eine gute Näherung.
Zitat:
Hat der Effekt negative Auswirkungen auf die Messresultate?
Nein! Ob das blaue oder rote Pixel ein etwas stärkeres Signal abgibt, kann gemäß Nyquist nicht relevant sein. Die Auflösung wird von beiden Pixeln zusammen bestimmt. Ich würde aber trotzdem mal nachsehen, ob Du was findest.

Gruß, Thomas


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BeitragVerfasst: 04. April 2008, 15:02:29 PM 
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Hallo Thomas
Zitat:
Doch, das ist ok. Das kann ja auch nicht gehen. Wenn Du nur 2 Pixel auf der Linie hast, kannst Du Gauß nur vermuten oder schlüssig beweisen. "Sehen" kannst Du das aber nicht. Und bei echten Beobachtungen sind das ja auch i.d.R. Voigt-Profile (Absorption) oder irgendwas anderes wegen Elektronenstreuung oder Rekombination (Emission). Ein Gauß-Fit ist aber eine gute Näherung.
Ich habe mich nur gefragt, ob es in diesem Fall überhaupt Sinn mach, die FWHM der Linie über einen Gauss-Fit des ganzen Linienprofils zu bestimmen.
Zitat:
Nein! Ob das blaue oder rote Pixel ein etwas stärkeres Signal abgibt, kann gemäß Nyquist nicht relevant sein. Die Auflösung wird von beiden Pixeln zusammen bestimmt.
Gut, dann bin ich beruhigt. Ich werde den Effekt sicher noch unter die Lupe (oder ähnliches ;-) ) nehmen.

Beste Grüsse,

Peter


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BeitragVerfasst: 04. April 2008, 15:25:59 PM 
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Zitat:
Ich habe mich nur gefragt, ob es in diesem Fall überhaupt Sinn mach, die FWHM der Linie über einen Gauss-Fit des ganzen Linienprofils zu bestimmen.
Ja, das frage ich mich auch. Wenn das Bildverarbeitungsprogramm einen Gauß fittet, stehen ihm bei optimaler 2-Pixel-Auflösung nur diese beiden pixel als Stützstellen zur Verfügung. Ich weiß schlicht nicht mehr, wie ich das früher an der Uni gemacht habe. Otmar, was sagst Du dazu?


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