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gamma Cas
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Seite 1 von 1

Autor:  Ernst Pollmann [ 08. März 2009, 15:30:51 PM ]
Betreff des Beitrags:  gamma Cas

"Otmar Stahl" schrieb:

Hallo Ernst,

...Da Du allerdings spaltlos arbeitest (das ist dodhc so?)

....seit etwa Dezember 2007 arbeite ich mit einem 35µ-Spalt.
Ernst

Autor:  Otmar Stahl [ 08. März 2009, 16:26:48 PM ]
Betreff des Beitrags:  gamma Cas

Hallo Ernst,

Ernst Pollmann schrieb:
Zitat:
"Otmar Stahl" schrieb:

Hallo Ernst,

...Da Du allerdings spaltlos arbeitest (das ist doch so?)

....seit etwa Dezember 2007 arbeite ich mit einem 35µ-Spalt.
Schön. Dann könntest Du also im Prinzip "flat fields" aufnehmen. Nach
meinen Erfahrungen würde ich sagen, das lohnt sich auf jeden Fall -
schon alleine deshalb, weil das Kontinuum damit wesentlich einfacher zu
begradigen ist.
Zitat:
Ernst
Herzliche Grüße,
Otmar

Autor:  Ernst Pollmann [ 08. März 2009, 16:53:13 PM ]
Betreff des Beitrags:  gamma Cas

"Otmar Stahl" schrieb:

Solche Effekte könnten den Schwerpunkt der Linie mit der Bahnperiode verschieben und
damit die RV-Kurve verfälschen. Die meisten Effekte ändern das
Linienprofil, könnten also durch eine Untersuchung des Linienprofils als
Funktion der Phase untersucht werden.

...hallo Otmar,
wenn ich P. Harmanec et al. (in A&A, 364, L85-L88,2000) richtig verstehe, ist das der Grund, weshalb er seine Halpha-RV-Messungen in den steilen Flanken der Emission durchgeführt hat und deshalb die erhaltenen Ergebnisse den Schluss zulassen, dass die RV-Änderungen die orbitale Bewegung reflektieren.



"Roland Bücke" schrieb:
ob sich das V/R der Peaks evtl. mit der Phase der RV-Periode ändert, wäre sicher interessant. Mit Hilfe der vielen Aufnahmen von Ernst müsste sich dies untersuchen lassen.

...hallo Roland,
wie Anataoly in seiner Arbeit von Nov./2002 zeigte, korreliert (wenn überhaupt) die Halpha-RV mit V/R von HeI schwach.
V/R von Halpha reflektiert dagegen die Bewegungen (von Dichteunterschieden) in den äussersten Scheibenbereichen wobei der Geschwindigkeitsunterschied von V zu R so klein ist, dass er kaum mit R~14000 (mein Spektrograph) in der wünschenswerten Genauigkeit vermessen werden kann. Ausserdem schreibt Anatoly in seiner Arbeit:

-----------------------------------------------------------------
Another possible source of the uncertainties in the RVmean measurements is the intensity region used to match the original and mirrored profiles. As seen in Figure 1, the top part of the Ha profiles is dominated by an asymmetric single peak and therefore cannot be used to measure RV . Furthermore, during the period of both our and H2000’s observations, the Ha line ntensity was decreasing. This may change the potential working region and perhaps make it time dependent. H2000 did explicitly mention their working intensity region, and they showed only an example of a 1993 profile, where the region between ~1.8 and ~3.3 in continuum units (Ic ) was used. Finally, additional undiscovered processes might affect the profile dynamics.
H2000 = P. Harmanec et al. (in A&A, 364, L85-L88,2000)
-----------------------------------------------------------------

Beste Grüße,
Ernst

Autor:  Otmar Stahl [ 08. März 2009, 16:55:28 PM ]
Betreff des Beitrags:  gamma Cas

Hallo Roland,

Roland Bücke schrieb:
Zitat:
Die obere Aufnahme ist eine Rohaufnahme. Meine Spektren haben also eine
recht starke Welligkeit, die durch die Apparatefunktion insgesamt entsteht.
Das ist ein wichtiger Punkt. Mit einem Flat-field kann man nicht nur die
pixel-zu-pixel Variationen entfernen, sondern auch Wellen in der
Apparatefunktion eliminieren. Daher sind Flat-fields für quantitatives
Arbeiten unbedingt zu empfehlen.
Zitat:
Allerdings habe ich es mit meinem Lichtleiter vergleichsweise einfach,
qualitativ hochwertige Flats aufzunehmen, da ich einfach im gleichen
Öffnungsverhältnis wie das Teleskop mit einer Halogenlampe in die Faser
hineinleuchte.
In der Tat hat man mit einer Faser viele nicht zu unterschätzende
Vorteile. Insgesamt wiegt das eventuell den etwas höheren Lichtverlust aus.

Herzliche Grüße,
Otmar

Autor:  Roland Bücke [ 08. März 2009, 18:05:28 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Otmar und Ernst,

was ich noch ergänzen möchte, weil es evtl. für die Beurteilung der VR-Messungen relevant ist.
Anatholy bestimmt die RV im linearen Flügelbereich durch Spiegelung um die Laborwellenlänge und Verschiebung des Spiegels über das Original bis zur besten Übereinstimmung - die Dopplerverschiebung ist dann der halbe Betrag der Verschiebung
Dies habe ich mit meinen Werten auch schon mal vergleichend gemacht. Es kommen im Rahmen der Messgenauigkeit faktisch identische Werte heraus. Daraus schlussfolgere ich, dass die Profiländerungen des zentralen Linienbereichs kaum eine Auswirkung auf die RV haben und dass sich die Linie als Ganzes verschiebt.

Gruß
Roland

Dateianhänge:
gamma Cas, Miros.jpg
gamma Cas, Miros.jpg [ 20.1 KiB | 15332 mal betrachtet ]

Autor:  Ernst Pollmann [ 08. März 2009, 19:29:30 PM ]
Betreff des Beitrags:  gamma Cas

"Roland Bücke" schrieb:
Zitat:
was ich noch ergänzen möchte, weil es evtl. für die Beurteilung der VR-Messungen relevant ist.
Anatholy bestimmt die RV im linearen Flügelbereich durch Spiegelung um die Laborwellenlänge und Verschiebung des Spiegels über das Original bis zur besten Übereinstimmung - die Dopplerverschiebung ist dann der halbe Betrag der Verschiebung
Dies habe ich mit meinen Werten auch schon mal vergleichend gemacht. Es kommen im Rahmen der Messgenauigkeit faktisch identische Werte heraus. Daraus schlussfolgere ich, dass die Profiländerungen des zentralen Linienbereichs kaum eine Auswirkung auf die RV haben und dass sich die Linie als Ganzes verschiebt.

... verzeih, Roland, ich erinnere mich dessen, hatte es jedoch zwischenzeitlich vergessen.
Ernst

Autor:  Ernst Pollmann [ 09. März 2009, 09:15:19 AM ]
Betreff des Beitrags:  gamma Cas

"Roland Bücke" schrieb:


ob sich das V/R der Peaks evtl. mit der Phase der RV-Periode ändert, wäre sicher interessant. Mit Hilfe der vielen Aufnahmen von Ernst müsste sich dies untersuchen lassen.



... hallo Roland,
indem du bereits den lanperiodischen Trend/Term entfernt hast, ist vermutlich der ebenfalls langperiodische Term zyklischer V/R-Variationen in der Halpha-Emission beseitigt.
So jedenfalls umschreibt P. Harmanec den V/R-Einfluss auf die RV-Periode von 204 d.

Beste Grüße,
Ernst

Autor:  Roland Bücke [ 09. März 2009, 10:09:48 AM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Ernst,

aber es wäre doch sicher sinnvoll diesen vermuteten Zusammenhang auch einmal konkret nachzuweisen. Es könnte ja auch etwas anderes hinter diesem langperiodischen Trend stecken?

Herzliche Grüße
Roland

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