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Otmar, was kann man da machen ?
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Seite 1 von 1

Autor:  Udo Zlender [ 28. November 2009, 18:33:17 PM ]
Betreff des Beitrags:  Otmar, was kann man da machen ?

Hallo Otmar,

wie das Bild unten zeigt, leidet ihr auch unter dem Problem (FEROS). Entlang einer Ordnung gibt es viele Intesitätsmaxima und minima, die in der oberen Graphik ein unschönes, welliges Kontinuum erzeugen. Eine Drehung des abtastenden Pixelrasters schafft das Problem nicht aus der Welt, sondern verändert nur die Anzahle der Schwingungen in den verschiedenen Ordnungen. Die Halbwertsbreite quer zur Dispersionsrichtung beträgt 6 Pixel.

Gibt es eine Trick, der die Situation verbessert?

Gruß,
Udo

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Autor:  Lothar Schanne [ 29. November 2009, 10:52:49 AM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Udo,

ich habe ja nur wenig Ahnung von den optischen Eigenschaften von LWL. Deshalb kann ich keinen Tipp geben, höchstens einen Verdacht äußern:
Verändert sich dieses Muster, wenn der LWL anders gebogen wird?

Herzlicher Gruß
Lo

Autor:  Udo Zlender [ 29. November 2009, 11:52:48 AM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Lothar,

nein, es hat was mit der Abtastung zu tun. Das angehängte Bild zeigt das Muster dramatisch. Es verändert sich mit jeder Verkleinerung bzw. Vergrößerung, weil es neu gesampled wird.

Gruß,
Udo

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Autor:  Berthold Stober [ 29. November 2009, 12:06:46 PM ]
Betreff des Beitrags:  Otmar, was kann man da machen ?

Das hat was damit zu tun: Die Ordnungen stehen nicht alle genau (!) parallel zu dem Pixelreihen! Bei den blauen Ordnungen sieht man das Phänomen auf den vorgelegten Aufnahmen nicht!

cheers
berthold
Zitat:
----- Original Message -----
From: Udo Zlender
To: fg-spek-data@fg-vds.de (fg-spek-data@fg-vds.de)
Sent: Sunday, November 29, 2009 10:52 AM
Subject: [fg-spek] Re: Otmar, was kann man da machen ?


Hallo Lothar,

nein, es hat was mit der Abtastung zu tun. Das angehängte Bild zeigt das Muster dramatisch. Es verändert sich mit jeder Verkleinerung bzw. Vergrößerung, weil es neu gesampled wird.

Gruß,
Udo




Autor:  Udo Zlender [ 29. November 2009, 12:46:50 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Eben. So sollte es sein, alles läuft schön parallel zu den Pixelzeilen. So macht ihr es. Beim Echelle geht das leider nicht.

Gruß,
Udo

Autor:  Berthold Stober [ 29. November 2009, 14:24:11 PM ]
Betreff des Beitrags:  Otmar, was kann man da machen ?

Eija, aber dann weißt Du zumindest die Ursache, ich hatte geglaubt, du wüßtest das vielleicht nicht , woher das kommt...entschuldige bitte.

Gruß

Berthold
Zitat:
----- Original Message -----
From: Udo Zlender (
To: fg-spek-data@fg-vds.de (fg-spek-data@fg-vds.de)
Sent: Sunday, November 29, 2009 11:46 AM
Subject: [fg-spek] Re: Otmar, was kann man da machen ?


Eben. So sollte es sein, alles läuft schön parallel zu den Pixelzeilen. So macht ihr es. Beim Echelle geht das leider nicht.

Gruß,
Udo




Autor:  Norbert Reinecke [ 29. November 2009, 14:35:23 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Udo,
meine Vermutung: Im roten und grünen Bereich fokussiert die Kameraoptik gut, im blauen Bereich schlechter. Je nach Einstellung der Kamera kann sich das natürlich Verschieben.
Wo gut fokussiert ist, da erzeugt bei gekrümmten Spektralfäden jeder Zeilenwechsel ein mehr oder weniger ausgeprägtes Minimum, da sich der Lichtfluß dort auf die "hinzukommende" Zeile und die bisherigen Zeilen verteilen muß. Im blauen Bereich ist schlecht fokussiert und somit besteht "Oversampling" , also ist der %-Anteil der hinzu kommenden Zeile viel kleiner, mit der Folge, dass die Amplitude der Schwebung viel kleiner ist.
Folglich wäre m.E. die einzige Lösung bei gekrümmten Spektralfäden ein deutliches Oversampeln über den gesamten Bildbereich zu erzwingen. Heißt also: kleinere Pixel bei gegebener Kameraoptik und Inkaufnahme eines entsprechend kleineren S/N.
Gruß,
Norbert

Autor:  Dieter Goretzki [ 29. November 2009, 14:38:40 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo zusammen,

ich habe vor einiger Zeit mal mit einer Monomoden-Faser (9 µm) experimentiert. Der Ausgang der Faser war praktisch der Spalt.
Anbei ein Spektrum, so bei ca. 520 nm. Sieht fast so aus wie bei Udo.

Ich habe das damals auf die Interferenzen geschoben und nicht weiter verfolgt.

Viele Grüße
Dieter

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Autor:  Otmar Stahl [ 29. November 2009, 17:44:51 PM ]
Betreff des Beitrags:  Otmar, was kann man da machen ?

Hallo Udo,

Udo Zlender schrieb:
Zitat:
Hallo Otmar,

wie das Bild unten zeigt, leidet ihr auch unter dem Problem (FEROS).
Entlang einer Ordnung gibt es viele Intesitätsmaxima und minima, die in
der oberen Graphik ein unschönes, welliges Kontinuum erzeugen. Eine
Drehung des abtastenden Pixelrasters schafft das Problem nicht aus der
Welt, sondern verändert nur die Anzahle der Schwingungen in den
verschiedenen Ordnungen. Die Halbwertsbreite quer zur
Dispersionsrichtung beträgt 6 Pixel.
Das ist nur im Roten, oder? Das sieht für mich nach Interferenzen
(fringes) aus.
Zitat:
Gibt es eine Trick, der die Situation verbessert?
Dagegen hilt ein Flat-field.
Zitat:
Gruß,
Udo
Gerzliche Grüße,
Otmar

Autor:  Robin Leadbeater [ 29. November 2009, 18:13:48 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Otmar, was kann man da machen ?

Zitat:
Hallo Otmar,

wie das Bild unten zeigt, leidet ihr auch unter dem Problem (FEROS). Entlang einer Ordnung gibt es viele Intesitätsmaxima und minima, die in der oberen Graphik ein unschönes, welliges Kontinuum erzeugen. Eine Drehung des abtastenden Pixelrasters schafft das Problem nicht aus der Welt, sondern verändert nur die Anzahle der Schwingungen in den verschiedenen Ordnungen. Die Halbwertsbreite quer zur Dispersionsrichtung beträgt 6 Pixel.

Gibt es eine Trick, der die Situation verbessert?

Gruß,
Udo
Hello Udo,

The wave problem with slanted spectra due to uneven pixel illumination is much worse with a colour camera compared with a monochrome camera because of the different colour pixels. As you are using a fully illuminated fibre, a flat field should cure it. (Note a flat does not cure this defect with a slit spectrograph as the flat lamp illuminates the full length of the slit but the star only illuminates a small part of it)

Cheers
Robin

Autor:  Otmar Stahl [ 29. November 2009, 18:21:21 PM ]
Betreff des Beitrags:  Otmar, was kann man da machen ?

Robin Leadbeater schrieb:
Zitat:
*Udo Zlender wrote:*
Hallo Otmar,

wie das Bild unten zeigt, leidet ihr auch unter dem Problem (FEROS).
Entlang einer Ordnung gibt es viele Intesitätsmaxima und minima, die in
der oberen Graphik ein unschönes, welliges Kontinuum erzeugen. Eine
Drehung des abtastenden Pixelrasters schafft das Problem nicht aus der
Welt, sondern verändert nur die Anzahle der Schwingungen in den
verschiedenen Ordnungen. Die Halbwertsbreite quer zur
Dispersionsrichtung beträgt 6 Pixel.

Gibt es eine Trick, der die Situation verbessert?

Gruß,
Udo



Hello Udo,

The wave problem with slanted spectra due to uneven pixel illumination
is much worse with a colour camera compared with a monochrome camera
because of the different colour pixels. As you are using a fully
illuminated fibre, a flat field should cure it. (Note a flat does not
cure this defect with a slit spectrograph as the flat lamp illuminates
the full length of the slit but the star only illuminates a small part
of it)
In the case of Feros, we use no color camera, and the problem is due to
fringes, not the slanted spectra. This is obvious in this case, since
the waves are only seen in the red spectral region, where the detector
starts to become transparent. Flat-fielding helps also in this case,
however.
Zitat:
Cheers
Robin
Best regards,
Otmar

Autor:  Dieter Goretzki [ 29. November 2009, 19:43:42 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Zitat:
Dagegen hilt ein Flat-field.
Nein, hilft nicht (zumindest bei mir nicht).
Die Interferenzen sind weder zeit- noch ortsstabil.
Dagegen hilft nur ein keilförmiges "wedge-shaped" Frontfenster vor dem CCD-Chip.
Vielleicht kennt jemand einen CCD-Hersteller, der so etwas hat.

Dieter

Autor:  Norbert Reinecke [ 29. November 2009, 22:56:11 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Leute,
die Argumente pro Interferenzen können ja zutreffen...was ist aber zu meiner Vermutung von oben zu sagen? Die typischen Schwebungen, die immer dann auftreten, wenn ein konventioneller Spektralfaden leicht verdreht gegen die Pixelzeilen aufgenommen wird, müssen doch bei den gekrümmten Fäden ebenso zwangsläufig auftreten...geht doch gar nicht anders!
Wo sind die denn dann geblieben, wenn die Erklärung durch Interferenzen zutrifft??
Bin hier leider ein wenig verbissen, bis mir einer diese Nachfrage wegerklärt ;-))
Gruß,
Norbert

Autor:  Otmar Stahl [ 30. November 2009, 10:24:59 AM ]
Betreff des Beitrags:  Otmar, was kann man da machen ?

Hallo Norbert,

Norbert Reinecke wrote:
Zitat:
Hallo Leute,
die Argumente pro Interferenzen können ja zutreffen...was ist aber zu
meiner Vermutung von oben zu sagen? Die typischen Schwebungen, die immer
dann auftreten, wenn ein konventioneller Spektralfaden leicht verdreht
gegen die Pixelzeilen aufgenommen wird, müssen doch bei den gekrümmten
Fäden ebenso zwangsläufig auftreten...geht doch gar nicht anders!
Wo sind die denn dann geblieben, wenn die Erklärung durch Interferenzen
zutrifft??
Wenn Du über genügend Zeilen aufsummierst, d.h. keinen Fluss verlierst,
dann verschwindet dieser Effekt. Der Effekt tritt nur auf, wenn der
Extraktionsspalt zu schmal gewählt wird, weil dann periodisch ein Teil
des Flusses nicht erfasst wird. Im integrierten Fluss gibt es keinen Effekt.

Herzliche Grüße,
Otmar

Autor:  Otmar Stahl [ 30. November 2009, 10:29:55 AM ]
Betreff des Beitrags:  Otmar, was kann man da machen ?

Hallo Dieter,

Dieter Goretzki wrote:
Zitat:
*Zitat:*

Dagegen hilt ein Flat-field.



Nein, hilft nicht (zumindest bei mir nicht).
Bei Feros hilft es :-)
Zitat:
Die Interferenzen sind weder zeit- noch ortsstabil.
Ich meinte die klassischen Interferenzen, die bei dünnen CCDs im roten
Spektralbereich auftreten. Sie entstehen dadurch, dass das CCD
halbdurchlässig ist, und die Rückseite einen Teil des Lichts
reflektiert. Diese Interferenzen sind stabil und lassen sich mit guten
Flat-fields entfernen, zumindest zum größten Teil.
Zitat:
Dagegen hilft nur ein keilförmiges "wedge-shaped" Frontfenster vor dem
CCD-Chip.
Du sprichst von anderen Interferenzen als ich.

Herzliche Grüße,
Otmar

Autor:  Udo Zlender [ 30. November 2009, 13:43:40 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo zusammen,

war gestern den ganzen Tag nicht da, weshalb ich erst jetzt antworte.

Norbert trifft es meiner Meinung nach fast. Bei mir sind die Ordnungen aber alle ziemlich gleich schmal., auch im Blauen :D .

Ich glaube aber, daß das Problem daher rührt, zu schmal. Wenn man es möglichst perfekt machen will :( trifft man auf neue Probleme.

Robin. Yes I used a color camera. That worsens the problems.

Die Zahl der Knoten entspricht doch der Zahl der geschnittenen Pixelzeilen (kann man auch im angehängten Bild sehen. Habe es in Y-Richtung 3x gestreckt, bitte anklicken, damit der zusätzlichen Artefakte weggehen). Wenn also die Zeilen und der Spektralfaden parallel verlaufen gibt es kein Problem. Ein kleines bischen schräg und es gibt eine Sprung. Der fällt aber nicht weiter auf. Erst wenn eine Regelmäßigkeit da hinein kommt, so wie im Roten (Sinuslinie mit 5 oder mehr Schwingungen, dann erst bemerkt man es und es nervt.

Wenn man sich im Bild der Querverlauf des Fadens ansieht, erkennt man das es da, wo ein deutliches Maximum zu sehen ist, da sind dann 5 Pixel im Spiel und der Querverlauf ist etwa gaussförmig. Dazwischen geht es auf 3 Pixel runter und der Querschnitt wird kastenförmig, da die beiden äußeren Pixel an helligkeit zulegen und das mittlere abnimmt.

Was kann man tun ????

Otmar, das mit dem Flatfield hat glaub ich hier nichts gebracht. Die blinkende Graphik zeigt einmal eine normalisierte Ordnung ohne und einmal mit Flat. (Ich erkenne kaum eine Unterschied ???)


Danke für die vielen Antworten,
Udo

Dateianhänge:
ha-seil3.jpg
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Autor:  Otmar Stahl [ 30. November 2009, 14:18:27 PM ]
Betreff des Beitrags:  Otmar, was kann man da machen ?

Hallo Udo,

Udo Zlender wrote:
Zitat:
Die Zahl der Knoten entspricht doch der Zahl der geschnittenen
Pixelzeilen (kann man auch im angehängten Bild sehen. Habe es in
Y-Richtung 3x gestreckt, bitte anklicken, damit der zusätzlichen
Artefakte weggehen). Wenn also die Zeilen und der Spektralfaden parallel
verlaufen gibt es kein Problem. Ein kleines bischen schräg und es gibt
eine Sprung. Der fällt aber nicht weiter auf. Erst wenn eine
Regelmäßigkeit da hinein kommt, so wie im Roten (Sinuslinie mit 5 oder
mehr Schwingungen, dann erst bemerkt man es und es nervt.

Wenn man sich im Bild der Querverlauf des Fadens ansieht, erkennt man
das es da, wo ein deutliches Maximum zu sehen ist, da sind dann 5 Pixel
im Spiel und der Querverlauf ist etwa gaussförmig. Dazwischen geht es
auf 3 Pixel runter und der Querschnitt wird kastenförmig, da die beiden
äußeren Pixel an helligkeit zulegen und das mittlere abnimmt.

Was kann man tun ????
Normalerweise musst Du eigentlich nur den Extraktionsspalt lang genug
machen, so dass Du immer den ganzen Fluss erfasst. Dann sollte der
Effekt verschwinden, denn das unterschiedliche Sampling ändert ja nicht
den Gesamtfluss, er wird nur anders auf die Pixel verteilt.

Mit einem Farb-CCD bin ich mir da aber nicht so sicher. Durch die
Interpolation weiß man da nicht so genau, was passiert. Das könnte ich
mir als Ursache gut vorstellen. Das Bild ha-seil3.jpg sieht ja schon
sehr merkwürdig aus und ist voller Artefakte.
Zitat:
Otmar, das mit dem Flatfield hat glaub ich hier nichts gebracht. Die
blinkende Graphik zeigt einmal eine normalisierte Ordnung ohne und
einmal mit Flat. (Ich erkenne kaum eine Unterschied ???)
Das mit dem Flat-Field war auf Feros bezogen. Dort sind die Ursache
definitiv Interferenzen.
Zitat:
Danke für die vielen Antworten,
Udo
Herzliche Grüße,
Otmar

Autor:  Robin Leadbeater [ 30. November 2009, 16:16:26 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Otmar, was kann man da machen ?

Zitat:
Wenn Du über genügend Zeilen aufsummierst, d.h. keinen Fluss verlierst,
dann verschwindet dieser Effekt. Der Effekt tritt nur auf, wenn der
Extraktionsspalt zu schmal gewählt wird, weil dann periodisch ein Teil
des Flusses nicht erfasst wird. Im integrierten Fluss gibt es keinen Effekt.

Herzliche Grüße,
Otmar
Hello Norbert, Otmar,

I also sometimes see the problem in slanted spectra even with the integration limits set wide and a monochrome CCD. I think it could be because of microlenses on the CCD and gaps between the pixels. The only solutions I have found are to cover more pixels by making the spectrum wider (which reduces S/N) or make sure the spectrum is exactly horizontal.

I also have the interference fringes problem sometimes. A flat works well if you can get a good flat which matches what the spectrograph sees in starlight but I do not always get a good match (The fringes vary in intensity across the field and this is not always the same in the flat and the spectrum for some reason)

Robin

Autor:  Otmar Stahl [ 30. November 2009, 16:33:24 PM ]
Betreff des Beitrags:  Otmar, was kann man da machen ?

Hello Robin,

Robin Leadbeater wrote:
Zitat:
*Otmar Stahl wrote:*

Wenn Du über genügend Zeilen aufsummierst, d.h. keinen Fluss
verlierst, dann verschwindet dieser Effekt. Der Effekt tritt nur auf,
wenn der Extraktionsspalt zu schmal gewählt wird, weil dann
periodisch ein Teil des Flusses nicht erfasst wird. Im integrierten
Fluss gibt es keinen Effekt.
Zitat:
Hello Norbert, Otmar,

I also sometimes see the problem in slanted spectra even with the
integration limits set wide and a monochrome CCD. I think it could be
because of microlenses on the CCD and gaps between the pixels.
I agree, gaps certainly can be a problem. In this case you really lose
light - and a variable amount. I am not used to CCDs with micro-lenses
and gaps, therefore I did not think about this problem :-(
Zitat:
The only solutions I have found are to cover more pixels by making
the spectrum wider (which reduces S/N)
As long as you are limited by photon noise, a wider spectrum makes no
difference.
Zitat:
or make sure the spectrum is exactly horizontal.
This is the best you can do. Unfortunately, it is not an option for an
echelle spectrograph.
Zitat:
I also have the interference fringes problem sometimes. A flat works
well if you can get a good flat which matches what the spectrograph
sees in starlight but I do not always get a good match (The fringes
vary in intensity across the field and this is not always the same in
the flat and the spectrum for some reason)
Indeed, good flats are not easy to obtain. It helps a lot if you use a
fiber.
Zitat:
Robin
Best regards,
Otmar

Autor:  Udo Zlender [ 07. Dezember 2009, 14:45:40 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo,

Norbert hatte die Idee es mal mit einer fft2d zu versuchen und dort eventuell mit einem Bandpass die Strukturen wegzufiltern. Sieht aber auch nicht zielführend aus, oder?

Wer hat sonst noch Ideen oder Visionen?

Gruß,
Udo

Dateianhänge:
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Autor:  Lothar Schanne [ 07. Dezember 2009, 16:45:35 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Zitat:
Wer hat sonst noch Ideen oder Visionen?
Hallo Udo,

keine Visonen nur 'ne Frage:

Im zweiten Bild, sind die Streifen genau 1 pixel seitlich von einander entfernt. Wenn ja, wieso gibt es da in der Darstellung einen dunklen Zwischenraum? Die Pixel müssten sich doch "berühren". Oder kommt das von einer Art Beyermatrix?

Herzlicher Gruß
Lo

Autor:  Martin Dubs [ 07. Dezember 2009, 17:24:49 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Udo,
da Ihr Euch jetzt über die Ursache der Zebrastreifen geeinigt habe, kann ich vielleicht zur Lösung beitragen. Das Muster wird offensichtlich von der Bayermatrix verursacht. Im roten und blauen ist jeweils nur ein von 4 Pixel empfindlich. Im grünen ist der Effekt weniger stark, da auf jederZeile grüne Pixel sind. Wenn der Spektralfaden eine ungerade Pixelbreite hast, triffst Du mal ein Pixel mehr oder weniger. Das Aufsummieren des raw Bildes gibt also zwangsläufig ein schlechtes Resultat. Binning hilft da auch nicht viel. Vielmehr solltest Du das raw-Bild zuerst in ein Farbbild verwandeln (In IRIS oder Maxim mit dem Befehl Convert CFA, convert to color oder ähnlich. Damit werden fehlende Pixel interpoliert. Dies kannst Du anschliessend weiter verarbeiten oder in Schwarzweiss abspeichern (convert to b/w). Damit erhältst Du ein Bild gleicher Grösse, aber ohne Bayer-Muster.
Verwendung dieses Tricks ohne Gewähr, aber einen Versuch ist es sicher wert.
Ich kämpfe übrigens mit ähnlichen Problemen.

Gruss, Martin

Autor:  Lothar Schanne [ 07. Dezember 2009, 18:20:52 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo,

eigenartiges Geschäft mit diesen Bayermatrix-behafteten Detektoren.
Im beiliegenden link ist so eine Matrix dargestellt.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0808214902

Jetzt verstehe ich den Effekt. Wenn ein Ordnungsstreifen im Echellespektrum im Roten liegt, wird nur in jeder zweiten Zeile jeweils alle zwei Pixel belichtet, die Zwischen-Pixel bleiben (fast) "dunkel". Die beachbarten Zeilen (blau-grüne Abfolge) bleiben insgesamt dunkel, wie man ja auch in Udos vergößertem Bildausschnitt schön sieht.

Im Blauen analog.

Und dann sollen die fehlenden Pixel interpoliert werden. Also aus einem Pixel 4 machen (im Falle der roten und blauen Pixel)? Oder aus 4 jeweils eines? Was geschieht dabei mit der Statistik der Aufnahme (rauschen?).

Gruß
Lo

Autor:  Martin Dubs [ 07. Dezember 2009, 19:23:56 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Lothar,

Du bist nicht überzeugt. Nun, ich habe einen kleinen Test gemacht (mit Maxim, geht aber genauso mit IRIS:
Als Beispiel habe ich einen Ausschnitt aus einem TaAr HKL Spektrum aufgenommen und nach meiner Methode bearbeitet (Schlechtwetterprogramm). Ueberzeuge dich selbst.
Zum Rauschen: das Rauschen aller 3 Farbkanäle addiert sich. Dies kann durch Masken für die verschiedenen Spektralbereiche (im roten nur rote Pixel messen, etc.) reduziert werden. Einfacher ist in der Tat ein Monochrom CCD. Dies hier ist die arme Leute Methode.

Gruss, Martin

Dateianhänge:
Dateikommentar: Vergleich Bayer Matrix mit Bild nach Konversion debayer -> b&w
debayer TaAr.jpg
debayer TaAr.jpg [ 153.29 KiB | 10541 mal betrachtet ]

Autor:  Lothar Schanne [ 07. Dezember 2009, 21:04:56 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Martin,

ich verkenne nicht die praktischen und finanziellen Vorteile dieser Digitalkameras. Zumal man mit diesen Kameras auch den normalen Alltagsbedarf an Photos abdecken kann und astronomische CCD's doch so erst ab 2000 Euro aufwärts als Neuanschaffung zu haben sind.

Mir gefällt nicht, dass man im roten und blauen nur jeweils 1/4 der belichteten Fläche messtechnisch erfasst und wenn dann noch der nicht erfasste Zwischenbereich durch interpolierte Werte aufgefüllt wird, werden 3/4 der Fläche mit nicht gemessenen Werten bewertet.
Gut, solange keine Strukturen aufgelöst/gemessen werden, die kleiner als ein 4-Pixel-Quadrat (Superpixel) sind, können keine Artefakte (Strukturen) entstehen.

Vielleicht bin ich auch nur voreingenommen und innerlich blockiert. Wenn Udo mit der von dir vorgeschlagenen Methode die Schwebungen entfernen kann ist es ja gut.

Herzlicher Gruß
Lo

Autor:  Udo Zlender [ 07. Dezember 2009, 21:46:34 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo,

Lothar, wenn Du in der FFT schwarze Pixel entdeckst, so kommen die daher, das Midas aus dem 3400x2400 Bild eine 4096x4096 fft2d macht.

Martin,

aus den Resultaten früher durchgeführter Experimente, gab es das beste S/N wenn Darks, Flats ... als Raws summiert ... und angewendet werden, erst wenn alles fertig ist mache ich die Konversion zum Color und anschließend zum Mono-Bild. Allerdings hatte ich das Problem mit den Schwebungen nicht. Vielleicht geht es ja anders besser, vielleicht auch mit der Originalsoftware von Canon?

Lothar, der Vorteil der DSLRs ist beim Echelle der riesige Chip bei den paar Euronen. Wenn man mit den hier diskutierten Problemen fertig wird,
ist das wieder ein ziemlicher Schritt zu Volks-Echelle, denn Die Kamera wird da am heftigsten zuschlagen.


Gruß,
Udo

Autor:  Martin Dubs [ 08. Dezember 2009, 10:12:54 AM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Udo,

da bin ich ganz Deiner Meinung. Sowohl wegen Kosten als auch im Verarbeitungsweg. Also zuerst raw Bilder verarbeiten, dann Konvertieren in Farbbilder, stacken oder addieren, und am Schluss in Mono umwandeln. Die Canon Software habe ich allerdings nie verwendet, sondern nur IRIS und Maxim. Für beide kannst Du einen Batchprozess schreiben, der die Umwandlung automatisiert. Falls die Streifen nicht verschwinden, musst Du wohl die Faser in Spaltrichtung etwas bewegen während oder zwischen den Aufnahmen (künstliche Spaltverbreiterung) oder einen Imageslicer verwenden. Lothar könnte Dir da weiterhelfen.

Ein Spektrum sollte ich übrigens auch bald liefern können (aufgenommen mit Canon350, R um die 10000).

Gruss, Martin

Autor:  Lothar Schanne [ 08. Dezember 2009, 11:29:08 AM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Udo,

mir geht da was durch den Kopf:

Wenn die Ordnungen in Richtung der Pixelzeilen liegen (also die übliche Anordnung der Kamera), dann alternieren die Eigenschaften der Pixelzeilen. Zeile Nr. n hat beispielsweise ...blau-grün-blau-grün.... in Zeilenrichtung und n+1 hat dann ....grün-rot-grün-rot...
Dann bekommst du theoretisch diese Schwebungen für rote und blaue Ordnungen.

Wenn du jetzt die Ordnungen diagonal legst (die Kamera um 45° drehst, quadratische Pixel vorausgesetzt), dann alternieren die Pixelzeilen wie folgt:
Nr. n: ....grün-grün-grün...
Nr. n+1: ....blau-rot-blau-rot
weobei die Pixel"zeilen" sich auch noch in der der "Vertikalen" überlappen. Dann wären eigentlich alle Pixelzeilen "gleich".

Anhand der Abb. http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0808214902 kann man sich das schön verdeutlichen.

Vielleicht lässt sich mit der Diagonalstellung der Kamera die Situation verbessern? Schon mal probiert?

Herzlicher Gruß
Lo

Autor:  Udo Zlender [ 08. Dezember 2009, 12:37:35 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Martin, hallo Lothar,

selbst murmelnd habe ich die ganze Verarbeitung automatisiert, sogar die Verbindung Windows ... Midas :)
Das mit der bewegten Faser verstehe ich nicht so ganz. Man demoliert doch das S/N.

Ob der Lothar mir mit dem Imageslicer weiterhelfen kann weiß ich nicht, wäre aber interessant zu erfahren !?

In einer Gruppe, die sich vornehmlich mit Spektroskopie beschäftigt, mal ein Spektrum zu zeigen halte ich immer für eine gute Idee :wink:

Lothar,

ja, so was hatte ich auch schon im Ansatz ergrübelt, aber, wie Du später am Tag sehen wirst, ist das für mich jetzt nicht so ganz einfach.

Grüße,
Udo

Autor:  Lothar Schanne [ 08. Dezember 2009, 14:23:05 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Zitat:
Ob der Lothar mir mit dem Imageslicer weiterhelfen kann weiß ich nicht, wäre aber interessant zu erfahren !?
Hallo Udo,

wie soll ich dir da helfen? Ich habe keinen image sclicer noch habe ich mich mit den Bau eines solchen versucht. Und die Literatur dazu (Caos) kennst du auch. Mit Tomas B. habe ich einiges diskutiert. Er wollte mal an den Bau herangehen, aber so viel ich weiß, ist da bisher auch noch nichts Konkretes daraus geworden.

Herzlicher Gruß
Lo

Autor:  Robin Leadbeater [ 08. Dezember 2009, 20:41:10 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hello Udo,

My suggestion:

You could deliberately introduce astigmatism by defocussing in the vertical direction only (using a cylindical lens) Then you will always cover some pixels of the right colour. A flat correction should then work

Cheers
Robin

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