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Spektrograf an der Sternwarte Essen "aufgetaucht"
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Seite 1 von 1

Autor:  Rainer Borchmann [ 09. Dezember 2010, 14:48:05 PM ]
Betreff des Beitrags:  Spektrograf an der Sternwarte Essen "aufgetaucht"

Hallo Community,

wir bauen an unserer Sternwarte in Essen eine kleine
Interessengemeinschaft Spektroskopie auf und waren bisher mit dem
Staranalyser unterwegs. Allerdings sind wir eher dabei unser Wissen auf
ein gleiches Niveau zu heben und Lothar wird uns dabei mit einem
Workshop helfen. wir haben uns auch endlich intern auf eine Terminliste
geeinigt und Lothar wird benachrichtigt.
Vor einiger Zeit tauchte ein SelbstbauSpektrograph in unserem Archiv auf
der, so die Mär auf eine Idee von Professor Schlosser und einen
Instrumentenbauer namens Hanisch zurückgehen sollte.
Es ist eine rechte Detektivarbeit das zu klären, auch Thomas Eversberg
meinte erkönne sich an so ein Teil in bezug auf die Sternwarte Essen erinnern.
nun liegt das ganze Geschehen einige Jahre zurück und keiner von uns
kann mit dem ganzen Geschehen was anfangen.
Das Spektroskop selbst ist sauber gearbeitet, pikobello erhalten und
echte deutsche Qualitäts arbeit. Es passt perfekt an unseren 56 cm Spiegel.

Nur das Design kennt keiner von uns.

Wer kann uns helfen hier etwas Aufklärung zu betreiben und kann uns zu
dem Spektrografentyp etwas mitteilen?

Bilder und Skizze gibts hier.

http://smarttechnics.de/test.html


Besten Dank

Rainer


http://smarttechnics.de/test.html

Autor:  Daniel Sablowski [ 09. Dezember 2010, 15:14:01 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Rainer

Könntest du noch was zu den Abmessungen sagen? Also Daten der optischen Komponenten, Abstände,...

Autor:  Rainer Borchmann [ 09. Dezember 2010, 15:39:26 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Zitat:
Hallo Rainer

Könntest du noch was zu den Abmessungen sagen? Also Daten der optischen Komponenten, Abstände,...
Hi Daniel,
ich bin erst nächsten Mittwoch (wenn das Wetter es zulässt, wieder in der Sternwarte. Der Weg ist arg verschneit) du siehst ja die Teekanne auf einem Foto, die wohl einen Durchmesser von kapp 20cm haben dürfte.
Das teil ist also recht groß (ich schätze den größten Durchmesse auf 30 cm) Über die Gitterkonstante wissen wir nichts. Auch andere Werte sind nicht bekannt und alle Abstände müssen wir noch nachmessen.

Gruß

Rainer

Autor:  Daniel Sablowski [ 09. Dezember 2010, 16:00:36 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Hallo Rainer

Ich denke es ist ganz wichtig, dass ihr diese Daten herausfindet. Die Brennweite der Linse kann man ja leicht messen und auch die Gitterkonstante sollte man gut bestimmen können.

Autor:  Lothar Schanne [ 09. Dezember 2010, 17:05:04 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Zitat:
Ich denke es ist ganz wichtig, dass ihr diese Daten herausfindet.
Hallo Rainer,

ich würde folgendermaßen vorgehen:
1. Vor das Gitter provisorisch einen ebenen Spiegel stellen, so dass du mit einem Sucher den Spalt von der Stelle aus sehen kannst, an die das Objektiv + Kamera hin soll (diesen mit einer Taschenlampe beleuchten). Ist der Spalt scharf zu sehen, dann ist die Wirkung des Kollimators (System aus Linse + Spiegel, wie von dir skizziert) so wie sie sein soll: Das Licht in Richtung Gitter ist parallel.
2. Diesen Spalt über den provisorischen Spiegel mit dem Fotoapparat/Objektiv fotografieren, mit dem die Spektren aufgenommen werden sollen (fakultativ). Ist er scharf abgebildet?
3. Provisorischen Spiegel wegnehmen und über das Gitter den mit der Taschenlampe beleuchteten Spalt fotografieren. Jetzt müsstet ihr einen Spektrenstreifen sehen.
4. Den Spalt mit einer Neonlampe beleuchten und fotografieren. Jetzt müsstet ihr Neonlinen sehen.
5. Gitter verstellen (wenn ich das richtig in den Fotos sehe, ist es ja verstellbar...und auch die Spaltweite) und gesamtes Neonspektrum aufnehmen (585 bis 690 nm).
6. Neonspektren auswerten (Linien identifizieren) und damit die Wellenlängenkalibrierung machen ...und schon habt ihr die Dispersion (und damit die Gitterkonstante) und die Auflösung (ist aber auch eine Funktion der Spaltweite).
......


Lieber Gruß
Lo

Autor:  Rainer Borchmann [ 10. Dezember 2010, 09:49:50 AM ]
Betreff des Beitrags: 

Zitat:
Zitat:
Ich denke es ist ganz wichtig, dass ihr diese Daten herausfindet.
Hallo Rainer,

ich würde folgendermaßen vorgehen:
1. Vor das Gitter provisorisch einen ebenen Spiegel stellen, so dass du mit einem Sucher den Spalt von der Stelle aus sehen kannst, an die das Objektiv + Kamera hin soll (diesen mit einer Taschenlampe beleuchten). Ist der Spalt scharf zu sehen, dann ist die Wirkung des Kollimators (System aus Linse + Spiegel, wie von dir skizziert) so wie sie sein soll: Das Licht in Richtung Gitter ist parallel.
2. Diesen Spalt über den provisorischen Spiegel mit dem Fotoapparat/Objektiv fotografieren, mit dem die Spektren aufgenommen werden sollen (fakultativ). Ist er scharf abgebildet?
3. Provisorischen Spiegel wegnehmen und über das Gitter den mit der Taschenlampe beleuchteten Spalt fotografieren. Jetzt müsstet ihr einen Spektrenstreifen sehen.
4. Den Spalt mit einer Neonlampe beleuchten und fotografieren. Jetzt müsstet ihr Neonlinen sehen.
5. Gitter verstellen (wenn ich das richtig in den Fotos sehe, ist es ja verstellbar...und auch die Spaltweite) und gesamtes Neonspektrum aufnehmen (585 bis 690 nm).
6. Neonspektren auswerten (Linien identifizieren) und damit die Wellenlängenkalibrierung machen ...und schon habt ihr die Dispersion (und damit die Gitterkonstante) und die Auflösung (ist aber auch eine Funktion der Spaltweite).
......


Lieber Gruß
Lo

Wir haben mit einer Quecksilberdampflampe angefangen,
und haben ein gutes scharfes Spektrum hinbekommen.
Eine Neonlampe baue ich gerade.
und hoffe, dass sie noch vor Weihnachten einsatzbereit ist.
Gitter und Spalt sind jeweils 135mm von der Linse entfernt.
Eein- und Ausfallwinkel (zum Lot) betragen etwa 20°.
Über dies Spektrografendesign wisswn wir aber noch nichts.
Das Mäusetheater ist aber so groß und robust gebaut, dass
dort alternativ auch fast jedes anderes Design untergebracht werden könnte.
Der Anschluss an unseren 56 cm (Krupp-)Spiegel sitzt bombenfest.


Gruß

Rainer

Autor:  Lothar Schanne [ 10. Dezember 2010, 11:45:09 AM ]
Betreff des Beitrags: 

Zitat:
Wir haben mit einer Quecksilberdampflampe angefangen,
und haben ein gutes scharfes Spektrum hinbekommen.
Moien Rainer,

kannst du das Spektrum mal zeigen? Aus den Linienabständen ist ja schon mal die Dispersion bestimmbar.

Vielleicht braucht ihr an dem Spek ja nichts zu verändern. Das Design "Linse+Spiegel" als Kollimator ist zwar ungewöhnlich aber sollte schon einigermaßen funktionieren. Ist eben doppelter Lichtdurchgang durch diese Kollimatorlinse (ähnlich wie beim Littrow auch). Optisch nur optimal, wenn die Linse symmetrisch ist, aber was soll's...wenns funktioniert und befriedigende Spektren erzeugt.

Autor:  Rainer Borchmann [ 10. Dezember 2010, 13:12:32 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Zitat:
Zitat:
Wir haben mit einer Quecksilberdampflampe angefangen,
und haben ein gutes scharfes Spektrum hinbekommen.
Moien Rainer,

kannst du das Spektrum mal zeigen? Aus den Linienabständen ist ja schon mal die Dispersion bestimmbar.

Vielleicht braucht ihr an dem Spek ja nichts zu verändern. Das Design "Linse+Spiegel" als Kollimator ist zwar ungewöhnlich aber sollte schon einigermaßen funktionieren. Ist eben doppelter Lichtdurchgang durch diese Kollimatorlinse (ähnlich wie beim Littrow auch). Optisch nur optimal, wenn die Linse symmetrisch ist, aber was soll's...wenns funktioniert und befriedigende Spektren erzeugt.

Das Spektrum muss ich (wir) nächste Woche noch mal nachziehen.
So das Wetter will und die Sternwarte auch erreichbar ist.
Wir sind aber natürlich dran.
Ich glaub auch nicht, dass wir "bauliche" Änderungen brauchen.
Wir "basteln" uns z.Z eine PLatte als Geräteträger auf der verschiedene
Kameras installiert werden können. Also von einer normalen Canon als auch unsere ST7 und andere SBIGs.

Das Teleskop ist eine Einzelanferitung, die von Krupp gesponsort wurde,
und hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Aber eben aus KruppStahl,
und ich glau ich könnt mich da selbst an den Okularauszug drannhängen, ohne dass sich irgendwo ein Strebe verbiegt.

Ich melde mich mit unseren Test Aufnahmen wieder.

Gruß

Rainer

Autor:  Lothar Schanne [ 10. Dezember 2010, 13:22:24 PM ]
Betreff des Beitrags: 

Zitat:
Aber eben aus KruppStahl,
und ich glau ich könnt mich da selbst an den Okularauszug drannhängen, ohne dass sich irgendwo ein Strebe verbiegt.
Na ja, denke, da ist auch Krupp-Stahl überfordert...wenn du dran hängst :shock: :D

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