Hallo Thomas,
On 01/03/2012 11:08 AM, Thomas Eversberg wrote:
Zitat:
Hallo Otmar,
Zitat:
Das kann trotzdem sehr nützlich sein, um wichtige Parameter der
Beobachtung zu extrahieren.
Das ist selbstverständlich richtig. Ich will auch nicht sagen, dass
die Methode unbrauchbar ist sondern habe meine Unsicherheit über
deren Grenzen ansprechen wollen. Meine Erfahrung ist da begrenzt.
Du hast natürlich Recht, dass man immer die Grenzen der Methode im Auge
habe sollte.
Zitat:
Zitat:
Sobald die Profile asymmetrisch oder variabel werden, oder nur von
Linie zu Linie variieren, ist es völlig unklar, was die ermittelte
RV eigentlich bedeuten soll.
Das kann ich (noch) nicht teilen. Die Profilvariabilität bei
Be-Sternen bewegt sich ja in der Regel nicht in Zeitskalen der
Messungen (es sei denn, man vergleicht Spektren sehr
unterschiedlicher Epochen). Normalerweise wählt man ja sehr
spezifische Beobachtungszeiten (z.B. Periastronpassagen von wenigen
Tagen). Die Linien verändern sich in solchen Zeitskalen wenig. Man
muß aber natürlich vorsichtig sein.
Das hängt sehr vom System ab. Es gibt z.B. Be-Sterne, die, wegen
Beleuchtungseffekten, periodische Linienprofilvariationen zeigen, mit
der Periode des Doppelsternumlaufs. Das täuscht RV-Variationen vor,
unabhängig davon, welche Methode man benutzt. Mit einem geeigneten Fit,
der auch einen Asymmetrieparameter ausgibt, bemerkt man die
Profilvariationen, während das bei einer einfache Kreuzkorrelation
eventuell unbemerkt bleibt. Emissionslinien sind eben grundsätzlich nur
bedingt geeignet, eine Bahn zu bestimmen, da sie nicht zwangsläufig dem
Massenschwerpunkt folgen.
Zitat:
Anders ist das natürlich bei WR-Sternen mit Variabilitäten in wenigen
Minuten. Doch hier geht es ja auch um stochastische Veränderungen
(Klumpen), die für eine Nacht gemittelt werden können. Sebastien
Lèpine hatte das in Montréal so gut gemacht, daß er individuelle
Atomspezies in den breiten Emissionslinien identifizieren konnte.
Ich meine, wenn die Linien aber tatsächlich schnelle und
unsymmetrische Veränderungen zeigen, ist die Methode des Linienfits
eben auch problematisch.
Ja, in so einem Fall ist jede Methode problematisch und man muss in
jedem Fall die Ergebnisse interpretieren. Ein Fit hat den Vorteil, dass
man mehr Informationen über die Linien bekommt. Das manchmal eine
Kreuzkorrelation besser ist, ist auch klar.
Zitat:
Gruß, Thomas
Herzliche Grüße,
Otmar