Hallo Lothar,
On 05/30/2012 04:12 PM, Lothar Schanne wrote:
Zitat:
die "Messung" eines Linienschwerpunktes (Zentrum) wird doch so
durchgeführt, dass die Linie, welche durch wenige Pixelwerte gefittet
werden muss, durch eine Funktion modelliert wird (z.B. ein
Gaußprofil). Wenn nun eine Linie nicht diesem Modell entspricht,
sondern Abweichungen zeigt, wird doch auch das Linienzentrum etwas
fehlerhaft berechnet.
Ja, das stimmt im Prinzip. Wenn man das verbessern will, muss man die
PSF (point spread function) genau modellieren. Für sehr hohe Genauigkeit
ist das notwendig.
Zitat:
Sind dadurch solche Genauigkeiten nur an besonders symmetrischen und
klar getrennten (definierten) Linien erreichbar?
Kreuzkorrelationen macht man über viele Linien. Man kann es sich nicht
erlauben, die meisten Linien wegzuwerfen. Zentriert wird dann
schließlich der Peak der Kreuzkorrelationsfunktion.
Zitat:
OK, bei der Kreuzkorrelation wird das gesamte Spektrum (oder ein
vorher definierter Ausschnitt) mit einem template zur Deckung
gebracht. Da gelten meine obigen Anmerkungen bzgl. Fitting wohl
nicht. Aber hier wird dann eine gute Übereinstimmung von template und
auszuwertendem Spektrum vorausgesetzt (was die Profile und sonstige
Störungen wie terr. Linien etc. betrifft).
Terrestrische Linien und ähnliches muss man entfernen, sonst geht das
ganz schief. Dazu benutzt man i.a. eine Softwaremaske (0 oder 1), mit
der man das Spektrum multipliziert, und die nur in "guten" Bereichen 1 ist.
Zitat:
Generell sollte jede Linie wohl mit möglichst vielen Pixeln abgedeckt
sein (damit nicht nur 3 oder 4 Pixelwerte für eine komplette Linie
zur Verfügung stehen). Wir dürfen ja nicht vergessen, dass unsere
gemessenen Spektren auf Grund der Pixelung des Detektors aus auf- und
absteigenden Treppenstufen besteht (und keinen kontinuierlichen
Kurven, wie es uns die Programme bei entsprechender Einstellung im
Graph vorgaukeln). Hier könnte es vermutlich fallweise besser sein,
das Nyquist-Kriterium nicht zu befolgen und besser ein oversampling
zuzulassen?
Ja, es empfiehlt sich, etwas besser, als nach Nyquist vorgeschrieben, zu
samplen. Mehr als ca. 3 Pixel pro FWHM bringt aber nichts mehr.
Herzliche Grüße,
Otmar