| Forum der Vereinigung der Sternfreunde https://forum.vdsastro.de/ |
|
| Frage zur Spektrenanalyse https://forum.vdsastro.de/viewtopic.php?t=4250 |
Seite 1 von 1 |
| Autor: | Joshua Imboden [ 08. Dezember 2014, 23:49:23 PM ] |
| Betreff des Beitrags: | Frage zur Spektrenanalyse |
Guten Abend, ich bin ein Kollegiumsschüler aus der Schweiz, und meine Maturaarbeit hat den Titel: Spektroskopie eines Sternes, mein Betreuer und ich haben uns alpha Ori ausgesucht. Und jetzt hat sich mir eine Frage aufgetan, und als ich dieses Forum hier gesehen habe, war ich begeistert. Ich bin dabei das meiste nachzulesen, wenn ich Zeit habe. Zu der Frage: F: Man nimmt immer ein Schwarzkörperspektrum und "zieht" dann das aufgenommene Spektrum ab, womit das Spektrum zu einem Absorptionsspektrum wird,aber ist nicht das Aufgenommene auch schon ein Absorptionsspektrum? mit freundlichen Grüssen PS: Bitte nicht zu streng meine Rechtschreibung bewerten. |
|
| Autor: | Berthold Stober [ 09. Dezember 2014, 00:52:10 AM ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Frage zur Spektrenanalyse |
Hallo, mir ist die Fragestellung unklar Cheers Berthold |
|
| Autor: | Dr. Georg Piehler [ 09. Dezember 2014, 01:12:02 AM ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Frage zur Spektrenanalyse |
Hallo - wenn Du Rigel mit einem Spalt-Spektrografen aufnehmen würdest, wirst Du sowieso schon Absorbtionslinien sehen. Mann kann aus dem Verlauf des Kontinuums (also nicht verfälscht durch die Linien) versuchen die richtige Temperatur der strahlenden Schicht des Sterns abzuschätzen und den spektralen Verlauf der entsprechenden Schwarzkörper-Strahlung abzuziehen.. Damit würde der Verlauf des Spektrums flach. Aber das Spektrum von Rigel ist und bleibt daovn abgesehen immer noch ein Absorbtionsspektrum. Der Unterschied wäre: - ohne Korrektur ist die Intensität selbst in den Absorbtionlinen numerisch > 0 - wird der Schwarzkörper-Verlauf abgezogen, so werden die Intensitätswerte in den Linien selbst dann numerisch <0 ... Das ist aber nur eine reine Darstellungs-Angelegenheit. Hilft das weiter? Gruß G. Piehler. Am 08.12.2014 um 22:49 schrieb Joshua Imboden: Zitat: Link zum neuen Beitrag: http://spektroskopieforum.vdsastro.de/v ... 250#p26216
Guten Abend, ich bin ein Kollegiumsschüler aus der Schweiz, und meine Maturaarbeit hat den Titel: Spektroskopie eines Sternes, mein Betreuer und ich haben uns alpha Ori ausgesucht. Und jetzt hat sich mir eine Frage aufgetan, und als ich dieses Forum hier gesehen habe, war ich begeistert. Ich bin dabei das meiste nachzulesen, wenn ich Zeit habe. Zu der Frage: F: Man nimmt immer ein Schwarzkörperspektrum und "zieht" dann das aufgenommene Spektrum ab, womit das Spektrum zu einem Absorptionsspektrum wird,aber ist nicht das Aufgenommene auch schon ein Absorptionsspektrum? mit freundlichen Grüssen PS: Bitte nicht zu streng meine Rechtschreibung bewerten. |
|
| Autor: | Gerrit Grutzeck [ 09. Dezember 2014, 01:30:33 AM ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Frage zur Spektrenanalyse |
Hallo, meinst du das Normieren des Spekrums? offtopic: Verschoben nach "Datenreduktion" Schöne Grüße, Gerrit |
|
| Autor: | Lothar Schanne [ 09. Dezember 2014, 13:54:03 PM ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Frage zur Spektrenanalyse |
Zitat: Man nimmt immer ein Schwarzkörperspektrum und "zieht" dann das aufgenommene Spektrum ab, womit das Spektrum zu einem Absorptionsspektrum wird,aber ist nicht das Aufgenommene auch schon ein Absorptionsspektrum?
Hallo Joshua,willkommen hier im Forum. Wie du siehst kannst du hier alles mögliche über Spektroskopie fragen und es werden wohl immer Antworten kommen. Wobei die Antworten um so besser sind, je genauer deine Frage formuliert ist, also möglichst klar ausdrückt, was du wissen willst. Ein aufgenommenes Spektrum von Rigel (oder auch anderen Sternen) ist immer ein Absorptionsspektrum. Das hängt damit zusammen, dass aus den inneren (heißeren) Gasschichten des Sterns "Schwarzkörperstrahlung" austritt (also Strahlung deren Intensitätsverteilung über die Wellenlängen durch die Planck'sche Strahlungskurve beschrieben wird). Aus dieser kontinuierlichen Strahlungsverteilung werden in weiter außen liegenden Schichten mit etwas tieferer Temperatur durch bestimmte Atome oder Ionen genau definierte Wellenlängen absorbiert (herausgefiltert), z.B. die "Balmerlinien" des Wasserstoffatoms. In diesen Wellenlängenbereichen fehlt dann etwas oder auch viel Licht im Vergleich zum Kontinuum der Schwarzkörperstrahlung... es sind Absorptionslinien entstanden, aus denen man Rückschlüsse ziehen kann auf die Anwesenheit absorbierender Atome und deren physikalischer Zustand (Temperatur, Druck, Geschwindigkeit). Also so ein Spektrum, bestehend aus einem Kontinuum und diskreten Absorptionslinien, nennt man "Absorptionsspektrum". |
|
| Autor: | Lothar Schanne [ 09. Dezember 2014, 19:29:57 PM ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Frage zur Spektrenanalyse |
Zitat: F: Man nimmt immer ein Schwarzkörperspektrum und "zieht" dann das aufgenommene Spektrum ab, womit das Spektrum zu einem Absorptionsspektrum wird,
Hallo Joshua,du meinst wohl mit "abziehen" die sogenannte Normierung eines Absorptionsspektrum auf das Kontinuum. Das ist kein Abziehen sondern ein Teilen. Das gemessene Spektrum wird durch eine Kurve geteilt, die man dadurch erhält, dass man alle Linien aus dem Spektrum eliminiert (wobei das gedachte Kontinuum des Sternspektrums übrig bleibt). Wie man das macht kannst du z.B. hier sehen: http://www.astrospectroscopy.eu/Einstei ... ierung.htm |
|
| Autor: | Joshua Imboden [ 11. Dezember 2014, 09:45:33 AM ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Frage zur Spektrenanalyse |
Zitat:
willkommen hier im Forum. Wie du siehst kannst du hier alles mögliche über Spektroskopie fragen und es werden wohl immer Antworten kommen. Wobei die Antworten um so besser sind, je genauer deine Frage
Vielen Dank, ich mag dieses Forum jetzt schon.Zitat: Zitat: F: Man nimmt immer ein Schwarzkörperspektrum und "zieht" dann das aufgenommene Spektrum ab, womit das Spektrum zu einem Absorptionsspektrum wird,
Hallo Joshua,du meinst wohl mit "abziehen" die sogenannte Normierung eines Absorptionsspektrum auf das Kontinuum. Das ist kein Abziehen sondern ein Teilen. Das gemessene Spektrum wird durch eine Kurve geteilt, die man dadurch erhält, dass man alle Linien aus dem Spektrum eliminiert (wobei das gedachte Kontinuum des Sternspektrums übrig bleibt). Wie man das macht kannst du z.B. hier sehen: http://www.astrospectroscopy.eu/Einstei ... ierung.htm mfg Joshua |
|
| Autor: | Lothar Schanne [ 11. Dezember 2014, 11:02:26 AM ] | ||
| Betreff des Beitrags: | Re: Frage zur Spektrenanalyse | ||
Hallo Joshua, was hast du an eurer Schule denn für Möglichkeiten, Spektren selbst zu messen? Oder soll die Maturaarbeit rein theoretischer Natur sein? alp Ori ist bestimmt ein interessantes Objekt, allerdings hat der Überriese ein sehr komplexes Spektrum, wie alle roten und damit "kühlen" (Über)Riesensterne, die dem Ende ihres Daseins entgegen gehen. In der Anlage habe ich als Beispiel einen Spektrumausschnitt im Bereich der Halpha-Linie dargestellt, das ich am 4.1.2010 gemessen hatte.
|
|||
| Autor: | Thomas Eversberg [ 11. Dezember 2014, 17:36:42 PM ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Frage zur Spektrenanalyse |
Hallo Joshua, auch von mir ein herzliches Willkommen bei den Spektroskopikern. Lothar hat das "Problem" mit seinem Spektrum gut angesprochen. Beteigeuze zeigt sehr viele Atomlinien unterschiedlichster Übergänge. Das heißt, hier kann man viel Atomphysik betreiben. Es gibt aber Alternativen, die in dieser Hinsicht nicht so komplex sind, dafür aber viele Hinweise zur Interpretation der Sterngeometrie zulassen. Dazu sind m.E. Be-Sterne gut geeignet. Über eine einzige Linie (H Gruß, Thomas PS: Im Mai findet unsere Fachgruppentagung in Freiburg statt. Das sollte für euch erreichbar sein. Meine Empfehlung: Eine Schülertruppe mit Lehrer bilden und hinkommen. Andere Schüler aus Heilbronn planen das auch schon. |
|
| Seite 1 von 1 | Alle Zeiten sind UTC+02:00 |
| Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Limited https://www.phpbb.com/ |
|