Hallo,
im heurigen Frühjahr (21.5.2014) habe ich mit dem Staranalyzer Saturn beobachtet. Eigentlich für den Anfang ganz erfolgreich, es sind aber ein paar Fragen übriggeblieben.
Es wurden je 500 Aufnahmen mit 5,20,50ms gemacht so wie die entsprechenden Darks. Gestackt wurde mit Registax und Fitswork, danach die Spektren in VisualSpec ausgelesen. Die weitere Auswertung in Excel, weil VisualSpec zu oft abgestürzt ist.
Aufnahmen
Am ersten Bild sehen wir Saturn mit Ringen, da lässt sich ganz gut das Spektrum erkennen. Am Saturnspektrum sieht man einen dunklen Querstreifen, der auf den Ringen nicht erkennbar ist: ein ersterHinweis, daß hier Methan absorbiert, das nur in der Saturnatmosphäre vorhanden ist.
Dateianhang:
Dateikommentar: Saturn mit Spektrum, Newton 250/1000mm, Kamera IMG0h, 500*5ms, Darks, EzPlanetary, leicht geschärft
0_5ms_Saturn_geschärft.jpg [ 16.13 KiB | 4996 mal betrachtet ]
Länger belichtet zeigen von unten nach oben Titan, Enceladus, Thetis, Saturn und Ring überbelichtet, Dione und Rhea. Enceladus und Thetis jedoch hoffnungslos überstrahlt.
Dateianhang:
Dateikommentar: Saturn mit Spektrum, Newton 250/1000mm, Kamera IMG0h, 500*20ms, Darks, EzPlanetary, Gain 88%, Helligkeit für Darstellung voll aufgedreht, Artefakte durch Überbelichtung bei Saturnring und Titan
4_20ms_Saturn_hell.jpg [ 40.83 KiB | 4996 mal betrachtet ]
Die Auswertung
Saturn und sein Spektrum überstrahlen das halbe Bild, daher wurde eine Auswertung der Spektren auch nur für Saturn, den Saturnring so wie die Monde Titan und Rhea versucht. Das Spektrum von Dione ist zwar sichtbar, aber viel zu sehr vom Saturn überstrahlt. Für die Spektren von Saturn und Ring wurde die 5ms Aufnahme herangezogen, für Titan und Rhea die 20ms Aufnahme. Eine 10ms Aufnahme wäre durchaus sinnvoll gewesen, für das Saturn Spektrum zwischen 8000 und 10000nm. Die 50ms Aufnahmen wurden verworfen.
Als Hintergrund hab ich für die Monde ein Profil knapp über und unter dem Mondspektrum vermessen und den Mittelwert vom Profil auf dem Mondspektrum abgezogen. Dadurch kann auch im überstrahlten Bereich noch ein Spektrum erhalten werden. Eine Korrektur für die Instrumentierung (Kameraempfindlichkeit und Intensitätsverlauf Blaze Gitter) wurde nicht versucht.
Im folgen Diagramm sind alle Spektren dargestellt. Includiert ist das Vergleichsspektrum vom Stern HD108228, der zur Kalibrierung der Wellenlängen verwendet wurde. Zart in Rot sind die Wasserstofflinien als vertikale Striche eingezeichnet, von Halfa bis Hgamma sind sie gut im Spektrum zu erkennen.
Dateianhang:
Dateikommentar: Spektren von Saturn, Ring, Titan, Rhea und Vergleichsstern
Spektren_Excel.png [ 81.44 KiB | 4996 mal betrachtet ]
Rhea hat fast das selbe Spektrum wie der Saturnring, Saturn und Titan dagegen sind deutlich röter und zeigen starke Banden, einmal bei ca. 7200 A, einen starken Einbruch bei 8800 A, der beim bekannten Methanfilter ausgenutzt wird, aber auch ein schwaches Band bei 6100A.
Was mir noch fehlt, sind Unterlagen zu Molekülspektren. Gibt es dafür eine Zusammenstellung? Ebenso hab ich noch Probleme, die Linien unserer Atmosphäre von den Objektlinien zu unterscheiden. Da könnte ich Nachhilfe brauchen.
Herzliche Grüße
Arnold