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 Betreff des Beitrags: Inbetriebnahme des MiniSpec
BeitragVerfasst: 23. Dezember 2016, 09:34:24 AM 
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Meister

Registriert: 06. Oktober 2016, 15:04:43 PM
Beiträge: 229
Hey,

in den beiden vorhergegangenen Threads hat sich ja für unsere Fachgruppe herauskristallisiert, welche mobile Ausrüstung wir haben möchten.

Hier noch einmal vielen Dank für die ganze Hilfe!

Es ist nun eine Vixen GPD2 mit DD3-Steuerung und MGen, der kleine 60/330 ED von TS, ein MIniSpec vom Daniel und die ATIK 428 geworden.

Für den ED haben wir uns entschieden, weil wir durch die kleine Brennweite ohne Spalt (anfangs; es ist ein Spalt in Planung) eine höhere Auflösung erzielen und einige möchten ihn auch ab und an fotografisch nutzen.

Der MiniSpec passt durch seine Kompaktheit gut ins Konzept und ist auch nicht übermäßig teuer.

Jetzt geht es darum, den MiniSpec in Betrieb zu nehmen. Zuerst haben wir den Hebel ein wenig unterschätzt. Daher haben wir eine Stützkonstruktion gebaut. Der OAZ des ED hat nur 55mm. Daher sind einige T2-Hülsen nötig. Beim ersten Aufbau haben wir nur darauf geachtet in den Fokus zu kommen. So kam, um den Hebel ein wenig zu verringern ein Zenitspiegel (der sich inzwischen als optisch nur mäßig erwies) zwischen CCD und MiniSpec.
Nach 2 Wochen Nebelsuppe war es dann endlich mal für 2 Stunden klar. Eine Stunde hat der Aufbau und die Einrichtung des MGens gedauert. Dann endlich die ersten Aufnahmen. Diese waren auch gleich eine Enttäuschung. Es war ein einigermaßen scharf gestellter Spektralstreifen zu sehen, aber keine Linien.
Dateianhang:
Dateikommentar: Stützkonstruktion
Stützkonstruktion.jpg
Stützkonstruktion.jpg [ 109.26 KiB | 1430 mal betrachtet ]
Daraufhin folgten einige E-Mail Korrespondenzen mit Thomas Eversberg, Daniel Sablowski und einigen anderen, wo sich herausstellte, dass es höchstwahrscheinlich daran lag, das wir mit dem Kollimator nicht im Fokus sind. Die Brennweite des Kollimators beträgt 100mm, die des EDs 330mm, wären wir also bei 430mm und einem noch größeren Hebel. Thomas machte mich darauf aufmerksam, dass bei einem Objektiv mit mehreren optischen Elementen der Fokus nicht zwingend bei den 330mm ab der hinteren Linse liegen muss. So war es dann auch. Ab dem hinteren Linsen-Element beträgt der Abstand 315mm. Gemessen habe ich das einmal per Fadenkreuzokular, wo die Fäden ja im Brennpunkt sein müssten und einmal mit einem Stück Pappe, welches ich solange verschob, bis ein scharfes Bild zu sehen war.

Wie es der Zufall so will, wurde es dann auch gleich gestern Abend klar und ich konnte einen Test wagen. Dieser war allerdings sehr improvisiert und ohne Stützkonstruktion.
Jetzt waren endlich Linien zu sehen. Ich habe als Testobjekt Y Cas hergenommen. Allerdings ist das Ganze noch nicht so richtig gut. Teilweise sind die Streifen unscharf und auch die Auflösung hält sich in Grenzen. Zu den Seiten hin, besonders rechts, sind auch Aufhellungen.
Dateianhang:
Dateikommentar: Nicht sehr gleichmäßig...
y CAs_test.jpg
y CAs_test.jpg [ 114.75 KiB | 1430 mal betrachtet ]
Dateianhang:
Dateikommentar: Auswertung auf die Schnelle...
Y CAS TEST.png
Y CAS TEST.png [ 9.25 KiB | 1430 mal betrachtet ]
Entweder ist da was verkippt, der Fokus vom Kollimator stimmt noch nicht ganz oder der Spektrograf an sich ist nicht richtig kollimiert.

Beim stacken können auch noch Fehler liegen. Bisher hatte ich ja immer die nullten Ordnungen der Sterne. Jetzt muss wohl eher durch Randerkennung gestapelt werden oder? Die Nachführung hat denke ich, sauber geklappt.

Kann die unterschiedliche Schärfe auf der Aufnahme auch daher rühren, dass mit um die f/5 die Optiken relativ schnell sind und damit zum Rand hin auch schnell abfallen?




Nebenbei habe ich auch einen primitiven Spalt aus Rasierklingen gebastelt. Er funktioniert für die einfache Bauweise aus Pappe und Klebeband ganz gut, denke ich. Damit habe ich bisher Testweise in die Nebelsuppe gehalten. Der Fokus ist auch hier nicht ganz getroffen.

Erstes Fazit aus dem ganzen: Wir brauchen zwischen MiniSpec und CCD einen vernünftigen, nicht rotierenden OAZ.
Ich dachte dabei an den hier: http://www.teleskop-express.de/shop/pro ... Okula.html

Hat da zufällig jemand Erfahrungen mit? Läuft der sauber?

Viele Grüße und CS
Christoph


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 Betreff des Beitrags: Re: Inbetriebnahme des MiniSpec
BeitragVerfasst: 27. Dezember 2016, 13:54:37 PM 
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Dauernutzer
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Registriert: 15. September 2014, 14:05:45 PM
Beiträge: 196
Hallo Christoph,

den Helikal-Fokussierer, den du nennst, kenne ich - diese ist gut nutzbar, aber du musst bedenken, dass er nicht für schwerere Lasten, wie eine CCD, gedacht ist.
Es könnte also sein, dass die CCD hier verkippt und du ein Problem löst, aber ein neues hinzubekommst.

Bei TS gibt es noch einen anderen T2-Helikal-Fokussierer, der kürzer baut und der ggf. besser geeignet sein könnte.

Schöne Grüsse,
Michael

_________________
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http://www.astro-images.de
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 Betreff des Beitrags: Re: Inbetriebnahme des MiniSpec
BeitragVerfasst: 29. Dezember 2016, 09:03:33 AM 
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Meister

Registriert: 06. Oktober 2016, 15:04:43 PM
Beiträge: 229
Hallo Michael,

vielen Dank. Ich bin inzwischen von dem Fokussierer auch wieder ab. Ersteinmal gucke ich, dass ich die anderen Probleme in den Griff bekomme.

Viele Grüße und CS
Christoph


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 Betreff des Beitrags: Re: Inbetriebnahme des MiniSpec
BeitragVerfasst: 17. Januar 2017, 14:04:32 PM 
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Meister

Registriert: 06. Oktober 2016, 15:04:43 PM
Beiträge: 229
Hallo,

inzwischen konnte ich alle Probleme identifizieren. Ein Großteil lag an Verkippungen. Die CCD war Anfangs nur über 1,25 Zoll geklemmt. Nun ist sie verschraubt. Im Spektrografen selbst hatte sich auch der Umlenkspiegel verstellt. Eventuell auch das Kameraobjektiv. Hier bin ich mir aber nicht sicher, durch die Kameraproblematik.

Ein weiterer Punkt ist der OAZ des TS ED 60/330ers. Dieser neigt auch zum Verkippen.

Dazu kommt, dass das Design des EDs als Zweilinser mit f/5,5 wohl ziemlich angespannt ist.

Der Mini hat achromatische Linsen verbaut. Daher kommt die Unschärfe zu den Rändern hin.


Über einen von Daniel geliehenen Faserflansch konnte ich die CCD vernünftig in den Fokus bekommen. Dieser hat f/5 und bildet sauber ab.

Daher habe ich einfach die Russentonne, die ich zu Hause rumliegen habe mit zwischen gesetztem 0,5 Reducer adaptiert.
So fallen die Probleme mit dem OAZ und der Klemmung weg.

Inzwischen lassen sich so relativ reproduzierbare Ergebnisse hinbekommen.

Nebenbei, wer den anderen Thread zur CCD verfolgt hat; ich habe von Thorlabs ein neues 300er Gitter bekommen, welches nun einwandfrei funktioniert. Erst sagte man mir dort etwas von einer eventuellen Fehlcharge, aber es war wohl doch nur ein "Montagsgitter".

Viele Grüße und CS
Christoph


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