Heute waren vor allem am Südpol der Sonne (schon im Bereich der Randverdunkelung) Polfackeln zu sehen, mit klarer dreidimensionaler Struktur. Sie setzten sich mit flammenartigen Jets in die Höhe fort. Das zu sehen und zu fotografieren ist ganz klar eine Herausforderung. Die Größe der Strukturen liegt unter zehn Bogensekunden. Keine leichte Sache also, aber machbar. Mit meinem 102/1000 Achromaten und engbandigem Filter konnte ich heute visuell eine Ahnung davon erwischen.
Anscheinend macht es Sinn, Polfackeln für ihre dreidimensionale Struktur gegen die Regeln zu beobachten. Also den Pol anzuschauen, der für uns besonders stark "weggekippt" erscheint. So schauen wir mehr auf die Seite der Polfackel-Struktur und nicht so stark "oben drauf". Das müsste ihre Form in die Höhe besser erkennbar machen (ähnlich wie bei Protuberanzen vs. Filamenten). Eine kurze Einführung für Polfackeln findet Ihr unter "Polare Fackeln" hier:
http://www.vds-sonne.de/de/AG-Fackeln.php . Polfackeln sind auch sehr gute H-Alpha-Objekte.
Wie aktiv die "Flammen" der Polfackeln sind, wie schnell sie sich verändern, weiß ich nicht. Mit einem Helioviewer-Video war zu sehen, dass sich die Polfackeln mit Zeitskalen von einer Stunde (oder sogar mehr) verändern. Es besteht also (vielleicht) die Möglichkeit, sehr viele Bilder über längere Zeiträume aufzunehmen und daraus die besten zu stacken. Dann verschwimmt zwar die Granulation (wegen deren Veränderungen in wenigen Minuten), aber vielleicht lassen sich damit für die Polfackeln mehr brauchbare Bilder erzeugen. Zweifellos sind Experimente wichtig. Wenn Ihr Euch da dran wagt, teilt doch bitte Eure Erfahrungen hier mit. Das wäre sicherlich sehr spannend.