Zitat:
Ich empfehle nur, bei einem Aufruf möglichst genau zu sein, damit Kollegen nicht Zeit für Messungen investieren, die per se nicht erfolgreich sein können.
Hallo Thomas und alle Teilnehmer dieses Forums,
es ging mir bei diesem thread um
Motivierung für ein Arbeits-Thema, das auch die Ästheten unter uns anspricht und nicht nur die exakten Physiker. Die meisten unter uns haben einfach nur Freude an ihrem Hobby, suchen aber gleichzeitig auch nach interessanten Themen, die es erlauben, aus den selbst gemessenen Spektren weitergehende Schlüsse zu ziehen...und sich dabei auch physikalisch/mathematisch weiter zu bilden. Und das ist beim Thema Doppelsterne und RV-Messungen der Fall.
Wer sich schon mal mit dem Buch Hilditch, An Introduction to Close Binary Stars
https://www.amazon.com/Introduction-Clo ... 0521798000
befasst hat (gebraucht kaufen!) weiß was ich meine. Wie vielfältig die Wechselwirkungen zwischen eng benachbarten (kurzperiodischen) Doppelsternen sind, die teilweise auch auf die Bahnparameter wirken: Massenaustausch, Aufheizeffekte im Periastron, Gezeiteneffekte, Sternwinde...... (OK, Gravitationswellenabstrahlung ist da wohl zu ineffizient, um sie in menschlichen Zeitmaßen messen zu können). Alles spiegelt sich auch in den Spektren wider und gibt Rätsel auf, die zu lösen sind. Nicht nur die Orbitparameter, die aber auch.
Die Berechnung der Orbitparameter und der Vergleich mit den bekannten Literaturdaten zwingt zu sehr exaktem Arbeiten. Alleine die Fehler der RV-Messungen in den Bereich weniger km/s zu drücken, ist eine starke Herausforderung. Die Profis im 20. Jahrhundert lagen meist bei +- 1 bis 3 km/s. Erst wenn man das erreicht hat dann kann man durch Verlängerung der Zeitbasis (also die gemeinsame Verarbeitung älterer Literaturdaten und der eigenen) die "Fehlerbalken" der Orbitparameter verbessern. Aber es ist auch als Amateur zu schaffen.
Hier können die "Echellianer" ein tolles Grundthema zur Zusammenarbeit finden. Man hat viele Linien zur Auswertung zur Verfügung und mit Daniels Disentangling-Programm auch noch ein tolles Werkzeug zur Verfügung, die Spektren von SB2's komplett zu trennen.
Und mit den klassischen Spektrografen, wie dem Lhires III, geht es auch. Sogar eingeschränkt auch spaltlos. Nur etwas mühsamer. Siehe Abschnitt 8.5.3 (Mizar A) in unserem Buch.
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Herzliche Grüße / best regards
Lothar
https://lotharschanne.wordpress.com/