Hallo zusammen,
ich stelle hier einige Spektren von Sternen der Spektralklasse A0 bzw. A 1 vor, die alle Besonderheiten aufweisen. Die Spektren wurden aufgenommen am 05.06.2018 mit dem StarAnalyzer 100 und der Planetenkamera SkyRis 132 M von Celestron. Die Vorgehensweise habe ich bereits hier dargestellt:
http://spektroskopie.vdsastro.de/files/ ... ircher.pdf
Diesmal kam jedoch ein Newton Reflektor R 135 S von Vixen zum Einsatz und das Stacken der Bilder konnte mit der Software Autostakkert vorgenommen werden. Zum besseren Vergleich habe ich jeweils zwei Spektralprofile überlagert.
Das erste Paar besteht aus den Profilen von Cor Caroli A (alpha2 Canum Venaticorum) und Alitoth (epsilon Ursae Majoris). Beides sind Veränderliche des a2 CVn Typs. Cor Caroli A weist entsprechend seiner Klassifizierung pekuliäre Linien der Elemente Silizium (Si), Europium (Eu) und Quecksilber (HG) auf. Alioth wird als Stern der Spektralklasse A1 klassifiziert mit der Besonderheit, dass die Klassifizierung anhand der Kalzium K-Linie der Spektralklasse B9 entspricht. Gemäß
https://de.wikipedia.org/wiki/Alioth_(Stern)
weist er auch pekuliäre Linien der Elemente Silizium und Strontium (Sr) auf.
Cor Caroli A weist als einziger der hier vorgestellten Sterne im Bereich von 5180 bis 5230 A eine deutliche Einsattelung auf. Die Funktion Elements der Spektroskopiesoftware Vspec weist in diesem Bereich zahlreiche Linien der Elemente Si, Eu und HG auf. Ein Zusammenhang ist naheliegend, die Auflösung reicht jedoch nicht aus, um einzelne Linien bestimmen zu können.
Für das Profil von Alioth habe ich mögliche Linien von Si und Sr markiert. Die deutliche Linie nahe der H epsilon – Linie habe ich ursprünglich mit der Linie von Sr bei 4161.8 in Verbindung gebracht, allerdings liegt das Linienzentrum bei 4175 A, weshalb ich diese Vermutung wieder verworfen habe.
Ein weiteres Paar besteht aus den Profilen der beiden Komponenten von Mizar, die aus derselben Aufnahmenserie gewonnen wurden. Die Komponenten A und B bestehen ihrerseits aus spektroskopischen Doppelsternen, die Komponente A sogar aus nahezu zwei identischen Sternen. Das Spektrum des deutlich weniger leuchtkräftigeren Partners von Mizar B dürfte sich im Profil nicht bemerkbar machen. Näheres zu diesem System unter
https://de.wikipedia.org/wiki/Mizar
Das Spektrum von Mizar A entspricht einem A1 Hauptreihenstern mit pekuliärer Linienintensität bei Silizium und Strontium. Die auffallende Einsattelung zwischen H beta und H gamma von korreliert mit Linien dieser Elemente gemäß der Funktion Elements von Vspec.
Die Klassifikation von Mizar B anhand der Kalzium K-Linie weist ihn als A1-Stern aus, während die Klassifikation nach Metalllinien eine Spektralklasse von A 7 ergibt. Interessant hierzu die Verschiebung des Kontinuums von Mizar B zu längeren Wellenlängen hin.
Im oberen Bereich der Grafik habe ich das Profil des Hintergrundes, skaliert auf den Maximalwert des Profils von Mizar B, mit aufgenommen, um das Rauschen gegenüber den Linien im Profil von Mizar B abschätzen zu können. Nach meiner Auswertung der ADU´s pro Pixel ergibt sich, dass die Intensität der Linien des Mizar B - Profils im Bereich zwischen H beta und H gamma ca. um einen Faktor 3 größer sind, als die Intensitätsschwankungen des Rauschens.
Ein fünftes Spektrum habe ich von zeta Ursae Majoris gewonnen. Die nach dem Suffix e zu erwartenden Emissionslinien konnte ich jedoch nicht nachweisen.
Viele Grüße
Oskar