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Erklärung von Linien im Spektrum von Wega
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Autor:  Oskar Pircher [ 26. November 2019, 20:18:18 PM ]
Betreff des Beitrags:  Erklärung von Linien im Spektrum von Wega

Hallo zusammen,

nach meiner ersten Aufnahme eines Spektrums mit einem Spaltspektrografen (Cerny-Turner Eigenbau) und erfolgter Datenreduktion bin ich nun mit der Auswertung beschäftigt. Ich habe 8 Aufnahmen mit 7,5 sec Belichtungszeit und Gain 201 gestackt, nachdem zuvor eine Korrektur mit einem Masterdark erfolgt ist. Die Spektren der einzelnen Aufnahmen hatten einen leichten Versatz zueinander. Das Profil wurde mit Vspec erzeugt. Dispersion ca. 0,97 Angström/px.

Ich kann eine Reihe der erkennbaren Linien verschiedenen Elementen zuordnen, Grundlage hierfür der Spektraltlas für Amateurastronomen von Richard Walker. Allerdings zeigen sich auch relativ deutlichen Linien bei Wellenlängen, bei zu denen in o.a. Werk nicht zu finden ist, ebenso auch nicht im Spektralatlas für Wega von Christian Buil. Diese Stellen sind in beiliegendem Bild mit ?? gekennzeichnet.

Ich habe in beigefügtem Bild auch ein Profil eingefügt (blaue Linie), das aus einem Streifen mit 3 Pixel Höhe aus dem unbelichteten Teil des Summenbildes erzeugt wurde. Die Intensität von Pixel zu Pixel dieses Streifens schwankt überwiegend zwischen Werten von 0,5 und 1,5, in einem Fall maximal auf 3,5, während die o. a. Die Intensität des Zentrums fraglichen Linien um mehr als 10 unter der Intensität des Kontinuums liegt. Effekte des Rauschens schließe ich daher als Erklärung für die unbekannten Linien aus – doch welche andere Erklärung bietet sich an?

Viele Grüße

Oskar

Dateianhänge:
c5_7.png
c5_7.png [ 25.55 KiB | 6194 mal betrachtet ]

Autor:  Lothar Schanne [ 27. November 2019, 21:40:55 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Erklärung von Linien im Spektrum von Wega

Hallo
Linien findest du z.B. hier:
https://physics.nist.gov/PhysRefData/AS ... _form.html

Autor:  Oskar Pircher [ 28. November 2019, 20:27:00 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Erklärung von Linien im Spektrum von Wega

Hallo Lothar,
eine interessante Datenbank. In der Tat lassen sich Linien von Fe resp. Cr an den fraglichen Stellen finden. Aber was wäre der Grund, warum sie in meiner Aufnahme zu finden sind und nicht in den Vergleichsspektren durchaus erfahrenerer Spektroskopiker?

Viele Grüße

Oskar

Autor:  Thomas Hunger [ 28. November 2019, 23:29:43 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Erklärung von Linien im Spektrum von Wega

Hallo Oskar,

schau mal, ob Dir das hilft:
https://academic.oup.com/pasj/article/59/1/245/1447804

Das Supplement enthält die Spektren und die Linienlisten.

Viele Grüße
Thomas

Autor:  Thomas Hunger [ 28. November 2019, 23:42:51 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Erklärung von Linien im Spektrum von Wega

Hallo Oskar,

noch eine Sache: Dein Ti II 4807 ist eher ein Donut (Flatfieldkorrektur?!) als eine Sternlinie von Wega. Will sagen: die Linienform und -breite passt nicht.

Viele Grüße
Thomas

Autor:  Lothar Schanne [ 29. November 2019, 13:27:10 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Erklärung von Linien im Spektrum von Wega

Hallo Oskar,

welche Linien sind denn in den Spektren anderer nicht zu finden? Um welche handelt es sich?

Ob die Linie FeII 4583 echt ist oder nur zufälliges Rauschen ist schwer zu sagen. Das gilt auch für einige weitere deiner identifizierten Linienn (TiII 4468, CrII 4617, FeII 4634 ...). Sowas ist immer schwierig zu entscheiden.
Aber schau dir die Literaturstelle, die Thomas Hunger geschickt hat, mal genau an und vergleiche mit deinem Spektrum (auch die Intensitäten). Vielleicht hilft das noch bei den Identifizierungen.

Autor:  Berthold Stober [ 29. November 2019, 17:11:22 PM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Erklärung von Linien im Spektrum von Wega

Hallo,

nach meiner Meinung normierst Du zuerst mal das Spektrum auf 1. Dann kann ich inzwischen die Identifikation der Elemente mittels BASS ziemlich empfehlen. Das Programm ist zwar zunächst ziemlich spröde, weil auch das Englisch der Bedienanleitung zumindest für mich nur schwer verständlich ist, aber das Programm ist wesentlich stabiler als VSPEC und der Verfasser des Programms reagiert ungewöhnlich schnell , wenn man Fragen hat.

berthold

Autor:  Oskar Pircher [ 01. Dezember 2019, 11:29:04 AM ]
Betreff des Beitrags:  Re: Erklärung von Linien im Spektrum von Wega

Herzlichen Dank an alle für die Rückmeldungen. War reichlich Anregung zum Nachdenken. In den von Thomas empfohlenen Dateien habe ich die Liste Lineprediction gefunden und die dortigen Werte mit meinem Spektrum verglichen. Die Linien bei 4481, 4550 und 4924 passen danach im Verhältnis zueinander halwegs mit den Werten in der Tabelle zusammen. Die Linie bei 4583 gaht da auch noch mit, jedoch sind für benachbarte Linien mit nur wenig geringerer Intensität in der Tabelle keine entsprechenden Intensitäten angegeben. Damit wird das Ganze grenzwertig und ich lerne daraus, dass zwar hinsichtlich des Rauschens, das mit der Darkkorrektur korrigierbar ist, ein brauchbarer Zustand gegeben ist, damit aber noch länhgst nicht alle Einflüsse behoben sind bzw., dass letztere noch erhebliche Auswirkungen besitzen. Was dann auch bei mir zu Überlgeungen hinsichtlich der Verbesserung der SNR geführt hat. Ich hatte längst nicht alle Aufnahmen verarbeitet. Insbesondere hatte ich die ersten Aufnahmen als AVI gespeichert und um didse auch verwenden zu können, musste ich diese erst mit Virtual Dubb als Bilder speichern.

Diese Aufnahmen hatten einen deutllicheren Versatz zueinander als die zuerst verwendeten. Das neue Spektrum unter Verwendung dieser Aufnahmen sieht nun anders aus, insbesondere ist die Vermutung von Thomas bestätigt, dasss es sich bei 4807 um einen Donut handelt. Das werde ich mit an einem Flat nochmal anschauen. Ich habe noch kein Flat verwendet, da es sich beii der Aufnahmesession in erste Linie um eine Übung handelte, war ja mein erster Gehversuch im Spalt - der auch besser verlief als befürchtet. Nachdem sich die Linien bei 4020/23, 4534 un 4583 auch im neuen Spektrum zeigen, halte ich diese für real, alles andere ist dann nicht mehr sicher voom Rauschen zu unterscheiden.

Im Übrigen scheint das Rauschen jenseits der H beta Linie zu längeren Wellenlängen hin abzunehmen. Ich habe mit einer Farb-Kamera aufgenommen, da ich noch keine SW- Kamera für längere Belichtungszeiten habe und ich die notwendige Investition erst tätigen möchte, wenn die Tauglichkeit des Beobachters und seines selbst gebauten Spektrografen erwiesen ist.

Bei der ASI 224 mc empfangen jedenfalls die grünempfingdlichen Pixel erst ab 450 nm langsam Licht . Die Aufnahme habe ich vor der Auswertung auf 50 % verkleinert, was einem 2x2 Binnning enspricht. Aufgrund der Bayermatrix enthält ein so entstehendes Superpixel die Information jeweils nur eines Blau- und Rot-Pixels und von zwei Grün-Pixeln. Im blauen Spektralbereich ist daher auch die Information nur eines Pixels vorhanden, der SNR-verbessernde Effekt des Binnings ist daher nicht gegeben. Im grünen Bereich haben wir dann immerhin die Information von zwei Pixeln, was eine Verbesserung der SNR ermöglicht.

Mit dem von Berthold empfohlenem BASS werde ich mich sicher noch beschäftigen, wird ja auch auf den DADOS-Seiten von Baader sehr gelobt.

Viele Grüße

Oskar

Dateianhänge:
alp_lyr_2019_11_24.png
alp_lyr_2019_11_24.png [ 16.86 KiB | 5940 mal betrachtet ]

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