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| Verständnisproblem der beobachteten Frequenz bei BRAMS https://forum.vdsastro.de/viewtopic.php?t=6561 |
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| Autor: | Erik Wischnewski [ 31. Juli 2021, 15:01:01 PM ] | |||
| Betreff des Beitrags: | Verständnisproblem der beobachteten Frequenz bei BRAMS | |||
Hallo Echo-Jäger, seit einiger Zeit habe ich mich den Radarechos der Meteore angenommen und empfange aktuell die Echos vom Sender GRAVES und vom Sender BRAMS von meinem Standort in Schleswig-Holstein aus. Die Entfernung der Sender sind rund 785 km und 555 km relativ groß, aber es funktioniert zu meiner Zufriedenheit. Nun habe ich eine Frage zum Verständnis der empfangenen Frequenzen bzw. Dopplerverschiebungen. Bei GRAVES ist die Sachlage wegen seiner militärischen Ausrichtung komplizierter als bei BRAMS. Deshalb beziehen sich meine ersten Fragen auf BRAMS (50 MHz). Die Messungen führe ich zwischen ca. 15 Uhr und 10 Uhr Ortszeit durch. Hier liegen die Echos der Ionisationsspur fast immer sehr nahe bei 1340 Hz im USB und halten manchmal bis zu einer Minute an und länger. 1340 Hz entspricht als Doppler-Effekt interpretiert 8.0 km/s radial auf mich zu. Das Kopfecho, sofern sichtbar, verläuft natürlich in Bruchteilen einer Sekunde von höherer Frequenz runter bis zu diesem Wert oder umgekehrt, je nach geometrischer Situation zwischen Sender, Empfänger und Bewegungsrichtung des Meteoriten. Anm: Ich bezeichne den Meteoroiden als Meteorit, sobald er in die Erdatmosphäre eingedrungen ist. Und das ist natürlich bei Meteoren der Fall, sonst wären sie nicht existent. Was aber sorgt für den Doppler von 1340 Hz = 8.0 km/s bei der Ionisationsspur? Windgeschwindigkeit kommt jedenfalls nicht in Betracht, zumal es ja auch die Endgeschwindigkeit des Meteoriten ist, bevor er vollständig verdampft oder explodiert ist, entspricht. Selbst wenn die ionisierte Luft mitgerissen wird und der Ionisationsschlauch somit anfänglich auch 8 km/s besitzt, sollte er doch relative schnell kinetische Energie an die Umgebung abgeben und langsamer werden. Einen entsprechende Frequenzwanderung ist aber weder bei kurzen noch langen Echos zu beobachten. Mir ist die Lage der beobachteten Frequenz unklar. Ich habe ein Beispiel eines Kopfechos (GRAVES) und ein Echo von BRAMS, bei dem das Kopfecho nur im Ansatz zu erkennen ist. Es geht um die mehrere Sekunden andauernde Ionisationsspur, deren Dopplerverschiebung um 1340 Hz (USB) von mir nicht navhvollzogen werden kann.
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| Autor: | Björn Ove Umland [ 07. November 2023, 14:09:32 PM ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Verständnisproblem der beobachteten Frequenz bei BRAMS |
Hallo, ich hab wenig Ahnung von der Materie aber möchte mich ein bisschen damit befassen. Auf der Suche nach Sender Standorten, bin ich auf dieses Dokument das DARC‘s gestoßen: https://www.darc.de/fileadmin/_migrated ... tation.pdf Dort steht, Zitat: „Als Besonderheit gelten Reflexionen, deren Signale mit einem Dopplereffekt behaftet sind. Die HF-Energie, die am Kopf des Plasmakanals reflektiert wird, während der Meteoroid verglüht, erreicht den Empfänger über eine Strecke, deren Länge sich durch die Eintrittsgeschwindigkeit ändert. Dadurch entsteht der Frequenzversatz. Da dieser Effekt nur während dem Verglühen des Meteoroiden entsteht, sind die im Englischen als „head reflections" (Kopfreflexion) bezeichneten Doppler-Signale im Verhältnis zur Gesamtlänge der Reflexion nur von kurzer Dauer. [15]“ (S.13) Viele Grüße, Ove |
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| Autor: | Erik Wischnewski [ 07. November 2023, 15:19:53 PM ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Verständnisproblem der beobachteten Frequenz bei BRAMS |
Hallo Ove, meine damalige Frage hat sich zwischenzeitlich geklärt. Die grundsätzliche Frage der Frequenzverschiebung war mir natürlich klar, aber die Größenordnung passte nicht. Ich wusste zwar, dass es beim SDR hardwaremäßige Offsets in den Frequenzen gibt, glaubte aber nicht, dass sie diese Größenordnung haben würden, zumal mir ein Amateurfunker sagte, die Frequenzen meines SDR würde exakt stimmen. Für ihn war das exakt, für unsere Meteorbeobachtungen aber nicht exakt genug. Trotzdem vielen Dank für den Hinweis. Gruß Erik |
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| Autor: | Björn Ove Umland [ 07. November 2023, 16:17:01 PM ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Verständnisproblem der beobachteten Frequenz bei BRAMS |
Ja, das Problem kenn ich. Was ist stabil? Stabil im vergleich zu einem Schwingkreis oder einem GPS Frequenznormal. Aber ich komm von Thema ab! Wenn der SDR immer gleich warm ist sollte das nicht mehr so stark sein. PS.: Welchen SDR nutzen Sie? |
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| Autor: | Erik Wischnewski [ 08. November 2023, 13:47:44 PM ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Verständnisproblem der beobachteten Frequenz bei BRAMS |
Ich benutze zwei verschiedene: 1. RTL-SDR-COM V3.3 mit großen Kühlrippen 2. Nooelec NESDR SMArt v5 mit kleinen Kühlrippen (aufgeklebt ohne Wärmeleitpaste) Der Frequenz-Offset bleibt aber bei beiden über 20 Std. konstant, was nicht unbedingt auf ein Temperaturproblem hindeutet. Interessanterweise haben auch beide einen ähnlichen Offset. Gruß Erik |
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